Liste von Zwischenfällen mit der Boeing 707

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Die Liste von Zwischenfällen mit der Boeing 707 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen der Typen Boeing 707 und Boeing 720.

Vom Erstflug 1957 bis zum 15. Januar 2019 kam es mit Boeing 707 zu 173 Totalschäden von Flugzeugen. Das entspricht rund einem Fünftel (20,21 Prozent) aller 856 produzierten Flugzeuge dieses Typs. Bei 81 der Unfälle kamen 3032 Menschen ums Leben. In der Zahl der Totalschäden sind 19 Verluste von geparkten Maschinen inbegriffen.[1]

Insgesamt ergeben sich für die Boeing 707 8,60 Verluste pro einer Million Flüge, was – wie beim Konkurrenzmuster Douglas DC-8 mit 8,84 – über dem Durchschnittswert der 1960er und 1970er Jahre von etwa 5 liegt. Heutige Flugzeuge können im Vergleich mit Werten meist unter 0,5 sehr viel sicherer betrieben werden.[2] Dreizehn Totalverluste mit insgesamt 280 Toten hatten eine kriegerische oder kriminelle Ursache, elf weitere gingen auf sonstige Ereignisse zurück und forderten keine Menschenleben. Beispiele:

Boeing 707Bearbeiten

1950er-JahreBearbeiten

  • Am 3. Februar 1959 deaktivierte sich auf einem Flug der Pan American World Airways von London-Heathrow nach New York Idlewild der Autopilot einer Boeing 707-123, als der Kapitän auf einer Flughöhe von 10.700 Metern das Cockpit verließ. Das Flugzeug ging in einen Sinkflug über, was der Erste Offizier zunächst nicht bemerkte. Als die Sinkrate spürbar zunahm, kehrte der Kapitän ins Cockpit zurück und fing die Maschine in einer Höhe von 1.800 Metern aus dem Sturzflug wieder ab. Die Maschine wurde auf dem Flughafen Gander mit beschädigten Flügelklappen notgelandet, alle 123 Insassen überlebten den Zwischenfall. Die schwer beschädigte Maschine wurde nach einer Reparatur wieder in Betrieb genommen.[3]
  • Am 15. August 1959 führte die Besatzung einer Boeing 707-123 der American Airlines einen Testflug vom Calverton-Peconic Airpark auf Long Island durch. Während des Fluges begann die Maschine außerordentlich zu gieren. Die Besatzung korrigierte das abnorme Flugverhalten nicht, woraufhin die Maschine seitlich abrollte und infolge eines Kontrollverlustes abstürzte. Die fünfköpfige Besatzung kam ums Leben.[4]
  • Am 19. Oktober 1959 führte Boeing den Übergabeflug einer Boeing 707-227 durch, die an Braniff International Airways ausgeliefert werden sollte. An Bord befanden sich Piloten und Techniker von Braniff und Boeing. Während des Fluges flog die Besatzung mehrere Dutch Rolls. Bei einer davon überschritt sie den technisch zulässigen Neigwinkel der Maschine. Beim Gegensteuern wurden die Belastungsgrenzen des Flugzeugs überschritten, wobei drei der vier Triebwerke abbrachen und durch ein anschließendes Feuer einige an der Tragfläche befindliche Steuerungssysteme verschmorten. Beim Versuch, die Maschine notzulanden, kam es zu einer Bruchlandung am Ufer des Stillaguamish River in der Nähe von Arlington im Bundesstaat Washington. Vier der acht Personen an Bord kamen ums Leben.[5]

1960er-JahreBearbeiten

  • Am 28. Januar 1961 verlor die Besatzung einer Boeing 707-123 der American Airlines auf einem Trainingsflug aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über die Maschine. Die Maschine stürzte bei Montauk ins Meer, alle sechs Insassen starben.[6]
  • (A) Am 15. Februar 1961 stürzte eine Boeing 707 der Sabena (OO-SJB) auf der Strecke New York–Brüssel beim Landeanflug ab. Alle 72 Insassen und eine Person am Boden kamen ums Leben. Unter den Passagieren war das gesamte US-amerikanische Eiskunstlaufnationalteam, das sich auf der Reise zur Weltmeisterschaft nach Prag befand (siehe auch Sabena-Flug 548).
  • Am 27. Juli 1961 landete eine Boeing 707-328 der Air France (F-BHSA) auf dem Flug von Paris-Orly über Hamburg nach Anchorage und Tokio zunächst auf dem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel zwischen. Beim späteren Start bemerkte der Kapitän, dass das Flugzeug zur Seite zog, sodass er Schwierigkeiten hatte, es gerade auf der Startbahn zu halten. Er brach den Start daraufhin ab, die Maschine kam beim Ausrollen von der Startbahn ab und rollte in eine daneben liegende Senke. Dabei rissen das Fahrwerk und mehrere Triebwerke ab und der Flugzeugrumpf zerbrach in drei Teile. Die erst zwei Jahre alte Maschine musste abgeschrieben werden. Alle 41 Personen an Bord überlebten den Unfall; elf Personen wurden ernsthaft verletzt.[7]
  • Am 1. März 1962 stürzte eine Boeing 707-123B der American Airlines (N7506A) etwa eine Minute nach dem Abheben vom Flughafen New York-Idlewild nahezu senkrecht in flaches Wasser der Jamaica Bay. Der Grund war eine Fehlfunktion der Seitenrudersteuerung, durch die ein nicht mehr zu behebender Kontrollverlust erzeugt wurde. Alle 95 Insassen, 8 Besatzungsmitglieder und 87 Passagiere, kamen ums Leben.[8]
  • Am 3. Juni 1962 wurde eine Boeing 707-328B der Air France (F-BHSM) bei einem missglückten Startabbruch auf dem Flughafen Paris-Orly vollständig zerstört, die sich auf dem Flug nach New York-Idlewild befand. Beim Erreichen der Abhebegeschwindigkeit gelang es den Piloten nicht, das Höhenruder weit genug für ein Abheben zu ziehen, weshalb der Kapitän den Start bei 179 Knoten abbrechen musste. Das Flugzeug überrollte mit hoher Geschwindigkeit das Startbahnende, zerbrach und fing Feuer. Von den 130 Insassen überlebten nur 2. Unfallursachen waren eine beträchtlich vertrimmte Stellung der Höhenflosse und der Ausfall des Trimmsystems.[10]
  • Am 22. Juni 1962 kam eine Boeing 707-328 der Air France (F-BHST) von ihrer vorgesehenen Flugroute ab und flog im Anflug auf den Flughafen Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe in 1400 Metern Höhe gegen einen bewaldeten Berg. Alle 113 Personen an Bord kamen ums Leben. Infolge eines Gewitters war es zu falschen Anzeichen des Radiokompasses gekommen.[11]
  • Am 27. November 1962 verunglückte eine Boeing 707-441 der VARIG (PP-VJB) im Landeanflug auf den Flughafen Lima, als sie in die Seite des Berges La Cruz geflogen wurde. Alle 80 Passagiere und die 17 Besatzungsmitglieder wurden getötet. Es konnte nicht ermittelt werden, warum die Maschine von ihrem Kurs abgekommen war.[12]
  • (A) Am 24. Januar 1966 war eine Boeing 707-437 der Air India (VT-DMN) auf dem Weg von Bombay nach New York. Im Sinkflug zur geplanten Zwischenlandung in Genf wurde sie in den Mont Blanc, Frankreich, geflogen und zerschellte ca. 60 Meter unterhalb des Gipfels an einem Felsgrat. Alle 117 Personen an Bord (106 Passagiere und 11 Besatzungsmitglieder) wurden dabei getötet (siehe auch Air-India-Flug 101).[18] Die Maschine flog fast an derselben Stelle in den Berg wie eine Lockheed L-749 Constellation der Air India am 3. November 1950 (hierfür siehe auch Air-India-Flug 245).
  • (A) Am 5. März 1966 verunglückte eine Boeing 707-436 der BOAC (G-APFE) siebzehn Minuten nach dem Start vom Flughafen Tokio-Haneda, als sie infolge einer schweren Clear Air Turbulence in der Luft auseinanderbrach. Alle 124 Menschen an Bord, die sich auf einer Weltumrundung befanden, kamen dabei ums Leben (siehe auch BOAC-Flug 911).[19]
