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Lumpzig ist ein Ortsteil der Stadt Schmölln im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Der Ort liegt etwa 9 km nordwestlich von Schmölln. Der Ort ist vor allem durch die hier hergestellte Spezialität Altenburger Ziegenkäse und die älteste Bockwindmühle Thüringens bekannt. Die Gemeinde Lumpzig mit ihren fünf weiteren Ortsteilen wurde am 1. Januar 2019 nach Schmölln eingemeindet.

Lumpzig
Stadt Schmölln
Wappen von Lumpzig
Koordinaten: 50° 56′ 52″ N, 12° 15′ 41″ O
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 10,74 km²
Einwohner: 493 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 04626
Vorwahl: 034495
Lumpzig (Thüringen)
Lumpzig

Lage von Lumpzig in Thüringen

Die letzte Bockwindmühle des Altenburger Landes, erbaut 1732.
Die letzte Bockwindmühle des Altenburger Landes, erbaut 1732.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Lumpzig liegt im Altenburger-Zeitzer-Lösshügelland, einem Teilstück der Leipziger Tieflandbucht. Im Gebiet der Ortsgemarkung von Lumpzig entspringen der Gerstenbach und sein Zufluss Kleiner Gerstenbach, sowie der Kleine Jordan, ein Zufluss der Blauen Flut.

NachbarorteBearbeiten

Angrenzende Orte sind im Uhrzeigersinn von Nordenwesten beginnend Braunshain, Großbraunshain, Dobitschen, Kleintauscha und Hartha.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde setzte sich aus den Ortsteilen Lumpzig, Braunshain, Großbraunshain, Hartha, Kleintauscha und Prehna zusammen.

GeschichteBearbeiten

Der Ort Lumpzig wird erstmals in einer Urkunde des Bischofs Udo I. von Naumburg im Jahre 1140 als Lomzke genannt. Ein Heinrius de Lumpzhicz wird 1291 erwähnt. Der Ort gehörte der Familie von Ende aus Kayna und bestand vermutlich lediglich aus einem Vorwerk mit Schäferei. Im Jahre 1668 wurde das heutige Herrenhaus von Heinrich Hildebrand von Einsiedel erbaut, welches von 1948 bis 2007 als Alten- und Pflegeheim genutzt wurde. Das dazugehörige Rittergut ging 1798 in bürgerlichen Besitz über. Es besaß 1935 eine Flurgröße von 137 Hektar und wurde somit im Zuge der Bodenreform 1945 enteignet.

Lumpzig gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum wettinischen Amt Altenburg,[1][2] welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte Lumpzig bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900)[3] bzw. zum Landratsamt Ronneburg (ab 1900).[4] Das Dorf gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam es zum Landkreis Altenburg.

Südwestlich des Hauptortes, etwas außerhalb gelegen befindet sich die letzte Bockwindmühle des Altenburger Landes aus dem Jahr 1732 und stellt somit die älteste dieser Art in ganz Thüringen dar. Die sich am südwestlichen Dorfrand befindende Kirche entstand im Jahr 1830. Seit der Errichtung der Molkerei Großbraunshain 1897 wird die regionale Spezialität Altenburger Ziegenkäse hergestellt.

Die heutigen Ortsteile Großbraunshain, Hartha und Kleintauscha wurden am 1. Juli 1950 eingemeindet. Braunshain wurde durch Umgliederung aus der Gemeinde Bröckau am 1. Januar 1956 ein Ortsteil von Lumpzig. Dieser Ort gehörte vor 1952 nicht zum thüringischen Landkreis Altenburg, sondern zum Landkreis Zeitz in der vormals preußischen Provinz Sachsen. Der Ortsteil Prehna wurde am 1. Januar 1957 ohne seinen Ortsteil Meucha eingegliedert.

Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam die Gemeinde Lumpzig mit dem Kreis Schmölln an den Bezirk Leipzig, der seit 1990 als Landkreis Schmölln zu Thüringen gehörte und 1994 im Landkreis Altenburger Land aufging. Seit dem 1. Januar 1992 gehörte die Gemeinde Lumpzig der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land an. Am 1. Januar 2019 wurde Lumpzig nach Schmölln eingemeindet und die Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land wurde aufgelöst.[5]

EingemeindungenBearbeiten

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Braunshain 01.07.1950
01.01.1956
Eingemeindung nach Bröckau
Umgliederung nach Lumpzig
Großbraunshain 01.07.1950
Hartha 01.07.1950
Kleintauscha 01.07.1950
Prehna 01.01.1957 ohne den Ortsteil Meucha

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 656
  • 1995: 647
  • 1996: 654
  • 1997: 665
  • 1998: 697
  • 1999: 685
  • 2000: 670
  • 2001: 665
  • 2002: 665
  • 2003: 681
  • 2004: 658
  • 2005: 661
  • 2006: 654
  • 2007: 608
  • 2008: 581
  • 2009: 586
  • 2010: 561
  • 2011: 554
  • 2012: 547
  • 2013: 533
  • 2014: 535
  • 2015: 515
  • 2016: 505
  • 2017: 493
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[6]

  • CDU-Wählergruppe – 3 Sitze (42,7 %)
  • Gemeinsam für Lumpzig – 4 Sitze (57,3 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4 % (−3,2 %p).

BürgermeisterBearbeiten

Seit dem 6. Juni 2010 war der parteilose Torsten Hiller Bürgermeister, er löste den vormaligen CDU-Politiker Kurt Gentsch mit einem Stimmenanteil von 54,9 % ab. Torsten Hiller wurde am 5. Juni 2016 mit einer Mehrheit von 84,5 % und einer Wahlbeteiligung von 38,0 % (- 33,7 %p) im Amt bestätigt. Vorheriger Bürgermeister bis 1999 war zudem Ehrenfried Thieme von der SPD.[7]

 
Die einzig erhaltene Bockwindmühle des Altenburger Landes.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Bockwindmühle, die vom Verein Altenburger Bauernhöfe e.V. in den vergangenen Jahren restauriert wurde, ist Veranstaltungsort für mehrere Feste, die über das ganze Jahr verteilt stattfinden, das größte dürfte dabei das Lumpziger Bockwindmühlenfest sein.[8]

VereineBearbeiten

Seit 1880 gibt es den Spielmannszug Lumpzig. Er gehört neben den Abteilungen Fußball, Kegeln, Bogenschießen und Frauensport zum Sportverein „Osterland“ Lumpzig e.V.

VerkehrBearbeiten

 
Empfangsgebäude der ehemaligen Haltestelle Lumpzig, vormals Großbraunshain

Die Landesstraße 1362 verläuft durch die Ortsteile Lumpzig und Hartha.

Lumpzig liegt an der Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg, auf der zwischen 1887 und 1972 Personenverkehr durchgeführt wurde. Die auf Harthaer Flur liegende Bahnstation trug bis 1953 den Namen Großbraunshain, danach bis zur Stilllegung im Jahr 1972 den Namen Lumpzig. Seit 1974 wird der erhalten gebliebene Streckenteil nur noch im Güterverkehr bedient.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lumpzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Amt Altenburg im Buch „Geographie für alle Stände“, ab S. 201
  2. Die Orte des Amts Altenburg ab S.83
  3. Der Ostkreis des Herzogtums Sachsen-Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. Das Landratsamt Ronneburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 1. Januar 2019
  6. Gemeinderatswahl 2014 Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 3. August 2014
  7. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 1. August 2016
  8. Altenburger Bauernhöfe e.V.: Bockwindmühle Lumpzig. Abgerufen am 2. August 2017.
  9. Die Haltestelle Lumpzig auf www.sachsenschiene.net