Malchow (Mecklenburg)

Stadt in Mecklenburg-Vorpommern

Malchow ist eine Kleinstadt im Süden von Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Deutschland). Seit 2005 trägt sie den Titel Luftkurort und seit 2011 den offiziellen Namenszusatz „Inselstadt“. Sie ist außerdem Verwaltungssitz des Amtes Malchow, dem weitere acht Gemeinden angehören. Zudem bildet sie für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Malchow
Malchow (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Malchow hervorgehoben

Koordinaten: 53° 29′ N, 12° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Malchow
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 44,61 km2
Einwohner: 6569 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17213
Vorwahl: 039932
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 093
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alter Markt 1
17213 Malchow
Website: www.inselstadt-malchow.de
Bürgermeister: René Putzar
Lage der Stadt Malchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt am und im Malchower See in der Mecklenburgischen Seenplatte, nicht weit entfernt von der Müritz.

StadtgliederungBearbeiten

Malchow besteht aus folgenden Ortsteilen:[3]

  • Malchow
  • Biestorf
  • Laschendorf
  • Lenz-Nord
  • Stadtrandsiedlung
  • Thälmannsiedlung

GeschichteBearbeiten

12. Jahrhundert bis heuteBearbeiten

 
Malchow mit der Altstadtinsel
 
Malchow

Auf einer Insel im Malchower See erbaut, wurde Malchow 1147 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt am 14. März 1235 von Fürst Nikolaus I. von Werle das Schwerinsche Stadtrecht. Bereits im Jahre 955 soll Otto der Große hier eine entscheidende Schlacht gegen die Wenden geführt haben. 1298 wurde Alt-Malchow Standort des Nonnenklosters von Röbel.[4] Malchow wurde eine Landstadt in Mecklenburg und war bis 1918 als Teil der Städte des Mecklenburgischen Kreises auf Landtagen vertreten.

Nachdem die Häuser der Insel innerhalb von nur 30 Jahren zweimal abgebrannt waren, wurde die Stadt ab 1721 auf das Festland hin erweitert. Die Stadt war mit dem östlichen Ufer bis zu ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg mit einer Holzbrücke verbunden. Für die Wiederherstellung fehlte das Geld. Zwischen 1724 und 1846 gab es einen Fährdienst. Dieser wurde zwischen 1844 und 1846 durch einen Erddamm ersetzt.

Die Westseite war bis 1845 durch eine Holzbrücke mit dem Festland verbunden. Zwischen 1845 und 1863 wurde diese durch eine Hubbrücke ersetzt. 1863 errichteten die Einwohner eine hölzerne Drehbrücke. Dadurch besteht die heutige Stadt aus drei Teilen: der Insel, dem östlichen Teil der Stadt, geprägt durch eine Klosteranlage, dem Stift der adligen Damen (1572 bis 1923) und dem westlichen Teil. Hier liegt heute der größte Teil der Stadt, wobei die Mühlenstraße und die Kirchenstraße die ältesten Straßen auf dem Festland sind.

In der Zeit des Nationalsozialismus errichtete die Dynamit-AG Alfred Nobel & Co das Munitionswerk Malchow. 5.500 Personen – die Hälfte ausländische Zwangsarbeiter – produzierten Munition und vor allem Nitropenta.[5][6] Im Jahre 1943 wurde zudem ein Außenlager des KZ Ravensbrück gebaut. Hunderte Frauen, unter ihnen viele ungarische Jüdinnen, mussten unter grausamen Bedingungen arbeiten. Viele verloren ihr Leben. Auch beim Todesmarsch nach der Räumung des Lagers 1945 fanden viele den Tod. Die 375 aufgefundenen Toten wurden auf dem Lagergelände verscharrt. Erhalten und bewohnt ist die heutige Ernst-Thälmann-Siedlung, die für die leitenden Angestellten des Werks gebaut wurde.

In der Villa Gartenstraße 19 wurde im Mai 1945 die sowjetische Ortskommandantur eingerichtet. Zur Jahreswende 1945/1946 verhaftete die sowjetische Geheimpolizei NKWD über 30 Jugendliche (ab 13 und 14 Jahren), darunter drei Mädchen, wegen angeblicher antisowjetischer Tätigkeit und Zugehörigkeit zum Werwolf. Zwei nahmen sich aufgrund von Folterungen durch Selbsttötung das Leben, zwei wurden vor ihrer Verurteilung getötet, einer erschossen, zwei starben im Gefängnis in Waren.[7] Viele von ihnen kamen in das sowjetische Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen, fünf starben dort aufgrund der Lagerbedingungen. Die Überlebenden wurden zwischen 1950 und 1954 entlassen. In der Villa erinnert ein Gedenkstein mit einer Kupfertafel von Sieghard Dittner seit 1998 an die Geschehnisse.[8]

Zu DDR-Zeiten bestand im Ortsteil Lenz das Zentrale PionierferienlagerFritz Heckert“.

Von 1952 bis 1994 gehörte Malchow zum Kreis Waren (bis 1990 im DDR-Bezirk Neubrandenburg, dann im Land Mecklenburg-Vorpommern). 1994 wurde die Stadt in den Landkreis Müritz eingegliedert. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt sie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern mit der Altstadtinsel und der Klosterbereich im Rahmen der Städtebauförderung grundlegend saniert. Seit dem 20. April 2011 trägt Malchow die offizielle Bezeichnung „Inselstadt“. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern genehmigte diesen Namenszusatz aufgrund der in dem Land einzigartigen baulichen Insellage der historischen Altstadt.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1990 8166
1995 7856
2000 7492
2005 7155
2010 6793
Jahr Einwohner
2015 6582
2016 6556
2017 6619
2018 6627

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[10]

PolitikBearbeiten

StadtvertretungBearbeiten

 
Rathaus

Die Stadtvertretung von Malchow besteht aus 19 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Sie setzt sich seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wie folgt zusammen:[11]

Partei / Liste Sitze
CDU 3
Bündnis 90/Die Grünen 3
Die Linke 3
Bündnis für Malchow (BfM) 2
AfD 2
Offene Wählerliste Malchow (OWM) 2
FDP 2
SPD 1
Gemeinschaft aktiver Malchower*innen (GaM) 1

BürgermeisterBearbeiten

  • 1992–2015: Joachim Stein (Bündnis 90/Die Grünen)[12]
  • seit 2015: René Putzar (parteilos)

Putzar wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 10. Mai 2015 mit 50,6 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[13]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau eine goldene Mauer mit zwei Türmen mit bogenförmigen Stützen, Zinnenkränzen, Spitzdächern und Knäufen; zwischen den Türmen oben ein goldenes Herz, darunter ein abgerissener silberner Vogelkopf, der im Schnabel einen goldenen Ring mit silbernem Stein hält.“[14]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt, 1884 durch Carl Teske gezeichnet und unter der Nr. 76 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das Wappen ist nach dem Siegelbild des S(IGILLVM) CIVITATIS MALCHOV - als Abdruck erstmals 1366 überliefert - gestaltet und im April 1858 in der jetzigen Form festgelegt worden. Bis 1994 führte die Stadt allerdings folgendes Wappen: In Silber eine rote Mauer mit bogenförmigen Stützen, Zinnenkränzen, Spitzdächern und Knäufen, zwischen den Türmen oben ein rotes Herz, unten ein silberner Vogelkopf, der den Schnabel durch einen Ring steckt. In dem wiederhergestellten Wappen versinnbildlicht die Mauer mit den Türmen eine befestigte Stadt. Dagegen ist die Bedeutung der Symbole zwischen den Türmen unklar. Das Herz kann wohl nicht mit dem Kloster in Verbindung gebracht werden, da dieses zur Zeit des ersten Siegels gar nicht im Stadtbereich lag.
Historisches Wappen
Blasonierung: „In von Rot und Grün gespaltenem Schild ein goldener Eber.“[14]

Das Wappen wurde von dem Berliner Prof. Hans Herbert Schweitzer gestaltet. Es wurde am 2. Januar 1941 durch den Reichsstatthalter in Mecklenburg verliehen.

Wappenbegründung: Das Wappen verlor schon bald nach dem Ende des II. Weltkrieges seine Gültigkeit.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge wurde am 17. August 1995 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge besteht aus blauem Tuch. Es ist in der Mitte mit dem gelb umsäumten Stadtwappen belegt, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuches verhält sich zur Höhe wie 5:3.[15]

DienstsiegelBearbeiten

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der Umschrift „INSELSTADT MALCHOW“.[15]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Stadtkirche
 
