Marian Turski

polnischer Journalist jüdischer Abstammung
Marian Turski

Marian Turski (* 26. Juni 1926 als Mosze Turbowicz[1] in Druskininkai) ist ein polnischer Journalist jüdischer Abstammung und Vorsitzender des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau.

LebenBearbeiten

Seit 1942 wurde er im Ghetto Litzmannstadt eingesperrt. Im August 1944 wurde er ins KZ Auschwitz deportiert. Im Frühling 1945 kam er im Todesmarsch in das KZ Buchenwald, dann ins Ghetto Theresienstadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ er sich in Warschau nieder. Seit 1945 war er in der Jugendorganisation der Polnischen Arbeiterpartei, später in der Presseabteilung der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei tätig. Seit 1958 war er Leiter der historischen Redaktion des NachrichtenmagazinsPolityka“. Trotz des hohen Alters ist er weiterhin als Journalist tätig.

Gegenwärtig ist er Vorsitzender des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau, Mitglied des Hauptvorstands des Vereins der Jüdischen Kombattanten und Opfer des Zweiten Weltkrieges, Mitglied des Internationalen Auschwitz-Rates und des Rates des Hauses der Wannseekonferenz. Seit 26. März 2009 ist er Vorsitzender des Rates des Warschauer Museums der Geschichte der polnischen Juden.

Am 27. Januar 2015 nahm er an einer Bundestags-Sondersitzung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz) teil.[2]

Am 16. Februar 2015 wurde er mit der Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Gold ausgezeichnet[3].

Turski war mit Władysław Bartoszewski befreundet, hielt eine Rede an seinem Begräbnis am 4. Mai 2015.

Zum 90. Geburtstag am 26. Juni 2016 erhielt der weiterhin beruflich aktive Turski Glückwünsche von Angela Merkel, Joachim Gauck, Barack Obama und Schimon Peres.

Am 27. Januar 2020 hielt er eine wichtige Rede anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von KZ Auschwitz[4]: „Das elfte Gebot lautet: Seid nicht gleichgültig“.

AuszeichnungenBearbeiten

Werke (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ushmm.org
  2. spiegel.de: Gedenken an Auschwitz: Ein schwerer Gang
  3. Polityka
  4. Gazeta.pl 27. Januar 2020
  5. Polnische Initiative und das Internationale Auschwitz Komitee wollen Würdigung des 93-Jährigen, Jüdische Allgemeine, 3. Februar 2020