Lykanthropie (Psychiatrie)

Als Lykanthropie oder als Zooanthropismus wird die Wahn­vorstellung eines Menschen bezeichnet, sich in ein Tier zu verwandeln, die als seltenes Symptom bei psychiatrischen Erkrankungen auftreten kann. Es kann als sekundäres Wahnsymptom die gefühlte Gewissheit, sich in ein Tier zu verwandeln oder bereits verwandelt zu sein, bei schizophrenen Psychosen, schizoaffektiven Psychosen, Demenz sowie seltener bei Persönlichkeitsstörungen und als Folge der Einnahme psychotroper Substanzen auftreten. Das Phänomen gilt als eins der ältesten beschriebenen psychiatrischen Symptome und tritt weltweit auf, allerdings vergleichsweise selten. Dabei ist die Ausprägung, z. B. bei der Art des Tieres, stark abhängig von kulturellen Faktoren. Die Behandlung zielt auf die Grunderkrankung ab und basiert auf medikamentöser Therapie und Psychotherapie. Dabei gilt die klinische Lykanthropie als kurzfristiges Symptom, das in der Regel bald abklingt.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Petra Garlipp, Detlef E. Dietrich, Horst Haltenhof: Lykanthropie. In: Petra Garlipp, Horst Haltenhof (Hrsg.): Seltene Wahnstörungen. Psychopathologie - Diagnostik - Therapie Springer DE, 2010, S. 22–26.