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Marco Reus (* 31. Mai 1989 in Dortmund) ist ein deutscher Fußballspieler. Er steht seit 2012 bei Borussia Dortmund unter Vertrag und spielt seit 2011 für die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Marco Reus
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Marco Reus (2018)
Personalia
Geburtstag 31. Mai 1989
Geburtsort DortmundDeutschland
Größe 180 cm[1]
Position Flügel, Offensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1993–1995 Post SV Dortmund[2]
1995–2005 Borussia Dortmund
2005–2008 LR Ahlen/Rot Weiss Ahlen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2006–2008 Rot Weiss Ahlen II 6 0(3)
2007–2009 Rot Weiss Ahlen 43 0(5)
2009–2012 Borussia Mönchengladbach 97 (36)
2012– Borussia Dortmund 160 (78)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2009 Deutschland U21 2 0(0)
2011– Deutschland 39 (10)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 13. April 2019

2 Stand: 24. März 2019

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und AusbildungBearbeiten

Marco Reus wuchs im Dortmunder Stadtteil Körne und später in Wickede mit zwei älteren Schwestern auf. Sein Vater war Betriebsschlosser, seine Mutter Bürokauffrau.[3] Er begann im Alter von vier Jahren mit dem Fußballspielen.[4] Er besuchte die Max-Born-Realschule in Asseln und danach die Hauptschule in Wickede.[3] Eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann brach Reus zu Gunsten seiner Karriere als Berufsfußballer ab.[5] Er zählt den tschechischen Fußballspieler Tomáš Rosický zu seinen Vorbildern.[6]

VereinskarriereBearbeiten

Anfänge in Dortmund und AhlenBearbeiten

Reus wechselte von der F-Jugend beim Postsportverein Dortmund im Alter von sechs Jahren in die Jugendabteilung von Borussia Dortmund. Dort durchlief er zehn Jahre lang die Jugendmannschaften des BVB, wurde dann jedoch aussortiert, da er als zu schmächtig und körperlich nicht robust genug angesehen wurde,[7] sodass er zur Saison 2005/06 im zweiten B-Jugend-Jahr wie auch zuvor Kevin Großkreutz zum damaligen LR Ahlen (ab Juli 2006 Rot Weiss Ahlen) wechselte.[8] In Ahlen spielte er zunächst in der B-Jugend (U17) und der A-Jugend (U19). Im ersten Jahr erzielte der offensive Mittelfeldspieler im Schnitt in fast jedem zweiten Spiel ein Tor (zehn Tore in 21 Spielen) und wurde fünfmal in der U23 der Westfalen in der Oberliga eingesetzt. Dabei erzielte er in seinen ersten beiden Partien jeweils ein Tor. Im Jahr darauf steigerte er seine Torquote auf zwölf Treffer in 19 A-Jugend-Partien. Gleichzeitig wurde er in den Kader der ersten Mannschaft, die in der Regionalliga Nord spielte, aufgenommen; es dauerte bis zum zwölften Spieltag, bis er erstmals für die Regionalligamannschaft spielte. Danach wurde er 14-mal in der letzten halben Stunde eingewechselt, zweimal spielte er von Beginn an. Er erzielte am letzten Spieltag ein Tor, als mit Ahlen der Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht wurde.

In der Saison 2008/09 gelang Reus mit 19 Jahren der Durchbruch im Profifußball. Am ersten Spieltag der 2. Bundesliga wurde er in der Halbzeit eingewechselt. Am vierten Spieltag stand er in der Startaufstellung und erzielte sein erstes Profitor. Danach konnte er sich einen Stammplatz erkämpfen und kam auf 27 Einsätze mit vier Treffern. Ahlen beendete die Saison auf dem zehnten Tabellenplatz.

