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Marisol Touraine

französische Politikerin (PS), Mitglied der Nationalversammlung, Ministerin
Marisol Touraine (2009)

Marisol Touraine (* 7. März 1959 in Paris) ist eine französische Politikerin der Parti Socialiste (PS) und war von 2012 bis 2017 Ministerin für Soziales und Gesundheit, zeitweise zusätzlich für Frauenrechte.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Studium, berufliche Tätigkeiten und AbgeordneteBearbeiten

Marisol Touraine, Tochter des Soziologen Alain Touraine und der aus Chile stammenden Forscherin Adriana Arenas Pizarro, wuchs in Paris auf und studierte nach dem Schulbesuch Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften am Sciences Po, dem Institut d’études politiques de Paris. Nach einem anschließenden postgradualen Studium an der Harvard University wurde sie Mitarbeiterin im Secrétariat général de la défense et de la sécurité nationale (SGDN), einer dem Premierminister unterstellten Behörde für Fragen der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Im Anschluss war sie zwischen 1988 und 1991 Beraterin des damaligen Premierministers Michel Rocard für geostrategische Fragen.

Ihre eigentliche politische Laufbahn begann sie als sie 1997 als Kandidatin der Parti Socialiste erstmals zur Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt wurde. Dort vertrat sie bis zu ihrer Niederlage bei den Wahlen 2002 gegen den früheren Wahlkreisinhaber und Kandidaten der Union pour un mouvement populaire (UMP), Jean-Jacques Descamps, den Wahlkreis Indre-et-Loire III. Zugleich wurde sie 1997 vom Ersten Sekretär François Hollande zur Nationalsekretärin der PS für Solidarität und soziale Sicherheit ernannt. 1998 erfolgte ihre Wahl zum Mitglied des Generalrates des Département Indre-et-Loire für den Kanton Montbazon, dem sie seither angehört.

Bei den Parlamentswahlen 2007 gelang es ihr Descamps mit einer knappen Mehrheit und 50,22 Prozent der Wählerstimmen zu schlagen, so dass sie als dessen Nachfolgerin abermals als Vertreterin des Wahlkreises Indre-et-Loire III Abgeordnete der Nationalversammlung wurde. Zugleich war sie von 2008 bis 2011 Zweite Vizepräsident des Generalrates des Département Indre-et-Loire.

Generalratspräsidentin und MinisterinBearbeiten

Touraine, die innerhalb der PS außerdem Präsident der linkspolitischen Denkfabrik À gauche, en Europe ist, wurde 2011 auch Präsidentin des Generalrates des Département Indre-et-Loire. Zunächst unterstützte sie die Bestrebungen von Dominique Strauss-Kahn für die Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2012. Nachdem dieser jedoch nach bekannt gemachten Vergewaltigungsvorwürfen auf eine Bewerbung verzichtete, wurde sie zur Unterstützerin der Kandidatur von François Hollande.

Nach der Wahl von Hollande zum Staatspräsidenten und der Benennung von Jean-Marc Ayrault zum Premierminister wurde sie von diesem am 17. Mai 2012 zur Ministerin für soziale Angelegenheiten und Gesundheit in dessen Kabinett berufen[1] und nach der Parlamentswahl im Amt bestätigt (Kabinett Ayrault II). Innerhalb der Regierung bekleidete sie dabei den sechsten Rang, wobei ihr drei Delegierte Minister beigeordnet waren: Michèle Delaunay für ältere Menschen und Abhängigkeiten, Dominique Bertinotti für Familien sowie Marie-Arlette Carlotti für Menschen mit Behinderungen. Bei der Berufung der Regierung Valls hieß ihre Funktion nur noch Ministerin für soziale Angelegenheiten, wobei es sich möglicherweise um einen redaktionellen Fehler handelte.[2] Bei der Berufung der Regierung Valls II wurde ihr Geschäftsbereich auf Ministerin für soziale Angelegenheiten, Gesundheit und Frauenrechte erweitert, die Zuständigkeit für Frauenrechte sowie für Familie und Kinder verlor sie im Zuge einer Kabinettsumbildung im Februar 2016, als ihre bisherige Staatssekretärin Laurence Rossignol zur Ministerin erhoben wurde. In der Funktion als Sozial- und Gesundheitsministerin gehört sie auch dem Kabinett Cazeneuve an.

Marisol Touraine ist verheiratet mit dem Diplomaten Michel Reveyrand de Menton, der von 2006 bis 2010 Botschafter in Mali war und seit 2010 als Botschafter im Tschad akkreditiert ist.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Le Bouleversement du Monde - Géopolitique du XXIe siècle, 1995

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marisol Touraine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kabinett in Frankreich - Weggefährten und junge Senkrechtstarter. In: Süddeutsche Zeitung vom 16. Mai 2012
  2. Das Dekret zur Ernennung der Minister nennt als Amtsbezeichnung von Touraine ministre des Affaires sociales (deutsch: Ministerin für soziale Angelegenheiten); bei der Berufung der Staatssekretäre wurde dagegen für die dort angesiedelten Staatssekretäre ministre des affaires sociales et de la santé (deutsch: Ministerin für soziale Angelegenheiten und Gesundheit) angegeben, wie das Ministerium auch in den Regierungen Ayrault hieß. Auch die offizielle Internetseite der Regierung führte Touraine mit dem Geschäftsbereich Gesundheit. Es gab allerdings keine offizielle Korrektur der Titulatur des Ministeriums.