Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Malente
Malente
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Malente hervorgehoben
Koordinaten: 54° 10′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 69,06 km2
Einwohner: 10.616 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 23714,
23717 (Bökensberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04523
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 028
Gemeindegliederung: 3 Orte, 9 Dorfschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 31
23714 Bad Malente-Gremsmühlen
Webpräsenz: www.malente.de
Bürgermeisterin: Tanja Rönck (parteilos)
Lage der Gemeinde Malente im Kreis Ostholstein
AhrensbökAltenkrempeBad SchwartauBeschendorfBosauDahme (Holstein)DamlosEutinFehmarnGöhlGremersdorfGrömitzGroßenbrodeGrubeHarmsdorfHeiligenhafenHeringsdorfKabelhorstKasseedorfKellenhusenLensahnMalenteManhagenNeukirchenNeustadt in HolsteinOldenburg in HolsteinRatekauRiepsdorfScharbeutzSchashagenSchönwalde am BungsbergSierksdorfStockelsdorfSüselTimmendorfer StrandWangelsSchleswig-HolsteinKarte
Über dieses Bild

Malente (plattdeutsch: Lent)[2] ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein im Land Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und VerkehrBearbeiten

Malente besteht aus drei Orten (Bad Malente-Gremsmühlen, Neversfelde, Rachut) und neun Dorfschaften (Benz, Kreuzfeld, Krummsee, Malkwitz, Neukirchen, Nüchel, Sieversdorf, Söhren und Timmdorf). Die Gemeinde liegt mitten in der Holsteinischen Schweiz. Der zentrale Ortsteil ist Bad Malente-Gremsmühlen und liegt zwischen dem Dieksee und dem Kellersee.

Malente hat mit dem Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen an der Bahnstrecke Kiel–Lübeck im Halbstundentakt Verbindungen nach Kiel und Lübeck. Außerdem liegt Malente an der Bahnstrecke Malente-Gremsmühlen–Lütjenburg. Dort ist der Bahnverkehr eingestellt. Für Sommer 2018 war die Einrichtung eines Draisinenverkehrs geplant, die bislang wegen Personalmangels nicht umgesetzt werden konnte.[3]

GeschichteBearbeiten

Im Zuge der Gründung des Bistums Oldenburg (in Holstein) durch Sachsenherzog Heinrich den Löwen wurde um 1150 in der Gegend des heutigen Malente eine Ansiedlung errichtet. Nach 1227 wurde mit dem Bau der Maria-Magdalenen-Kirche begonnen.

Durch die Errichtung eines Sanatoriums mit Kurhaus erhielt Malente 1905 größere Bedeutung. 1934 kam es zur Zusammenlegung der Gemeinden Malente und Neukirchen. Durch die Anerkennung als Kneippheilbad bekam der Fremdenverkehr 1935 Impulse. Seit 1996 trägt der Ortsteil Malente-Gremsmühlen den Titel Heilklimatischer Kurort und kann den Titel Bad vor dem Ortsnamen führen.

Bei den Fußballweltmeisterschaften 1966, 1970, 1974, 1978, 1986, 1990 und 1994 diente die Sportschule Malente (seit der Sanierung 2012 „Uwe Seeler Fußball Park“) als Trainingslager für die deutsche Fußballnationalmannschaft.[4][5]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Wahl 2018 ergab folgendes Ergebnis:

Gemeindewahl Malente 2018
 %
40
30
20
10
0
30,9 %
21,2 %
15,8 %
12,2 %
10,7 %
9,1 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Bürger-innen für Malente
Sitzverteilung im Gemeinderat Malente seit 2018
      
Insgesamt 28 Sitze
  • SPD: 6
  • Grüne: 3
  • FWM: 4
  • Bürger-innen für Malente: 3
  • FDP: 3
  • CDU: 9

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Silber und Rot schräg geteilt. Vorn fünf blaue Wellen, hinten ein perspektivisch gezeichnetes, aus der Teilung hervorkommendes schwarzes oberschlächtiges Mühlrad.“[6]

Das Wappen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Ermangelung von Dienstsiegeln, die frei von nationalsozialistischen und kaiserlichen Symbolen sind, von der Gemeinde gewählt und von der Britischen Militärregierung genehmigt.[7]

PartnergemeindeBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Malenter Wildpark: Wildpark mit einheimischem Hochwild und kleineren Tieren
  • Arboretum: Sammlung seltener und exotischer Gehölze mit Baumarten wie Eichen, Ulmen, Kirschen, Eschen, Linden, Weiden, Ahorn und vielem mehr
  • Gut Immenhof & Museum: Das Gut Immenhof (Rothensande) diente in den 1950er Jahren als Kulisse für die Immenhof-Filme, im Zentrum von Malente befindet sich ein dazugehöriges Museum.
  • 5-Seen-Fahrt: Rundfahrten über die Seen Dieksee, Behler See, Langensee, Höftsee und Edebergsee in der Saison von Ostern bis Oktober
  • Uwe-Seeler-Fußballpark: Die Sportschule Malente des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes wurde saniert, ausgebaut und 2013 als Uwe Seeler Fußball Park wiedereröffnet. Sie diente der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft als Vorbereitungstrainingslager.
  • Die Maria-Magdalenen-Kirche, deren Gebäude auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, gilt als das älteste Gebäude von Malente.
  • Etwas außerhalb des Zentrums in der Ringstraße steht der Wasserturm Malente.
  • Thomsen-Kate: Die Reetdachkate stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ein besonderes Schmuckstück historischer Architektur. Das Erdgeschoss beherbergt das Trauzimmer der Gemeinde Malente.
  • Findlingsgarten bei Kreuzfeld: Der Wandhoff-Findling zählt zu den größten Findlingen in Schleswig-Holstein. Er ist etwa 126 Tonnen schwer, 4 Meter hoch, 4,2 Meter lang und 3,5 Meter breit.
  • Diekseepromenade und Kellerseepromenade
  • WunderWeltWasser: Naturlehrpfad entlang der Malenter Au am Kellersee
  • Nördlich der Innenstadt befindet sich die Tews-Kate – die älteste Räucherkate in Ostholstein mit Heimatmuseum
  • Südlich der L 174 von Malente nach Eutin-Sielbeck befindet sich die Grabkammer Malente – ein Großsteingrab.
  • Der 1962 bis 1966 von Karl Plomin (Planten un Blomen) gestaltete Kurpark Malente im Zentrum des Ortes gilt als herausragendes Beispiel für die Landschaftsarchitektur der 1960er Jahre und wurde 2003 als jüngstes Gartendenkmal Schleswig-Holsteins eingetragen.

Sportschule des SHFVBearbeiten

 
Sportschule des SHFV

Bekannt wurde der Ort unter anderem durch die Verbandssportschule des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, in der die Deutsche Fußballnationalmannschaft ihr Trainingslager vor Weltmeisterschaften hatte. Hier wurde der „Geist von Malente“ geprägt.

Im ersten westdeutschen Sportinternat Malente[8] sollten ab 1968 junge Talente auf internationale Sportwettkämpfe vorbereitet werden; hierzu gehörten u. a. Kurt Bendlin und Dirk Lange. Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1972 trainierten hier zahlreiche afrikanische Athleten, u. a. John Akii-Bua.

Während der Fußball-Europameisterschaft 2016 übertrug die ARD nach jedem Spieltag Beckmanns Sportschule aus Malente. In dieser Talk-Sendung ließ Reinhold Beckmann mit wechselnden Gästen die Spiele des Tages Revue passieren.[9]

ErwähnenswertesBearbeiten

  • In der Polizeischule Wilhelm Krützfeld – Kiebitzhörn –, einer Außenstelle der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei Schleswig-Holstein (PD AFB) mit Hauptsitz in Eutin, werden jährlich um die 5000 Polizeibeamte fortgebildet.
  • Am Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen und auf dem in der Nähe liegenden Gut Rothensande wurden 1955 bis 1957 die Spielfilme der Immenhof-Filmreihe gedreht.
  • Des Weiteren ist es auch die Herkunft der fiktiven Lolle aus der Fernsehserie Berlin, Berlin.
  • Relikte des Kalten Kriegs waren Sprengschächte kurz hinter dem Ortsausgang Lütjenburger Straße. Diese wurden 2010 zurückgebaut.
  • Malente ist der Handlungsort des Romans Jesus liebt mich von David Safier.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Malente geboren:

  • Ralf Bruhn (* 1955), Musikproduzent, Sänger der „Küstenrebellen“, Teilnahme am Grand Prix der Volksmusik ZDF
  • Cay Horstmann (* 1959), Autor verschiedener Computer- und Programmierbücher und Entwickler des Horstmann indent style.
  • Carl Jacobsen (1910–1985), letzter Landrat des Kreises Rendsburg und erster Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde
  • Malente, DJ und Musikproduzent
  • Gerd Szepanski (1947–2012), Sportreporter
  • Herlich Marie Todsen-Reese (* 1952), Politikerin (CDU), von 1996 bis 2012 Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages
  • Johannes von Wicht (John von Wicht; 1888–1970), deutsch-US-amerikanischer Maler

Mit Malente verbunden:

EinzelnachweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Joachim Bartels: Chronik Malente-Gremsmühlen. Husum 2008. ISBN 3-89876-397-8
  • Hanns Zimmermann: Malente-Gremsmühlen in alten Ansichten. Zaltbommel, Europäische Bibliothek 1976.

WeblinksBearbeiten