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Münsterschwarzach

Ortsteil von Schwarzach a.Main

Münsterschwarzach ist ein Ortsteil des Marktes Schwarzach am Main im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

Münsterschwarzach
Wappen von Münsterschwarzach
Koordinaten: 49° 48′ 18″ N, 10° 13′ 56″ O
Fläche: 83 ha
Einwohner: 590 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 711 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1973
Postleitzahl: 97359
Vorwahl: 09324
Karte
Lage von Münsterschwarzach (fett) innerhalb des Schwarzacher Gemeindegebietes
Der Mittelpunkt von Münsterschwarzach: Das gleichnamige Kloster
Der Mittelpunkt von Münsterschwarzach: Das gleichnamige Kloster

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Münsterschwarzach schließt nördlich an Schwarzach am Main an und liegt am Ufer des Mains und an der durch den Ort verlaufenden Kreisstraße KT 29. Sie führt nordwärts nach Gerlachshausen und zur St 2271 sowie südwärts nach Stadtschwarzach.

Südlich von Münsterschwarzach verlaufen in Ost-West-Richtung die B 22 und die A 3.

Münsterschwarzach liegt naturräumlich in der sogenannten Schwarzacher Talweitung (auch Schwarzacher Becken). Es handelt sich um eine beckenartige Flusstalweitung, die durch die Mainzuflüsse Schwarzach, Castellbach und Silberbach gebildet wird. Sie ist Teil des Mittleren Maintals der Haupteinheit Mainfränkische Platten.

GeschichteBearbeiten

Kurz nach Gründung der Abtei Münsterschwarzach im Jahr 742 wurde das Umfeld besiedelt. Die Gründung der Abtei geht auf die Stifter Megingaud und Imma zurück, die ein Männerkloster im Steigerwald gründeten. Gleichzeitig entstand als Versorgungsinstitut für die zweitgeborenen Töchter der Mattonen im heutigen Schwarzach ein Nonnenkonvent. Im Jahr 9. Jahrhundert zogen die Nonnen nach Zürich und die Mönche aus dem Steigerwald übernahmen das Kloster.

Das Kloster war zunächst ein reichsunmittelbares Königskloster und wurde 933 dem Bischof von Würzburg zugesprochen. Den Äbten gelang es, ein recht großes Klostergebiet aufzubauen. Im Deutschen Bauernkrieg wurde die Abtei von den Bürgern des benachbarten Stadtschwarzach geplündert und während des Dreißigjährigen Krieges mehrfach zerstört. Im Zuge der Säkularisation wurde die Abtei aufgelöst und Münsterschwarzach Teil der Gemeinde Gerlachshausen, mit der es seit 1348 verbunden war.[2]

Erst 1864 erhielt das Klosterdorf seine Selbstständigkeit. Am 1. Oktober 1973 wurde Münsterschwarzach im Rahmen der Gemeindegebietsreform Ortsteil von Schwarzach am Main.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Den Mittelpunkt der Kulturdenkmäler in Münsterschwarzach bildet das Abteigelände der Benediktiner, dass seit 1913 wieder besiedelt ist. Die Abtei wird von der viertürmigen Klosterkirche überragt, die 1935 bis 1938 nach den Plänen des Architekten Albert Boßlet entstand. Sie ist bereits der vierte Kirchenbau an gleicher Stelle, nachdem ein karolingisches, ein romanisches und ein barockes Gotteshaus von Balthasar Neumann die Zeit nicht überstanden hatten. Lediglich die Klostermühle Neumanns blieb erhalten.

Auf dem Areal der Abtei hat sich neben mehreren Werkstätten, dem Vier-Türme-Verlag und einem Zentrum für Erwachsenenbildung das Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach angesiedelt.[3]

Einige Baudenkmäler sind in dem Dorf erhalten. Das Fachwerkhaus der alten Klosterwirtschaft Zum Benediktiner entstand im 17. Jahrhundert. Die Bogenbrücke über die Schwarzach wurde um 1680 neu gebaut. Im Ort gibt es einige Bildstöcke und Kleindenkmäler. Vor dem Kloster entstand 1475 der Kreuzigungsbildstock, der sogenannte Christoffelbildstock wurde 1607 neben der Brücke aufgestellt.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Plazidus Reich (geboren als Johann Christoph Reich, 1695–1764), Abt des Klosters Neustadt am Main
  • Georg Joseph Lorenz Beringer (1745–1807), Professor in Bamberg, Domvikar in Würzburg, Fachschriftsteller[4]

Eng verbunden mit Münsterschwarzach sind auch die Vorsteher des Benediktinerklosters:

LiteraturBearbeiten

  • Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.
  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909.
  • Johannes Mahr: Münsterschwarzach - 1200 Jahre einer fränkischen Abtei (= Münsterschwarzacher Studien Bd. 49). Münsterschwarzach 2002.
  • Missionsbenediktiner von Münsterschwarzach (Hg.): Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach. Münsterschwarzach 2011.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Münsterschwarzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schwarzach am Main: Münsterschwarzach, abgerufen am 8. Februar 2017.
  2. Bauer, Hans: Landkreis Kitzingen. S. 40.
  3. Vgl.: Missionsbenediktiner von Münsterschwarzach (Hg.): Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach.
  4. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 204.