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Mainz-Drais

Ortsbezirk der Landeshauptstadt Mainz

Drais ist ein Ortsbezirk der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.

Wappen von Drais
Wappen von Mainz
Drais
Ortsbezirk von Mainz
Lage von Drais in Mainz
Koordinaten 49° 58′ 30″ N, 8° 11′ 30″ OKoordinaten: 49° 58′ 30″ N, 8° 11′ 30″ O.
Fläche 3,078 km²
Einwohner 3153 (30. Jun. 2018)
Bevölkerungsdichte 1024 Einwohner/km²
Ausländeranteil 6,9 % (30. Jun. 2018)
Eingemeindung 7. Jun. 1969
Postleitzahl 55127
Vorwahl 06131
Adresse der
Verwaltung
Daniel-Brendel-Straße 11
55127 Mainz
Website www.mainz.de
Politik
Ortsvorsteher Norbert Solbach (CDU)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
CDU SPD Grüne FDP
6 3 3 1
Verkehrsanbindung
Bus MVG Mainz Linie 54, 55, 71, 91

Er ist mit rund 3100 Einwohnern und 308 Hektar Ortsfläche der kleinste Ortsbezirk der Stadt. Drais wurde 1969 zusammen mit fünf weiteren Vororten als neuer Stadtteil eingemeindet. Drais liegt auf einer Anhöhe über Mainz und befindet sich im südwestlichen Stadtgebiet. Drais ist vor allem von Obst- und Gemüseanbau (Kirschen, Spargel, Erdbeeren) geprägt. Aufgrund seiner Weitsichtlagen ist Drais als Wohnort beliebt.

Inhaltsverzeichnis

Nachbarstadtteile und -gemeindenBearbeiten

Folgende Gemeinden bzw. Mainzer Stadtteile grenzen im Uhrzeigersinn an Drais:

im Norden Mainz-Gonsenheim, im Osten Mainz-Bretzenheim, im Südosten Mainz-Lerchenberg, im Südwesten Ober-Olm und im Westen Mainz-Finthen.

GeschichteBearbeiten

Die frühesten Siedlungsspuren gehen bis zur Hallstattzeit (850–450 v. Chr.) zurück. Zu einer kontinuierlichen Besiedlung kam es aber erst um das Jahr 1000 nach Rodungen im Bereich des damaligen Königsforstes, des heutigen Ober-Olmer Waldes. Der Ort wurde unter König Konrad III. am 24. August 1149 erstmals urkundlich als Treise erwähnt. Drais gehörte im Mittelalter zum kurmainzischen Amt Olm. Nach der Zugehörigkeit zu Frankreich und dem Département du Mont-Tonnerre von 1797 bis 1814 wurde Drais dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugeordnet und gehörte dort ab 1835 zum Kreis Mainz. Am 7. Juni 1969 endete die Geschichte von Drais als eigenständigem Dorf mit der Eingemeindung in die Stadt Mainz.[1]

Die Erschließung der verschiedenen Neubaugebiete sorgt heute für zunehmende Bevölkerungszahlen und ändert den Charakter des Ortsteils von einem überwiegend bäuerlich geprägten Dorf zu einem Wohnvorort. Bis auf wenige Geschäfte zur Nahversorgung mit Lebensmitteln und ähnlichem verfügt der Ortsteil über nur wenige Gewerbeansiedlungen.

Wappen und NamensentwicklungBearbeiten

Der Ortsname Drais leitet sich wahrscheinlich von dem gotischen driusan, dem Begriff für „sprudelnde Quellen“ ab. Auch die Ableitung von Driesch, dem althochdeutschen Begriff für „unbebautes Land“ ist gelegentlich zu finden.

Im zweigeteilten Ortswappen ist oben der goldene Petrus-Schlüssel auf blauem Hintergrund zu sehen. Der untere Wappenteil zeigt eine rote gezackte Linie auf gelbem Untergrund.

