Magdeburger Dom

Bedeutendes mittelalterliches Kirchengebäude in Magdeburg

Der Magdeburger Dom (offizieller Name Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharina) ist Predigtkirche des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, evangelische Pfarrkirche und zugleich das Wahrzeichen der Stadt.

Der Magdeburger Dom von Süden im Luftbild
Kreuzgang mit Südseite des Langhauses. Die Rückwände der Giebel-Loggien waren bis ins 19. Jahrhundert aus Holz.
Langhaus nach Osten

Der Dom ist die erste von Anfang an gotisch konzipierte und die am frühesten fertiggestellte Kathedrale der Gotik auf deutschem Boden. Er wurde ab 1207 oder 1209 als Kathedrale des Erzbistums Magdeburg gebaut und im Jahr 1363 geweiht. Der Dom ist Grabkirche Ottos des Großen.

Nach schweren Beschädigungen durch alliierte Luftangriffe auf Magdeburg 1944/1945 und Restaurierung nach dem Krieg konnte der Dom 1955 wieder eröffnet werden.

Der Dom befindet sich im Eigentum der 1994 vom Land Sachsen-Anhalt gegründeten Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt.

GebäudestrukturBearbeiten

 
Querschnitt des Chors mit Umgang und Empore

Der Magdeburger Dom ist eine dreischiffige Kreuzbasilika mit Umgangschor. Gegenüber den meisten derartigen Bauwerken weist er einige Besonderheiten auf:

  • Er hat Strebepfeiler, aber keine Strebebögen, auch keine doppelwandigen Obergaden.
  • Seitenschiffe und Chorumgang haben bzw. hatten keine Schleppdächer, sondern frei quer zum Obergaden stehende Dächer. Dadurch erübrigte sich ein Triforiengeschoss.
  • Der Chor hat den Querschnitt einer Emporenbasilika, aber über den Seitenschiffen des Langhauses gibt es keine Emporen.
  • Obwohl sämtliche Schildbögen des Hochchors spitz sind, haben zwei seiner Gurtbögen keine Spitze.
  • Der Längsschnitt des Langhauses weist eine Umkehrung des Gebundenen Systems auf: Das Gewölbe des Mittelschiffs hat pro tragendem Arkadenbogen zwei Joche. Jeder zweite Pfeiler der Mittelschiffsgewölbe steht also über dem Scheitel eines Arkadenbogens.

Bauwerk und archäologische Befunde geben Hinweise auf mehrere schon in den ersten Jahren und Jahrzehnten der Bauzeit vollzogene Planänderungen:

  • Der Chorumgang sollte zunächst enger sein, und die tatsächlich polygonal ausgeführten Kapellen die Form halbrunder Apsiden haben.
  • Fünf Joche des ausgeführten Chorumgangs haben Kreuzgratgewölbe, obwohl die tragenden Pfeiler Vorlagen für Gewölberippen vorweisen. Diese Joche haben zapfenförmige Schlusssteine, was bei Kreuzgratgewölben selten ist.
  • Die Empore über dem Chorumgang (der sogenannte Bischofsgang) war anfangs nicht vorgesehen.
  • Der Hochchor ist höher, als zunächst geplant, sodass seine Pfeiler während der Bauzeit verstärkt wurden.
  • An den Ostseiten beider Querhausarme vorgesehene Flankentürme wurden nur bis zur Höhe der Dachtraufen von Querhaus und Hochchor ausgeführt.

Eher regionaler Tradition als französischen Vorbildern verpflichtet ist der Mittelteil des Westbaus, der das Mittelschiff weit überragt.

GeschichteBearbeiten

Die verschiedenen Stadien des Gebäudes

VorgängerbautenBearbeiten

 
Urkunde Ottos I. vom 21. September 937 zur Gründung und Dotierung des Mauritiusklosters[1]

Otto I. der Große gründete 937 das St.-Mauritius-Kloster, im Jahre 946 wurde dort seine erste Gemahlin Edith bestattet. Offenbar hatte Otto schon damals Magdeburg auch als seinen eigenen Begräbnisort bestimmt und im Zusammenhang damit betrieb er bereits in den 950er Jahren die Einrichtung eines Erzbistums in Magdeburg. Vor der Schlacht auf dem Lechfeld 955 gelobte Otto, noch vor seiner Krönung zum Kaiser am 2. Februar 962, für den Fall seines Sieges in Merseburg ein Bistum zu errichten – offenbar sollte dieses Bistum zu dem noch zu gründenden Magdeburger Erzbistum gehören. In den 950er Jahren begann er nachweislich einen großartigen Neubau. Um seinen imperialen Anspruch in der Nachfolge der römischen Kaiser zu unterstreichen, ließ er zahlreiche Kostbarkeiten nach Magdeburg bringen, so auch den Codex Wittekindeus, ein Evangelistar, das im Kloster Fulda entstanden war, und z. B. antike Säulen, die später im Chor des spätromanisch-gotischen Domneubaus aufgestellt wurden. Dieser erste Dom war vermutlich eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika mit Ostquerhaus, Ostkrypta und großem Atrium im Westen. Nördlich, auf dem heutigen Domplatz, befand sich ein zweiter, nahezu gleich großer und äußerst reich ausgestatteter Sakralbau unbekannten Patroziniums, der mit der Domkirche eine Doppelkirchenanlage bildete. 968 wurde Magdeburg anlässlich des Reichstags in Ravenna zur Erzdiözese erhoben und Adalbert von Trier wurde der erste Erzbischof. Die Moritzkirche wurde zur Kathedrale erhoben.

Am 20. April 1207 (Karfreitag)[2] zerstörte ein Feuer den Großteil Magdeburgs, darunter den Dom, die Nordkirche und die Kaiserpfalz. Albrecht I. von Käfernburg ließ die Ruinen der Kathedrale abreißen und legte im September 1207 den Grundstein für den heutigen (dritten) Dom, für den Steine und Säulen des alten spätromanischen Doms wieder verwendet wurden.

Bau des gegenwärtigen DomsBearbeiten

 
Kapellen am Chorumgang und Chorempore mit frühgotischen Fenstern; unvollendete Flankentürme an den Querhausarmen

Erzbischof Albrecht hatte in Frankreich studiert und es wird immer wieder vermutet, dass die Entscheidung für einen modernen, gotischen Chorgrundriss auf ihn zurückgeht. Nachweisbar ist das freilich nicht. Der Bau des Chors begann 1209, zwei Jahre, nachdem der alte Dom niedergebrannt war. Die Entwürfe waren von Anfang an gotisch. In der Ausführung gab es anscheinend Probleme: Während die Kapellen am Chorumgang gotische Rippengewölbe haben, sind es im Erdgeschoss des Chorumgangs die Joche mit trapezförmigem Grundriss mit Kreuzgratgewölbe (die eigentlich der Romanik angehören) versehen, obwohl die Pfeiler mit Vorlagen für eine Decke aus Kreuzrippengewölben ausgestattet sind.[3] In den Umgangsjochen mit rechteckigem Grundriss sind die Gewölberippen ausgeführt. Im Emporengeschoss sind die trapezförmigen Joche mit technisch anspruchsvollen fünffeldrigen Rippengewölben gedeckt, da einem Arkadenbogen auf der Innenseite jeweils zwei Schildbögen an der Außenwand gegenüberstehen – obwohl darunter am Chorumgang jeweils in ganzer Breite eine einzige der Kapellen anschließt. Diese Platzierung der Außenpfeiler erinnert, wie auch die Außengestaltung von Umgang und Emporengeschoss, an die mehr als fünfzig Jahre ältere Kathedrale von Noyon als mögliches Vorbild. Die rechteckigen Joche des Emporengeschosses sind mit sechsfeldrigen Doppeljochen gedeckt, wie man sie nicht selten in frühgotischen Mittelschiffen findet. Als Besonderheit der Magdeburger Chorempore hat ihre Arkade über jedem der seitlichen Erdgeschossbögen zwei getrennte Bögen, also kein Biforium. Der auf dem Scheitel eines Erdgeschossbogens stehende Pfeiler trägt jeweils die Querrippe eines Doppeljochs. Im Mittelschiff des Langhauses wurde dieses Prinzip übernommen (s. o.). In der Fassade des Emporengeschosses finden sich je zwei statisch sinnvolle Strebepfeiler neben dem Ecken des Polygons. Die Strebepfeiler über den Scheitel der Kapellenanschlüsse entsprechen wohl eher der Vorliebe der Gotik für vertikale Akzente, als der Stabilität zu dienen.

