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Maik Hosang

deutscher Philosoph, Zukunftsforscher und Sozialökologe
Maik Hosang 2014

Maik Hosang (* 29. Dezember 1961 in Bautzen) ist ein deutscher Philosoph, Zukunftsforscher und Sozialökologe.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Hosang studierte Philosophie, Psychologie und Anthropologie an der Humboldt-Universität Berlin. In Anknüpfung an die Theorien von Johann Gottlieb Fichte, Nicolai Hartmann, Max Scheler, Manfred Eigen, Erich Jantsch u. a. promovierte er 1990 zum Thema „Der Mensch in den Evolutionsschichten der Selbstorganisation.“

Zusammen mit dem Philosophen Rudolf Bahro baute er an der Humboldt-Universität Berlin ein Institut für Sozialökologie auf und wirkte hier von 1990 bis 1998.

1993 gründete er zusammen mit Freunden und mit Unterstützung des sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf das sozial-ökologische Modellprojekt LebensGut in Pommritz. Nach dem Tod Rudolf Bahros überführte er 1999 das Institut für Kultur- und Sozialökologie[1] dorthin.

WerkBearbeiten

Neben der Leitung dieses Instituts vertritt er seit 2012 die Professur für Kulturphilosophie und Transformationsforschung an der Hochschule Zittau/Görlitz und trug dort zur Etablierung einer Forschungsgruppe für nachhaltige Transformation bei. [2] 2010 gründete er zusammen mit den sächsischen Landtagsabgeordneten Stephan Meyer und Franziska Schubert das Bündnis Zukunft Oberlausitz.[3]

In Weiterführung der Ideen von Rudolf Bahro vertritt er die These, dass die Entwicklung von vielfältigen Formen neuer Gemeinschaftlichkeit oder eines neuen "Wir-Bewusstseins" eine wichtige Teilaufgabe zur nachhaltigen Transformation moderner Gesellschaften ist. Dieses neue Wir bzw. diese neue oder transmoderne Gemeinschaftlichkeit dürfe jedoch nicht rückwärtsgewandt und primär selbstbezüglich sein, sondern müsse die Freiheitlichkeit und Offenheit moderner Systeme und Medien integrieren. [4]

Mit dieser Haltung trug Hosang zur Auflösung der bisherigen, eher traditionellen Gemeinschaft des LebensGutes und zu deren Neuorganisation als vielfältig vernetztes integrales Kultur-, Lebens- und Unternehmensprojekt bei. Zusammen mit dem Vorstand der WBS-Training AG, Heinrich Kronbichler, und weiteren Mitstreitern reorganisierte er es nach den Leitbildern von Holacracy, Gemeinwohlökonomie und Lebensphilosophie.[5][6]

1999 habilitierte Hosang mit der Schrift "Homo sapiens integralis. Transdisziplinäre Begriffe für nachhaltige Entwicklung" (später veröffentlicht im Buch „Der integrale Mensch“) an der Humboldt-Universität Berlin als erster Deutscher im neuen Lehr- und Forschungsgebiet Sozialökologie. [7]

In einem vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt[8] verglich Hosang verschiedene sozial-ökologische Denk- und Forschungsansätze und entwickelte dabei zusammen mit dem Umweltwissenschaftler Bernd Markert und dem Biochemiker Stefan Fränzle die Theorie von der biokulturellen bzw. „emotionalen Matrix“[9] – einer emotionalen Tiefenstruktur, die ihrer Ansicht nach allen menschlichen Kulturen und Gesellschaften zugrunde liegt und für soziale Systeme eine ähnliche Bedeutung hat wie der genetische Code für biotische Systeme.

Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Zusammenhänge von Ökologie, Ethik und Freiheit, sowie von Nachhaltigkeits- und Glücksforschung.[10] Dabei entwickelte und realisierte er zusammen mit den Künstler Ulrich Schollmeyer und weiteren Mitstreitern die Philosophische Erlebnisausstellung im Lebensgut.[11]

Zusammen mit dem Neurobiologen Gerald Hüther und dem Theologen Anselm Grün entwickelte Hosang eine transdisziplinäre „Theorie kokreativer Liebe“.[12]

SonstigesBearbeiten

Zusammen mit Heinrich Kronbichler, Dolores Richter und Simone Debour initiierte er 2013 das seitdem jährlich in Berlin stattfindende Philosophiefestival der Liebe. [13]

Hosang veröffentlichte den philosophisch-utopischen Roman Eves Welt. Liebe in Zeiten des Klimawandels.

Siehe auchBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Maik Hosang (Hrsg.): Rudolf Bahro: Apokalypse oder Geist einer neuen Zeit, edition ost, Berlin 1995, ISBN 3929161532
  • Maik Hosang: Der integrale Mensch, Hinder & Deelmann, Gladenbach 2000, ISBN 3873481685
  • Maik Hosang und Reinhardt St. Tomek: Ethik-Kodex 2000, D. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2000, ISBN 3923135467
  • Bernd Markert/Stefan Fränzle/Maik Hosang: Vorzeichenwechsel. Wie Gesellschaft sich verändern kann, Peter Lang Verlag, Berlin und Wien 2005
  • Maik Hosang/Stefan Fränzle/Bernd Markert: Die emotionale Matrix. Grundlagen für gesellschaftlichen Wandel und nachhaltige Innovation, ökom-Verlag, München 2005, ISBN 3865810071
  • Bernd Markert/Helmut Lieth/Peter Menke-Glückert/Maik Hosang/Stefan Fränzle: Zur Existenz eines ganz starken anthropischen Prinzips, Bod-Verlag, Norderstedt 2006, ISBN 9783833452697
  • Maik Hosang und Kurt Seifert (Hg.): Integration. Natur – Kultur – Mensch, ökom-Verlag, München 2006, ISBN 3865810519
  • Maik Hosang: Jacob Böhme – Der erste deutsche Philosoph. Das Wunder von Görlitz, Senfkorn-Verlag, Görlitz 2007, ISBN 3935330243
  • Kurt Biedenkopf, Ralf Dahrendorf, Erich Fromm, Maik Hosang (Hg.), Petra Kelly u.a.: Klimawandel und Grundeinkommen. Die nicht zufällige Gleichzeitigkeit beider Themen und ein sozialökologisches Experiment, Andreas Mascha Verlag, München 2008, ISBN 9783924404734
  • Maik Hosang: Eves Welt. Liebe in Zeiten des Klimawandels, Phänomen Verlag, 2008, ISBN 9783933321725
  • Maik Hosang und Wilken Wehrt: Seufzer und Freiheit. Philosophische Reflexionen, Novum Verlag, 2009, ISBN 9783852519289
  • Gerald Hüther und Maik Hosang: Die Liebe ist ein Kind der Freiheit - Die Freiheit ist ein Kind der Liebe, Kreuz Verlag, 2012, ISBN 978-3451611445
  • Gerald Hüther, Maik Hosang, Anselm Grün: Liebe ist die einzige Revolution. Drei Impulse für KoKreativität und Potenzialentfaltung, Herder Verlag, 2017, ISBN 978-3451328626

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten