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Lothar König (Jesuit)

deutscher Jesuit und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Lothar König SJ (* 3. Januar 1906 in Stuttgart, Deutschland; † 5. Mai 1946 in München, Deutschland) war ein deutscher Jesuit und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

König, am 3. Januar 1906 als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren, besuchte von 1915 bis 1924 die Friedrich-Eugen-Oberrealschule in Stuttgart. 1919 schloss er sich der katholischen Jugendbewegung Bund Neudeutschland an, in ihr war er als Gaugraf tätig. Im Sommersemester 1924 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München Philosophie.

König trat 1924 in den Jesuitenorden ein; nach seinem Noviziat in Tisis in Vorarlberg studierte er von 1926 bis 1929 Philosophie am Berchmanskolleg in Pullach und von 1929 bis 1933 Naturwissenschaften an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Während seines Theologiestudiums (1934–1938) im niederländischen Valkenburg und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main promovierte er an der LMU in Philosophie. 1936 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1939 war im Berchmanskolleg Professor für Kosmologie. Er engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nach dem 20. Juli 1944 sollte er verhaftet werden, ihm gelang aber im letzten Moment die Flucht. Während er sich versteckt hielt, erkrankte er schwer; da er sich im Untergrund befand, konnte er nicht die nötige ärztliche Hilfe erhalten. An den Folgen der Krankheit verstarb er 1946.

Widerstand gegen den NationalsozialismusBearbeiten

König arbeitete im Ausschuss für Ordensangelegenheiten seit seiner Gründung 1941 zusammen mit den Patres Odilo Braun OP, Augustin Rösch SJ, Laurentius Siemer OP, dem Juristen Georg Angermaier als Vertreter der Laien sowie einigen Mitgliedern der Fuldaer Bischofskonferenz wie Konrad Graf von Preysing und Johann Baptist Dietz, der Ausschuss wurde als Reaktion auf den nationalsozialistischen Klostersturm gebildet. Hier war er als „Kurier und Verbindungsmann bei der Abwehr von nationalsozialistischen Übergriffen gegen Einrichtungen der Kirche und ihrer Orden“[1] tätig.

Im Kreisauer Kreis arbeitete er aufgrund der Vermittlung seines Provinzials Augustin Rösch SJ mit, hier konnte er seine Kontakte und die Reisen, welche er durch seine Arbeit im Ausschuss für Ordensangelegenheiten hatte, gut nützen und einbringen.

LiteraturBearbeiten

  • Bleistein, Roman: Dossier: Kreisauer Kreis. Dokumente aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus; aus dem Nachlaß von Lothar König SJ. Josef Knecht, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-7820-0556-2.
  • Leugers, Antonia: Gegen eine Mauer bischöflichen Schweigens. Der Ausschuß für Ordensangelegenheiten und seine Widerstandskonzeption 1941–1945. Josef Knecht, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7820-0746-8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzbiografie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand