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Lotte Tobisch

österreichische Theaterschauspielerin
Lotte Tobisch (2013)

Lotte Tobisch-Labotýn (* 28. März 1926 in Wien) ist eine österreichische Managerin, Autorin und ehemalige Schauspielerin.

Große Bekanntheit erlangte sie als Organisatorin des Wiener Opernballs, welchen sie von 1981 bis 1996 leitete. Aktuell ist sie u. a. als Präsidentin des Vereins Künstler helfen Künstlern[1] in Baden (Niederösterreich) tätig und tritt auch gelegentlich in diversen Fernsehsendungen auf.

FamilieBearbeiten

Lotte Tobisch-Labotýn wurde 1926 in Wien als Tochter des Architekten Karl Tobisch-Labotýn (1897–1977) und dessen Ehefrau Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg (1906–2002) geboren. Ihr Großvater Karl Anton Josef Tobisch (1860–1932) war Präsident des Landesschulrates von Böhmen und Mähren und wurde 1912 als "Ritter Tobisch von Labotýn" in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben. Als 1919 in Österreich die Aufhebung des Adels beschlossen wurde, betraf dies auch die Familie Tobisch von Labotýn.

Ihr Stiefvater war Gustav David Lederer (1878–1951)[2]; ihre Tante Margarete (1901–1991) war in zweiter Ehe mit Karl Steinhoff, Innenminister der DDR, verheiratet.

LebenBearbeiten

Sie genoss eine Ausbildung an gehobenen Schulen, wie im Schloss Marquartstein in Oberbayern oder im Wiener Gymnasium Sacre Coeur.[3] Sie absolvierte eine Ausbildung am Franz Schubert Konservatorium.[4] Während die Familie gegen Kriegsende nach Bayern floh, blieb Tobisch allein in Wien, wo sie den um 37 Jahre älteren Erhard Buschbeck kennenlernte und mit ihm eine „skandalträchtige Beziehung“ einging.[5]

Als Schauspielerin war sie Schülerin von Raoul Aslan und gab ein frühes Debüt am Wiener Burgtheater, danach auch am Wiener Volkstheater sowie am Theater in der Josefstadt. Im Jahr 1986 erhielt Lotte Tobisch den Ehrenring des Burgtheaters. Aber auch als Filmschauspielerin war sie tätig. So spielte sie unter Georg Wilhelm Pabst die Rolle von Eva Braun im Film Der letzte Akt. Am Burgtheater war sie auch als künstlerischer Betriebsrat tätig.

Der breiten Öffentlichkeit ist Lotte Tobisch vor allem als Organisatorin des weltberühmten Wiener Opernballs bekannt, welchen sie von 1981 bis 1996 leitete. In den letzten Jahren engagierte sie sich verstärkt für soziale Projekte, unter anderem die Aktion „Künstler helfen Künstlern“ und die Österreichische Alzheimer-Liga.

Über mehrere Jahre führte Lotte Tobisch einen Briefwechsel mit dem Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, der 2003 in Buchform veröffentlicht wurde.

Am 1. Oktober 2007 wurde Lotte Tobisch im Wiener Rathaus von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die „Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold“ verliehen.[6] Unter Wissenschaftsminister Rudolf Scholten wurde ihr auch die Berufsbezeichnung Professor verliehen.[7]

Auch im hohen Alter ist Lotte Tobisch für den Verein „Künstler helfen Künstlern“, der in Baden ein Heim betreibt, als Präsidentin aktiv.

Bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 unterstützte sie die Kandidatur der NEOS.[8] Bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2018 unterstützte sie im Wahlkampf die Volkspartei Niederösterreich, insbesondere die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.[9]

Seit 1951 lebt sie am Opernring.[10]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

Weitere AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Künstlerheim Baden - Künstler helfen Künstlern - Hilde Wagener Heim. Abgerufen am 16. Oktober 2018 (deutsch).
  2. Meysels, L.O.: Die Welt der Lotte Tobisch. Edition Va Bene, 2002, ISBN 978-3-85167-120-9 (google.at).
  3. Lotte Tobisch feiert 85. Geburtstag auf ORF vom 28. März 2011
  4. Ehemalige Studenten des Schubert Konservatoriums (Memento des Originals vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.franzschubertkonservatorium.at
  5. Interview mit Lotte Tobisch in der Presse vom 7. Dezember 2013 abgerufen am 11. Jänner 2014
  6. Weblink: http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020071001025
  7. Die Welt der Lotte Tobisch Seite 190 abgerufen am 5. September 2010
  8. Lotte Tobisch in Personenkomitee für NEOS. In: news.ORF.at. 22. September 2017 (orf.at [abgerufen am 16. Oktober 2018]).
  9. Volkspartei Niederösterreich: Lotte Tobisch über Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. 11. Januar 2018, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  10. Kultur heute: Ringstraßen-Trilogie, ORF III, 10. März 2015, 19:50 („Seit 64 Jahren …“)
  11. a b c Lotte Tobisch, "Dame von Welt", erhielt Goldene Ehrenmedaille vom 1. Oktober 2010 abgerufen am 11. Jänner 2014
  12. Amalthea - Auf den Punkt gebracht. Abgerufen am 22. März 2019 (deutsch).