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

  • 1800: 0113 Einwohner
  • 1834: 0268 Einwohner
  • 2004: 3.184 Einwohner
  • 2007: 3.165 Einwohner
  • 2016: 3.143 Einwohner
 
Drais vom Lerchenberg aus gesehen

Ortspolitische VerhältnisseBearbeiten

Ortsbeiratswahl 2019
Wahlbeteiligung: 66,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,8 %
24,2 %
23,5 %
7,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,3 %p
-3,1 %p
+6,6 %p
-1,3 %p
 
Das Rathaus in Drais

Politisch ist der Ortsteil traditionell eine CDU-Hochburg. Der Ortsvorsteher von Drais heißt Norbert Solbach (CDU) und ist Mitglied des Stadtrats. Sein erster Stellvertreter ist Horst Schollmeyer-Schüler, ebenfalls Mitglied der CDU-Fraktion. Obwohl die CDU bei der Kommunalwahl 1999, die von den Auseinandersetzungen um den Bau eines Medienparks durch das ZDF gekennzeichnet war, keine absolute Mehrheit mehr erringen konnte, hat sie 2004 diese auf Kosten eines der beiden FDP-Sitze erlangt. Die Grünen konnten ihren damals erstmals erlangten zweiten Sitz jedoch behalten und 2019 einen dritten Sitz dazugewinnen. Die SPD verfügt ebenfalls über drei Sitze.

Seit den Wahlen zum Ortsbeirat 2019 sind folgende Parteien im Ortsbeirat vertreten:

SehenswertesBearbeiten

 
Der ehemalige Klosterhof der Propstei Hirzenach
 
Katholische Kirche „Maria Königin“

JesuitenhofBearbeiten

Der ehemalige Klosterhof der Propstei Hirzenach in Drais ging 1670 in den Besitz des Jesuitenordens über, die sich in Drais niederließen. Nach Auflösung des Ordens 1773 ging das Gebäude aus der Barockzeit in der Seminarstraße in Privathände über und beherbergt seit dem 14. Januar 2002 im Erdgeschoss das stationäre Christophorus-Hospiz.

Katholische Kirche „Maria Königin“Bearbeiten

1737 wurde mit Unterstützung des Jesuitenordens die Kirche neu erbaut, da der Vorgängerbau seit dem Dreißigjährigen Krieg nur noch bedingt nutzbar war. Die Kirche weist einen Barockaltar mit einem Holzrelief von 1740 auf. An der Nordwand unterhalb der Empore ist ein sogenanntes "Pesttuch" von 1632 angebrachte, das im Zusammenhang mit der verheerenden Epidemie zwischen 1632 und 1635 stehen dürfte. Auf diesem Seidentuch ist mit Goldfäden ein Totenkopf mit gekreuzten Gebeinen gestickt. Die lateinische Inschrift lautet: VIVIT POST FUNERA VIRTUS (Es lebt nach dem Tode die Tugend).[2]

Die Orgel auf der Westempore wurde 1873 von dem Orgelbauer Johann Schlaad (Waldlaubersheim) erbaut. Das Instrument wurde zuletzt im Jahre 1987 durch die Orgelbaufirma Vleugels (Hardheim) restauriert, die auch zwischenzeitliche Veränderungen rückgängig machte und die Orgel in den ursprünglichen klanglichen Zustand zurücksetze. Das Pfeifenmaterial ist – mit Ausnahme des rekonstruierten Salicional – original erhalten. Das Schleifladen-Instrument hat 9 Register auf einem Manualwerk (C-f3: Bourdon 16', Principal 8', Grossgedackt 8', Salicional 8', Octave 4', Flötgedackt 4', Superoctave 2', Mixtur III 11/3') und Pedal (C-g0: Subbass 16') und verfügt über eine Pedalkoppel.[3]

G i M M – Galerie im Medienhaus MainzBearbeiten

Die Galerie zeigt überwiegend zeitgenössische Kunst und stellt vor allem Künstler mit Bezug zur Stadt Mainz aus.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Unternehmen in DraisBearbeiten

Im Mainzer Stadtteil gibt es einige mittelständische und kleine Unternehmen.

VerkehrBearbeiten

Drais ist durch mehrere Buslinien der MVG an die restliche Stadt angebunden. Der Mainzer Hauptbahnhof ist in circa 15 Minuten, das Stadtzentrum je nach Linie in 20–25 Minuten erreichbar.

Über die Autobahn-Anschlussstelle Mainz-Finthen ist in wenigen Minuten die Bundesautobahn 60 in Richtung Bingen bzw. Kreuz Mainz-Süd (und von dort weiter Richtung Frankfurt am Main) erreichbar.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 170 (PDF; 2,8 MB).
  2. http://www.bistummainz.de/pfarreien/dekanat-mainz-stadt/pgld/drais/index.html
  3. Nähere Informationen zur Orgel auf der Website der Kirchengemeinde