 
Südseite des Chors, über rechteckigen Grundrissen vierteilige Rippengewölbe im Umgang, sechsteilige über der Empore

Hochgotisch ist der Obergaden des Chores, der wiederum höher als ursprünglich geplant aufgeführt wurde. Das äußere Strebwerk ist hier in die Wand integriert, erkennbar an außergewöhnlich tiefen Fensterlaibungen. Es ist gleichsam ein Vorgriff auf spätgotische Lösungen wie an der Kirche des Jakobinerkonvents von Toulouse.

Das Gewölbe über dem Hochchor ist von der Vierung durch einen Rundbogen getrennt. Der Gurt zwischen den beiden Rechteckjochen ist ebenfalls rund, der zwischen östlichem Rechteck und Polygon spitzbogig. Die Kreuzrippengewölbe haben ein kompliziertes Höhenrelief. Im Scheitelbereich entspricht es Längstonnen, im östlichen Rechteckjoch leicht gespitzt, im westlichen rundbogig. Die Verbindung zu den Schildbögen über den Fenstern wird aber nicht durch klassische Stichkappen hergestellt, sondern zu den Seitenwänden hin wird das Gewölbe kuppelähnlich, mit geringer Neigung zu den Schildbogenscheiteln hin und nach unten zunehmender Steilheit an den Gewölbeecken. Dadurch haben die Diagonalrippen etwa in Höhe der Schildbogenscheitel kleinere Krümmungsradien als unterhalb und oberhalb. Die Querschnitte der Rippen unterscheiden sich von Joch zu Joch: Im westlichen Joch verlaufen durch einen Sockel von der Gewölbeschale abgehoben zwei Rundstäbe, dazwischen ein Dreiecksprofil. Das östliche Rechteckjoch hat Bandrippen mit ausgekehlten Kanten. Die Rippen der Schirmkuppel über dem Polygon bestehen aus einem kräftigeren zwischen zwei zarten Rundstäben, durch einen Sockel von der Gewölbeschale abgehoben.

Am Langhaus haben Seitenschiffe wie Mittelschiff Strebepfeiler, aber auf Strebebögen wurde auch hier verzichtet. Erkauft wurde diese Möglichkeit durch besonders massive Arkadenpfeiler, andernorts hatte man sogar schon in der Frühgotik grazilere Pfeiler gebaut. Langhaus und Querhaus sind mit Kreuzrippengewölben von geringer Busung gedeckt. Über den Arkadenpfeilern ist das Gewölbe des Langhauses durch kräftige Gurtbögen gegliedert. An den auf Arkadenscheiteln stehenden Jochgrenzen sind die Gurtbögen nicht kräftiger als die Gewölberippen.

Die gegenüber dem romanischen Vorgänger veränderte Bauachse des gotischen Doms ist sehr wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass der Dom nun auf die Grabstätte Ottos des Großen ausgerichtet wurde. Sie hatte sich an der Nordseite des ottonischen Doms befunden, wahrscheinlich im Nordquerhaus, im gotischen Neubau liegt sie in der Vierung zwischen den Reihen des Chorgestühls. Editha, die erste Frau Ottos I., war zunächst in der Kirche des Moritzklosters bestattet worden. Das Grab wurde dann in das Nordquerhaus des ottonischen Doms verlegt. Das Grab muss nach dem Beginn des gotischen Neubaus in diesen verlegt worden sein. Das im Scheitel des Chorumgangs aufgestellte Grabmal enthält nach neuesten archäologischen Erkenntnissen[4] Reste ihrer Gebeine in einem kleinen Bleikasten.

Schon während der Errichtung des Chores entschloss man sich, den Bau höher und weiter aufzuführen. Planänderungen sind auch im Querhaus und in den Ostjochen des Langhauses nachweisbar. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam es zu einer mehrjährigen Bauunterbrechung (Urkunde von 1274). Auf diese Unterbrechung und die dann anschließende Wiederaufnahme der Baumaßnahmen geht die Magdeburger Sage vom „Schäfer am Dom zu Magdeburg“ zurück. Ihr zufolge soll ein um 1240 lebender Schäfer namens Thomas Koppehele, der aus dem brandenburgischen Gräfendorf in der Nähe von Jüterbog stammte, beim Hüten von Schafen einen Goldschatz gefunden haben. Diesen habe er dem damaligen Magdeburger Erzbischof gestiftet, der damit den Bau des Magdeburger Doms erheblich vorantreiben konnte. Aus Dankbarkeit habe der Erzbischof das steinerne Bild des Schäfers, seines Knechts und ihrer Hunde über der sogenannten Paradiespforte, dem nördlichen Eingang des Doms, anbringen lassen, wo es noch heute zu sehen ist.

Der Neubau wurde dann wieder aufgenommen und schrittweise weiter nach Westen geführt. Die Gewölbe müssen in den 1360er Jahren eingezogen worden sein. Schließlich wurde der Neubau des Langhauses im Jahr 1363 geweiht. Der Ausbau der Westfassade und der Türme geschah in drei Abschnitten, das Untergeschoss wurde vor 1274 errichtet, das zweite Obergeschoss im dritten Viertel des 14. Jahrhunderts – wahrscheinlich etwa gleichzeitig mit den entsprechenden Abschnitten des Langhauses. Ab 1363 kamen die Bauarbeiten für über 100 Jahre zum Erliegen, die oberen Abschnitte der bis 1363 nur teilweise fertiggestellten Türme wurden in der zweiten Hälfte des 15. bzw. in den ersten 20 Jahren des 16. Jahrhunderts errichtet.

Domfelsen und BaugrundBearbeiten

Der Boden so nahe an der Elbe ist bis auf einen in den Fluss ragenden Felsen weich. Über diesem Felsen, der dementsprechend Domfelsen heißt, wurde der Dom errichtet. Die Kirche steht jedoch an keiner Stelle direkt auf dem Felsen. Vielmehr steht der gesamte Dom mitsamt seinen Anbauten auf unterschiedlich starken, insgesamt mehrere Meter mächtigen Schichten von Aufschüttungen, natürlich gewachsenem Boden (Lößlehm), teilweise pleistozänen Sanden sowie zuunterst aus dem Tertiär stammenden Grünsand, welche auf dem Domfelsen abgelagert wurden. Auch das 4,7 m unter die Erdoberfläche reichende Fundament des Nordturms berührt den Fels nicht. Mehrere, 1993 neben den Domfundamenten vorgenommene Bohrungen bis 7,5 m unter die Erdoberfläche erreichten den Fels in keinem Fall. Von weiteren Sondierungen traf lediglich eine einzige, vor der Paradiesvorhalle bis in 11,1 m Tiefe niedergebrachte auf ihren letzten 5 Zentimetern auf den Domfelsen. Eine immerhin 9,3 m tiefe Bohrung in der Nähe des Lettners endete im Grünsand.[5]

Grünsand neigt bei hoher Bodenpressung zum Fließen. Infolge der unterschiedlich stabilen Baugründe und Bodenpressungen gab und gibt es seit Jahrhunderten leichte, vom Zwischenbau weg gerichtete Neigungsbewegungen, sowie Drehungen der Türme.[6] Ein großer Riß zieht an der Ostseite zwischen dem Nordturm und dem Turmzwischenbau des 3. Stockwerks hinunter. Die Baumeister versuchten die unterschiedlichen Bewegungen von Turm und Zwischenbau durch das Einfügen besonders großer Steinblöcke zu verhindern.[7]

Der Südturm ist leichter gebaut, hat statt eines breiten Treppenhauses eine enge Wendeltreppe, auf den Einbau von massiven Gewölbe-Zwischendecken und das Aufsetzen einer Kreuzblume wurde verzichtet, und die verbliebenen Glocken sind im Nordturm untergebracht. Das liegt aber nicht am oft kolportierten, angeblich zu weichen Baugrund unter dem Südturm, sondern war schlichtweg Sparmaßnahmen geschuldet: Zur Weihe des Langhauses 1363, ab welcher die Bauarbeiten für über ein Jahrhundert ruhten, war der Turmbau unterschiedlich fortgeschritten. Der Nordturm war zu dieser Zeit schon 50 bis 60 Meter hoch, der Südturm wesentlich niedriger. Als man den Turmbau in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts fortsetzte, führte man den noch zu errichtenden Teil des Südturms deutlich leichter, als den Nordturm aus, um Kosten zu sparen.[8]

Der Domfelsen ist nur zu sehen, wenn die Elbe wenig Wasser führt. Da wenig Regen in der Regel auch schwache Ernten bedeutet, wurde der Domfelsen im Volksmund auch Hungerfelsen genannt.

Der Ausbau des Turmzwischenraumes unter der Westempore zur Grabkapelle geschah unter Erzbischof Ernst II. von Sachsen. 1520 war der Dom endgültig fertiggestellt.[9]

Südlich des Doms befinden sich im Kreuzgang die Reste des 937 gegründeten Moritzklosters, das 968 zum erzbischöflichen Domkapitel Magdeburg erhoben wurde.