  • (A) Am 6. November 1967 startete eine Boeing 707-131 der Trans World Airlines vom Flughafen Cincinnati in Richtung Los Angeles. Als die Maschine eine neben der Rollbahn stehende Douglas DC-9 der Delta Air Lines passierte, verursachte der Triebwerksschub der DC-9 einen Flammabriss an Triebwerk Nr. 4 der Boeing. Die Besatzung der Boeing leitete einen Startabbruch ein, die Maschine kam jedoch nicht rechtzeitig zum Stehen, rollte über einen Hügel und hob für einen Augenblick ab. Beim Wiederaufsetzen riss das Triebwerk ab und die Maschine schlitterte 100 Meter über die Landebahn hinaus. Der Rumpf brach auseinander und der rechte Flügel riss ab. Die siebenköpfige Besatzung überlebte den Unfall, von den 29 Passagieren kam eine Person ums Leben (siehe auch Trans-World-Airlines-Flug 159).[20]
  • (A) Am 7. Februar 1968 verunglückte eine aus Honolulu kommende Boeing 707-138B der Canadian Pacific Air Lines bei der Landung auf dem Flughafen Vancouver. Die Maschine landete bei dichtem Nebel, überrollte dabei die Landebahn und kollidierte mit geparkten Flugzeugen, Fahrzeugen und zwei Gebäuden. Von den 61 Personen an Bord überlebten alle 52 Passagiere den Unfall, ein Besatzungsmitglied und eine Person am Boden kamen ums Leben (siehe auch Canadian-Pacific-Airlines-Flug 322).[21]
  • Am 5. März 1968 flog eine Boeing 707-328C der Air France (F-BLCJ) im Anflug auf den Flughafen Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe in 1200 Metern Höhe gegen einen Vulkan. Alle 63 Personen an Bord kamen ums Leben. Der Flugschreiber konnte nie geborgen und die Absturzursache nicht ermittelt werden.[22]
  • (A) Am 8. April 1968 musste eine Boeing 707-465 der British Overseas Airways Corporation (BOAC) (G-ARWE) aufgrund eines Triebwerkbrandes nach dem Start zum Flughafen London-Heathrow zurückkehren. Noch während der Landung riss das Triebwerk ab, der Brand loderte jedoch weiter. Nach der geglückten Notlandung verließen Piloten und Flugingenieur das Cockpit, ohne die Punkte auf den entsprechenden Checklisten abzuarbeiten. Daher wurde unter anderem immer mehr Treibstoff in das Feuer unter der Maschine gepumpt. Dann wurde die gesamte Maschine evakuiert. Von den 127 Personen an Bord kamen 5 ums Leben (siehe auch BOAC-Flug 712).[23][24]
  • (A) Am 20. April 1968 stürzte eine Boeing 707-344C der South African Airways (ZS-EUW) kurz nach dem Start vom Flughafen Windhoek-J. G. Strijdom nach Luanda ab. Von den 128 an Bord befindlichen Personen starben 123. Die Maschine war nicht mit den eigentlich zu dieser Zeit zwingend vorgeschriebenen Flugschreibern und Stimmrekordern ausgerüstet, sodass sich die Flugunfalluntersuchung schwierig gestaltete. Die Absturzursache wurde letztlich auf Pilotenfehler zurückgeführt (siehe auch South-African-Airways-Flug 228).[25]
  • Am 13. Juli 1968 stürzte eine Frachtmaschine des Typs Boeing 707-329C der belgischen Sabena (OO-SJK) auf dem Flug von Brüssel beim Landeanflug auf den Flughafen Lagos 14 Kilometer nördlich davon ab. Alle sieben Insassen wurden getötet.[27]
  • Am 12. Dezember 1968 wurde eine Boeing 707-321B der Pan American World Airways (N494PA) vor der Landung in Caracas bei Nacht in den Atlantischen Ozean geflogen, weil die Piloten die Flughöhe falsch einschätzten. Bei dem Unfall starben alle 51 Insassen.[28]
  • (A) Am 26. Juli 1969 simulierte die Besatzung einer Boeing 707-331C der Trans World Airlines auf einem Trainingsflug einen Triebwerksausfall, indem Triebwerk Nr. 4 in den Leerlauf geschaltet wurde. Als bei Erreichen der Entscheidungsflughöhe ein Fehlanflug eingeleitet werden sollte, ließen sich weder die Landeklappen noch das Fahrwerk wieder einfahren. Die Besatzung schaltete die Hydrauliksysteme ab, ohne Triebwerk Nr. 4 wieder aktiviert zu haben. Sie verlor dabei die Kontrolle über die Maschine, welche nach rechts rollte und in einen Sinkflug überging. Das Flugzeug schlug auf dem Boden auf und ging in Flammen auf, die fünfköpfige Besatzung kam ums Leben (siehe auch Trans-World-Airlines-Flug 5787).[30]
  • Am 3. Dezember 1969 stürzte eine Boeing 707-328B der Air France (F-BHSZ) auf dem Weg von Santiago de Chile nach Paris kurz nach dem einer Zwischenlandung auf dem Flughafen Caracas folgenden Start etwa sechs Kilometer entfernt ins Meer. Alle 62 Menschen an Bord kamen ums Leben. Nach einem durchgesickerten Geheimbericht könnte sich eine Sprengladung im linken Hauptfahrwerkschacht befunden haben.[31]