Drehbrücke Malchow
  • Klosterkirche des Klosters Malchow, bestand als Feldsteinkirche nachweislich ab 1235. Von 1844 bis 1846 wurde zunächst ein 52 m hoher Backsteinturm angefügt, aus optischen Gründen wurde danach von 1847 bis 1849 auch das Kirchenschiff nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels erneuert. Nach einem Brand 1888 wurde die Kirche bis 1890 nach Entwürfen von Georg Daniel im Stil der Neogotik wieder aufgebaut und dient heute als Ausstellungsraum des Orgelmuseums sowie als Ort für Konzerte und Trauungen.
  • Stadtkirche, von 1870 bis 1873 in Form einer Kreuzkirche erbaut. Für ihren Bau soll sich der Pastor Ferdinand Stolzenburg (1811 bis 1887) gegen den Widerstand des Bürgermeisters und des Magistrats und mit Unterstützung des Großherzogs erfolgreich eingesetzt haben. Eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus Stolzenburgs, gegenüber dem Rathaus gelegen, weist darauf hin. Der neugotische Backsteinbau der Kirche verfügt über einen quadratischen Westturm. Im Inneren der Kirche, das von einem Holztonnengewölbe überspannt wird, herrscht bauzeitliche Ausstattung vor. Sehenswert sind der Altaraufsatz sowie eine Vielzahl von Figuren.
  • Stadtmühle, etwa 130 Jahre alt
  • Drehbrücke Malchow, 1863 erbaut, von jährlich etwa 18.000 Booten passiert, verbindet die Altstadtinsel mit der Neustadt. Sie quert die Müritz-Elde-Wasserstraße zwischen Müritz und Elbe. 1980 war sie defekt und konnte nicht mehr geöffnet werden. 1991 wurde eine neue Brücke in Betrieb genommen. Nach einer Untersuchung am Bauwerk wurde 2012 entschieden, eine neue Pylonen-Dreh-Brücke zu bauen, die 2013 in Betrieb genommen wurde.
  • Burgwall im Ortsteil Laschendorf, Reste einer slawischen Niederungsburg aus dem 10./11. Jahrhundert

GeschichtsdenkmaleBearbeiten

  • Jüdischer Friedhof, Alt Schweriner Weg 1
  • Denkmal 1870/71 (geweiht 1876) an der Stadtkirche (in schlechtem Zustand)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) an der Stadtkirche (Figur eines sterbenden Kriegers von Bildhauer Wilhelm Wandschneider 1945 entfernt und später eingeschmolzen)
  • Denkmal 1914/18 Kloster Malchow (Adler nach 1945 entfernt)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) des Turnvereins
  • Gedenkstätte An der Lagerstraße für 375 KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter(innen), die Opfer des Faschismus wurden
  • Denkmal 1939/45 für die Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Stadtfriedhof
  • Denkmal gefallener sowjetischer Soldaten (errichtet 1945) an der Rostocker Straße
  • Gedenkstätte auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Teterower Straße
  • Gedenktafel für Jugendliche, die nach Kriegsende 1945 als angebliche Angehörige der Werwolf-Organisation verschleppt und teilweise ermordet wurden (1998 angebracht)

