Hauptmenü öffnen

Mainz-Lerchenberg

Ortsbezirk der Landeshauptstadt Mainz

Mainz-Lerchenberg ist ein 1964 neu entstandener Ortsbezirk der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Er ging aus der „Jubiläumssiedlung“ hervor, die zur Mainzer Zweitausendjahrfeier im Jahr 1962 gegründet worden war. Dadurch wurde das seit Kriegsende drückende Wohnraumproblem von Mainz gerade für junge Familien deutlich gemildert. Im Jahr 2018 hatte der Stadtteil rund 6300 Einwohner. Weit über die Stadtgrenzen von Mainz hinaus ist Mainz-Lerchenberg durch das Sendezentrum des Zweiten Deutschen Fernsehens bekannt.

Wappen von Lerchenberg
Wappen von Mainz
Lerchenberg
Ortsbezirk von Mainz
Lage von Lerchenberg in Mainz
Koordinaten 49° 57′ 30″ N, 8° 11′ 35″ OKoordinaten: 49° 57′ 30″ N, 8° 11′ 35″ O.
Höhe 228 m ü. NHN
Fläche 2,411 km²
Einwohner 6359 (30. Jun. 2019)
Bevölkerungsdichte 2637 Einwohner/km²
Ausländeranteil 18,7 % (30. Jun. 2019)
Eingemeindung 16. Apr. 1964
Postleitzahl 55127
Vorwahl 06131
Adresse der
Verwaltung
Hebbelstraße 2
55127 Mainz
Website www.mainz.de
Politik
Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
2
1
5
4
1


CDU SPD Grüne ÖDP FDP
4 5 2 1 1
Verkehrsanbindung
Straßenbahn MM-Linie 51, 53
Bus MM-Linie 54, 71, 91, MM- & ORN-Gemeinschaftslinie 75, ORN-Linie 650
Ortsbeiratswahl 2019
Wahlbeteiligung: 56,8 %
 %
40
30
20
10
0
39,6 %
27,0 %
18,8 %
7,5 %
7,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,2 %p
-5,8 %p
+8,1 %p
-0,8 %p
+1,7 %p

Geographische LageBearbeiten

 
Blick auf Mainz-Lerchenberg vom ZDF

Lerchenberg liegt auf einer Anhöhe oberhalb der „Draiser Senke“ etwa sechs Kilometer südwestlich des Zentrums von Mainz. Zu Rheinhessen hin wird der Stadtteil vom Ober-Olmer Wald begrenzt. Ansonsten ist er von Feldern und Wiesen umgeben.

Nachbarstadtteile und -gemeindenBearbeiten

Folgende Gemeinden bzw. Mainzer Stadtteile grenzen im Uhrzeigersinn an Lerchenberg:

im Norden Mainz-Drais, im Nordosten Mainz-Bretzenheim, im Osten Mainz-Marienborn und im Süden und Westen Ober-Olm.

GeschichteBearbeiten

Am 25. Mai 1961 beschloss der Mainzer Stadtrat, anlässlich der Zweitausendjahrfeier der Stadt Mainz eine „Jubiläumssiedlung“ zu gründen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bestand in Mainz nach wie vor Wohnungsknappheit, die durch diesen neuen Stadtteil mit gelindert werden sollte. Im Jubiläumsjahr 1962 schenkte das Land Rheinland-Pfalz unter Ministerpräsident Peter Altmeier der Stadt Mainz mit 62 Hektar Land einen Teil des dazu erforderlichen Geländes, den die Stadt Mainz auf 154 Hektar erweitern konnte.

Am 16. April 1964 beschloss der Stadtrat, die Jubiläumssiedlung, die nach einem Ideenwettbewerb unter der Mainzer Bevölkerung zuvor auf den Namen „Mainz-Lerchenberg“ getauft worden war, offiziell einzugemeinden. Durch die relativ hohen Erschließungskosten von rund 25 Millionen D-Mark verzögerten sich die Arbeiten am neuen Mainzer Stadtteil. Für die Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser wurde Fernwärme obligatorisch vorgesehen. Im September 1967 bezogen die ersten Bewohner ihre Eigenheime, zwei Jahre später bewohnten bereits 2900 Menschen den Lerchenberg. Städtebaulich wurden Bungalows im Norden, dem Malerviertel, Reihenhäuser im Süden, dem Schriftsteller- und Musikerviertel, sowie Hochhäuser im Zentrum vorgesehen. Knapp zwanzig Jahre später lag die Einwohnerzahl bei etwas über 6000 Personen.

Nachdem im ZDF-Staatsvertrag Mainz als Standort des Senders festgelegt worden war, suchte die Stadtverwaltung zusammen mit dem ZDF nach einem geeigneten Grundstück. Am 25. Juni 1964 kaufte das ZDF von der Stadt ein Areal in unmittelbarer Nähe des neuen Stadtteils Lerchenberg. 1966 begannen dort die ersten Bauarbeiten für das zukünftige Sendezentrum. Zuerst wurden in einem ersten Bauabschnitt Gebäude für den Kraftfahrzeug- und Übertragungswagenbetrieb errichtet, 1971 erfolgte die Grundsteinlegung für das weithin sichtbare Redaktions- und Verwaltungsgebäude, das 1974 als zweiter Bauabschnitt eingeweiht wurde. Im September 1977 begannen die Erdarbeiten für den dritten Bauabschnitt des eigentlichen Sendebetriebsgebäudes, einem von der Planungsgruppe Stieldorf entworfenen Rundbau mit einem Durchmesser von bis zu 166 Metern, der 1984 bezogen wurde. Inzwischen komplettieren weitere Gebäude das ZDF-Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg.

WappenBearbeiten

 
Das Wappen

Das Wappen von Mainz-Lerchenberg wurde auf der Grundlage eines von der CDU-Ortsbeiratsfraktion 1978 für die Lerchenberger Bevölkerung ausgeschriebenen Wettbewerbs eingeführt. Es ist viergeteilt. In der heraldisch rechten oberen Ecke befindet sich ein silbernes Rad auf rotem Grund in Anlehnung an das Mainzer Stadtwappen, links oben und rechts unten jeweils ein skizzierter schwarzer Vogel (Lerche) im Flug von vorne auf silbernem Grund, sowie links unten das erste ZDF-Senderlogo – eine römische Zwei mit zwei stilisierten Augen – in Silber auf blauem Grund. Letzteres soll die außerordentliche Verbundenheit des Stadtteils zum ZDF symbolisieren.

PolitikBearbeiten

Der Ortsbeirat von Mainz-Lerchenberg besteht nach der Kommunalwahl 2019 aus 13 Mitgliedern aus insgesamt fünf Parteien. Stärkste Fraktion ist die SPD mit derzeit fünf Sitzen, gefolgt von der CDU mit vier Sitzen.[1]

Ortsvorsteherin ist seit September 2013 Sissi Westrich (SPD).[2][3]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Deutschlandsitz des Pharmakonzerns Novo Nordisk befindet sich auf dem Mainzer Lerchenberg.[4]

Daneben gibt es ein Einkaufszentrum[5] und ein Bürgerhaus aus der Gründungszeit des Stadtteils, dessen Sanierung Ende 2016 bekanntgegeben wurde.[6]

VerkehrBearbeiten

Der Stadtteil hat eine Anschlussstelle Mainz-Lerchenberg an der A 60, die hier Teil des Mainzer Autobahnrings ist.

2016 wurde eine neue Straßenbahn-Strecke vom Hauptbahnhof mit Endpunkt Lerchenberg Hindemithstraße eingeweiht, die so genannte „Mainzelbahn“. Die neue Strecke wird von den Linien 51 aus Finthen kommend und 53 aus Hechtsheim kommend befahren. Sie wurde zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 eröffnet.[7] Der Mainzer Hauptbahnhof ist mit den neuen Straßenbahnlinien in ca. 20 Minuten erreichbar.

Daneben wird Mainz-Lerchenberg von mehreren Buslinien der Mainer Mobilität und der ORN bedient, durch die Verbindungen ins übrige Stadtgebiet sowie umliegende Gemeinden bestehen.

MedienBearbeiten

Der Lerchenberg wird auch „Medienberg“ genannt, da sich hier nicht nur das ZDF-Sendezentrum befindet, sondern auch 3sat und die Deutschlandzentrale von Arte hier ihren Sitz haben. Das ZDF Werbefernsehen sowie ZDF Enterprises haben ebenfalls ihren Sitz auf dem Lerchenberg. Von September 1991 bis zum Umzug nach Berlin und München im Sommer 2001 lag hier auch das Sendezentrum von Sat.1. Ebenfalls hat der Zeitungsverlag VRM dort ihren Hauptsitz. Weiter sind der Übertragungswagendienstleister TV-Skyline sowie das Media Service Center mit diversen Produktionsfirmen auf dem Lerchenberg angesiedelt.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

SportBearbeiten

Der SC Lerchenberg bietet in zwölf Sparten verschiedene Sportangebote vor Ort an.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Claus Wolff: Die Mainzer Stadtteile. Emons-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89705-361-6.
  • Friedrich Schütz: 30 Jahre Mainz-Lerchenberg. Zur Geschichte einer Jubiläumssiedlung. Der Verleger Verlagsgesellschaft, Mainz 2000, ISBN 3-88193-019-1.
  • Chronik Mainz-Lerchenberg. Vom Antrag zur Errichtung einer Jubiläumssiedlung anlässlich der Zweitausendjahrfeier der Stadt Mainz bis zum Jahr 2005. 4 Bände.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortsbeiratswahlen 2019 - vorläufige amtliche Ergebnisse. Webseite der Stadt Mainz, abgerufen am 21. Juli 2019.
  2. Ortsvorsteher-Wahl in Mainz-Lerchenberg: Sissi Westrich hat gewonnen. Allgemeine Zeitung Mainz, 22. September 2013.
  3. Kommunalwahl 2019: Mainzer Ortsvorsteher und Ortsbeiräte. Allgemeine Zeitung Mainz, 27. Mai 2019.
  4. Novo Nordisk Deutschland.
  5. Einkaufszentrum Lerchenberg. mainz-lerchenberg.de, 16. August 2014.
  6. Bürgerhaus Lerchenberg wird innen rundum erneuert. Allgemeine Zeitung Mainz, 30. Dezember 2016.
  7. Michael Bermeitinger: Einmal Lerchenberg und zurück – mehr als 10.000 Menschen fahren Mainzelbahn. Allgemeine Zeitung Mainz.
  8. sc-lerchenberg.de