Borussia MönchengladbachBearbeiten

 
Marco Reus im Testspiel gegen SV Bergisch Gladbach 09 (2009)

Zur Saison 2009/10 wechselte Reus zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, bei dem er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterzeichnete.[9] Auch in der höchsten deutschen Spielklasse stand er vom ersten Spieltag an auf dem Platz, zunächst als Einwechselspieler und nach wenigen Monaten in der ersten Elf. Am 28. August 2009 erzielte Reus im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 nach einem Sololauf über 54 Meter sein erstes Bundesligator.[10] Nur einen Spieltag verpasste Reus in dieser Saison, in der er acht Tore erzielte. Häufig wurde er in dieser Zeit mit dem damaligen Nationalspieler Marko Marin verglichen, der zur Saison 2009/10 zu Werder Bremen wechselte und sowohl äußerlich als auch sportlich viele Parallelen mit Reus auswies.[11][12][13] Im Jahr darauf war er mit zehn Toren bester Torschütze der Borussia und bereitete zudem neun weitere Treffer vor. Am 2. November 2010 verlängerte er vorzeitig seinen Vertrag in Mönchengladbach bis zum 30. Juni 2015. Die Mannschaft stand in der Mehrzahl der Spieltage auf dem letzten Tabellenplatz. Erst am vorletzten Spieltag konnte sie unter Trainer Lucien Favre auf den 16. Platz vorstoßen und damit die Relegationsspiele erreichen. Nach dem 1:0 Hinspielsieg gegen den Zweitligadritten VfL Bochum sicherte Reus im Rückspiel mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich den Klassenerhalt.

Die Saison 2011/12 verlief für die Borussia erfolgreicher. Zwischenzeitlich übernahm Mönchengladbach die Tabellenspitze und konnte sich lange in den Champions-League-Rängen halten. Am Ende erreichte Gladbach den vierten Tabellenplatz und damit die Champions-League-Qualifikation. Reus war dabei ein elementarer Bestandteil des Systems von Lucien Favre; er verpasste nur zwei Bundesliga-Spiele aufgrund eines Zehenbruchs und erzielte 18 Tore und elf Vorlagen in 32 Spielen. Dabei wurde Reus als Gesicht des Gladbacher Aufschwungs stilisiert.[14][15] Für seine Leistungen in der Bundesliga sowie in der Nationalmannschaft wurde er zunächst zum VDV-Spieler der Saison und später zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.

Bereits zur Winterpause wurde über einen Vereinswechsel spekuliert. Am 4. Januar 2012 kündigte Borussia Mönchengladbach an, dass Reus den Verein zum Saisonende verlassen werde. Reus nutzte eine Ausstiegsklausel, die es ihm erlaubte, für eine Ablösesumme von 17 Millionen Euro vorzeitig aus seinem Vertrag auszusteigen.[16] Am selben Tag gab Borussia Dortmund die Verpflichtung von Reus ab der Saison 2012/13 bekannt. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2017.[17]

Borussia DortmundBearbeiten

Nach dem Wechsel zu Borussia Dortmund erzielte Reus seine ersten beiden Pflichtspieltore im Erstrundenspiel zum DFB-Pokal 2012/13 gegen den Regionalligisten FC Oberneuland und im ersten Ligaspiel gegen Werder Bremen. Unter Trainer Jürgen Klopp etablierte sich Reus sofort als Stammspieler und bildete ein spielstarkes Offensivduo mit Mario Götze.[18] In der Bundesliga trug er mit 14 Toren und elf Vorlagen in 32 Spielen zur Vizemeisterschaft der Dortmunder bei. Am 3. Oktober 2012 erzielte er sein erstes Tor in der UEFA Champions League zur Führung im Gruppenspiel bei Manchester City (1:1). Nach Erfolgen über den FC Málaga und Real Madrid erreichte Reus mit Dortmund schließlich das Endspiel, das der BVB mit 1:2 gegen den FC Bayern München verlor.

Auch die Saison 2013/14 lief für Reus erfolgreich. Bereits zu Beginn der Saison gewann der BVB den DFL-Supercup gegen den FC Bayern München, was der erste Titel seiner Karriere war. In der Bundesligasaison, die die Borussia erneut als Vizemeister beendete, gelangen ihm 16 Tore und 14 Vorlagen in 30 Spielen, was ihn zum Topscorer der Liga machte. In der UEFA Champions League gelangen ihm je fünf Tore und Vorlagen, ehe die Dortmunder im Viertelfinale gegen den späteren Gewinner Real Madrid ausschieden. Zudem erreichte der Verein das DFB-Pokalfinale, welches jedoch gegen den FC Bayern München verloren ging. Später wurde Reus zum zweiten Mal in seiner Karriere zum VDV-Spieler der Saison gewählt.

