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Mönchberg

Gemeinde im Landkreis Miltenberg in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mönchberg
Mönchberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mönchberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Mönchberg
Höhe: 254 m ü. NHN
Fläche: 24,15 km2
Einwohner: 2528 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63933
Vorwahl: 09374
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 141
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 44
63933 Mönchberg
Website: www.moenchberg.de
Bürgermeister: Thomas Zöller (BBM)
Lage des Marktes Mönchberg im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Mönchberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mönchberg und ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Mönchberg liegt im bayerischen Teil des Spessarts, 13 km von der Kreisstadt Miltenberg, 30 km von Aschaffenburg, 69 km von Frankfurt am Main und 76 km von Würzburg entfernt. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 512 m ü. NN (Lage) auf dem Gipfel des Geiersberges südöstlich von Mönchberg, der niedrigste liegt am Aubach an der Braunwarthsmühle auf 174 m ü. NN (Lage).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Mönchberg hat zwei Ortsteile[2]:

NachbargemeindenBearbeiten

Markt
Elsenfeld
Markt
Eschau
Städte
Erlenbach am Main
und
Klingenberg am Main
  Gemeinde
Collenberg
Gemeinde
Röllbach

Nachbargemeinden sind im Westen Klingenberg und Erlenbach (mit den Ortsteilen Mechenhard und Streit), im Norden Eschau, im Osten Collenberg (am Main gelegen) und unmittelbar angrenzend im Süden Röllbach.

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Es wird fälschlicherweise oft angenommen, dass der Name Mönchberg etwas mit einem Mönch und einem Berg zu tun hat. Er setzt sich aber aus den alten Wörtern Manno und gebûr zusammen.[3] Das mittelhochdeutsche Wort gebûr bedeutet Häuser oder Gebäude. Manno ist ein sehr alter Personenname. Mannogebûr sind demnach die Häuser des Manno.

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1150 Mangeburnen
  • 1250 Mennegebuer
  • 1272 Menigebure
  • 1287 Mengebur
  • 1300 Mangebur
  • 1345 Meingebur
  • 1367 Menegebur
  • 1396 Mengwer
  • 1594 Meingswert
  • 1668 Mönchberg

GeschichteBearbeiten

MönchbergBearbeiten

Wann der Ort entstanden ist, kann heute nicht mehr rekonstruiert werden. Der Ortsname deutet jedoch auf eine alte fränkische Siedlung hin. Der Ort war ursprünglich (circa 800 n. Chr.) eine Poststation auf dem Weg von Würzburg über Wertheim nach Aschaffenburg. Mit dem Namen Manno Gebur ist das Gebäude des Manno, des ersten Besitzers dieser Station, gemeint. Die dort gegründete Burg Mennegebühr bzw. Mengeburen[4] wird erstmals in einer Urkunde im Jahr 1215 erwähnt und der gleichnamige Ort 1250. Etwa 800 Jahre gehörte der Ort zu Kurmainz. 1401 hatte Mönchberg bereits eine eigene Pfarrei mit einer eigenen Kirche. Im Mittelalter ermächtigte Kaiser Karl IV. den Erzbischof Gerlach zu Mainz dem Dorf das Stadtrecht mit eigener Gerichtsbarkeit zu verleihen. Gleichzeitig bekam Mönchberg das Recht eine Stadtbefestigung zu errichten, außerdem Marktrechte. Wohlstand erwarb sich der Ort am Spessart durch Forstwirtschaft und Handwerk. Wegen der abgelegenen Lage (abseits der Handelswege und Siedlungsgebiete am Main) konnte sich Mönchberg jedoch letztendlich nicht weiterentwickeln, sodass das Stadtrecht, das heute grundsätzlich nur für Gemeinden über 5000 Einwohner vergeben wird, wieder abgegeben werden musste. Das Marktrecht blieb hingegen bestehen. Nach dem Ende des Mainzer Kurfürstentums lag Mönchberg von 1803 bis 1810 im Fürstentum Aschaffenburg und damit von 1810 bis 1813 im Großherzogtum Frankfurt. Erst 1814 kam Mönchberg zum Königreich Bayern. Als Ergebnis des den Befreiungskriegen gegen Napoleon Bonaparte folgenden Wiener Kongresses 1814/15 musste Bayern seine österreichischen Zugewinne im Vertrag von München großenteils wieder aufgeben, bekam aber zum Ausgleich Teile der Pfalz sowie die fränkischen Gebiete um Würzburg und Aschaffenburg.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Mönchberg lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Mönchberg war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Obernburg kam Mönchberg am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg.

Heute ist noch die alte Stadtmauer erhalten, die man zum Beispiel am Musikpavillon im Rosengarten sehen kann. Die letzten Reste der Burg wurden dagegen 1968 abgerissen. Der Ort hat zahlreiche mittelalterliche Gebäude und Fachwerkhäuser. An der Hauptstraße steht einer der ältesten Bildstöcke am Untermain. Dieser wird in die Mitte des 15. Jahrhunderts datiert und enthält im Schaft eine Darstellung des Heiligen Martin, was darauf hindeutet, dass Mönchberg zu der Urpfarrei St. Martin in Wörth gehörte.

