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Mörlbach (Gallmersgarten)

Siedlung in Deutschland

Mörlbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Gallmersgarten, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Mörlbach
Koordinaten: 49° 28′ 53″ N, 10° 15′ 31″ O
Höhe: 380–397 m ü. NHN
Einwohner: 148 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91605
Vorwahl: 09843
St. Laurentius
Herrengasse 1: Wohnstallhaus
Herrengasse 2: Gasthaus zum Hirschen

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt an dem Mörlbach, der ein linker Zufluss des Erlbachs ist, der wiederum ein linker Zufluss der Ens ist. Ca. 0,5 km südlich erhebt sich der Gänsbuck (396 m ü. NHN), ca. 0,75 km östlich liegt die Gigertsleite. Im Nordosten liegen die Waldgebiete Hölle, Seeholz und Lochholz, ca. 0,5 km im Westen die Kautau[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird 1160 als „Mürselbach“ erstmals urkundlich erwähnt, 1231 als „Morelbach“. Es gab auch ein gleichnamiges Adelsgeschlecht, das im Ort residierte. Überreste der Wallanlage sind im Garten des Anwesens Nr. 11 (alte Zählung) zu sehen.[3]

Das Kloster Heilsbronn erhielt Ende des 13. Jahrhunderts von Ritter und Küchenmeister Hübschmann Güter und Gefälle u. a. Mörlbach.[4] In der Folgezeit erwarb das Kloster noch weitere Güter und Gefälle.[5]

Die St.-Laurentius-Kirche wurde als Filiale von St. Maria (Steinach an der Ens) gegründet.[3] 1464/65 wurde sie zur eigenständigen Pfarrei erhoben.[6] Spätestens seit 1621 gab es im Ort eine Schule, die bis in den 1960er Jahren bestanden hat.[3]

1806 kam Mörlbach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Mörlbach gebildet, zu dem Habermühle, Hinterpfeinach und Vorderpfeinach gehörten. 1813 wurde die Ruralgemeinde Mörlbach gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde aufgelöst in:

  • Ruralgemeinde Mörlbach mit Habermühle;
  • Hinter- und Vorderpfeinach zur neu gebildeten Ruralgemeinde Custenlohr.

Die Ruralgemeinde Mörlbach unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim[7] (1920 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 wurde Mörlbach vom Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Uffenheim, ab 1880 beim Amtsgericht Uffenheim. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,460 km².[8]

Am 1. Mai 1978 wurde der Ort im Zuge der Gebietsreform nach Gallmersgarten eingegliedert.[9]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Herrengasse 1: Fachwerkwohnstallhaus
  • Herrengasse 2: Gasthaus zum Hirschen
  • Kirchplatz 3: St. Laurentius, ev.-luth. Pfarrkirche

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Mörlbach

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Mörlbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 225 226 240 239 231 230 251 247 251 255 261 258 256 248 251 238 243 214 214 306 340 282 226 187
Häuser[10] 43 42 48 50 54 51 51 52
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [8] [20]

Ortsteil Mörlbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 219 221 225 244 250 247 239 338 224 186 148
Häuser[10] 42 41 49 53 50 50 51 41
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [1]

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße AN 30/NEA 31 führt an der Seemühle vorbei nach Habelsee bzw. nach Ermetzhofen. Die Kreisstraße NEA 43 führt nach Custenlohr bzw. am Hilpertshof und der Hagenmühle vorbei die B 470 kreuzend nach Burgbernheim. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Gallmersgarten. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Bergtshofen.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mörlbach (Gallmersgarten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 339 (Digitalisat).
  2. Mörlbach im BayernAtlas
  3. a b c R. Hoeppner (Hrsg.), S. 80.
  4. G. Muck, Bd. 2, S. 381.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 384.
  6. H. K. Ramisch, S. 147.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 70 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 830 (Digitalisat).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 60 (Digitalisat). Für die Gemeinde Mörlbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Habermühle (S. 34).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 246 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 225 Einwohner.
  13. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 185, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1094, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1260, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1195 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1268 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1305 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1133 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 176 (Digitalisat).