 
Marco Reus (2014)

Das Jahr 2014 war für Reus von diversen Verletzungen geprägt.[19][20][21] Nachdem er bereits seit dem Juni wegen eines Außenbandrisses im rechten Sprunggelenk ausfiel und den Sieg im DFL-Supercup gegen den FC Bayern verpasste, war die Hinrunde der Saison 2014/15 für ihn beendet, nachdem am 12. Spieltag beim 2:2 im Auswärtsspiel der Dortmunder beim SC Paderborn 07 durch ein Foul von Marvin Bakalorz die gleiche Verletzung wieder aufbrach.[22] Auch für den Verein lief es in der Saison nicht gut, die Hinrunde beendete man auf einem Abstiegsplatz, und zwischenzeitlich fiel man sogar auf den letzten Tabellenplatz. In dieser schwierigen Situation und nachdem in den Medien über einen Vereinswechsel spekuliert wurde,[23] verlängerte der offensive Mittelfeldspieler am 10. Februar 2015 seinen Vertrag beim BVB bis zum 30. Juni 2019.[24] Drei Tage später erzielte er beim 4:2-Heimsieg in der Liga gegen den 1. FSV Mainz 05 seinen 50. Pflichtspieltreffer für die Dortmunder.[25] Danach fing sich der BVB wieder und stand am Ende der Saison nach 31 Punkten in der Rückrunde auf dem siebten Platz, was die Europa-League-Qualifikation bedeutete. Reus trug mit sieben Toren und fünf Vorlagen in 20 Spielen dazu bei, fiel aber auch in der Rückrunde immer wieder wegen kleinerer Verletzungen aus. Der BVB erreichte erneut das DFB-Pokalfinale, verlor jedoch gegen den VfL Wolfsburg.

Die Saison 2015/16 verlief für Reus unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel erfolgreicher. Der BVB schloss die Spielzeit als bis dahin bester Vizemeister ab. Reus konnte sich dabei nach anfänglichen Schwierigkeiten als Stammspieler etablieren,[26][27] fiel jedoch immer wieder wegen Verletzungen aus.[28] Tuchel hielt dennoch an Reus fest und half ihm, an vorige Leistungen anzuknüpfen.[29] In der Liga kam er in 26 Spielen auf zwölf Tore, und in allen Wettbewerben erzielte er 23 Tore in 43 Spielen. Am 21. Mai 2016 stand Reus mit dem BVB zum dritten Mal nacheinander im DFB-Pokalfinale. Nach den Niederlagen 2014 gegen den FC Bayern München und 2015 gegen den VfL Wolfsburg mussten er und seine Mitspieler erneut eine Niederlage gegen die Münchner hinnehmen (3:4 n. E.). Während der Verlängerung des Spiels beklagte Reus Schmerzen im Oberschenkel, die sich später als Verletzung an den Adduktoren herausstellte, welches ihm die Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 kostete.[30]

Aufgrund dieser Verletzung absolvierte Reus in der Saison 2016/17 seinen ersten Einsatz erst am 22. November 2016. Beim 8:4-Heimsieg gegen Legia Warschau in der Gruppenphase der Champions League, der bis dahin torreichsten Begegnung in der Geschichte dieses Wettbewerbs, steuerte er zwei Treffer[31] bei.[32] Am 16. Dezember 2016 erhielt Reus beim 2:2-Unentschieden gegen die TSG 1899 Hoffenheim in seinem 209. Bundesligaspiel per Gelb-Roter Karte seinen ersten Feldverweis.[33] Zwischen März und April 2017 fiel er sechs Wochen wegen eines Muskelbündelrisses aus.[34] In einer abermals guten Saison der Borussen, die auf dem dritten Tabellenplatz beendet wurde, absolvierte Reus 17 Bundesliga-Spiele, in denen er sieben Tore und vier Vorlagen erzielte. Durch den 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt im Finale des DFB-Pokals 2016/17 am 27. Mai 2017 errang Reus mit Borussia Dortmund den ersten großen Titel seiner Karriere, der ihm trotz diverser Finalteilnahmen bisher verwehrt blieb.[35][36] Während dieses Spiels wurde er zur Halbzeit wegen eines später diagnostizierten Teilrisses des Kreuzbands im rechten Knie ausgewechselt.[37]

