Markus Stephan Bugnyár

katholischer Priester
Markus Stephan Bugnyár

Markus Stephan Bugnyar (* 5. März 1975 in Wien) ist ein österreichischer römisch-katholischer Priester der Diözese Eisenstadt (Burgenland) und seit dem 1. Mai 2004 Rektor des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem.

LebenBearbeiten

Markus Stephan Bugnyár hat 1993 bis 1999 an der Universität Wien Katholische Fachtheologie und Selbständige Religionspädagogik studiert, am Ökumenischen Studienjahr der Abtei Dormitio in Jerusalem 1996/97 teilgenommen. Am 29. Juni 2000 wurde er in Eisenstadt zum Priester geweiht, seine Kaplanszeit erfüllte er in Mattersburg, bevor er sich weiteren Studien in Jerusalem widmete.

Am 1. Mai 2004 wurde er Rektor des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem; er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Semester in Jerusalem Bibelwissenschaften u. a. an der École biblique et archéologique française de Jérusalem studiert und sich so für diese Aufgabe in biblisch fundierter Pilgerpastoral qualifiziert. Seit dem Wintersemester 2014 ist Bugnyár Honorarprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz; zudem Absolvent des Strategischen Führungslehrganges der österreichischen Bundesregierung und der Landesverteidigungsakademie.[1]

WirkenBearbeiten

In Etappen unterzieht Bugnyár das Hospiz seit 2004 einem tiefgreifenden Wandel baulicher und inhaltlicher Natur.

Die „Akademie Österreichisches Hospiz“ versammelt die verschiedenen Facetten des inter-kulturellen Dialoges des Hospizes in Form von Publikationen, Ausstellungen, Symposien und Begegnungen zwischen den monotheistischen Religionen in Jerusalem und Europa. Der wichtigste Themenschwerpunkt ist, die Bibel für kirchliche Grundlagenarbeit und Neuevangelisierung fruchtbar zu machen.

Als kirchliche Einrichtung nimmt das Hospiz soziale Verantwortung wahr: Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Unterstützung bedürftiger Kinder und Jugendlicher bei Aus- und Weiterbildung sowie junger Familien. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der katholischen Pfarre “Zur Heiligen Familie” in Gaza-Stadt, die als Missionsstation durch den Südtiroler Priester Vize-Rektor Georg Gatt 1887 ins Leben gerufen wurde.

Um einen durchgehenden Gästehausbetrieb zu gewährleisten, werden die einzelnen Maßnahmen in Einzelprojekte unterteilt. Historisch wichtig war dabei die Fertigstellung des Hospizes durch die Errichtung der “Casa Austria”: Im April 2019 wurde dieser neue Trakt im nordöstlichen Areal des Grundstückes an der Via Dolorosa eröffnet, mit dem die Pilgerherberge nun die bereits 1863 intendierte Größe erlangt. Aktuell verfügt das Haus über 45 Zimmer und 5 Schlafsäle.

Das Wiener Kaffeehaus wurde sukzessive ausgebaut und trägt seit 2019 den Namen “Café Triest” in Erinnerung an den Ausgangspunkt der ersten Pilgerfahrten aus der ehemaligen k.u.k. Hafenstadt.

Seit 2018 befasst sich Bugnyár mit der anstehenden Generalsanierung der historischen Bausubstanz im Hauptgebäude, die nach derzeitigem Planungsstand 2025 abgeschlossen sein dürfte.

AuszeichnungenBearbeiten

Bugnyár ist Komtur des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Der Orden ist ein Mitte des 19. Jahrhunderts konstituierter päpstlicher Orden, dem Laien und Kleriker gleichermaßen angehören und der sich um soziale und karitative Projekte im Heiligen Land sorgt sowie das Lateinische Patriarchat von Jerusalem unterstützt.

Bugnyár ist zudem Ehrenritter und Geistlicher Rat des St. Georgs-Ordens, einem europäischen Orden des Hauses Habsburg-Lothringen. Die Verbindung des Österreichischen Hospizes zur Familie seines Gründers, Kaiser Franz Joseph I., manifestiert sich auch im Freundeskreis des Hauses, der Österreichischen Gesellschaft vom Heiligen Land, dem aktuell Georg Habsburg-Lothringen als Präsident vorsteht.

NamensherkunftBearbeiten

Der Familienname Bugnyar ist kroatischen Ursprungs und bezeichnet einen Herold bzw. Dorftrommler, seit 1892 begegnet er im Kontext der Magyarisierung auch als Bugnyár.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Bugnyar M. St.: Als die Sonne aufging. Mit Jesus unterwegs zum Leben. Mit einem Vorwort von Christoph Kardinal Schönborn und Fotos von Andrea Krogmann. Heiligenkreuz 2018, ISBN 978-3-903118-66-9.
  • Bugnyar M. St.: Das Wissen zu mehren, das Herz zu erheben. Geschichte und Gegenwart des Österreichischen Hospizes. Akademie Österreichisches Hospiz Jerusalem – Heft 2 / Deutsch. Jerusalem 2018. ISBN 978-3-9504178-1-4.
  • Bugnyar M. St.: On the Via Dolorosa. A Pilgrims’ Hospice in the Service of the Holy Land. Academy Pilgrims’ Hospice in Jerusalem – Booklet 2 / English. Jerusalem 2018. ISBN 978-3-9504178-2-1.
  • Bugnyar M. St.: Rosen und Krieg in Europa. Grenzenloses Verständnis gegen umfassende Ratlosigkeit. In: Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem (OESSH). Statthalterei Österreich. Auf dem Weg der Barmherzigkeit. Wien 2016, 26f.
  • Bugnyar M. St., Polz D.: „Kathele, nit außifallen, es wär’ schad’ um’s Reisgeld.“ Mit der Eisenbahn in die Heilige Stadt Jerusalem. Akademie Österreichisches Hospiz Jerusalem - Heft 1. Jerusalem 2016. ISBN 978-3-9504178-0-7.
  • Bugnyar M. St.,Wohnout H.: Im Orient zu Hause. Das Österreichische Hospiz zur Heiligen Familie in Jerusalem. Verlag Geschichte & Kunst GmbH, Wien 2015. ISBN 978-3-903076-00-6.
  • Sréter W., Bugnyar M. St., Rayyan A.: Übe das Leben jetzt - Live now. Art & Culture in Palestine. München 2015. ISBN 978-3-00-049572-4.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Markus Stephan Bugnyár – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Übergabe des Bildbandes „Im Orient zu Hause - Das Österreichische Hospiz in Jerusalem“ an den Landeshauptmann. Abgerufen am 21. August 2016.
  2. oessh | Auszeichnung für Rektor Bugnyar. Abgerufen am 15. November 2018.
  3. Ehrenzeichen für verdiente Persönlichkeiten am 24. Oktober 2016 im Landhaus in Eisenstadt verliehen. In: meinbezirk.at. (meinbezirk.at [abgerufen am 15. November 2018]).
  4. oessh | Verleihung an OB Rektor Bugnyar. Abgerufen am 15. November 2018.
  5. Jerusalem-Hospiz-Rektor ist "Auslandsösterreicher des Jahres". In: Kathpress. 5. September 2019, abgerufen am 5. September 2019.