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Marc-Aeilko Aris

deutscher Mediävist, Theologe, Philologe und Philosophiehistoriker und römisch-katholischer Priester
Marc-Aeilko Aris, 2013

Marc-Aeilko Aris (* 24. April 1959 in Baden-Baden) ist ein deutscher Mediävist, Mittellateinischer Philologe und Philosophiehistoriker sowie römisch-katholischer Priester.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Aris, ursprünglich evangelisch, später aber zum katholischen Glauben konvertiert[1], studierte 1979 bis 1985 Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Fulda und an der Universität München. 1985 wurde er in Fulda zum Priester geweiht. Anschließend war er als Kaplan tätig, seit 1987 schloss sich ein Promotionsstudium an der Universität München an. Seine Doktorväter waren in der Philosophie Werner Beierwaltes, in der Lateinischen Philologie des Mittelalters Franz Brunhölzl und in der Liturgiewissenschaft Reiner Kaczynski. 1992 wurde er im Fach Philosophie zum Dr. phil. promoviert.

1994 bis 2000 wirkte er als Wissenschaftlicher Angestellter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften bei der Cusanus-Edition der Arbeitsstelle Trier im Institut für Cusanusforschung (2000 bis 2005 als freier Mitarbeiter) und war Lehrbeauftragter der Mittelalterlichen Geschichte an der Universität Trier. 2000 bis 2005 war er stellvertretender Direktor des Albertus-Magnus-Instituts Bonn und Lehrbeauftragter der Philosophie an der Universität Bonn. 2003/04 vertrat er die Professur für Lateinische Philologie des Mittelalters an der Universität München, wo er seit dem 28. April 2005 eine W3-Professur für dieses Fach innehat.

Aris ist Mitglied in zahlreichen mediävistischen Foren und seit 2002 Präsident der Kommission „Édition de textes“ der Société Internationale pour l‘Étude de la Philosophie Médiévale. Seit 2003 ist er Mitglied im Verwaltungsrat der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte und Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie – Philosophische Sektion. Er ist Mitglied der Kommission für die Herausgabe des Mittellateinischen Wörterbuchs[2] und der Kommission für die Herausgabe der Urkunden Kaiser Friedrichs II.[3] der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Nach dem Rücktritt Claudia Märtls war Aris vom 1. April 2014 bis 8. März 2018 „Stellvertreter des Präsidenten“ (Leiter) der Monumenta Germaniae Historica.

Im Jahr 2013 wurde er Nachfolger von Ludwig Mödl als Universitätsprediger der Ludwig-Maximilians-Universität München in der „Universitätskirche“ St. Ludwig. Am 14. Januar 2017 berief ihn Papst Franziskus zum Konsultor der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.[4]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

Publikationen in BuchformBearbeiten

  • Contemplatio. Philosophische Studien zum Traktat Benjamin Maior des Richard von St. Victor mit einer verbesserten Edition des Textes (= Fuldaer Studien 6). Knecht, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7820-0703-4.
  • mit Hartmut Broszinski: Die Glossen zum Jakobusbrief aus dem Victor-Codex (Bonifatianus 1) in der Hessischen Landesbibliothek zu Fulda (= Veröffentlichungen der Hessischen Landesbibliothek Fulda. 7). Parzeller, Fulda 1996.
  • CD-ROM Das Kloster Fulda im frühen Mittelalter. Ein Fundament europäischer Kultur. Im Auftrag des Dommuseums Fulda herausgegeben von Marc-Aeilko Aris unter Mitarbeit von Gisela Fürle-Schamberger, Thomas Martin und Eva Steinle. Fulda 1998.
  • Hildegard bei den Kartäusern. Beobachtungen zur handschriftlichen Überlieferung der Werke Hildegards von Bingen im Spätmittelalter (= Mitteilungen und Verzeichnisse aus der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars zu Trier 13). Paulinus, Trier 1999, ISBN 3-7902-0169-3.
  • Nicolai de Cusa, Opera omnia iussu et auctoritate academiae litterarum Heidelbergensis ad codicum fidem edita XIX: Sermones IV (1455–1463), Fasc. 2: Sermones CCXVII – CCXXXI. Hamburg 2001.
  • mit H. Hein, H. Schnarr: Nicolai de Cusa, Opera omnia iussu et auctoritate academiae litterarum Heidelbergensis ad codicum fidem edita XVII: Sermones II (1443–1452), Fasc. 5: Sermones LXII – LXXV. Hamburg 2006.

ZeitschriftenartikelBearbeiten

  • Martin Deutinger und Nikolaus von Kues. Eine Beobachtung zur Cusanus-Rezeption im 19. Jahrhundert, in: Mitteilungen und Forschungsbeiträge der Cusanus-Gesellschaft (MFCG), Jahrgang 22, 1995, S. 147–160.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gudrun Regelein: Der neue Domrektor. Den Menschen nah sein. In: Süddeutsche.de, 23. November 2016.
  2. Forschungsvorhaben und Einrichtungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  3. Forschungsvorhaben und Einrichtungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Beirat: Herausgabe der Urkunden Kaiser Friedrichs II.
  4. Nomina di Consultori della Congregazione per il Culto Divino e la Disciplina dei Sacramenti. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. Januar 2017, abgerufen am 14. Januar 2017 (italienisch).