 
Reus im Trikot des BVB (2018)

Bedingt durch diese Verletzung verpasste Reus die gesamte Hinrunde der Saison 2017/18 sowie aufgrund des Trainingsrückstandes die ersten Spiele der Rückrunde. Sein Comeback nach über achtmonatiger Verletzungsunterbrechung gab er am 10. Februar 2018, dem 22. Spieltag der Saison 2017/18, beim 2:0-Heimsieg gegen den Hamburger SV.[38] Unter Interimstrainer Peter Stöger, der auf Peter Bosz gefolgt war, zeigte Reus abermals nach einer langen Verletzung gute Leistungen.[39] Reus galt als mitentscheidender Faktor dafür, dass die abermalige Qualifikation für die Champions League nach einer vergleichsweise schwachen Saison gelang;[40][41] in elf Bundesliga-Spielen gelangen ihm sieben Tore. Am 9. März 2018 verlängerte er abermals seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2023.[42]

Zur Spielzeit 2018/19 wurde Reus vom neuen Cheftrainer Lucien Favre, mit dem er bereits erfolgreich bei Borussia Mönchengladbach zusammengearbeitet hatte, zum Mannschaftskapitän ernannt.[43] Nachdem er vormals zumeist auf dem linken Flügel zum Einsatz gekommen war, spielte er unter Favre auf seiner Lieblingsposition als zentraler offensiver Mittelfeldspieler. In dieser Rolle avancierte Reus zum Schlüsselspieler des BVB.[44][45] In der Hinrunde, die der Verein als Herbstmeister beendete, erzielte er in 17 Bundesliga-Spielen elf Tore und sieben Vorlagen. Zudem spielte er fünfmal in der Champions League (1 Tor) und zweimal im DFB-Pokal (2 Tore).

NationalmannschaftBearbeiten

 
Marco Reus im EM-Viertelfinale 2012 gegen Griechenland

Reus wurde im August 2009 für zwei Freundschaftsspiele in die U-21-Auswahl berufen.

Bereits während seiner ersten Saison in Mönchengladbach wurde in der Öffentlichkeit über eine Einladung von Reus in die deutsche Nationalmannschaft oder sogar eine Nominierung in den Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 diskutiert.[46] Erstmals wurde er von Bundestrainer Joachim Löw als Perspektivspieler für das Vorbereitungsspiel zur WM 2010 gegen Malta auf dem Tivoli in Aachen berufen,[47] musste jedoch verletzungsbedingt absagen.[48] Ähnliches widerfuhr ihm in der Folge bei seiner zweiten Berufung zum Länderspiel am 11. August 2010 in Kopenhagen gegen Dänemark, im Vorfeld der Begegnung mit Uruguay am 29. Mai 2011 in Sinsheim und den beiden Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft 2012 gegen Aserbaidschan und Österreich. Am 10. August 2011 saß er beim Freundschaftsspiel in Stuttgart gegen Brasilien erstmals auf der Ersatzbank, kam jedoch nicht zum Einsatz.[49] Für die Spiele gegen Österreich und Polen Anfang September 2011 musste Reus wegen einer Schambeinreizung erneut passen. Am 7. Oktober 2011 gab er schließlich in der EM-Qualifikation in Istanbul gegen die Türkei sein Debüt in der DFB-Elf, als er kurz vor Abpfiff eingewechselt wurde. Gegen Belgien vier Tage später hatte er einen 20-minütigen Einsatz. Am 26. Mai 2012 erzielte er in der Vorbereitung auf die EM 2012 bei der 3:5-Niederlage gegen die Schweiz sein erstes Länderspieltor zum zwischenzeitlichen 3:4. Reus gehörte zum deutschen EM-Kader, kam in der Gruppenphase jedoch nicht zum Einsatz. Im Viertelfinale gegen Griechenland stand er in der Startaufstellung. Mit dem vorentscheidenden 4:1 (Endstand 4:2) erzielte Reus in der Partie sein erstes Pflichtspieltor für die deutsche Nationalmannschaft, das später zum Tor des Monats Juni gewählt wurde.[50] Anschließend musste er im Halbfinalspiel gegen Italien wieder Lukas Podolski weichen. Reus wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:2 eingewechselt. Die deutsche Mannschaft verlor schließlich mit 1:2.

