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Lubowitz (polnisch Łubowice) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Lubowitz liegt in der Gemeinde Rudnik im Powiat Raciborski (Kreis Ratibor) in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Lubowitz hat 365 Einwohner.

Lubowitz / Łubowice
Lubowitz / Łubowice führt kein Wappen
Lubowitz / Łubowice (Polen)
Lubowitz / Łubowice
Lubowitz / Łubowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Racibórz
Gmina: Rudnik
Fläche: 3,70 km²
Geographische Lage: 50° 10′ N, 18° 14′ OKoordinaten: 50° 9′ 41″ N, 18° 14′ 9″ O
Einwohner: 365 ([1])
Postleitzahl: 47-417
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SRC
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice



Zweisprachiges Ortsschild
Schloss Lubowitz
Schloss Lubowitz

Lubowitz ist bekannt als Geburtsort des deutschen Dichters Joseph von Eichendorff.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Lubowitz liegt sechs Kilometer nordöstlich vom Gemeindesitz Rudnik, neun Kilometer nördlich von der Kreisstadt Racibórz (Ratibor) und 56 Kilometer westlich von der Woiwodschaftshauptstadt Katowice. Lubowitz liegt an der Oder.

Nachbarorte von Lubowitz sind im Nordwesten Gacki (Gatzki), im Norden Grzegorzowice (Gregorsdorf) und im Süden Ligota Książęca (Herzoglich Ellguth).

GeschichteBearbeiten

Lubowitz wurde erstmals 1376 erwähnt.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 39 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 123 für Polen, im Gutsbezirk Lubowitz stimmten 41 Personen für Deutschland und 17 für Polen.[2] Lubowitz verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 343 Einwohner. 1939 hatte der Ort 359 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Ratibor.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Łubowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Von 1945 bis 1954 war Łubowice Sitz der Gemeinde Łubowice. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Opole. 1975 kam der Ort zur Woiwodschaft Kattowitz. Mit der Wende wurde in dem Ort 1989 der Eichendorff-Verein gegründet. 1999 kam der Ort zum Powiat Raciborski und zur Woiwodschaft Schlesien. Am 12. Juli 2000 wurde das Oberschlesische Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum eröffnet.

Seit dem 11. April 2008 führt Lubowitz zusätzlich zur bis dahin allein amtlichen polnischen Ortsbezeichnung Łubowice den deutschen Ortsnamen Lubowitz. Lubowitz ist damit der erste Ort in der Woiwodschaft Schlesien, der einen deutschen Ortsnamen führt. Die deutschsprachigen Ortsschilder wurden am 4. September 2008 um 13:00 Uhr in Anwesenheit des Woiwoden Zygmunt Łukaszczyk feierlich enthüllt.[3][4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • In Lubowitz befindet sich das Oberschlesische Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum, an dessen Eröffnungsfeier am 12. Juli 2000 als Überraschungsgast der deutsche Entertainer Thomas Gottschalk teilnahm, der sich freimütig zu seinen schlesischen Wurzeln bekennt und dem Zentrum 50.000 DM spendete.[5][6]
  • Im April 2005 wurde in Lubowitz ein Eichendorff-Gedenkmuseum eröffnet. Dort werden Gegenstände ausgestellt, die in den letzten Jahren in der Stadt entdeckt wurden.
  • Ruine des Schlosses Lubowitz, Wohnsitz der Familie von Eichendorff
  • Neogotische Kirche aus dem Jahr 1907

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lubowitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. gmina-rudnik.pl
  2. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921 (Memento vom 9. März 2016 im Internet Archive)
  3. Homepage (Memento des Originals vom 27. März 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eichendorffzentrum.de des Oberschlesischen Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrums in Lubowitz
  4. „Lubowice und Lubowitz. Mit polnisch-deutschen Ortsschildern Geschichte schreiben“ in ZDF-Mittagsmagazin vom 12. September 2008
  5. „Wir sehnen uns nach Hause und wissen nicht, wohin? – Oberschlesisches Eichendorff-Kultur- und -Begegnungszentrum in Lubowitz eingeweiht“ (PDF; 148 kB) im Internetportal von Norbert Willisch
  6. „Die teuerste Ansprache meines Lebens“ Ansprache von Thomas Gottschalk anlässlich der Einweihung des Oberschlesischen Eichendorff-Kultur-und-Begegnungszentrums in Lubowitz