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Marie-Janine Calic

deutsche Historikerin

Marie-Janine Calic (* 10. August 1962 in Berlin[1]) ist eine deutsche Historikerin, Politikberaterin und Professorin für Ost- und Südosteuropäische Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Calic promovierte nach einem Magisterexamen 1987 in Neuer Geschichte an der LMU 1992 mit der Arbeit Sozialgeschichte Serbiens 1815–1941. Der unaufhaltsame Fortschritt während der Industrialisierung in Osteuropäischer Geschichte an der LMU. Von 1992 bis 2004 arbeitete sie als wissenschaftliche Referentin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen und Berlin. 1995 war sie Beraterin des UN-Sondergesandten für das ehemalige Jugoslawien in Zagreb und 1999–2002 politische Beraterin des Sonderkoordinators des Stabilitätspakts für Südosteuropa in Brüssel.

Seit 2004 ist Calic Professorin für Ost- und Südosteuropäische Geschichte in München, gegenwärtig auch Dekanin der dortigen Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Konflikt-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Südosteuropas, das Thema Ethnische Minderheiten und nationale Frage auf dem Balkan, die deutsche und europäische Balkanpolitik, Konfliktprävention, Wiederaufbau, internationale Friedenssicherung und Vergangenheitspolitik. Sie erstellte Gutachten für den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag und die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Calic ist Herausgeberin der Zeitschrift Südosteuropa sowie Mitglied der Herausgebergremien der Südost-Forschungen und des Journal on Ethnopolitics and Minority Issues in Europe. Sie ist Mitglied des Präsidiums und wissenschaftlichen Beirates der Münchner Südosteuropa-Gesellschaft und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung zur Erforschung von Ost- und Südosteuropa des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung sowie Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Außenpolitik.

Sie ist die Tochter des Journalisten und Historikers Edouard Calic.[2]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Sozialgeschichte Serbiens 1815–1941. Der unaufhaltsame Fortschritt während der Industrialisierung (= Südosteuropäische Arbeiten. Bd. 92). Oldenbourg, München 1994, ISBN 3-486-56090-5 (Dissertation, Universität München, 1992).
  • Der Krieg in Bosnien-Hercegovina. Ursachen – Konfliktstrukturen – internationale Lösungsversuche. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-11943-5.
  • The Western Balkans on the Road Towards European Integration. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2005, ISBN 3-89892-442-4.
  • Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60645-8 (auch Schriftenreihe, Bd. 1093, der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2010).[3]
  • (Hrsg. zusammen mit Thomas M. Bohn) Urbanisierung und Stadtentwicklung in Südosteuropa vom 19. bis zum 21. Jahrhundert (= Südosteuropa-Jahrbuch. Bd. 37). Sagner, München/Berlin 2010, ISBN 978-3-86688-118-1.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vademekum der Geschichtswissenschaften. 3. Ausgabe (1998/1999). S. 317.
  2. Danko Plevnik: Krunski svjedok 20. stoljeća. In: SDMagazin, 6. September 2003
  3. Ljiljana Radonic: Rezension zu: Calic, Marie-Janine: Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert. München 2010, in: H-Soz-u-Kult, 22. Juli 2011