Am ersten Spieltag der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 spielte Reus beim 3:0-Erfolg gegen Färöer von Beginn an. Am zweiten Spieltag erzielte er beim 2:1-Sieg gegen Österreich das Tor zum 1:0, wurde jedoch wegen einer Verletzung zur Halbzeit für Mario Götze ausgewechselt.[51] Beim 6:1-Auswärtssieg gegen Irland am 12. Oktober 2012 in Dublin erzielte Reus beide Treffer zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung.[52] Am vierten Spieltag bereitete er zwei Tore beim 4:4 gegen die schwedische Auswahl vor. Am 8. Mai 2014 wurde Reus von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader der Weltmeisterschaft 2014 berufen.[53] Aufgrund seiner starken Saison mit dem BVB wurde Reus im Vorfeld der Weltmeisterschaft zum Hoffnungsträger der Nationalmannschaft auserkoren.[54][55] Im letzten Testspiel vor der WM gegen Armenien (6:1) erlitt er jedoch einen Teilriss der linken vorderen Syndesmose und einen knöchernen Bandausriss an der Fersenbein-Vorderseite und fiel für die WM aus, die Deutschland ohne ihn gewann.[19] Für ihn wurde Shkodran Mustafi nachnominiert.[56] Bei der Siegerehrung nach dem Endspiel gegen Argentinien zeigte Siegtorschütze Mario Götze das Trikot des verletzten Marco Reus als Zeichen seiner Verbundenheit.[57]

Beim Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2016 gegen Schottland am 7. September 2014 in Dortmund (2:1), dem ersten Pflichtspiel nach der Weltmeisterschaft, zog sich Reus erneut eine schwere Verletzung zu. Kurz vor Spielende erlitt er nach einem Zweikampf mit Charlie Mulgrew einen Außenbandteilriss im linken Sprunggelenk und eine Dehnung der Fußwurzelbänder.[20] Nachdem ihm hierdurch eine Teilnahme an den EM-Qualifikationsspielen gegen Polen und Irland verwehrt geblieben war, verpasste er auch die folgenden zwei Länderspiele, das EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar und das Freundschaftsspiel gegen Spanien, wegen einer am 9. November 2014 im Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach erlittenen Bänder- und Sehnen-Zerrung und einem Knochenödem im linken Sprunggelenk.[21] Nach dieser Verletzungsunterbrechung erzielte er beim 2:2 im Freundschaftsspiel gegen Australien am 25. März 2015[58] und vier Tage später beim 2:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien jeweils das erste Tor.[59] Im September 2015 musste er wegen einer angebrochenen Zehe die EM-Qualifikationsspiele gegen Polen und Schottland absagen.[60] Reus gehörte zu der Mannschaft, die am 11. Oktober 2015 durch einen 2:1-Heimsieg gegen Georgien den Gruppensieg und die Teilnahme an der EM 2016 in Frankreich sicherte. Für das Turnier wurde Reus am 17. Mai 2016 in den vorläufigen Kader der Nationalmannschaft berufen,[61] schaffte es allerdings verletzungsbedingt infolge einer Schambeinentzündung erneut nicht ins endgültige Aufgebot.[62]