1970er-JahreBearbeiten

  • Am 25. Juli 1971 unterschritten die Piloten einer Boeing 707-321C der Pan American World Airways (N461PA) im Anflug auf den Flughafen Manila die Mindestflughöhe und flogen in nur 770 Meter Höhe gegen den 32 Kilometer entfernten Berg Kamunay. Die drei Mitglieder der Flugbesatzung der Frachtmaschine starben beim Aufprall.[34]
  • Am 5. Dezember 1972 verunglückte eine auf dem Flughafen Kairo gestartete Boeing 707-366C der Egypt Air (SU-AOW) auf einem Trainingsflug, nachdem bei Beni Suef Triebwerk Nr. 4 von der Tragfläche abriss. Alle sechs Personen an Bord starben.[35]
  • Am 2. Januar 1973 führte eine Boeing 707-321C der Pacific Western Airlines einen Frachtflug von Toronto nach Edmonton durch. Die Maschine war mit 86 Rindern beladen. Die Maschine streifte drei Kilometer vor ihrem Zielflughafen Bäume und Stromleitungen und stürzte auf einen Wall in einer Kiesgrube. Die Rinder wurden bei dem Unfall nach vorne aus dem Flugzeugrumpf auf eine Entfernung von bis zu 100 Metern herausgeschleudert, alle fünf Besatzungsmitglieder starben. Ein Feuer brach aus. Die Unfallursache konnte nicht ermittelt werden (siehe auch Pacific-Western-Airlines-Flug 3801).[36]
  • Am 22. Januar 1973 verunglückte eine Boeing 707-3D3C der jordanischen Alia (JY-ADO), betrieben für Nigeria Airways, auf dem Rückweg von Mekka, Saudi-Arabien. Die Besatzung des nach Lagos geplanten Fluges war aus Wettergründen ausgewichen und machte eine sehr harte Landung auf dem Flughafen Kano, Nigeria, in deren Folge die Maschine in Brand geriet. Die Evakuierung wurde sehr spät eingeleitet. Von den 202 Insassen starben 170 Pilger und 6 Besatzungsmitglieder, 26 Personen überlebten (siehe auch Flugunfall der Boeing 707 JY-ADO der Alia).[37]
  • Am 9. Juni 1973 befand sich eine Boeing 707-327C-Frachtmaschine (PP-VLJ) der VARIG im Anflug auf São Paulo, als der Kapitän versehentlich die Störklappen aktivierte. Die Maschine ging daraufhin aus einer Höhe von 70 Metern in einen steilen Sinkflug über, streifte die Landebahnbefeuerung und schlug hart auf dem Boden auf, wobei zwei der vier Besatzungsmitglieder an Bord ums Leben kamen (siehe auch Flugunfall einer Boeing 707 der VARIG bei Rio de Janeiro 1973).[38]
  • Am 11. Juli 1973 brach an Bord einer Boeing 707-345C (PP-VJZ) der VARIG ein Feuer aus. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Rio de Janeiro zum Flughafen Paris-Orly. Den Piloten gelang eine Notlandung etwa 5 Kilometer vor dem Flughafen. Zehn Besatzungsmitglieder verließen das Flugzeug, während 7 weitere und 116 von 117 Passagieren starben. Mit einer Ausnahme starben die 123 Opfer durch das Einatmen der Brandgase (Rauchvergiftung) (siehe auch Hauptartikel VARIG-Flug 820).[39]
  • Am 3. November 1973 bildete sich Rauch in der Kabine einer Boeing 707-321C der Pan American World Airways (N458PA) auf dem Flug von New York nach Glasgow. Die Besatzung des Frachtflugzeugs wollte zum Flughafen Boston ausweichen, verlor aber im dichten Rauch die Kontrolle über die Maschine, die 80 Meter neben der Landebahn aufschlug. Die drei Besatzungsmitglieder starben beim Absturz.[41]
