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Lobster ist eine 6-teilige Kriminalserie, die ab dem 25. Februar 1976 in 14-täglichem Abstand im Abendprogramm der ARD erstausgestrahlt wurde. Produziert wurde sie von der Bavaria Atelier GmbH.[1]

Seriendaten
OriginaltitelLobster
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Jahr1976
Länge60 Minuten
Episoden6
GenreKrimiserie
RegieHans W. Geissendörfer
DrehbuchPeter Berneis
Karl Heinz Willschrei
MusikEugen Thomass
KameraFrank Brühne
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
25. Februar 1976
Besetzung

InhaltBearbeiten

Privatdetektiv Lobster ermittelt – wenn überhaupt, denn sein liebstes Möbelstück ist sein Bett – oftmals am Rande der Legalität. Meist sind die Fälle in besseren Kreisen angesiedelt und werden ihm von Kommissar Korn anvertraut, da sie außerhalb des Kompetenzbereichs der Polizei liegen.[1][2]

SonstigesBearbeiten

Den größten Wirbel verursachte Lobster bereits lange vor seiner Ausstrahlung. Die Idee zu dieser Serie hatte Regisseur Hans W. Geissendörfer. Er gab seinem Titelhelden den englischen Namen Lobster, zu deutsch Hummer, da er eine harte Schale hat, ansonsten aber friedlich ist und nur wenn er gereizt wird, hart zupackt. Gemeinsam mit Klaus Bädekerl schrieb Geissendörfer sechs Drehbücher. Da der Westdeutsche Rundfunk (WDR) als beauftragender Sender zu hohe Kosten bei der Umsetzung befürchtete, wurde Karl Heinz Willschrei beauftragt, neue Bücher zu verfassen. Gemeinsam mit Peter Berneis entstanden fünf Skripte, das Buch Geissendörfers zur ersten Folge wurde umgeschrieben. Anschließend begab sich Willschrei auf einen längeren Spanien-Aufenthalt und Geissendörfer begann mit den Dreharbeiten. Nach seiner Rückkehr sah sich Willschrei drei Episoden an und war vom Ergebnis alles andere als begeistert:[1]

Das ist alles so blöd und unsinnig. Geissendörfer hat sich da einen Detektiv ausgedacht, der wie ein Gammler lebt. Das wirkt alles so unglaubwürdig. Mit Sicherheit ziehe ich meinen Namen für die 6. Folge zurück. Mit diesen geschmacklosen und peinlichen Szenen will ich nichts zu tun haben. Geissendörfer hat etwas völlig anderes verfilmt, als ich geschrieben habe. Er hat versucht mein Buch so umzuschreiben, wie er schreiben würde, wenn er schreiben könnte.

Geissendörfer wies jegliche Kritik zurück und warf Willschrei seinerseits vor, nur unvollständige Bücher abgeliefert zu haben. Rückendeckung erhielt er dabei bis zu einem gewissen Grad vom damaligen Dramaturgen des WDR, Günter Rohrbach:[1]

Ich halte Geissendörfer für einen sehr guten Regisseur. Ob wir ihm aber nochmal sechs Krimifolgen geben würden, ist eine andere Frage...

Die Presse kündigte Lobster als deutschen Columbo an und auch Regisseur Geissendörfer prophezeite mit dieser Figur eine "große Wende bei den Fernsehkrimis" und dass man "nach und nach vom alten abgeschlafften Krimischema wegkommen" werde. Bei Kritikern konnte sich die Serie nicht durchsetzen, die Fernsehzeitschrift Hörzu startete eine Umfrage unter deutschen Privatdetektiven, was diese von Lobster hielten und erhielt überwiegend negative Reaktionen.[1]

Die Serie wurde 1978/79 und 1991 wiederholt und ist auf DVD erschienen.[3]

EpisodenlisteBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Lobster bei krimiserien.de, abgerufen am 28. Oktober 2017
  2. Lobster bei zauberspiegel-online.de, abgerufen am 28. Oktober 2017
  3. Lobster bei fernsehserien.de, abgerufen am 28. Oktober 2017