KulturBearbeiten

 
Mecklenburgisches Orgelmuseum
 
DDR-Museum
 
Sommerrodelbahn, links hinten der Affenwald
  • Mecklenburgisches Orgelmuseum (1997 gegründet) in der ehemaligen Klosterkirche. Hier werden Instrumente aus Mecklenburg aufbewahrt und die zweitausendjährige Geschichte des Orgelbaus unter besonderer Berücksichtigung der romantischen Orgeln Mecklenburgs gezeigt und beschrieben. Der Besucher hat die Möglichkeit, Orgel zu spielen und an bestimmten Tagen Konzerte in der Kirche mit mehreren Orgeln zu erleben. Die angeschlossene orgelwissenschaftliche Bibliothek ist in einem benachbarten Gebäude untergebracht.
  • DDR-Museum in einem ehemaligen Kino von 1956 mit Ausstellungsstücken aus dem Alltagsleben der Bürger. Dies reicht von Utensilien der Hochzeit, der Jugendweihe und der FDJ bis zur Geschichte der Rundfunktechnik.[16]
  • Stadt- und Heimatmuseum (Kloster 47) mit Gegenständen, teilweise auch zum Ausprobieren, die einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Bevölkerung des Landstrichs geben. Eine komplette Druckerei, eine Schulstube von 1930, eine Schusterwerkstatt und eine Küche aus den 1920er Jahren sind sehenswert.
  • Sammlung zur Radtechnik in der Rostocker Straße 42. Hier kann man sowohl Kuriositäten aus der DDR-Motorrad-Geschichte als auch Fahrräder aus den 1920er Jahren besichtigen (zurzeit geschlossen).
  • Kino Malchow[17], Programmkino als Teil und örtliche Vertretung des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern. Neben dem regelmäßigen Programm finden auch Sonderveranstaltungen, auch für Kindergärten und Schulen, statt. Das Kino hat 165 Sitze und wird seit 2003 von der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt betrieben.
  • Affenwald Malchow im Nordwesten des Stadtgebietes – im Winkel zwischen der Autobahn A 19 und einer Landstraße – 2000 eröffnet. Dort können Besucher in einem 3,5 Hektar großen, begehbaren Naturgehege zahlreichen Berberaffen begegnen. Zudem werden auch Ouessantschafe gehalten. Zum Unternehmen gehört darüber hinaus eine direkt benachbarte Sommerrodelbahn, die knapp 490 Meter lang ist und den Höhenunterschied einer ehemaligen Mülldeponie ausnutzt.
  • Malchower Volksfest am ersten Juli-Wochenende jeden Jahres, seit 1853 gefeiert und damit das älteste Heimatfest in Mecklenburg-Vorpommern. Zu den Höhepunkten des Fests zählen Spielmanns- und Fanfarenzüge mit Blasorchestern, ein Korso auf dem Malchower See mit geschmückten und beleuchteten Booten und ein Höhenfeuerwerk zu klassischer Musik. Das Malchower Volksfest gehört seit 2014 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO in Deutschland.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Malchower See und ehemalige Weberei

Malchow ist einer der touristischen Hauptorte der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Informationsbüro für Touristen befindet sich im ältesten Haus der Stadt in der Kirchenstraße.

Aufgrund der mittigen Lage am Wasser entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Tuchmacherei und Färberei im Ort. Zeitweise wurde Malchow daher als das Manchester Mecklenburgs bezeichnet. Dieser Industriezweig ist jedoch verschwunden.

VerkehrBearbeiten

Malchow liegt an der Bundesstraße 192 zwischen Goldberg und Waren (Müritz). Westlich der Stadt verläuft die Bundesautobahn A 19 (Berlin–Rostock), die über die Anschlussstellen Malchow und Waren/Müritz zu erreichen ist.

Der Haltepunkt Inselstadt Malchow befindet sich an der Bahnstrecke Malchow–Waren (Müritz) in direkter Nähe zum Stadtzentrum. Von dort verkehren Züge der Regionalbahnlinie RB 15 nach Waren (Müritz) mit direktem Anschluss in Richtung Rostock und Berlin. Bis April 2015 bestand außerdem eine Zugverbindung in Richtung Parchim. Sie wurde eingestellt und durch eine nicht durchgängig verkehrende Buslinie ersetzt.

BildungBearbeiten

  • Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“, Kirchenstraße 23
  • Fleesenseeschule (Verbundene Regionale Schule und Gymnasium), Schulstraße 3
  • Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern, Strandstraße 12

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Malchow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Malchow (Mecklenburg) – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. § 15 der Hauptsatzung der Inselstadt Malchow
  4. G. C. F. Lisch: Urgeschichte des Ortes Malchow. Schwerin 1867 (Volltext).
  5. Munitionswerk Malchow (geschichtsspuren.de)
  6. Munitionsfabrik Malchow (blauermel.de)
  7. Benno Prieß: Erschossen im Morgengrauen. Eigenverlag. Mitherausgeber: Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Calw 2002. ISBN 3-926802-36-7. S. 208–214
  8. Orte des Erinnerns, Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. hrsg. v. A. Kaminsky, Bonn 2007, S. 255 f.
  9. Pressemeldung Nr. 62 des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern (PDF; 73 kB)
  10. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  11. Ergebnis der Wahl zur Stadtvertretung am 26. Mai 2019
  12. Wollen Sie in Malchow bleiben, Herr Stein? In: Nordkurier, 10. Oktober 2014.
  13. FDP-Kandidat Putzar gewinnt Bürgermeisterwahl in Malchow. In: Die Welt, 10. Mai 2015.
  14. a b Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 316–318.
  15. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  16. https://www.malchow.m-vp.de/ddr-museum/
  17. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wobau-malchow.de
  18. Das Goldene Band der Sportpresse 2004 für Katrin Rutschow-Stomporowski. auf germanroadraces.de