  • Am 17. Dezember 1973 warfen palästinensische Terroristen auf dem Flughafen Rom-Fiumicino mehrere Handgranaten in eine Boeing 707-321B der Pan American World Airways (N407PA), während Passagiere zustiegen. Dabei wurden 29 Fluggäste und ein Besatzungsmitglied getötet. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Die Terroristen erschossen anschließend einen Wachmann und entführten eine Boeing 737 der Lufthansa nach Kuwait, wo sie einen Tag später aufgaben.[42]
  • Am 8. September 1974 brachte auf einem Flug einer Boeing 707-331B der Trans World Airlines von Athen nach Rom-Fiumicino eine Bombenexplosion im hinteren Frachtraum die Maschine zum Absturz. Das Flugzeug stürzte 93 Kilometer westlich von Kefalonia ins Mittelmeer, alle 88 Personen an Bord starben. Zwei Wochen zuvor hatte es bereits einen Anschlagsversuch auf denselben Flug gegeben.[45]
  • Am 3. August 1975 prallte eine Boeing 707-321C der jordanischen Alia (JY-AEE), auf einem Charterflug für Royal Air Maroc von Frankreich kommend, im Anflug auf den Flughafen Agadir-Inezgane, Marokko, 40 Kilometer vor dem Ziel in 700 Meter Höhe gegen einen Berg. Alle 188 Menschen an Bord starben. Es war der Unfall einer Boeing 707 mit den meisten Todesopfern (siehe auch Flugzeugabsturz bei Agadir).[46]
  • Am 13. Oktober 1976 hob eine Boeing 707-131F (N730JP), die Lloyd Aéreo Boliviano von der US-amerikanischen Jet Power geleast hatte, zu einem Frachtflug nach Miami vom Flughafen Viru Viru ab. Der Start dauerte außergewöhnlich lang und die Maschine hob am Ende der Rollbahn nur zögerlich ab, streifte Bäume und Hausdächer, stürzte auf ein Footballfeld und ging in Flammen auf. Bei dem Unfall starben die dreiköpfige Besatzung sowie 88 Personen am Boden, weitere 78 Personen wurden schwer verletzt. Die Flugunfalluntersuchungen wurden dadurch erschwert, dass der Flugdatenschreiber außer Betrieb gewesen war. Letztlich kamen die Ermittler zu dem Ergebnis, dass der Unfall dadurch verursacht wurde, dass es der Besatzung nicht gelungen war, die für einen sicheren Start notwendige Beschleunigung zu erreichen.[48]
  • Am 25. Dezember 1976 stürzte eine Boeing 707-366C der Egyptair (SU-AXA) beim Landeanflug auf den Flughafen Bangkok-Don Mueang auf eine Fabrik. Alle 52 Personen an Bord sowie 19 Personen am Boden kamen beim Absturz ums Leben.[49]
  • Am 14. Mai 1977 stürzte eine als Frachtmaschine für IAS Cargo Airlines eingesetzte Boeing 707-321C der britischen Dan-Air (G-BEBP) im Anflug 3,6 Kilometer westlich des Flughafens Lusaka (Sambia) senkrecht ab. Grund war der Ermüdungsbruch der gesamten rechten Hälfte des Höhenruders. Alle sechs Insassen wurden getötet.[50]
  • Am 15. Februar 1978 setzte eine Boeing 707 der Sabena (OO-SJE) auf dem Flughafen Teneriffa Nord vor der Landebahn auf, wobei das Bugfahrwerk kollabierte und das Flugzeug rund 1000 Meter über die Bahn rutschte, bis es seitlich davon abkam. Drei der 196 Insassen erlitten leichtere Verletzungen. Die Maschine brannte aus.[52][53]