Der Ort besitzt eine von Baumeister Johann Martin Schmitt, aus Miltenberg, gebaute barocke Pfarrkirche. Die Grundsteinlegung war im Jahr 1749. Das Gotteshaus besitzt eine barocke Ausstattung, die sich zu großen Teilen im Originalzustand befindet und insbesondere 1899 durch verschiedene Ausstattungsmerkmale ergänzt wurde.

SchmachtenbergBearbeiten

 
Mönchberg ("Meingswert") und Schmachtenberg in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Das Dorf Schmachtenberg wurde 1298 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte damals den Schenken von Klingenberg. In diesem Jahr wurde es an den Deutschen Orden verkauft.[5] Kirchlich war Schmachtenberg bis Anfang des 17. Jahrhunderts eine Filiale der Pfarrei St. Michaelis in Grubingen. Diese Periode endete als das Dorf Grubingen in der Pestzeit unterging.[6] Ab etwa 1630 gehörte Schmachtenberg dann kirchlich zu Klingenberg und ab 1740 zur Pfarrei Röllbach. In den 700 Jahren ab 1298 gab es darüber hinaus keine weiteren besonderen Ereignisse, die geschichtlich dokumentiert wurden. Der Wald war die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Schmachtenberg noch gänzlich von der Landwirtschaft geprägt. Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde nach Mönchberg eingemeindet.[7] 1997 wurde Schmachtenberg durch ein Neubaugebiet vergrößert. Der Ort weist ein reges Vereinsleben auf und hat derzeit ca. 450 Einwohner.

Die prächtige kleine Barockkirche von Johann Martin Schmitt aus Miltenberg wurde von 1759 bis 1761 errichtet und 1866 um den Chor erweitert. Sie besitzt einen Hochaltar im Rokokostil und weitere im Stil dazu passende Ausstattung.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 71,65 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
33,68 %
52,92 %
13,39 %
BBMb
WGSc
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Bürgerblock Mönchberg
c Wählergemeinschaft Schmachtenberg

Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern, die sich auf folgende Parteien und Wählergruppen aufteilen:

Sitzverteilung im Gemeinderat Mönchberg seit 2014
   
Insgesamt 14 Sitze
  • Bürgerblock Mönchberg: 7
  • WGS: 2
  • CSU: 5
 
Landschaft bei Mönchberg

BürgermeisterBearbeiten

Thomas Zöller (* 1968) (Bürgerblock Mönchberg) ist seit Mai 2008 der Bürgermeister, er wurde 2014 im Amt bestätigt.

BaudenkmälerBearbeiten

Freizeit und TourismusBearbeiten

Hauptanziehungspunkt des Marktes ist das 1992 renovierte Freibad Spessartbad. Weitere Freizeitmöglichkeiten bieten öffentliche Tennisplätze, ein Musikpavillon und eine Wassertretanlage.

Durch die Anerkennung als Luftkurort und durch die Lage im Spessart ist Mönchberg ein beliebtes Ziel für Wanderer und Touristen. In und um Mönchberg bestehen 90 km ausgewiesene Wanderwege.

Außerdem liegen zahlreiche Ausflugsziele in der Nähe, wie etwa das Wasserschloss Mespelbrunn, die Kreisstadt Miltenberg und der Weinort Klingenberg.

KuriosesBearbeiten

Die Mönchberger sind für ihre Gesetzestreue bekannt. Sie beriefen sich in der Vergangenheit immer wieder auf ihre alten Rechte (Weisthum von 1396). Man sagte den Mönchberger Bauern nach, "sie hätten das Gesetzbuch am Pflug hängen". Das brachte den Mönchbergern den Spitznamen - Ortsnecknamen "Gesetzbücher" ein.[9] Heute gibt es in Mönchberg eine 1987 gegründete Theatergruppe, die sich "Die Gesetzbücher" nennt.[10]

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/194620&attr=OBJ&val=1700
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 150–151 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Samuel Christoph Wagner: Handbuch der vorzüglichsten, in Deutschland entdeckten Alterthümer aus heidnischer Zeit, Weimar 1842, S. 444, hierbei auf Johann Wilhelm Christian Steiner (wohl auf dessen Geschichte und Topografie des Maingebietes und des Spessarts unter den Römern, Darmstadt 1834) verweisend
  5. Grieben Reiseführer, Band 137, Spessart, Würzburg und Aschaffenburg, München 1972, S. 106
  6. Franz Schaub, Spessart-Wanderungen, Süddeutscher Verlag, München 1982, ISBN 3-7991-6165-1, S. 49
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 751.
  8. http://www.kombn-mil.de/moenchberg/wahlen/6_MAIN_E_GEMEINDERATSWAHL_2014_MOENCHBERG.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.kombn-mil.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr. Miltenberg 2003
  10. Webseite der Mönchberger Theatergruppe "Die Gesetzbücher" (Memento des Originals vom 19. September 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diegesetzbuecher.de

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mönchberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien