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Mangosuthu Buthelezi

südafrikanischer Politiker
Buthelezi (1983)

Mangosuthu Gatsha Buthelezi (* 27. August 1928 in Mahlabatini, heute in KwaZulu-Natal) ist ein südafrikanischer Politiker. Er ist Vorsitzender der Zulu-Partei Inkatha Freedom Party (IFP), die er 1975 gegründet hat, und war von 1994 bis 2004 südafrikanischer Innenminister.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Jugend und AusbildungBearbeiten

Buthelezi stammt vom letzten unabhängigen Zulu-König Cetshwayo ab, seine Mutter war eine Tochter von König Dinuzulu, sein Großvater Myamana Buthelezi war Ministerpräsident unter Cetshwayo.

Buthelezi begann seine Schulzeit 1943 in der Impumalanga Primary School, die er bis 1943 besuchte. Seinen High-School-Abschluss erwarb er am Adams College in Amanzimtoti, danach studierte Buthelezi am South African Native College in den Fächern Geschichte und Bantu-Verwaltung. Hier inspirierte ihn sein Dozent Zachariah Keodirelang Matthews, weshalb er Mitglied der ANC Youth League (ANCYL) wurde, kam dadurch mit Robert Sobukwe, dem Vorsitzenden der ANCYL-Studentengruppe in Kontakt und lernte Robert Mugabe kennen. Nach der Teilnahme an einem Protest gegen den Universitätsbesuch des südafrikanischen Generalgouverneurs Gideon Brand van Zyl wurde er relegiert, konnte jedoch auf Umwegen über die University of Natal mit einem Bachelor of Arts das Studium beenden. Von 1951 bis 1952 arbeitete er zunächst als Büroangestellter für die Bantu Administration, im Anschluss daran für ein Jahr als Angestellter einer Rechtsanwaltskanzlei in Durban.[1]

Funktionen während der ApartheidBearbeiten

1953 kehrte er nach Mahlabatini zurück und übernahm die Funktion als Chief des Buthelezi-Stammes der Zulu; in dieser Funktion erkannte ihn die Provinzregierung erst 1957 an.[1] Im Jahr 1964 spielte er als Schauspieler die Rolle seines Urgroßvaters König Cetshwayo im Film Zulu. Von 1970 bis 1972 war er Chief Executive Officer des Homelands Zululand, bis 1976 dann Chefberater der regionalen Verwaltungsbehörde von Zululand. Im Jahr 1976 ernannte ihn die Apartheidsregierung zum Chefminister des nunmehr KwaZulu genannten und als autonom betrachteten Homelands; er hatte das Amt bis 1994 inne. Eine De-jure-Unabhängigkeit für KwaZulu, wie sie die südafrikanische Regierung etwa der Transkei gewährte, lehnte Buthelezi ab. 1974 unterzeichnete er zusammen mit dem liberalen Politiker Harry Schwarz von der Progressive Party die Mahlabatini Declaration of Faith, in der ein gewaltfreies Ende der Apartheid gefordert wurde. In dieser Zeit gründete er die South African Black Alliance (SABA).

Buthelezi sah den seit dem Tod Albert John Luthulis von Xhosa geprägten ANC als Konkurrenten, was ihn unter anderem zur Gründung einer eigenen Partei, der IFP, veranlasste. Er lehnte die Idee eines südafrikanischen „Einheitsstaats“ ab und strebte eine föderale Lösung unter ethnischen Aspekten an. Vor diesem Hintergrund wurde Buthelezi in den 1980er Jahren von konservativen Kreisen im Westen zu einer Alternative zu Nelson Mandela als schwarze Führungsfigur aufgebaut. Buthelezi wurde von Anti-Apartheid-Aktivisten Kollaboration mit dem weißen Minderheitsregime vorgeworfen, schon allein aufgrund seiner politischen Funktion im Homeland KwaZulu. Er verlangte zwar die bedingungslose Freilassung Mandelas, lehnte aber andererseits Sanktionen gegen das Apartheid-Regime ab.

Funktionen nach der ApartheidBearbeiten

In den Verhandlungen über ein demokratisches Südafrika Anfang der 1990er Jahre repräsentierte Buthelezi die IFP. In deren Folge begannen in Teilen Südafrikas gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der von Zulu dominierten IFP und dem von Xhosa dominierten ANC. Die Verhandlungen zwischen der seit 1989 amtierenden südafrikanischen Regierung unter Frederik Willem de Klerk, dem ANC und anderen Parteien über das Ende der Apartheid und die Zukunft Südafrikas boykottierte Buthelezis Inkatha großteils. Aufgrund der demographischen Stärke der Zulu und ihrer geographischen Verteilung, die nicht auf KwaZulu beschränkt war, hatte die IFP eine Anhängerschaft, die weit über dieses Homeland hinausging. Umso schwerer wog es, dass Buthelezi ankündigte, die für April 1994 angesetzten ersten freien Wahlen Südafrikas zu boykottieren. Er lenkte erst wenige Tage vor Beginn der Wahlen nach Vermittlung durch den Zulukönig Goodwill Zwelithini ein. Die bereits gedruckten Wahlzettel mussten mit Aufklebern mit dem Logo der Inkatha ergänzt werden. Die IFP erreichte bei der Wahl landesweit etwa 10,5 % der Stimmen und die absolute Mehrheit in KwaZulu-Natal. Sie wurde an der Regierung der nationalen Einheit 1994 unter dem neuen Präsidenten Mandela beteiligt. Buthelezi übernahm den Posten des Innenministers, ohne jedoch die Zuständigkeit über die Polizei in seinem Ressort zu haben.

Buthelezi blieb bis 2004 Minister. Er ist weiterhin Vorsitzender der IFP und Mitglied des südafrikanischen Parlaments, Oberhaupt des Buthelezi-Stammes und Vorsitzender der regionalen Behörde für die Buthelezi. Die IFP erreichte bei den Parlamentswahlen 2014 unter Buthelezi 2,4 % der Stimmen in Südafrika und 10,9 % der Stimmen bei der Wahl der Provincial Legislature in KwaZulu-Natal. 2019 erklärte er, nicht mehr als Parteivorsitzender antreten zu wollen.

FamilieBearbeiten

Buthelezi war von 1952 bis zu ihrem Tod 2019 mit Irene Mzila Buthelezi verheiratet. Sie hatten drei Söhne und fünf Töchter, von denen beim Tod der Mutter drei Kinder lebten.[2]

AuszeichnungenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Für Freiheit und Versöhnung. Herausgegeben von Horst-Klaus Hofmann, Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1982, ISBN 3-579-01056-5.
  • Buthelezi-Report. Der Hauptbericht. Richarz, St. Augustin 1982, ISBN 3-88345-361-7.
  • Südafrika, meine Vision. Busse Seewald, Herforth 1990, ISBN 3-512-00976-X.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Shelag Gastrow: Who’s Who in South African Politics. Number 5. Johannesburg 1995, S. 17–27
  2. Fanele Mhlongo: Buthelezi had a very loving relationship with his wife: Singh. sabcnews.com vom 29. März 2019 (englisch), abgerufen am 4. April 2019
  3. a b c d e f Profil von Buthelezi (Memento vom 14. Dezember 2011 im Internet Archive) im Who’s Who South Africa.
  4. a b c Government Communication and Information System South Africa (Memento vom 14. November 2007 im Internet Archive)