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Lothar von Wurmb

deutscher Beamter, Polizeipräsident von Berlin, Regierungspräsident von Wiesbaden und Politiker, Md
Lothar von Wurmb

Günther Karl Lothar von Wurmb (* 30. Januar 1824 in Kölleda; † 28. Juli 1890 in Wiesbaden) war ein deutscher Verwaltungsjurist, Offizier und Abgeordneter in Preußen.

HerkunftBearbeiten

Lothar entstammte dem alten thüringischen Adelsgeschlecht von Wurmb. Er war der Sohn von Karl Wurmb von Zinck (1795–1890) und dessen Ehefrau Wilhelmine Christiane, geborene von Hopffgarten (1800–1865).

LebenBearbeiten

Wurmb studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Rechtswissenschaft. Mit Adolf Hilmar von Leipziger wurde er 1843 im Corps Guestphalia Heidelberg aktiv.[1] 1850 bestand er das Referendarexamen. Er trat 1853 in die innere Verwaltung des Königreichs Preußen und kam als Regierungsassessor nach Potsdam. 1854 wurde er nach Merseburg in der Provinz Sachsen versetzt. Ab 1857 war er Landrat im Kreis Weißenfels.[2] Im Deutschen Krieg war er 1866 Zivilkommissar des Königreichs Sachsen. 1867 wurde er Polizeipräsident in Berlin. Schließlich wurde Wurmb 1872 für 18 Jahre Regierungspräsident im Regierungsbezirk Wiesbaden. Dort wurde er 1886 zum Wirkl. Geh. Oberregierungsrat ernannt. Von 1874 bis 1890 war er Direktor des Nassauischen Vereins für Naturkunde. Wurmb war Major in der Preußischen Armee, Dechant des Merseburger Doms und Ehrenritter des Johanniterordens.[3]

Als Parlamentarier wirkte er 1867 im Reichstag (Norddeutscher Bund) und von 1884 bis 1890 im Reichstag (Deutsches Kaiserreich) in Berlin.[4] In den Jahren 1882 bis 1885 war er als Abgeordneter der Reichs- und Freikonservativen Partei Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.[5] Von 1885 bis zu seinem Tod saß er im Preußischen Herrenhaus.[3]

FamilieBearbeiten

Wurmb heiratete am 6. Juni 1854 in Rudolstadt Emma Freiin von Gleichen genannt von Rußwurm (1833–1901), die Tochter des fürstlich Schwarzburg-Rudolstädter Kammerherrn und Oberst Alfred Freiherr von Gleichen genannt von Rußwurm und der Sophie Gräfin zu Spaur und Flavon. Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Karl Friedrich Alfred Wolf (* 1855) ⚭ 1887 Karoline Freiin von Platow (* 1866)
  • Karl Hermann Gottfried Lutze (* 1857) ⚭ 1885 Anna Henriette Eugenie (Jenitta) von Schrötter (* 1864)
  • Philipp Martin Philipp Konrad (* 1859) ⚭ 1892 Viktoria von Witzleben (* 1866)
  • Lothar Franz Karl (* 1862) ⚭ 1888 Mathilde Gräfin von Bothmer (* 1865)
  • Otto Dietrich Eckhard (* 1864) ⚭ 1891 Alma Luise Rabeling (* 1866)
  • Friedrich Wilhelm (* 1867)
  • Eva (* 1868) ⚭ 1895 Franz Brognis (1861–1943)[6]
  • Margarethe Ida Marie Adele (* 1873) ⚭ 1898 Hans-Ulrich von Luck und Witten

EhrungenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kösener Korpslisten 1910, 112/532
  2. Kreis Weißenfels (territorial.de)
  3. a b Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 2). Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3, Foto S. 363. Kurzbiographie S. 490.
  4. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 103, 156.
  5. Bernhard Mann (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867-1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 427. (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3)
  6. Borgnis, Alfred Franz. Hessische Biografie (Stand: 30.12.2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 21. Dezember 2018.