Louis Gérardin

französischer Radrennfahrer
Louis Gérardin

Louis „Toto“ Gérardin (* 12. August 1912 in Boulogne-Billancourt; † 23. Mai 1982 in Paris) war ein französischer Bahnradsportler und -trainer.

KarriereBearbeiten

Über 20 Jahre lang gehörte Louis Gérardin zu den weltbesten Sprintern auf der Bahn. 1930 wurde er Weltmeister der Amateure im Sprint, anschließend wurde er Profi. Als solcher belegte er dreimal den zweiten und zweimal den dritten Platz bei Bahn-Weltmeisterschaften. 13-mal wurde Gérardin Französischer Meister, zuletzt 1953, im Alter von 41 Jahren. 1950 gab es die kuriose Situation, dass es gleichzeitig drei Meister Frankreichs gab. Der Verband hatte beschlossen, den Fliegersport zu fördern und veranstaltete drei gleichberechtigte Meisterschaften, an der Amateure, Unabhängige und Berufsfahrer teilnehmen konnten. Alle drei Sieger durften das Meistertrikot tragen. Neben Gérardin waren Jacques Bellenger und Maurice Verdeun die anderen Meister, zudem gab es noch eine reine Amateurmeisterschaft.[1]

1939, 1941 und 1943 siegte er beim Grand Prix de Paris sowie dreimal, 1936, 1937, und 1941 beim Grand Prix de l’UVF, beides renommierte Sprint-Turniere. Ungewöhnlich war seine Freundschaft mit den sportlichen Konkurrenten, dem belgischen Fahrer Jef Scherens und dem Deutschen Albert Richter; sie wurden die „drei Musketiere“ genannt.

Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn im Jahre 1958 wurde Gérardin Trainer der französischen Nationalmannschaft und betreute erfolgreiche Sprinter wie Daniel Morelon und Pierre Trentin. Als er 1977 in den Ruhestand ging, folgte ihm Morelon als Nationaltrainer.

PrivatesBearbeiten

Aufsehen erregte in Frankreich Gérardins Affäre mit Édith Piaf. Für die Sängerin verließ er Anfang der 1950er Jahre seine Frau, die das Paar von einem Privatdetektiv beschatten ließ. Nach Beendigung der rund zweijährigen Affäre beklagte sich Gérardin öffentlich: „Zwei Tage und zwei Nächte mit der Piaf sind anstrengender als eine Etappe der Tour de France.“[2] 54 Liebesbriefe, die die Piaf an Gérardin schrieb, wurden im Mai 2009 für 67.000 Euro bei Christie’s versteigert.[3]

ErfolgeBearbeiten

WeltmeisterschaftsmedaillenBearbeiten

  • Gold
    • Sprint: 1930 (Amateure)
  • Silber
    • Sprint: 1936, 1947, 1948
  • Bronze
    • Sprint: 1934, 1935

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bund Deutscher Radfahrer (Hrsg.): Radsport. Nr. 36/1950. Deutscher Sportverlag Kurt Stoof, Köln 1950, S. 18.
  2. Renate Franz: Der vergessene Weltmeister. Das rätselhafte Schicksal des Kölner Radrennfahrers Albert Richter. Covadonga, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-936973-34-1, S. 83.
  3. Liberation v. 25. Juni 2009

WeblinksBearbeiten