Nachdem er über zwei Jahre verletzungsbedingt keine Berücksichtigung in der Nationalmannschaft gefunden hatte, berief ihn Bundestrainer Joachim Löw am 4. Juni in den Kader für die Weltmeisterschaft 2018.[63] Zwei Tage zuvor hatte er bei der 1:2-Niederlage im Testspiel gegen Österreich sein Comeback gegeben, als er in der 67. Minute für Leroy Sané eingewechselt worden war. Beim letzten Testspiel vor der WM gegen Saudi-Arabien in der BayArena in Leverkusen traf Timo Werner in der 8. Minute nach Vorlage durch Marco Reus. Das Spiel endete mit einem 2:1 für Deutschland. Seinen ersten Einsatz bei einer Weltmeisterschaft hatte Reus am 17. Juni 2018 bei der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko im Luschniki-Stadion von Moskau, als er für Sami Khedira in der 61. Minute eingewechselt wurde. Beim 2:1-Sieg im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden fünf Tage später in Sotschi gehörte Reus zur Startelf. Er erzielte in der 48. Minute durch Vorlage von Timo Werner den Ausgleichstreffer und bereitete das zweite Tor in der Nachspielzeit von Toni Kroos vor. Auch im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea am 27. Juni in Kasan spielte Reus von Beginn an, doch durch die 0:2-Niederlage schied die deutsche Mannschaft im schlechtesten Abschneiden ihrer WM-Geschichte als Tabellenletzter der Gruppe F aus.

ErfolgeBearbeiten

VereineBearbeiten

Borussia Dortmund

Rot Weiss Ahlen

NationalmannschaftBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

1 Ohne Einsatz

SonstigesBearbeiten

Marco Reus ist Werbeträger für den Sportartikelhersteller Puma, den Spielzeughersteller Hot Wheels und den Unterhaltungselektronikhersteller Panasonic.[70] Im Jahr 2016 wurde er weltweiter Coverstar des Computerspiels FIFA 17.[71]

Reus akzeptierte im Dezember 2014 einen Strafbefehl des Amtsgerichts Dortmund wegen mehrfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, durch den er zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 6.000 Euro bzw. insgesamt von 540.000 Euro verurteilt wurde.[72] Bei einer Routinekontrolle mit seinem Aston Martin Vanquish im März 2014 war das Fehlen eines gültigen Führerscheins festgestellt worden.[73] Das Strafverfahren ergab, dass Reus nie eine Fahrprüfung abgelegt und trotzdem jahrelang Autos im Straßenverkehr gefahren hatte.[74]

Seit Ende 2015 ist er mit dem vier Jahre jüngeren Model Scarlett Gartmann aus Hagen liiert.[75] Beide wohnen seit Herbst 2017 im Dortmunder Stadtteil Syburg. Am 30. März 2019 wurden Reus und Gartmann Eltern einer Tochter.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marco Reus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marco Reus. In: bvb.de. Abgerufen am 30. August 2014.
  2. Vom Postler zum Profi. (Memento vom 8. August 2014 im Internet Archive) Kurzbiografie auf der Website des Post SV Dortmund vom 14. Mai 2011, abgerufen am 30. August 2014.
  3. a b Patrick Krull, Oliver Müller: Ein verlorener Sohn kehrt zurück. In: Welt am Sonntag, 8. Januar 2012, Nr. 2, S. 28, online abgerufen am 30. August 2014.
  4. Lina Timm, Felix Kozubek: Kapitän Fipsi und seine Mannschaft. In: Die Zeit, 31. Mai 2012, Nr. 23, S. 41, online abgerufen am 30. August 2014.
  5. Marco Reus. In: Internationales Sportarchiv 19/2012 vom 8. Mai 2012, abgerufen via Marco Reus im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
  6. Lars Gartenschläger: Was Joachim Löw an Nelson Mandela bewundert. In: Die Welt. 6. Juni 2012, abgerufen am 15. Juni 2012.
  7. WAZ: Marco Reus – Vom Aussortierten zum Bundesliga-Star, 27. Mai 2014, abgerufen am 1. März 2019
  8. Biografie. In: marcoreus.de. Abgerufen am 30. August 2014.
  9. Neustädter wird ein Borusse. In: Kicker Sportmagazin vom 25. Mai 2009 (abgerufen am 12. November 2011).
  10. Joker Reus krönt Solo aus der eigenen Hälfte. In: Kicker Sportmagazin vom 28. August 2009 (abgerufen am 30. August 2014).
  11. Kicker-Sportmagazin: Marco Reus: Das Original, 28. Dezember 2009, abgerufen am 1. März 2019
  12. Goal.com: Nicht Marko, sondern Marco! Reus macht Marin vergessen, 28. November 2009, abgerufen am 1. März 2019
  13. Spox: Reus & Großkreutz: Die Ahlen-Connection, 10. Dezember 2009, abgerufen am 1. März 2019
  14. Reus versetzt Gladbach in Rausch, 19. November 2011, abgerufen am 1. März 2019
  15. Sport-Bild: Gladbachs Superstar im Porträt – 50 Fakten zu Marco Reus, 27. Januar 2012, abgerufen am 1. März 2019
  16. Michael Zorc äußert sich zur Verpflichtung von Marco Reus. Video auf YouTube (abgerufen am 30. August 2014).
  17. Borussia Dortmund verpflichtet Marco Reus. Mitteilung auf der Homepage von Borussia Dortmund vom 4. Januar 2012 (abgerufen am 30. August 2014).
  18. n-tv: BVB feiert sein Traumpaar, 17. Februar 2013, abgerufen am 1. März 2019
  19. a b Verletzung noch schwerer: Reus fällt drei Monate aus. In: Kicker Sportmagazin vom 10. Juni 2014 (abgerufen am 30. August 2014).
  20. a b Reus fehlt Dortmund vier Wochen. In: Spiegel Online vom 8. September 2014 (abgerufen am 8. September 2014).
  21. a b Länderspiele gegen Gibraltar und Spanien: Reus fällt aus. In: Spiegel Online vom 10. November 2014 (abgerufen am 10. November 2014).
  22. Reus fällt für restliche Hinrunde aus. In: Süddeutsche Zeitung vom 23. November 2014 (abgerufen am 15. November 2014).
  23. Der Spiegel: Im Blindflug, 10. Februar 2015, abgerufen am 1. März 2019
  24. Bis 2019: BVB verlängert Vertrag mit Marco Reus. Meldung auf der Homepage von Borussia Dortmund vom 10. Februar 2015 (abgerufen am 10. Februar 2015).
  25. Reus euphorisiert den siegreichen BVB. In: Kicker Sportmagazin vom 14. Februar 2015 (abgerufen am 15. Februar 2015).
  26. T-Online: Reus: Es klemmt an allen Ecken und Enden, 15. Oktober 2015, abgerufen am 1. März 2019
  27. Die Welt: Dieser Reus ist wertvoll für Tuchel und den BVB, 1. November 2015, abgerufen am 1. März 2019
  28. Sat.1: Das endlose Leiden des Marco Reus, 3. September 2015, abgerufen am 1. März 2019
  29. T-Online: So machte Tuchel Marco Reus zum Riesen, 27. April 2017 abgerufen am 1. März 2019
  30. Spiegel Online: Marco Raus, 31. Mai 2016, abgerufen am 1. März 2019
  31. Das 8:4 wurde von der UEFA als Eigentor von Jakub Rzeźniczak gewertet. Siehe dazu den Spielbericht auf der Website der UEFA.
