Hauptmenü öffnen

Mannswörth

Katastralgemeinde von Schwechat
Mannswörth im Bereich der Volksschule bzw. auf der Höhe Mannswörther Straße Nr. 93

Mannswörth ist ein Dorf mit etwa 1600 Einwohnern in Niederösterreich und gehört zur politischen Stadtgemeinde Schwechat. Das Dorf ist die einzige Siedlung in der gleichnamigen 25,21 km² großen Katastralgemeinde, auf dessen Gebiet sich auch der Großteil des Flughafens Schwechat befindet.

LageBearbeiten

Das aus einem Uferzeilendorf hervorgegangene Straßendorf befindet sich bei der Mündung der Schwechat in die Donau. Es wird heute nach Süden hin durch das ausgedehnte Gelände der Raffinerie Schwechat bzw. der Ost-Autobahn begrenzt und nach Norden hin von der Donau.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird erstmals 1058 als Mandeswerde genannt, was Insel eines Mannes namens Mand bedeutet, und war seit Mitte des 11. Jahrhunderts eine Urpfarre.[1] Ab 1850 selbständige Gemeinde, wurde Mannswörth 1938 von Niederösterreich abgetrennt und nach Wien eingemeindet. Ab 1946 gehörte der Ort wieder zu Niederösterreich und wurde 1954 mit Schwechat vereint.

Pfarre und PfarrkircheBearbeiten

 
Innenansicht der Pfarrkirche in Richtung Hochaltar

Mannswörth ist eine Urpfarre, die vor 1147 dem Bistum Passau unterstellt wurde. Sie erstreckte sich über Schwechat, Himberg, Schwadorf, Wienerherberg, Rauchenwarth und Ebergassing.

Die Kirche, dem hl. Johannes der Täufer geweiht, befindet sich am östlichen Ortsrand und ist von einem weitläufigen Kirchhof umgeben. Die langgezogene Saalkirche besteht aus einem barocken Langhaus, einem gotischen fünfgeschossigen Wehrturm und einem gotischen Chor. Südseitig ans Langhaus ist eine achteckige Kapelle angebaut, die Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Der Hochaltar ist ein bemerkenswerter spätbarocker-frühklassizistischer Tempietto aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

AltlastenBearbeiten

Von 1965 bis 1979 wurde beim Weißen Kreuz eine aufgelassene Kiesgrube zur Deponierung von Hausmüll und hausmüllähnlichen Abfällen genutzt, wobei teilweise sehr hohe Anteile an Kunststofffolien, geschredderten Autoreifen und Papier verfüllt wurde. Diese Ablagerungen weisen hohe Ausgasungen auf, die selbst zwar kaum gefährlich sind, aber Rückschlüsse auf die Ablagerungen zulassen. Durch Sickerwasser aus dem Ablagerungsbereich kommt es zu Schadstoffeinträgen in das Grundwasser. Die Schadstoffausbreitung im Grundwasser ist zwar begrenzt, dennoch stellt diese Altablagerung eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.[2]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mannswörth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Johannes Pauser: Die Geschichte der Pfarre und Kirche St. Georg - Kagran, Dissertation der Universität Wien, Wien 1994 DOC
  2. Altlast N84: Deponie B 9 Beim Weißen Kreuz auf altlasten.gv.at

Koordinaten: 48° 8′ 43″ N, 16° 31′ 15″ O