Lutz Lienenkämper

deutscher Politiker (CDU), Finanzminister a.D. Nordrhein-Westfalen, MdL

Lutz Lienenkämper (* 24. Mai 1969 in Köln) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 2009 bis 2010 Minister für Bauen und Verkehr in Nordrhein-Westfalen und vom 30. Juni 2017 bis zum 29. Juni 2022 als Minister der Finanzen erneut Mitglied der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (Kabinett Laschet und Kabinett Wüst I). Vom 8. April 2022 bis zum 29. Juni 2022 war er zudem geschäftsführender Minister für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Seit 2005 ist Lienenkämper Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen.

Lutz Lienenkämper (2013)

LebenBearbeiten

Lienenkämper absolvierte nach dem Abitur am Städtischen Meerbusch-Gymnasium im Jahr 1988 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Das Erste juristische Staatsexamen bestand er 1994, das Zweite Staatsexamen folgte 1996. Seit 1997 war er als Rechtsanwalt tätig. Heute lebt er wieder in Meerbusch-Strümp.

PolitikBearbeiten

Lienenkämper ist seit 1988 Mitglied der CDU. Er war von 1999 bis 2010 Vorsitzender des Stadtverbandes Meerbusch, von 1993 bis 2009 Mitglied des Rats der Stadt Meerbusch und von 2004 bis 2009 Mitglied im Kreistag des Rhein-Kreises Neuss, wo er zugleich Fraktionsvorsitzender der CDU war. Seit 2002 gehört er dem CDU-Bezirksvorstand Niederrhein und seit 2010 dem Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen an.

Seit dem 8. Juni 2005 ist er Abgeordneter des Landtags von Nordrhein-Westfalen, wo er als ordentliches Mitglied dem Haushalts- und Finanzausschuss, dem Petitionsausschuss und dem Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Energie angehörte. Außerdem war er Sprecher seiner Partei im Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Energie.

Am 3. März 2009 wurde Lienenkämper zum Bau- und Verkehrsminister im Kabinett Rüttgers ernannt,[1] nachdem Oliver Wittke am 11. Februar 2009 infolge eines Verkehrsverstoßes, der einen zweimonatigen Führerscheinentzug zur Folge hatte, und der darauffolgenden öffentlichen Kritik von dem Amt zurücktrat.

Bei der vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai 2012 wurde Lienenkämper als Direktkandidat im Landtagswahlkreis Rhein-Kreis Neuss III wiedergewählt und übte in der 16. Wahlperiode für seine Fraktion das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers aus. Bei der Landtagswahl am 24. Mai 2017 wurde er erneut mit einem Direktmandat in den Landtag gewählt und am 30. Juni 2017 vom Ministerpräsidenten Armin Laschet zum Minister der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen berufen. Dieses Amt führte er auch unter Laschets Nachfolger Hendrik Wüst fort. Infolge des Rücktritts der Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am 7. April 2022 war Lienenkämper ab dem 8. April 2022 auch geschäftsführender Umweltminister.[2][3]

Bei der Landtagswahl am 30. Mai 2022 wurde er mit 45 % der Wählerstimmen erneut direkt gewählt.[4] Am 29. Juni 2022 wurde Marcus Optendrenk im Zuge der Bildung des Kabinetts Wüst II zu seinem Nachfolger als Finanzminister ernannt. Zuvor hatte Lienenkämper öffentlich erklärt, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen.[5]

Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 war Lienenkämper Vorsitzender der Finanzministerkonferenz.[6]

WeblinksBearbeiten

Commons: Lutz Lienenkämper – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 1. Kabinett Rüttgers (22.06.2005 bis 09.05.2010). Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 20. Oktober 2010.
  2. Lutz Lienenkämper | Land.NRW. Abgerufen am 11. April 2022.
  3. Charlotte Schulze Wehninck: Nach Heinen-Essers Rücktritt: NRW-Finanzminister Lienenkämper übernimmt Ressorts. In: Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben. 8. April 2022, abgerufen am 8. April 2022.
  4. Rhein-Kreis Neuss III: Lutz Lienenkämper (CDU) gewinnt bei der Landtagswahl in NRW 2022. 30. Mai 2022, abgerufen am 19. November 2022.
  5. Uwe Felten: “An der Zeit, Schwerpunkte anders zu setzen“: Lienenkämper will nicht mehr NRW-Finanzminister sein. 25. Juni 2022, abgerufen am 19. November 2022.
  6. Lutz Lienenkämper zum Vorsitzenden der Finanzministerkonferenz gewählt. Abgerufen am 14. März 2021.