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Ludovico Sforza

Herzog von Mailand aus der Familie Sforza
Ludovico Sforza von Francesco Napoletano, um 1494 (Ausschnitt aus dem Sforza-Altar, Pinacoteca di Brera, Mailand)
Unterschrift
Ludovico Sforzas
Porträt Ludovicos von 1496/1499 als Buchmalerei in der Handschrift Mailand, Biblioteca Trivulziana, Ms. 2167, fol. 54r

Ludovico Maria Sforza (genannt il Moro; * 27. Juli 1452 in Vigevano; † 27. Mai 1508 in Loches) war von 1494 bis 1499 und 1500 Herzog von Mailand und berühmt als Förderer Leonardo da Vincis und anderer Künstler. Er verlor das Herzogtum 1500 an die Franzosen und starb als deren Gefangener.

Sein Beiname il Moro wird häufig als „der Dunkle“ übersetzt und auf seine angebliche besonders dunkle Haut- beziehungsweise Haarfarbe bezogen. Alternativ wird er teilweise auch darauf zurückgeführt, dass sein zweiter Vorname Maurus gelautet habe.[1] Wahrscheinlich leitet er sich jedoch vom italienischen mora (Maulbeerbaum) her, dem Wappensymbol Ludovicos, das unter anderem auch seine Förderung des Anbaus von Maulbeerbäumen für die Seidenproduktion symbolisierte.[2]

Inhaltsverzeichnis

HerkunftBearbeiten

Er stammte aus der Familie Sforza, die durch die 1441 geschlossene Ehe seines Vaters, des berühmten Kondottiere Francesco I. Sforza (1401–1466), mit Bianca Maria Visconti (1425–1468), der Erbin des Herzogtums Mailand, aus dem Kleinadel zu einer der mächtigsten Fürstenfamilien in Italien aufstieg, da Francesco I. 1450 Herzog von Mailand wurde.

LebenBearbeiten

Ludovico war der fünfte Sohn seiner Eltern, hatte daher zunächst keine Aussicht auf die Thronfolge. Nach der Ermordung seines älteren Bruders Herzog Galeazzo Maria im Jahr 1476 folgte auf dem Mailänder Thron dessen siebenjähriger Sohn Gian Galeazzo Sforza. Ludovico behielt während der Minderjährigkeit Gian Galeazzos die Regentschaft in Mailand, obwohl mehrfach versucht wurde, ihn zu vertreiben.

Als Gian Galeazzo am 22. Oktober 1494 starb, nahm Ludovico die Herzogskrone vom Mailänder Adel entgegen. Im gleichen Jahr ermutigte er Karl VIII. von Frankreich (Regierungszeit 1483–1498), sich in Italien zu engagieren. Als er jedoch seine eigene Stellung durch die französische Politik in Gefahr sah, schloss er sich der Allianz gegen Karl VIII. an, verheiratete seine Nichte Bianca Maria Sforza mit dem deutschen König Maximilian I. (Regierungszeit 1493–1519) und erhielt im Gegenzug die Investitur in Mailand durch den Kaiser.

1495 schlug er das Heer des französischen Königs in der Schlacht bei Fornovo, für die er Waffen aus 70 Tonnen Bronze schmieden ließ, die eigentlich für das von Leonardo da Vinci entworfene Reiterstandbild des Francesco Sforza bereitgestellt waren, wurde aber 1499 von Ludwig XII. (regierte 1498–1515) aus Mailand vertrieben. Ludovico vermittelte den Frieden zu Basel und eroberte Mailand am 5. Februar 1500 für kurze Zeit mit Hilfe von Schweizer Söldnern zurück, wurde dann aber durch einen von ihnen im Verrat von Novara im April 1500 den Franzosen ausgeliefert. Er starb am 27. Mai 1508 als Gefangener in der Burg Loches.

Francesco Sforza, der Sohn von Gian Galeazzo, wurde ebenfalls von Ludwig XII. nach Frankreich gebracht, wo er der Abt von Marmoutier wurde. Er starb 1511.

NachkommenBearbeiten

Ludovico Sforza heiratete am 18. Januar 1491 Beatrice d’Este (1475–1497), eine Tochter von Ercole I. d’Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio († 1505) und der Eleonora Infantin von Aragón († 1493). Er hatte mit ihr zwei Kinder:

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ludovico Sforza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. So etwa John E. Morby: The Sobriquets of Medieval European Princes. In: Canadian Journal of History. Band 13, Nummer 1, 1978, S. 1–16, hier S. 13, doi:10.3138/cjh.13.1.1.
  2. Patricia Trutty-Coohill: Leonardo's Sala delle Asse and Sullivan's Organic Architecture. In: Analecta Husserliana. Yearbook of Phenomenological Research. Band 66, 2000, S. 19–34, hier S. 25 (online).
VorgängerAmtNachfolger

Gian Galeazzo Sforza
Ludwig XII.
Herzog von Mailand
1494–1499
1500

Ludwig XII.
Ludwig XII.