Reformation und Dreißigjähriger KriegBearbeiten

 
Als M. Merian d. J. diesen Stich 1665 veröffentlichte, stand infolge der „Magdeburger Hochzeit“ von Magdeburg kaum noch mehr als der Dom; darum der Titelzusatz „in flore“ (d. h. „in Trauer“)

Zur Zeit der Reformation war Magdeburg eine Hochburg des Protestantismus, nicht zuletzt weil Erzbischof Albrecht von Brandenburg einen regen Ablasshandel betrieb und dadurch den Unmut der Bürger auf sich zog. 1521 hielt der 2. Domprediger und Dominikanermönch Andreas Kauxdorf die erste lutherische Predigt am Magdeburger Dom. Er wurde daraufhin wegen Ketzerei des Stiftes verwiesen.[10] Nach dem Tod des Erzbischofs 1545 wurde der Dom für 20 Jahre geschlossen. 1567 wurde der Dom protestantisch, am Ersten Advent feierte man dort den ersten evangelischen Gottesdienst. Erster protestantischer Domprediger war Siegfried Saccus, Hilfsprediger Martin Gallus. 1618 waren Heinrich Schütz, Samuel Scheidt und Michael Praetorius am Neuaufbau der Musik im Dom beteiligt.

 
Domplatz um 1770[11], auch Chorumgang noch mit Querdächern. Das Schallloch in der Ostseite des Nordturms in Höhe des Mittelschiffdachs existiert nicht.

Während des Dreißigjährigen Krieges eroberten am 20. Mai 1631 die Truppen Kaiser Ferdinands II. unter General Tilly und seinem Truppenführer Pappenheim Magdeburg. Über das anschließende Massaker, bei dem mit rund 20.000 Menschen fast zwei Drittel der Bevölkerung umkamen und die Stadt nicht nur ausgeplündert, sondern durch einen Brand fast vollständig zerstört wurde, die sogenannte „Magdeburger Hochzeit“, waren die Zeitgenossen in ganz Europa entsetzt. Zwischen 2000 und 4000 Menschen hatten sich drei Tage lang ohne Essen im Dom, der vom Feuer verschont blieb, verschanzt und sollen ihr Überleben dem Domprediger Reinhard Bake verdankt haben, der mit einem Kniefall vor Tilly um das Leben der Insassen bat, was gewährt wurde. Tilly ließ den Dom reinigen und feierte hier am 25. Mai einen katholischen Gottesdienst zur Feier seines Sieges. Auf ihn selbst soll der Ausspruch zurückgehen, der Kaiser habe mit der Magdeburger Jungfrau (aus dem Stadtwappen) „Hochzeit gehalten“. Das Erzstift Magdeburg kam wieder unter die Regierung eines katholischen Erzbischofs.

Nach den Vereinbarungen des Westfälischen Friedens erfolgte 1680 die Säkularisation des Erzbistums und der weltliche Besitz wurde als Herzogtum Magdeburg Teil der Markgrafschaft Brandenburg.

19. JahrhundertBearbeiten

Nach 1806, als Magdeburg an Napoleon übergeben wurde, wurde der Dom der Überlieferung zufolge als Lager und auch als Pferdestall genutzt. Angeblich gehen die in die Mauern des Kreuzganges eingefügten Eisenringe auf diese Zeit zurück. Die Besatzung endete 1814. Der Chorraum konnte derweilen weiterhin von der Gemeinde genutzt werden; 1807 entstand dort sogar eine neue Orgel mit 15 Registern.

1819 wurde der Domchor gegründet.[12]

Friedrich Wilhelm III. von Preußen besichtigte den heruntergekommenen Dom 1825 und stieß mit einer Spende eine grundhafte Instandsetzung, die unter Leitung von Karl Friedrich Schinkel von 1826 bis 1834 geschah, an. Dabei setzte man unter anderem das einsturzgefährdete nördliche Querhaus sowie den ebenfalls labilen Dachreiter instand, baute die Hauptorgel um und entfernte einige Glocken. Schinkel ließ im Innenraum sämtliche, aus vergangenen Jahrhunderten stammenden Farbschichten entfernen, was zur heutigen Steinsichtigkeit führte. Das Innere wurde neu verputzt und gekalkt, was bis heute zu sehen ist.[13] In der Zeit von 1847 bis 1906/07 wurde der Dom mit künstlerisch bedeutenden Farbglasfenstern von sechs führenden deutschen Glasmalerei-Werkstätten ausgestattet. Sie bildeten ein einmaliges farbiges Ensemble mit Themen aus dem figürlichen, wie ornamentalen Bereich. Alle 89 Fensteröffnungen des Doms, mit einer Fläche von insgesamt 2.300 Quadratmetern, wurden damit geschlossen. Stifter waren die preußischen Könige, Kaiser Wilhelm II., viele andere Persönlichkeiten und die Stadt Magdeburg. Alle Fensterverglasungen gingen durch Detonationen von Bomben bei den Luftangriffen auf Magdeburg verloren;[14] zwei besonders wertvolle und zunächst gerettete erst zur DDR-Zeit.[15]

20. JahrhundertBearbeiten

 
Einige Gitter der ehemaligen Dampfheizung (Nordseite nahe der Orgelempore)
 
Restaurierungsarbeiten 1954
 
Westfassade: Kriegsschäden (re.), nach Instandsetzung 1960 (li.)
 
Westportal: Kaiser Otto im Krieg hinter Schutzmauer gerettet
 
200-Pf-Marke der Serie Sehenswürdigkeiten, 1993
 
2-Euro-Münze aus der Bundesländer-Serie, 2021

Ab 1901 war eine Dampfheizung mit Austrittsöffnungen im Boden und in den untersten Abschnitten der Mittelschiffsfenster in Betrieb. Dazu wurden die Fenster von unten her verkleinert und kunstvoll gearbeitete Gitter an ihrer Stelle eingesetzt.[16] Mit einer Vorheizzeit von einer Woche und dem Verfeuern von fast einer Güterwagenladung Kohle schaffte man es, den Dom mit 75 000 m³ Innenraum im Winter auf 14 °C zu temperieren. Das Heizhaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört,[6] die Gitter sind erhalten.

In der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus war Ernst Martin Domprediger. Er stand politisch national-konservativen Kreisen und insbesondere dem Stahlhelm nahe und trat in die DNVP ein. Im Herbst 1932 hielt er im Dom für die SA einen Gottesdienst, bei dem auch SA-Fahnen gegrüßt wurden.[17] Hingegen wurde der gegen den Willen der Kirchenleitung 1933 als Bischof eingesetzte Friedrich Peter, ein überzeugter Nazi und Antisemit, von der Domgemeinde dermaßen boykottiert, dass er sein Amt 1936 aufgab.[6]

Der Dom wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Beim ersten Bombenangriff der alliierten Bomberverbände vom 12. September 1944 auf den Dom beschädigte bzw. zerstörte eine ins Südseitenschiff einschlagende Bombe Epitaphien, alle Farbfenster des Doms (bis auf zwei ausgebaute), sowie die gesamte hölzerne Bestuhlung mit Ausnahme des ausgelagerten, mittelalterlichen Chorgestühls. Beim schwersten, von der Royal Air Force durchgeführten, Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 fielen mehrere Sprengbomben in die Seitenschiffe. Insgesamt wurden ca. 300 m² Gewölbe zerschlagen. Zudem warf eine einzelne, am 17. Februar (nach anderer Angabe am 2. März[18]) 1945 mitten am Tag und ohne vorherigen Luftalarm auftauchende Tieffliegerbesatzung eine Feuerbombe gegen die Westseite des Doms. Der Sprengkörper durchschlug die Fassade des Turmzwischenbaus in Höhe des dritten Stockwerks (siehe Bild rechts), brachte die Gewölbedecke über der Hauptorgel zum Einsturz und zerstörte letztere vollständig.[19] Das dabei ausgebrochene Feuer konnte gelöscht werden, so dass der hölzerne Dachstuhl weitgehend intakt blieb. Nur die östlichen Partien mit Chor, Chorumgang und Chorempore blieben gänzlich erhalten. Besonders wertvolle Teile der Ausstattung waren durch Auslagerung oder Einmauerung gerettet worden.[20]

Zu DDR-Zeiten lag die Verantwortung für die Bausubstanz beim Staat. Nach Restaurierungsarbeiten wurde der Dom am 22. September 1955 mit der Amtseinführung von Bischof Johannes Jänicke wieder eröffnet.[21] Seit 1983 wurden und werden Teile des Doms erneut restauriert. Während des Kalten Krieges fanden Arbeiten, um die unterirdischen, ehemaligen Heizungsräume für die Einlagerung von Kunstschätzen des Doms im Falle eines atomaren Angriffes herzurichten, statt.[6] Eine Solaranlage wurde 1990 installiert.

Während der Wende in der DDR wurde der Dom im Herbst 1989 zum Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in Magdeburg. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisteten die Aufrufe zur Besonnenheit durch Domprediger Giselher Quast und Dompredigerin Waltraut Zachhuber. Neben seiner Funktion als Bischofskirche der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen (EKKPS) mit etwa 533.000 Gläubigen (bis 2003) ist er auch Pfarrkirche für die seit 1869 bestehende Evangelische Domgemeinde. Seit dem Zusammenschluss der EKKPS mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen ist der Dom die Bischofskirche der neugebildeten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Der Dom ging nach dem Ende der DDR in das Eigentum der 1994 gegründeten „Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ über. Die Domgemeinde besitzt das Recht zur uneingeschränkten Nutzung der Kathedrale.[16]

21. JahrhundertBearbeiten

Das Bauwerk wird jährlich von mehr als 100.000 Touristen besucht. 2005 konnten die Bauarbeiten am Nordturm abgeschlossen werden, wodurch dieser seit dem Frühjahr jenen Jahres auch wieder für Besteigungen zugänglich ist. Im Südturm wurde ein Fahrstuhl, mit dem man bis in Höhe des Mittelschiff-Dachbodens fahren kann, eingebaut.[22] 2006 wurden der Südturm und das Dach des Remters restauriert. Seit 2006 wird die frühe Baugeschichte des Magdeburger Doms durch archäologische Ausgrabungen untersucht, um Erkenntnisse über die Vorgängerbauten des Doms zu erzielen. Bei dieser Untersuchung entdeckte die Archäologen in einem vermeintlichen Scheingrab die sterblichen Überreste der im Jahre 946 verstorbenen Königin Edgitha, der Gemahlin Ottos des Großen. Im Jahr 2009 wurde das 800-jährige Jubiläum des spätromanisch-gotischen Doms feierlich begangen. Hierzu präsentierte sich der Dom ab Dezember 2008 für etwas mehr als ein Jahr vollständig ohne Baugerüste. Im gleichen Jahr erhielt die Kirche – 63 Jahre nach der Zerstörung der großen Orgel auf der Westempore – auch wieder eine dem Raum angemessene Hauptorgel.

ArchitekturBearbeiten

 
Grundriss

Die Errichtung des gotischen Neubaus der Kathedrale dauerte über 300 Jahre vom Baubeginn 1209 bis zur Vollendung der Türme im Jahre 1520.[9] Der Dom hat eine Gesamtinnenlänge von 120 m und eine Deckenhöhe von 32 m. Der Südturm ist 99,25 m hoch. Die Aussichtsplattform des Nordturms in 81,5 m Höhe kann im Rahmen von Führungen über 433 Stufen als Aussichtsturm bestiegen werden. Zuletzt windet die sehr schmale Treppe sich durch eine der beiden westlichen Säulen des Oktogons,[23] zu sehen an einigen Lichtschlitzen in dieser Säule und dem Aufbau auf der Plattform, der den Ausstieg beherbergt. Über der Ausstiegstür zur Plattform ist die Zahl „1520“, das Jahr der Fertigstellung des Doms, in den Stein eingearbeitet.[22]

AußengestaltungBearbeiten

 
Wasserspeier

Dom in Stadt und LandschaftBearbeiten

Mit seinem hoch aufragenden Turmpaar ist der Magdeburger Dom weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar. Er ist bei guten Wetterverhältnissen auch vom Brocken zu erkennen.

Der Domplatz hat seit 1990 mehrere Verschönerungen erfahren.

 
Neues Pflastermosaik vor dem Westportal

DomklausurBearbeiten

 
Marienkapelle der Domklausur

Die Domklausur hat einen trapezförmigen Grundriss, da drei ihrer Flügel noch nach dem Vorgängerdom aus dem 10. Jahrhundert ausgerichtet wurden. Der Südflügel ist noch romanisch gestaltet. Der Ostflügel enthält eine große zweischiffige Halle, auch als Remter bezeichnet. Daran wurde im 15. Jahrhundert die Marienkapelle angebaut.

AusstattungBearbeiten

   
Spätrenaissance-Kanzel aus Alabaster
von Christoph Kapup

Obwohl der Dom im Laufe seiner Geschichte mehrmals geplündert und fast zerstört wurde, birgt er viele erhaltene wertvolle Ausstattungsgegenstände und Kunstschätze.

AlabasterkanzelBearbeiten

Die Kanzel des Magdeburger Doms zählt zu den bedeutendsten Renaissancekunstwerken in Deutschland und wurde von dem Nordhäuser Bildhauer Christoph Kapup 1597 aus dem weichen Gipsgestein Alabaster gefertigt. Auf dem Kanzelkorb sind dargestellt: Hl. Johannes der Täufer, Christus als Erlöser, Hl. Mauritius, Hl. Katharina. Er wird gestützt vom Hl. Paulus als Kanzelkorbträger. Auf der Kanzeltreppe sind dargestellt: Gott mit Adam und Eva im Paradies, der Sündenfall, die Sintflut. 2009 wurde eine aufwändige Restaurierung abgeschlossen.

Skulpturen der klugen und törichten JungfrauenBearbeiten

Die zehn Skulpturen der klugen und törichten Jungfrauen der Paradiespforte von 1240/50 wurden später an das Gewände des Nordportales platziert. Es ist die erste monumentale Gestaltung dieses Themas, voll drastischer Direktheit im Vergleich zu den wesentlich verhalteneren Schilderungen des gleichen Themas in der Zeit davor, die wesentlich kleiner waren. Stilistisch gesehen stehen sie zwischen den Bamberger Fürstenfiguren und denen von Naumburg. Man nimmt an, dass der Bildhauer in der Bamberger Schule gearbeitet hat oder dort ausgebildet wurde. Die Figuren sind in der Tracht des 13. Jahrhunderts dargestellt.

   
Drei der fünf klugen
Jungfrauen
, freudig
Drei der fünf törichten
Jungfrauen
, traurig

Weitere Kunst- und KulturschätzeBearbeiten

 
Taufbecken
 
Herrscherpaar, wohl Otto I. und Edgitha von Wessex
 
Paradieskapitell, Nordseite des Chorumgangs, von links: Adam (nackt), Eva, Schlange (Kopf aus Pflanze), Gottvater (bärtig), ein weiterer Kopf

Die folgende Liste der weiteren Kunst- und Kulturschätze ist nicht komplett, sondern zeigt eine Auswahl der wichtigsten Werke.

  • In der Apsis befinden sich antike Säulen aus Porphyr, Marmor und Granit, die möglicherweise aus Ravenna stammen. Otto I. brachte die Säulen als Spolien aus Italien für den Bau des ersten Doms mit.
  • Der Überlieferung nach brachte Otto I. auch den Taufstein mit, angeblich ursprünglich ein römischer Springbrunnen. Das Gestein ist Porfido rosso und soll aus Hurghada in Ägypten stammen. Es wäre demnach ein Dazit.
  • Das Grab des Kaisers Otto I. befindet sich im Chor. Bei einer Öffnung des Grabes 1844 fand man ein Skelett und Kleidung.
  • Ein Epitaph des Domherrn Johann von Randow (1526–1572)
  • Die aus einem Stein böhmischen Marmors geschaffene Altarplatte des Hochaltars im Chor ist mit den Maßen 4,30 Meter zu 1,95 Meter die größte der Christenheit. Der Altar wurde 1363 geweiht.[24]
  • Der Nikolausaltar ist ein 1506 geweihter Flügelaltar in der Magdalenenkapelle, der zum Namenstag auf dem Hochaltar ausgestellt wird.
  • Die Skulpturen von St. Katharina und St. Moritz stammen von demselben Künstler und entstanden um 1250. Die Skulptur von St. Moritz ist die älteste bekannte europäische Darstellung eines Schwarzafrikaners.
  • Das Herrscherpaar aus dem 13. Jahrhundert in der um 1250 entstandenen Sechzehneckigen Kapelle stellt dem Volksglauben nach Otto I. und Editha dar.
  • Das Chorgestühl stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Relieffelder zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Die Bildschnitzerwerkstatt schuf wahrscheinlich auch das Chorgestühl des Bremer Doms. Aufbau und Reliefs vor allem der niederen Wangen wurden im 19. Jahrhundert erheblich erneuert.
  • Im Magdeburger Dom finden sich zahlreiche historische Grabmonumente, Epitaphe und Grabplatten des 12. bis 14. Jahrhunderts, darunter die des Erzbischofs Friedrich von Wettin; an seinem Fußende die bekannte Figur des „Dornausziehers“, von J. W. Goethe als „barbarische Nachahmung“ der gleichnamigen Figur auf dem Kapitol in Rom identifiziert.
  • Das Magdeburger Ehrenmal stammt von Ernst Barlach aus dem Jahre 1929 und ist den Opfern des Ersten Weltkrieges gewidmet. Während der NS-Zeit wurde das Mal auch auf Drängen des damaligen Domgemeinderates vorübergehend entfernt und 1955 wieder im Dom aufgestellt.
  • Das Lebensbaumkruzifix in der Kapelle im Kreuzgang stammt aus dem Jahr 1986 von Jürgen Weber. Jesus hängt an einem verdorrten Baum anstatt einem Kreuz. An den Stellen, wo sein Blut auf den Baum trifft, treibt der Baum wieder aus.

Rettung eines Teils der Ausstattung im Zweiten WeltkriegBearbeiten

Als die alliierten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg sich ab Frühjahr 1942 auch auf die deutschen Innenstädte (Lübeck, Rostock) konzentrierten, wurden Bemühungen um den Kunstschutz von dort befindlichen Kulturdenkmälern intensiviert. Das betraf auch die Ausstattung von Kirchen, so die des Magdeburger Doms. Leichtere Luftangriffe auf Magdeburg hatten bereits 1940 begonnen, schwere Angriffe unter Einbeziehung auch der Innenstadt erfolgten ab Januar 1944. Bei der Auswahl besonders schutzwürdiger Kunstwerke war maßgeblich Professor Hermann Giesau als Provinzialkonservator in der preußischen Provinz Sachsen tätig. 1943 wurde ein Teil der beweglichen Kunstgüter aus dem Magdeburger Dom ausgelagert[20] In das Schloss Erxleben kamen: das Chorgestühl, der Nikolausaltar und die beiden farbigen Domglasfenster von Professor Fritz Geiges, geschaffen um 1900. In die Gutsanlage des Schlosses Flechtingen wurden ausgelagert: drei wertvolle Grabplatten von Erzbischöfen und die Sandsteinskulptur des heiligen Mauritius. Die Grabmale von Kaiser Otto dem Großen und seiner Gemahlin Edgitha erhielten im Dom Splitterschutz durch starke Eisenbetonplatten. Die Kaiser-Otto-Statue am Westportal war zum Schutz eingemauert: ein Nachkriegsfoto aus dem Bundesarchiv zeigt, wie Otto wieder „befreit“ wird. Das Chorgestühl, der Nikolausaltar und die Glasfenster von Professor Geiges wurden im Juni 1945, kurz vor dem Wechsel von britischer zu sowjetischer Besatzung, auf Initiative der Erxlebener Familie von Alvensleben zunächst nach Pattensen in Niedersachsen evakuiert. Aus dem Kunstgutlager Schloss Celle kehrten diese Kulturschätze 1954 nach Magdeburg zurück. Das Chorgestühl wurde nach Restaurierung 1955 wieder im Dom eingebaut. Die beiden Domfenster von Professor Geiges mit den wichtigsten Ereignissen der Domgeschichte und der Reformationsgeschichte in Magdeburg „in eindrucksvoller Glasmalerei“ wurden nicht wieder eingebaut, „ihr Verbleib konnte bisher nicht geklärt werden“.[25] Diese beiden Fenster waren die einzigen Domfenster, die die Luftangriffe auf Magdeburg unversehrt überstanden hatten.

OrgelnBearbeiten

 
Blick auf die Hauptorgel

Der Dom weist eine sehr lange, reichhaltige und wechselvolle Orgelgeschichte, die schon 1363 begann, auf. Der Halberstädter Orgelbauer Nikolaus Faber lieferte damals die erste Orgel zur Weihe des Langhauses.[26] Eine neue Hauptorgel auf der Westempore wurde am Anfang des 17. Jahrhunderts von Heinrich Compenius dem Jüngeren errichtet und danach mehrmals umgebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts bauten Adolf Reubke und im Jahr 1906 Ernst Röver jeweils eine neue Hauptorgel.[27] Durch einen Tieffliegerangriff am 17. Februar 1945 wurde die Röver-Orgel völlig zerstört. Nach dem Krieg verfügte der Dom im Remter leihweise über ein Instrument der Firma Furtwängler & Hammer, bis dieses durch einen 1949 geweihten Neubau von Alexander Schuke ersetzt werden konnte.[28] 1988 unter Denkmalschutz gestellt und 1997 wegen nicht behebbarer Schäden stillgelegt, befindet dieser sich seit 2008 in Polen.[28][29]

Das Fehlen einer großen Domorgel seit 1945 war eine Kriegswunde, die erst nach über 60 Jahren geschlossen werden konnte. Von 1957 bis 1975 stand eine von der Firma A. Schuster & Sohn gefertigte, zweimanualige Orgel, die für eine andere Kirche konstruiert und für den Dom viel zu klein war, als Behelfsinstrument im südlichen Seitenschiff.[30] In den Jahren 1969/1970 baute A. Schuke eine Orgel für die Beschallung hauptsächlich des Querhauses.

Im Laufe der Jahrhunderte standen zudem einige weitere, kleinere Chor- oder Interimsorgeln in Dom und Remter.

Heute befinden sich vier Orgeln im Dom: die Querhausorgel (1969/1970) und die Hauptorgel (2008) von A. Schuke, eine Truhenorgel von Peter Collins sowie im Remter eine Orgel der Firma Glatter-Götz (2011).[31]

GlockenBearbeiten

Ehemalige und vorhandene GlockenBearbeiten

Die Kirchenglocken des Doms hängen im vierten und fünften Stockwerk des Nordturms sowie im Dachreiter. Von den ehemals zehn bis fünfzehn zum Teil mittelalterlichen Glocken des Doms sind noch fünf erhalten. Die drei größten von ihnen bilden eines der schwersten und größten Barockgeläute Deutschlands. Vermutlich wurden die meisten verlorenen Klangkörper im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 und im Dreißigjährigem Krieg zu Kanonen verarbeitet. Schon 1689 sollen im Nordturm nur noch drei große Glocken übriggeblieben sein. Der seit Jahrhunderten leere Südturm war früher auch mit Glocken bestückt; die größte in diesem Turm, die Maxima, goss Meister Heinrich (Gdansk) im Jahr 1468 außerhalb der Stadt, vor dem Sudenburger Tor. Vermutlich ist sie ein Umguss eines noch älteren Exemplars von 1417.[32] Da die Schallöffnungen der Südturm-Glockenstube größer als die des Nordturms sind, wird angenommen, dass die Maxima noch größer als die Susanne im Nordturm war. Die Maxima bekam 1521 einen Sprung und stürzte in den 1540er Jahren ab,[33] möglicherweise bei einer versuchten Demontage nach dem Erhalt der Susanne. Die Maxima riss dabei sämtliche Zwischendecken mit in die Tiefe, weshalb der Südturm bis heute, von einer Zwischendecke im unteren Teil des zweiten Turmgeschosses abgesehen, ein hohler Schacht ist.

Die heutige, knapp neun Tonnen schwere Susanne – entsprechend der abgestürzten großen Glocke des Südturms auch Maxima[34] genannt – entstammt dem Kloster Neuwerk bei Halle/Saale. Sie wurde dem Magdeburger Domkapitel im Jahr 1541 nach der Auflösung des Klosters durch den Erzbischof geschenkt und mit 24 Pferden nach Magdeburg transportiert. Zusammen mit der Susanne soll eine weitere große, im Kloster nun überflüssig gewordene Glocke zum Dom gebracht worden sein, und, was nicht sicher überliefert ist, evtl. noch einige kleinere dazu. Im 15. Jahrhundert gegossen, ist die jetzige größte Glocke des Nordturms nach vier Umgüssen 1574, 1586, 1658 und 1702 bereits das fünfte Exemplar.

Der Erfurter Gießer Eckart Kucher bekam den Auftrag, 1574 den ersten Umguß der 1567 gesprungenen Susanne vorzunehmen. Jedoch traten Mängel an der Form auf. Kucher wollte deshalb eine neue Form bauen, jedoch wurde die Glocke unter Termindruck, weil sie zu Weihnachten wieder läuten sollte, in der Magdeburger Paulinerkirche in der notdürftig ausgebesserten Form gegossen. Zwar war sie zu Weihnachten 1574 wieder aufgehängt, der Guß und der Klang waren jedoch schlecht gelungen: Bereits 1586 war der nächste Umguss fällig. Ein weiterer Umguss erfolgte 1658 durch den Magdeburger Gießer Georg Schreiber.

