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Reichsstadt Schweinfurt 1648, Matthäus Merian, Frankfurt a. M.
Links die Maininsel Bleichrasen und ganz rechts die Böckleinsinsel

Von seinen insgesamt 527 Kilometern Gesamtlänge fließt der Main auf rund 8 km, etwa zwischen Strom-km 336 und 328 durch Schweinfurt. Im Stadtgebiet liegen drei Maininseln und ein Teil einer Halbinsel.

Maininsel BleichrasenBearbeiten

GeographieBearbeiten

 
Maininsel Bleichrasen mit dem Konferenzzentrum Maininsel (KMI)

Die Maininsel Bleichrasen (6,93 ha; Main-km 331,76–332,65) wird als größte der drei Schweinfurter Maininseln auch nur Maininsel genannt und bis in die Nachkriegszeit wurde sie auch als Bleichrasen bezeichnet.

Die Insel liegt auf Höhe der nordmainischen Schweinfurter Altstadt, zwischen dem nördlich gelegenen Schleusenkanal der Mainschleuse Schweinfurt und dem südlich gelegenen Saumain. Westlich (mainabwärts) der Insel schließt sich eine 360 m lange Mole an, die den unteren Schleusenvorhafen vom Saumain abtrennt. Dies ist ein nicht schiffbarer, sehr naturnaher Nebenarm des Mains mit niedrigerem Wasserspiegel, der identisch mit dem Naturschutzgebiet Saumain in der Stadt Schweinfurt; (siehe: Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Schweinfurt). In ihm befinden sich eine Stromschnelle und zahlreiche kleinere Inseln.

Der westliche Teil der Insel, auf Höhe der Mainschleuse Schweinfurt, ist im Besitz der Bundesbehörde Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt. Hier wurden in den 1960er Jahren auch Reihenhäuser für Schleusenwärter errichtet. Am oberen Schleusenvorhafen ist an der Insel eine Anlegestelle für die bis 130 m langen Fluss-Kreuzfahrtschiffe.

GeschichteBearbeiten

 
Reichsstadt Schweinfurt 1648,
Matthäus Merian, Frankfurt a. M.
Unten links die Maininsel Bleichrasen
und rechts die Böckleinsinsel

In historischer Zeit war die Insel eine unbesiedelte, südlich der Stadt vorgelagerte militärische Zone. Im 17. Jahrhundert wurde sie mit Schanzen zum südmainischen Brückenkopf ausgebaut. Bis in die Nachkriegsjahrzehnte war die Insel völlig anders als heute strukturiert. Den größten Teil nahmen der Neubau des Städtischen Schlachthofs aus den 1950er Jahren ein, der aufgelöst wurde und der Volksfestplatz, der 1958 neben das Willy-Sachs-Stadion verlegt wurde. Danach fristete die Insel trotz der bevorzugten Lage nur noch ein Schattendasein, bis unter der Ägide der früheren Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser 2004 das Konferenzzentrum Maininsel (KMI) mit einem größeren Vier-Sterne-Hotel neben älteren Wohnhäusern eröffnet wurden. Altenheime und weitere Wohnhäuser im Luxussegment folgten und die Stadtbuslinie 81 fuhr schließlich über die Insel. So wurde die Insel seit der Gründung der Reichsstadt erst im 21. Jahrhundert ein fester Bestandteil der Stadt. Ein zweites Hotel, mit der höheren Kategorie Vier-Sterne-Plus ist von der Stadt auf der Insel erwünscht, wegen der Ausbuchung der Schweinfurter Hotels während Konferenzen, aber es fand sich bisher kein Investor.

Die Anfahrt zur Insel führt über die Marienbrücke und zuvor aus Richtung Altstadt über die Maxbrücke bzw. aus südlicher Gegenrichtung über die Ludwigsbrücke.

BöckleinsinselBearbeiten

   
Blick über den Mainhauptarm auf die Böckleinsinsel, mit Getreidemühle und Hochsilos, im Winter …
… und im Sommer

Die Böckleinsinsel (2,70 ha; Main-km 332,63–332,96) wurde im Volksmund früher auch Pfaueninsel genannt und liegt unmittelbar östlich der Maininsel Bleichrasen, auf Höhe des nordmainischen Altstadtquartiers Zürch, wo auch der Marienbach in den Main mündet. Die Insel liegt zwischen dem nördlich gelegenen Hauptarm des Mains und dem südlichen Nebenarm Saumain, mit dem Naturschutzgebiet Saumain in der Stadt Schweinfurt; (siehe: Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Schweinfurt).

Die Insel ist nur von der Maininsel Bleichrasen über eine weitere kleine Brücke erreichbar. Somit kann man die Böckleinsinsel nur über insgesamt drei Brücken erreichen. Neben der Brücke steht der heute noch in Betrieb befindliche Prototyp des ersten Walzenwehrs der Welt von MAN (1903).[1] Die Böckleinsinsel ist seit 1806 im Familienbesitz und für Unbefugte nicht zugänglich. Auf der Insel befinden sich ein Wäldchen und eine Getreidemühle (Cramermühle), mit Hochsilos für die EG-Vorratshaltung der Bundesanstalt für landwirtschaftliche Grundversorgung (BALG) und eine Lände als Umschlagsstelle der Mühle. Im Mühlenkanal wurde eine Wildwasseranlage für Kanus eingerichtet. [1]

SchleuseninselBearbeiten

 
Schleuseninsel, Blick nach Westen: links Schleusenkanal, rechts Hauptarm des Mains, hinten mit Staustufe

Die Schleuseninsel (4,37 ha; Main-km 331,48–332,55) liegt zwischen dem nördlichen Hauptarm des Mains und dem südlichen Schleusenkanal. Nach geografischer Definition handelt es sich um keine Insel, da sie künstlich entstand und von der einst größeren Maininsel Bleichrasen durch den Bau des Schleusenkanals abgetrennt wurde. Zur Unterscheidung wird sie aber allgemein als Schleuseninsel bezeichnet. Die Insel ist vollständig im Besitz des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt, nicht öffentlich befahrbar und für Unbefugte nicht zugänglich. Auf ihr befindet sich das Laufwasserkraftwerk Schweinfurt und über sie läuft eine Freihaltetrasse für eine zweite Schleuse, nördlich der bestehenden Schleuse, um diese bei Bedarf zur Doppelschleuse ausbauen zu können. Zudem lief quer über die Insel, wie auch über das westliche Ende der Maininsel Bleichrasen, eine Freihaltetrasse für eine weitere Mainbrücke (siehe: Mainbrücken in Schweinfurt, Aufgegebenes Projekt Vierte Mainbrücke). Auf dem östlichen Ende der Insel steht die Monumentalskulptur Anker.

DenkmälerBearbeiten

Im Bereich um die Maininseln befinden sich mehrere Industriedenkmäler;siehe: Denkmäler und Brunnen in Schweinfurt.

HalbinselBearbeiten

 
Blick von der Peterstirn auf die Bootshäfen der Halbinsel, rechts die Cramermühle auf der Böckleinsinsel

Eine namenlose Halbinsel (ca. 0,9 km²; Main-km 332,33–ca. 334,25) schließt sich östlich an die drei Maininseln an. Sie gehört nur etwa zu einem Drittel zum Gebiet der nördlich von ihr gelegenen Stadt Schweinfurt. Der größere Teil gehört zur südmainischen Gemeinde Sennfeld. Die Halbinsel wird öffentlich kaum wahrgenommen, obwohl sie mit Ausnahme eines ca. 120 m schmalen Streifens am östlichen Ende vollständig von Gewässern umschlossen ist: vom Hauptarm des Mains im Norden, vom Saumain im Nordwesten und vom Sennfelder Seenkranz mit seinen Verbindungsbächen im Süden und Osten.

Der zu Schweinfurt gehörende Bereich wird nahezu vollständig von den Wehranlagen (Stadtpark) eingenommen (siehe: Schweinfurt#Wehranlagen (Stadtpark)). Die Halbinsel ist durch einen Staudamm, den sogenannten Elefantenbuckel, mit der Böckleinsinsel verbunden. Im Westen liegt das städtische Wasserwerk und im Grenzbereich beider Kommunen befindet sich ein Wasserschutzgebiet sowie das Vereinsgelände des FC Altstadt Schweinfurt. Am Nordufer der Halbinsel liegen Sportbootshäfen, Clubs und ein Seerestaurant an einer Bucht des Mainhauptarms, der sich hier bis auf 172 m verbreitert.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Fluß und Fleiß. Broschüre des Kulturamtes der Stadt Schweinfurt. Vier-Türme GmbH, Benedict Press. Münsterschwarzach