  32. Daniel Theweleit: Aus dem Krankenbett in die Geschichtsbücher. In: Spiegel Online vom 23. November 2016 (abgerufen am 23. November 2016).
  33. Reus’ Platzverweis: BVB kartet nach. In: sport1 vom 17. Dezember 2016 (abgerufen am 19. Dezember 2016).
  34. Süddeutsche Zeitung: Das ewige Leid des Marco Reus, 5. März 2017, abgerufen am 1. März 2019
  35. Reus ist jetzt endlich ein Großer, 28. April 2017, abgerufen am 1. März 2019
  36. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Das nächste Drama des Marco Reus, 28. Mai 2017, abgerufen am 1. März 2019
  37. BVB-Star erleidet Kreuzband-Teilriss. In: focus.de vom 28. Mai 2017 (abgerufen am 28. Mai 2017).
  38. Marco Reus feiert gegen gelungenes Comeback für Dortmund gegen Hamburg. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Februar 2018 (abgerufen am 11. Februar 2018).
  39. Die Welt: https://www.welt.de/sport/article174169967/Borussia-Dortmund-BVB-Coach-Stoeger-feiert-Marco-Reus-mit-einem-Loblied.html, 4. März 2018, abgerufen am 1. März 2019
  40. Der Tagesspiegel: Marco Reus will es wissen, 8. März 2018, abgerufen am 1. März 2019
  41. Die Welt: Wieso Dortmunds Sehnsucht nach Marco Reus so groß ist, 10. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2019
  42. Meldung auf der Website des BVB, abgerufen am 9. März 2018
  43. Favre erwartet Vorbildfunktion von Neu-Kapitän Reus, kicker.de, abgerufen am 4. August 2018
  44. Der Stern: Fünf Gründe, warum der BVB-Star gerade "der beste Reus aller Zeiten" ist, 6. November 2018, abgerufen am 2. März 2019
  45. Westfälischer Anzeiger: So reifte Reus zum Schlüsselspieler beim BVB, 10. November 2018, abgerufen am 1. März 2019
  46. Goal.com: Marco Reus exklusiv: „Es ist nie zu früh für die Nationalmannschaft“, 5. Februar 2010, abgerufen am 1. März 2019
  47. Goal.com: Marco Reus nicht zur WM – dafür einer von 5 Perspektivspielern im Malta-Kader, 6. Mai 2010, abgerufen am 1. März 2019
  48. Spox: Gladbacher Reus zittert um DFB-Debüt, 9. Mai 2010, abgerufen am 1. März 2019
  49. Schwungvolle DFB-Elf entzaubert Brasilien. In: Kicker Sportmagazin vom 10. August 2011 (abgerufen am 3. Juli 2014).
  50. a b Tor des Monats Juni 2012. auf sportschau.de (abgerufen am 10. September 2012).
  51. Maximilian Rau: Lehrstunde vom Verlierer. In: Spiegel Online vom 12. September 2012 (abgerufen am 12. September 2012).
  52. Reus eröffnet mit Doppelpack die Torgala von Dublin. (Memento vom 16. Oktober 2012 im Internet Archive) Bericht auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes vom 12. Oktober 2012 (abgerufen im Internet Archive in einer Version vom am 16. Oktober 2012).
  53. Löw nominiert 30 Spieler für erweiterten WM-Kader. (Memento vom 9. Mai 2014 im Internet Archive) Mitteilung auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes vom 8. Mai 2014 (abgerufen im Internet Archive in einer Version vom 9. Mai 2014).
  54. Die Welt: „An mir soll für Löw kein Weg vorbei führen“, 24. Mai 2014, abgerufen am 1. März 2019
  55. Der Spiegel: Die Zertrennlichen, 24. Mai 2014, abgerufen am 1. März 2019
  56. Reus verpasst WM – Löw nominiert Mustafi nach. (Memento vom 18. Juli 2014 im Internet Archive) Mitteilung auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes vom 7. Juni 2014 (abgerufen im Internet Archive in einer Version vom 18. Juli 2014).
  57. Große Geste: Reus-Trikot bei der WM-Siegerehrung. In: tz vom 14. Juli 2014 (abgerufen am 23. Juli 2014).
  58. Testspiel gegen Australien: Podolski rettet Deutschland das Remis. In: Spiegel Online vom 25. März 2015 (abgerufen am 29. März 2015).
  59. EM-Qualifikation: Deutschland gewinnt souverän gegen Georgien. In: Spiegel Online vom 29. März 2015 (abgerufen am 29. März 2015).
  60. Verletzung an der Zehe: Reus fällt gegen Polen und Schottland aus. In: Spiegel Online vom 3. September 2015 (abgerufen am 3. September 2015).
  61. Löws EM-Auswahl. Informationen auf dfb.de vom 17. Mai 2016 (abgerufen am 21. Mai 2016).
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