Der bisher letzte Umguss wurde notwendig, nachdem die Glocke im Jahr 1700 zum vierten Mal gesprungen war. Dazu wurde sie per Lastkahn nach Berlin geschafft, dort 1702 von Johann Jacobi umgegossen, zurück nach Magdeburg verschifft und kurz vor Weihnachten 1703 wieder aufgehängt. Vor einer Wägung im Jahr 1994 wurde ihr Gewicht, entsprechend einer überlieferten Angabe von „zweyhundert sechs und sechzig Centnern“ für die 1658 umgegossene Glocke,[32] sogar mit 13,3 t angenommen. Um sie zu läuten, brauchte man früher 18 Männer, weshalb sie nur zu hohen Festtagen benutzt wurde. Unterhalb der Glockenstube lagert der ausgemusterte mittelalterliche Holzklöppel der Susanne, der zu besonderen Gelegenheiten (etwa in der Fastenzeit oder bei Trauerfällen) in die Glocke gehängt wurde, um ihren Klang dem Anlass angemessen zu dämpfen.[35]

Die Apostolica mit ihrer sehr schweren Rippe wird wegen ihrer Klangschönheit gerühmt.[36] Bis zum Einbau einer elektrischen Läutemaschine waren zwölf Männer nötig, um sie zum Klingen zu bringen. Ihre Geschichte lässt sich nachweislich bis 1567 zurückverfolgen. Eventuell stammt die ursprüngliche Apostolica, die wegen Rissen 1593 und zuletzt 1690 von Jacob Wenzel umgegossen wurde, sogar aus dem 15. Jahrhundert.[37] Auch ihr exaktes Gewicht konnte erst 1992 ermittelt werden.[32]

Beide Glocken hängen im barocken Glockenstuhl, zu dessen Bau seinerzeit Hölzer einer noch älteren Konstruktion verwendet wurden, im 4. Stock.

 
Die Dominica, seit 2019 im nördlichen Kirchenschiff ausgestellt

Die 1575 von Eckart Kucher wiederum in der Magdeburger Paulinerkirche gegossene „Dominica“ erklingt aufgrund ihrer relativ leichten Septimenrippe nur einen halben Ton höher als die mehr als doppelt so schwere „Apostolica“.[32] Sie, die normalerweise zum Sonntagsgottesdienst ruft, war seit etwa 2007 wiederum reparaturbedürftig und schweigt seither.[38] Die Dominica hing bis 2019 in einem etwa 1550 gebauten Glockenstuhl im dritten Stock. Da die dortige Glockenstube lediglich ein (nach Norden gerichtetes) Schallaustrittsfenster hat, war ihre Klangabstrahlung eingeschränkt. Aufgrund dieses akustisch sehr ungünstigen Platzes, an dem man eine Glocke normalerweise nicht aufhängt, wird angenommen, dass ihre Vorgängerin bis zum Absturz der „Maxima“ im Südturm hing und aus der Not heraus im Nordturm untergebracht wurde. Die Dominica wurde im Sommer 2019 in der Glockenwerkstatt Lachenmeyer repariert und danach zur Besichtigung ins Kirchenschiff gestellt.[39] Sie soll, wenn das Geläut erweitert wird, in der mit drei Fenstern ausgestatteten Glockenstube im 4. Stock aufgehängt werden und einen leichteren Klöppel erhalten.[40][41]

Auch im nördlichen Flankenturm des Querhauses hingen in einem im Jahr 1827 entfernten Fachwerkaufsatz sechs Glocken; sechs Öffnungen in den Decken für die Läuteseile künden immer noch davon. Diese Glocken dürften dem Chorgottesdienst des Domstifts gedient haben und sind spätestens seit der großangelegten, von 1826 bis 1834 andauernden Domrenovierung, als auch das einsturzgefährdete nördliche Querhaus saniert wurde, verschwunden.

Bis zu dieser Renovation gab es auch im Dachreiter zwei kleine Glocken,[37] welche im Zuge der Instandsetzung des labil gewordenen Türmchens abgenommen wurden.[13] Eine hatte einen Durchmesser von 385 mm und ging vermutlich im Ersten Weltkrieg verloren. Bei der zweiten, größeren Glocke könnte es sich um die jetzige Orate handeln, dies ist jedoch unsicher. Die Orate als älteste Glocke des Magdeburger Stadtkreises war wegen einer abgeschlagenen Krone länger nicht läutbar und stand in der Tonsur-Kapelle. Nach dem Angießen einer neuen Krone konnte sie 1994 in den Dachreiter gehängt werden.

1926 wurden elektrische Antriebe eingebaut. Die drei großen Glocken erhielten im Zweiten Weltkrieg die Kategorie "D" und blieben deshalb vom Einschmelzen ausgenommen.[32]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb die Domgemeinde drei kleinere Glocken von Kirchen aus dem größeren Umkreis, um die historischen drei großen Glocken zu entlasten. Die dazu an den alten Domglocken vorgenommenen Klangmessungen erwiesen sich jedoch als fehlerhaft. Deshalb passten die anhand dieser Messungen ausgewählten, dazugekauften Glocken klanglich schlecht zum Bestandsgeläut und wurden wieder verkauft. Im Jahre 1993 wurden die genieteten Stahljoche durch solche aus Eichenholz ersetzt;[42] Die Apostolica erhielt, nachdem sie seit den 1920er Jahren mit einem mit 275 kg viel zu schweren Klöppel nahezu misshandelt wurde, einen neuen, im SKET geschmiedeten, 180 kg wiegenden und somit der Glocke angemessenen Klöppel. Später war das Geläut auf Grund von Schäden wiederum stillgelegt, ehe die beiden größten Glocken, unter anderem durch den Ersatz des von 1926 stammenden, 1992 durchgebrannten Motors der Susanne und dem Einhängen eines neuen Klöppels auch in die größte Glocke, zu Weihnachten 2004 wieder erklangen.[16]

Nr. Name
(Funktion)
Gussjahr Gießer, Gussort Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
Turm
1 Susanne = Osanna 15. Jh., Umgüsse 1574, 1586, 1658, 1702 Johann Jacobi, Berlin (1702) 2.464/2.470 8.800 e0 +6 Nordturm, 4. Stock
2 Apostolica (dient auch als Stundenschlagglocke) evtl. 15 Jh., Umgüsse 1593 und 1690 Jacob Wenzel, Magdeburg (1690) 1.938/1.945 4.980 b0 +5
3 Dominica 1575 Eckart Kucher, Magdeburg 1.620 2.362[43] h0 +8 bis 5. Juni 2019 im Nordturm, 3. Stock;[44] derzeit im Kirchenschiff ausgestellt
4 Orate[45] 13. Jh. unbekannt 665 ≈200 e2 +1 Dachreiter (seit 1994)[46]
Schelle (Viertelstundenschlag) 1396 unbekannt 1.359 ≈1.500 f1 −1 Nordturm, 5. Stock (im Oktogon, Nordseite), starr aufgehängt

Geplantes GroßgeläutBearbeiten

Derzeit laufen Arbeiten zur Erweiterung des Geläuts auf 12 Glocken.[47][48] Geplant sind zusätzliche Glocken mit den Schlagtönen d0, g0, d1, e1, fis1, g1, a1 und h1.[40] Mit Ausnahme der „Amemus“ sollen die neuen Glocken, unter anderem eine 14 t schwere Bordunglocke mit einem Durchmesser von etwa 2,83 m und dem in der Bundesrepublik einmaligen Schlagton d0, im Südturm hängen. (Die vor dem Rathaus Bochum hängende Stahlglocke von 1867 hat den gleichen Schlagton, ist aber nicht läutbar[49]). Das Geläut würde dann insgesamt 42 Tonnen wiegen.[50] 2017 vorgenommene, umfangreiche Schwingungsmessungen bescheinigten die grundsätzliche Eignung der Türme für diese Last.

