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Ludwig-Ernst Toelle

deutscher Textilfabrikant und Stadtverordneter in Barmen

FamilieBearbeiten

Ludwig-Ernst Toelle begann als Fabrikant in Halberstadt. Im Jahr 1851 heiratete er Julie Noelle (1824–1897), Tochter des Metallwarenfabrikanten Peter Caspar Noelle (1790–1875), Firma Gebr. Noelle, Lüdenscheid. Sie hatten drei Söhne und zwei Töchter und waren wohnhaft in der Loher Straße 5. Die Barmer Zeitung berichtete am 2. Oktober 1886, dass „Ludwig-Ernst Toelle sanft nach schwerem Leiden entschlief“.

Die Firma ToelleBearbeiten

Der Familie Toelle gehörte die 1853 in der Loher Straße 9 gegründete Fabrik gummielastischer Waren wie Hosenträger, Strumpfgürtel usw., Kordeln und Litzen, Bandagenstoffe. Nach dem Tod von Ludwig-Ernst Toelle wurde sie vom ältesten Sohn Hugo-Ernst Toelle (* 26. März 1852; † 21. September 1921, Vorsitzender des Barmer Kunstvereins 1908–1914), übernommen. Noch im Adressbuch von 1909 wurde er als Inhaber genannt. 1919 hieß die Firma Ludwig-Ernst Toelle, Nachf., Inh. Walter Rosenbaum und war noch am Loh platziert. Nach Kriegsende bis in die 1970er Jahre hatte sie ihren Sitz in Langerfeld in der Badischen Straße 8–10.[1] Die Spur der Familie Toelle verliert sich danach.

LuftfahrtBearbeiten

Die Familie Toelle war eng mit der Geschichte der Luftfahrt verbunden. Die Toelles gehörten zu den Gründungsmitgliedern und Förderern des Vereins für Luftschifffahrt und der Rheinisch-Westfälischen Motor-Luftfahrtsgesellschaft. Auch Ludwig-Ernst Toelle betätigte sich als Luftfahrtpionier, doch entgegen anderen veröffentlichten Forschungsergebnissen ist er nicht mit einem Gasballon abgestürzt, wie sein Enkel und Sohn von Hugo Toelle, Max Otto Toelle (* 8. März 1878; † 13. Juli 1910), der gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten mit dem Luftschiff Erbslöh bei Leichlingen tödlich verunglückte. Das 1911 dort gesetzte Oskar-Erbslöh-Denkmal erinnert auch an Max Toelle.

ToelleturmBearbeiten

 
Der Toelleturm im November

Ludwig-Ernst Toelle spazierte regelmäßig über den Barmer Südhöhenzug und genoss dort den weiten Blick in das Bergische Land. Hierbei entstand seine Idee, einen Aussichtsturm zu bauen. Mit dieser Auflage vermachte er dem Barmer Verschönerungsverein testamentarisch 15.000 Goldmark. 1888 wurde der Toelleturm für die Öffentlichkeit geöffnet.

Grabanlagen ToelleBearbeiten

Auf dem Unterbarmer Friedhof befinden sich die von dem mit der Familie Toelle befreundeten Düsseldorfer Bildhauer Joseph Hammerschmidt gestalteten und später als schützenswert eingestuften Grabanlagen aus Belgisch-Granit für

  • Carl Toelle – Mausoleum mit Figurengruppe: Nibelungengruppe Hagen und Volker auf der Wacht, Feld 5/4, entstanden 1904. Carl Toelle war der zweite Sohn von Ludwig-Ernst Toelle und Teilhaber der Fabrik.
  • Hugo Toelle – Dreiteilige niedrige Grabwand mit Figurengruppe: Zwei weibliche Trauernde, auf Urne gestützt, Feld 5/3, entstanden 1921. Hier befindet sich auch die Urne von Max Toelle.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ludwig-Ernst Toelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien