Manacapuru

Gemeinde im Bundesstaat Amazonas, Brasilien

Manacapuru, amtlich Município de Manacapuru, war mit über 85.141 Einwohnern laut Volkszählung 2010[1] die drittgrößte Stadt im brasilianischen Bundesstaat Amazonas. Die Bevölkerung wurde durch das brasilianische Statistikamt zum 1. Juli 2019 auf 97.377 Einwohner anwachsend geschätzt, die Fläche beträgt rund 7337 km² (2018) und die Bevölkerungsdichte liegt bei 11,6 Einwohnern pro km², die Manacapuruenser (manacapuruenses) genannt werden.[1] Sie nimmt jetzt die vierte Stelle der 62 Munizips von Amazonas nach Itacoatiara ein. Die Gemeinde ist Teil der Metropolregion Manaus.

Município de Manacapuru
Princesinha do Solimões
Manacapuru
Igreja Matriz de Nossa Senhora de Nazaré
Igreja Matriz de Nossa Senhora de Nazaré
Manacapuru (Brasilien)
Manacapuru
Manacapuru
Koordinaten 3° 18′ S, 60° 37′ WKoordinaten: 3° 18′ S, 60° 37′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Amazonas
Lage des Munizips im Bundesstaat Amazonas
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 16. Juli 1932 (88 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Amazonas
Metropolregion Metropolregion Manaus
Höhe 60 m
Klima äquatorial, Am
Fläche 7.336,6 km²
Einwohner 85.141 (2010[1])
Dichte 11,6 Ew./km²
Schätzung 97.377 (1. Juli 2019)[1]
Gemeindecode IBGE: 1302504
Zeitzone UTC−4
Wirtschaft
BIP 1.241.891 Tsd. R$
13.027 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,614 (2010)

Lage und VerkehrsanbindungBearbeiten

Die Stadt liegt 84 Kilometer westlich der Hauptstadt Manaus, Amazonas-aufwärts – wobei der Amazonas oberhalb von Manaus und der Einmündung des Rio Negro in Brasilien Rio Solimões genannt wird.[2] Eine Asphaltstraße durch Iranduba, die AM-070, verbindet die Stadt mit Manaus. Zuerst musste man aber bis 2011 die Autofähre São Raimundo benutzen, um von dort aus über den Rio Negro zu kommen, wohingegen man seit dem 24. Oktober 2011 über die Straßenbrücke Ponte Rio Negro fahren kann.

Im Süden grenzt das Gebiet von Manacapuru an Manaquiri, im Südwesten an Beruri, im Westen an Anamã und Caapiranga, im Norden an Novo Airão.

Der nächstgelegene Flughafen Aeroporto Internacional Eduardo Gomes ist rund 70 km entfernt.

KlimaBearbeiten

Die Stadt hat tropisches Regenwaldklima, Af nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 27,3 °C. Die Niederschlagsmenge liegt im Schnitt bei 2309 mm im Jahr.[3]

Wirtschaft, Kultur und FreizeitBearbeiten

Die Stadt lebt überwiegend von Ziegelwerken, Plantagen und Fischfang. Manacapuru feiert jedes Jahr im Juli die Gründung der Stadt mit folkloristischen Shows, Straßenfesten und verschiedenen Attraktionen. Nahe der Stadt liegt auch der Lago das Piranhas oder der Strand Orla do Miriti.

KommunalpolitikBearbeiten

Stadtpräfekt ist seit der Kommunalwahl 2016 für die Amtszeit 2017 bis 2020 Betanael da Silva Dangelo des Partido Republicano da Ordem Social (PROS).[4]

Die Legislative liegt bei einem Stadtrat (Câmara Municipal) aus 17 gewählten Ratsherren (vereadores).

Ethnische ZusammensetzungBearbeiten

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 73.695 Einwohnern, Stand 2010 mit 85.141 Einwohnern):[5] Von diesen lebten 2010 59.866 Einwohner im städtischen Bereich und 25.275 im ländlichen Raum und Regenwaldgebiet.

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos 16.371   13.961 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos 51.579   67.746 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 3.874   2.668 Schwarze
Amarelos 129   426 Asiaten
Indígenas 630   340 indigene Bevölkerung
ohne Angabe 1.113

Gesprochen wird ein Regionaldialekt, der als Nortista oder Amazofonia bezeichnet wird.

Durchschnittseinkommen und LebensstandardBearbeiten

Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2017 den Faktor 1,9 des brasilianischen Mindestlohns (Salário mínimo) von R$ 880,00 (umgerechnet für 2019: rund 371 €). Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) ist mit 0,614 für 2010 als niedrig eingestuft.[1]

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2016 rund 13.027 R$, das Bruttosozialprodukt der gesamten Gemeinde 1.241.891.888 R$ (275,4 Millionen €).

SportBearbeiten

Manacapuru verfügt über den 1971 gegründeten Fußballverein Princesa do Solimões EC mit der Spielstätte Estádio Olímpico Municipal Gilberto Mestrinho.

TriviaBearbeiten

Im gleichnamigen Fluss, der im Stadtgebiet von Nordwesten in den Solimões mündet, kamen bei den Flugunfällen der Selva Taxi Aéreo (1998) und der Manaus Aerotáxi (2009) im Verkehr zwischen Manaus und Tefé bzw. Coari (weiter oben am Solimões) alle vier Piloten und zusammen 32 Passagiere ums Leben.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Manacapuru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website des Stadtrats, Câmara Municipal (brasilianisches Portugiesisch)
  • Aussprache
  • Klaus D. Günther: Manacapuru. In: Amazonas Portal. International Affiliate Press, 10. Dezember 2011;.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e IBGE: Cidades@ Amazonas: Manacapuru – Panorama. Abgerufen am 15. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Amazonas. In: Lexikonredaktion des Bibliographischen Instituts (Hrsg.): Meyers Großes Taschenlexikon. Band 1. A – Ang. Mannheim/Wien/Zürich 1983, ISBN 3-411-01921-2, S. 287.
  3. Klima Manacapuru: Daten und Graphen zum Klima und Wetter für Manacapuru. In: climate-data.org. Abgerufen am 20. September 2019.
  4. Beto Dangelo 90, Website Eleições 2016. Abgerufen am 21. Mai 2017 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 16. September 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Manacapuru (AM) und Cor ou raça).