Die „Amenus“ soll den Platz der bislang neben der „Susanne“ hängenden „Apostolica“ im unteren, bestehenden Glockenstuhl einnehmen, die „Apostolica“ wird mit der „Dominica“ in einem neuen Glockenstuhl darüber im 4. Stock des Nordturms hängen.[51] Der im Südturm installierte Fahrstuhl stört beim Glockenprojekt; er muss soweit, dass zwei neue, übereinander stehende Glockenstühle in die Glockenstube des Südturms gestellt werden können, zurückgebaut werden. Die Bordunglocke soll dann im unteren, die anderen sechs kleinen Glocken sollen im oberen Glockenstuhl hängen.[52] Die neuen Glocken würden auch eine dringend benötigte Entlastung des Altbestandes bieten.[37] Die Namen aller zwölf Glocken (bei den vorhandenen Glocken ist das Gussjahr vermerkt) werden lauten:[53][54][55]

Nr. Name Gussjahr Gießer Masse
(kg)
Durchmesser Schlagton
(HT-1/16)
Turm Bibelzitate für die Glockenzier
1 CREDAMUS
(Glauben)
14.000 d0  Süd Fürchte dich nicht, glaube nur! (Mk 5,36 LUT)
2 OSANNA = Susanne
(Loben)
1702 8.800 e0 +8 Nord Lobe den Herrn, meine Seele! (Ps 103,1 LUT)
3 AMEMUS
(Lieben)
5.800 g0  Nord Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen! (1 Kor 13,13 LUT)
4 APOSTOLICA
(Vergeben)
1690 4.980 b0 +6 Nord Denn bei Gott ist Vergebung! (Ps 130,4 LUT)
5 DOMINICA
(Hinschauen)
1575 2.362 h0 +8 Nord Schauet die Werke des Herrn! (Ps 46,9 LUT)
6 CANTEMUS
(Singen)
1.720 d1  Süd Singet dem Herrn ein neues Lied! (Ps 96,1 LUT)
7 BENEDICAMUS
(Segnen)
1.300 e1  Süd Segnet, die Euch verfluchen! (Lk 6,6 LUT)
8 QUERAMUR
(Klagen)
910 fis1  Süd Du hast meine Klage verwandelt in Reigen! (Ps 30,12 LUT)
9 DUBITEMUS
(Zweifeln)
820 g1  Süd Warum hast Du gezweifelt? (Mt 14,31 LUT)
10 RESISTEMUS
(Widerstehen)
580 a1  Süd Widerstehet, fest im Glauben! (1 Petr 5,9 LUT)
11 SPEREMUS
(Hoffen)
440 h1  Süd Auf ihn hoffet mein Herz! (Ps 28,7 LUT)
12 ORATE
(Beten)
13. Jh. 200 e2  Dachreiter Betet für die Stadt zum Herrn! (Jer 29,7 LUT)

Der Guß von sieben Glocken in der Glockengießerei Bachert noch im Jahr 2022 ist vertraglich fixiert. Die Herstellung der Bordunglocke ist für später vorgesehen. Die Anfertigung der Glockenzier liegt in den Händen von Gerd Weber.[56] Der Domglockenverein strebt die Vollendung des Nordturm-Geläuts spätestens bis 2025 an.[57]

DomuhrBearbeiten

Vermutlich zusammen mit der Viertelstundenschlagglocke, der „Schelle“ von 1396, erhielt der Dom sein erstes Uhrwerk. Dieses befand sich bis zur 1826 begonnenen Domrenovierung am 2. Stockwerk des Nordturms.[37] Das jetzige mechanische Uhrwerk stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es steht im Giebel des Turmzwischenbaus und treibt die Zeiger des im Giebeldreieck befindlichen Zifferblatts sowie der zum Domplatz zeigenden Uhr an. Es steuert auch den mit der Apostolica ausgeführten Stundenschlag sowie den Viertelstundenschlag der Schelle. Das Uhrwerk musste, bis nach 1990 eine elektronische Aufzugvorrichtung installiert wurde, täglich von Hand aufgezogen werden. Die Uhr des Südturms wird inzwischen elektronisch gesteuert und kann somit ggf. von der Anzeige der anderen beiden Domuhren abweichen.[58]

FilmeBearbeiten

  • Jubiläum: 500 Jahre Magdeburger Dom (1). Fernseh-Reportage, Serie in vier Folgen, Deutschland, 2020, 3:24 Min., Bericht: Heiko Kunzmann, Karin Roxer, Kamera: Christian Uhlisch, O. Thomas, Produktion: MDR, Redaktion: MDR Sachsen-Anhalt heute, Erstsendung: 22. September 2020 bei MDR Fernsehen, Internet-Video von MDR, aufrufbar bis zum 22. September 2025.
  • Magdeburger Dom feiert dieses Jahr Jubiläum (2). Fernseh-Reportage, Deutschland, 2020, 3:45 Min., Internet-Video von MDR, aufrufbar bis zum 23. September 2025.
  • Jubiläum: 500 Jahre Magdeburger Dom (3). Fernseh-Reportage, Deutschland, 2020, 3:01 Min., Internet-Video von MDR, aufrufbar bis zum 24. September 2025.
  • Jubiläum: 500 Jahre Magdeburger Dom (4). Fernseh-Reportage, Deutschland, 2020, 3:05 Min., Internet-Video von MDR, aufrufbar bis zum 25. September 2025.
  • MDR vor Ort … feiert 500 Jahre der Fertigstellung des Magdeburger Doms. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2020, 24:31 Min., Bericht: Heiko Kunzmann, Karin Roxer, André Strobel, Kamera: Philipp Bauer, Marcel Niehoff, Christian Uhlisch, Moderation: Susi Brandt, Produktion: MDR, Reihe: MDR vor Ort, Erstsendung: 6. Juni 2020 bei MDR Fernsehen, Inhaltsangabe von ARD.
  • Das Singen im Dom zu Magdeburg. Konzertaufnahme, DDR, 1988, 20:42 Min., Regie: Peter Rocha, Produktion: DEFA-Studio für Dokumentarfilme, Internet-Video von DEFA-Filmwelt.

LiteraturBearbeiten

– In alphabetischer Reihenfolge –

  • Aktion Neue Domorgeln Magdeburg e. V., Martin H. Groß, Ulrike Groß: Orgeln im Magdeburger Dom Einst & Jetzt. Mit CD, 2008, ISBN 978-3-935971-44-7.
  • Hildegard Bernick: Die Rettung des Chorgestühls aus dem Magdeburger Dom 1943 bis 1954. Hrsg.: Förderkreis Schlosskirche Erxleben e.V., Magdeburg und Erxleben 2009, 2016, OCLC 934438431.
  • Heiko Brandl: Magdeburger Spolien im mittelalterlichen Sachsen, in: Aufgedeckt. Ein neuer ottonischer Kirchenbau am Magdeburger Domplatz (Archäologie in Sachsen-Anhalt, Sonderband 3) Halle/Saale 2005, S. 91-104.
  • Heiko Brandl: Die Skulpturen des 13. Jahrhunderts im Magdeburger Dom. Zu den Bildwerken der älteren und jüngeren Werkstatt (Beiträge zur Denkmalkunde 4), Halle(Saale) 2009.
  • Heiko Brandl: Die Paradiesvorhalle am Magdeburger Dom, in: Die Paradiesvorhalle am Magdeburger Dom. Baugeschichte und Restaurierung (Kleine Hefte zur Denkmalpflege 6), Halle (Saale) 2014, S. 12-26. (Digitalisat)
  • Heiko Brandl, Christian Forster: Der Dom zu Magdeburg. Band 1: Architektur. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2462-6, Inhaltsverzeichnis.
  • Heiko Brandl, Christian Forster: Der Dom zu Magdeburg. Band 2: Ausstattung. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2462-6 Inhaltsverzeichnis.
  • Heiko Brandl, Franz Jäger: Überlegungen zur Identifizierung der archäologisch nachgewiesenen, bisher unbekannten Kirche auf dem Magdeburger Domplatz, in: Aufgedeckt. Ein neuer ottonischer Kirchenbau am Magdeburger Domplatz (Archäologie in Sachsen-Anhalt, Sonderband 3), Halle/Saale 2005, S. 55-61.
  • Marco Chiriaco: Der Dom zu Magdeburg – Die Baugeschichte der gotischen Kathedrale anhand des Bauwerks. München 2006, ISBN 3-638-67483-5, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • Anja Elias: Die Wasserspeier am Dom zu Magdeburg: Katalogisierung und ikonographischer Deutungsversuch eines mittelalterlichen Architekturdetails. Manuela Kinzel Verlag, Dessau 2009, ISBN 978-3-937367-36-1, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • Erhard Drachenberg, Michael Sußmann (Autoren), Dietrich Otte (Illustrationen): Die verlorenen Glasmalereien des Doms zu Magdeburg. Eine Dokumentation. Edition Leipzig, Leipzig 2014, ISBN 978-3-361-00696-6, Leseprobe.
  • Christian Forster, Birge Tetzner: Der Magdeburger Dom. Grablege Ottos des Großen. Kunst + Reise, Bad Homburg 2009, ISBN 978-3-940825-17-9.
  • Christian Forster: Magdeburg und Walkenried – Zu den frühgotischen Kompositkapitellen im Magdeburger Dom. In: INSITU. Zeitschrift für Architekturgeschichte. Band 1, Nr. 2, 2009, S. 81–90.
  • Johann Friedrich Wilhelm Koch: Der Dom zu Magdeburg. 1815, (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Hans Michael: Das Chorgestühl im Magdeburger Dom. Leben-Jesu-Tafeln und Misericordien um 1360 und 1844. BoD, Norderstedt 2002, ISBN 3-8311-3899-0.
  • Hans-Joachim Mrusek: Drei deutsche Dome: Quedlinburg, Magdeburg, Halberstadt. Verlag der Kunst, Dresden 1963, DNB 830849068. (2., überarbeitete Auflage, Hirmer, München 1983, ISBN 3-7774-3510-4, DNB 840330693).
  • Jürgen M. Pietsch, Giselher Quast: Der Magdeburger Dom. Hrsg. vom Förderverein Dom zu Magdeburg. Edition Akanthus, Spröda 2005, ISBN 3-00-015279-2.
  • Gisbert Porstmann: Das Chorgestühl des Magdeburger Domes. Ikonographie – Stilgeschichte – Deutung. Lukas, Berlin 1997, ISBN 3-931836-13-4, Leseprobe.
  • Giselher Quast, Reinhard Winkler, Hans-Jürgen Jerratsch: Der Dom zu Magdeburg. (= DKV-Kunstführer, Nr. 415). 11. Auflage. München / Berlin 2008, ISBN 978-3-422-02159-4 (auch in englischer Sprache erschienen).
  • Giselher Quast, Hans-Jürgen Jerratsch, Constantin Beyer: Der Dom zu Magdeburg (= Großer DKV-Kunstführer). München / Berlin 2004, ISBN 3-422-06389-7.
  • Birte Rogacki-Thiemann: Der Magdeburger Dom St. Mauritius et St. Katharina – Beiträge zu seiner Baugeschichte 1207 bis 1567. Imhof, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-263-5.
  • Volker Seifert: Forschungsbericht zur Baugeschichte des spätromanischen Magdeburger Doms. In: Kunstchronik. 63, 2010, S. 597–609.
  • Michael Sußmann: Der Dom zu Magdeburg. Kunstverlag Gregor Peda, Passau 2002, ISBN 3-89643-056-4.
  • Ernst Ullmann: Der Magdeburger Dom: ottonische Gründung und staufischer Neubau. Leipzig 1989.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Magdeburger Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Magdeburg, Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Rep. U 1, Tit. I, Nr. 2 (MGH DD O I, Nr. 14, S. 101–102).
  2. Christian Ludwig Brandt: Der Dom zu Magdeburg. Magdeburg 1863, S. 9, Volltext in der Google-Buchsuche.
  3. Birte Rogacki-Thiemann: Der Magdeburger Dom St. Mauritius und St. Katharina – Beiträge zu seiner Baugeschichte 1207 bis 1567. Michael Imhof Verlag, 2007, ISBN 978-3-86568-263-5, S. 66–74, Bauabschnitt 2
  4. chs/apn/dpa/ddp: Gemahlin von Otto dem Großen. Überreste von Königin Editha identifiziert. In: Spiegel Online, 16. Juni 2010.
  5. https://public.bibliothek.uni-halle.de/hjg/article/view/205/203
  6. a b c d Giselher Quast: Legende und Wirklichkeit: Geschichte und Geschichten vom Magdeburger Dom. In: Kompakt Media, Kompakt Zeitung | WSM - Wir sind Magdeburg. 12. April 2020, abgerufen am 29. April 2022.
  7. Das schöne Detail ... :: Turm und Uhr/Magdeburg :: Magdeburger Dom. Abgerufen am 8. Mai 2022.
  8. Der vierte Meter: Keiner wie der andere 118 Erzählungen aus der gotischen Kathedrale. In: Kompakt Media | wirsindmd | Kompakt Zeitung | WSM - Wir sind Magdeburg. 18. Mai 2021, abgerufen am 22. Mai 2022.
  9. a b Hans-Peter Lippert: Der Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharinen: Baubeginn vor 800 Jahren. In: kukma.net, 24. April 2009, aufgerufen am 1. Januar 2021.
  10. Anja Moritz: Interim und Apokalypse: die religiösen Vereinheitlichungsversuche Karls V. im Spiegel der magdeburgischen Publizistik 1548-1551/52, Mohr Siebeck Verlag, 2009, S. 154f.
  11. Domplatz um 1770 nachbearbeitet; der erhaltene Stich ist irreführend koloriert und spiegelverkehrt
  12. Mitteilungsblatt der Evangelischen Domgemeinde zu Magdebur, Ausgabe Juli/August 2022, Seite 5
  13. a b Dom St. Mauritius und St. Katharina zu Magdeburg. In: dombaumeisterev.de, aufgerufen am 1. Januar 2021.
  14. N.N.: Glasmalerei im Magdeburger Dom. In wenigen Sekunden ausgelöscht. In: Volksstimme, 13. März 2015, aufgerufen am 29. April 2022.
  15. Erhard Drachenberg, Die verlorenen Glasmalereien des Doms zu Magdeburg, 2014, ISBN 978-3-361-00696-6, Leseprobe.
  16. a b c 15 Jahre Förderverein Dom zu Magdeburg e. V. – Ein Rückblick. (PDF; 14 S., 1,6 MB) Hrsg. vom Förderverein Dom zu Magdeburg e. V., Am Dom 1, 39104 Magdeburg. Auszug aus dem Jahrbuch 2008/09 der Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt, ISBN 978-3-00-031297-7.
  17. Maik Hattenhorst: Magdeburg 1933. Eine rote Stadt wird braun. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2010, ISBN 978-3-89812-775-2, S. 120–121.
  18. 20./21. Jahrhundert: Die Jahre seit 1945. In: magdeburgerdom.de.
  19. Barry Jordan: Orgeln der Vergangenheit. In: domorgel-magdeburg.de, sowie Augenzeugenbericht im Bayerischen Rundfunk, Programm „Bayern 4 Klassik“, 2008.
  20. a b Hildegard Bernick: Die Rettung des Chorgestühls aus dem Magdeburger Dom 1943 bis 1954. Erxleben, Magdeburg 2009; 2016.
  21. Johannes Jänicke: Ich konnte dabei sein. Wichern-Verlag, 1984.
  22. a b InstaMeet auf dem Magdeburger Dom. 28. September 2019, abgerufen am 8. Mai 2022.
  23. Domführungen. In: magdeburgerdom.de / Evangelische Domgemeinde.
  24. Helmut Asmus: Die Kaisergrabkirche – Otto der Große und der Dom zu Magdeburg. Sricptumverlag, Halberstadt 2009, S. 61 (Auszug aus: Helmut Asmus, 1200 Jahre Magdeburg, Bd. 1, ISBN 978-3-933046-15-4).
  25. Hildegard Bernick: Die Rettung des Chorgestühls aus dem Magdeburger Dom 1943 bis 1954. Magdeburg und Erxleben 2009; 2016. S. 17.
  26. Rätsel gothische Orgel. (Memento vom 12. November 2018 im Internet Archive). In: magdeburgerdommusik.de.
  27. Orgeln der Vergangenheit, Teil 2. In: magdeburgerdommusik.de.
  28. a b Nähere Informationen zur Geschichte der Orgeln in: magdeburgerdommusik.de; sowie Barry Jordan, Domorganist: Die Orgel im Remter des Magdeburger Domes. In: domorgel-magdeburg.de, 4. März 2007, (PDF; 32 S., 8,17 MB).
  29. Organ - Organmastery - Krzysztof Jakubowski: Build instruments. The church under the invocation of Niepokalane Serce NMP in Trzebinia-Siersza, 2008. In: Organmistrzostwo Jakubowscy, (englisch), aufgerufen am 1. Januar 2021.
  30. Faltblatt mit Spendenaufruf: Sanierung der Paradiesorgel. In: Domorgeln Magdeburg e.V., (PDF; 501 kB), aufgerufen am 1. Januar 2021.
  31. Informationen zu den heutigen Orgeln. In: magdeburgerdommusik.de.
  32. a b c d e Claus Peter: Die Glocken des Domes zu Magdeburg. In: Rüdiger Pfeiffer-Rupp, Jörg Poettgen, Jan Hendrik Stens (Hrsg.): Mensio – descriptio – structurarum analysis – interpretatio. (= Schriften aus dem Deutschen Glockenmuseum. Band 13). Eine Festschrift für Konrad Bund zur Vollendung des 70. Lebensjahres. Gescher 2015, (PDF; 6,76 MB), DNB 1079622071, S. 79–104.
  33. Glockennamen, Glockensprüche. In: Domglocken Magdeburg e.V. Abgerufen am 25. Januar 2022.
  34. Karl Walter: Glockenkunde. Pustet, Regensburg u. a. 1913, S. 778.
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Koordinaten: 52° 7′ 28,9″ N, 11° 38′ 4,2″ O