  • Am 20. April 1978 wurde eine Boeing 707-300B der Korean Air (HL7429) von Paris über Anchorage nach Seoul nahe Murmansk von sowjetischen Abfangjägern beschossen und zur Notlandung gezwungen. Die Maschine änderte in unbeabsichtigter Weise ihren Kurs und drang dadurch in sowjetischen Luftraum ein. Da die Piloten die Aufforderung ignorierten, den Suchoi Su-15 zu folgen, wurden zwei Abfangraketen abgefeuert. Zwei Passagiere verloren dadurch ihr Leben, eine Tragfläche wurde beschädigt. Es kam zu einer Notlandung, nach der die weiteren 97 Passagiere und zwölf Crewmitglieder von den Russen geborgen wurden (siehe auch Hauptartikel Korean-Air-Lines-Flug 902).
  • Am 30. Januar 1979 verschwand eine Frachtmaschine des Typs Boeing 707-323C der VARIG (PP-VLU) aus unbekanntem Grund spurlos über dem Pazifik, nachdem sie den Radarbereich der Flugsicherung ca. 200 Kilometer vor der japanischen Küste verlassen hatte. Der Verbleib des Flugzeugs konnte nicht aufgeklärt werden. Auch die sechsköpfige Besatzung wird seither vermisst (siehe auch VARIG-Flug 967).[54]
  • Am 23. Juli 1979 verunglückte eine Boeing 707-327C der Trans Mediterranean Airways (OD-AFX) auf dem Flughafen Beirut bei einem Trainingsflug ohne Passagiere. Beim dritten Touch-and-Go des Fluges kam das Flugzeug in eine unkontrollierbare Fluglage und stürzte auf dem Flugplatz ab. Alle sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.[55]
  • Am 26. Juli 1979 kollidierte eine Boeing 707-330C der Lufthansa (D-ABUY) auf einem Frachtflug kurz nach dem Start von Rio de Janeiro nach Dakar mit einem Berg bei Petrópolis. Grund waren fehlerhafte Anweisungen der Flugsicherung. Die dreiköpfige Besatzung kam ums Leben (siehe auch Hauptartikel Lufthansa-Flug 527).[56]
  • Am 19. August 1979 sprang eine Boeing 707-123B der Cyprus Airways (5B-DAM) nach dem Aufsetzen am Flughafen Bahrain wieder hoch und setzte danach auf dem Bugfahrwerk auf. Selbiges brach zusammen und beim anschließenden Schleudervorgang wurde die Maschine irreparabel beschädigt. Alle 66 Insassen überlebten den Unfall.[57]
  • Am 26. November 1979 stürzte eine Boeing 707-340C der Pakistan International Airlines (AP-AWZ) auf einem Flug mit Pilgern aus Mekka von Dschidda nach Karachi nach einem Notruf etwa 35 Minuten nach dem Start 50 Kilometer nördlich von Taif ab und brannte aus. Sämtliche 156 Insassen wurden getötet. Als Ursache wird ein von Passagieren in der Kabine benutzter benzinbetriebener Kocher angenommen, ein unter flugunerfahrenen Pilgern lange Zeit nicht unübliches Verhalten (siehe auch Pakistan-International-Airlines-Flug 740).[59]

1980er-JahreBearbeiten

  • Am 27. Februar 1980 verunglückte eine weitere Boeing 707-309C der China Airlines (B-1826) bei der Landung auf dem Flughafen Manila, als sie vor der Landebahn aufsetzte und Feuer fing. Von 135 Insassen wurden bei diesem Zwischenfall 2 getötet.[60]
  • Am 22. Juni 1982 misslang bei der sehr harten Landung einer Boeing 707-437 der Air India (VT-DJJ) am Flughafen Bombay das Durchstarten; die Maschine geriet über die Landebahn hinaus und zerbrach. Von den 111 Insassen starben 17.[61]
  • Am 10. September 1982 landete eine Boeing 707-348C der Sudan Airways (ST-AIM) beim Anflug auf Khartum im Fluss Nil, etwa fünf Kilometer vor der Landebahn. Die Maschine kam auf einem Überführungsflug vom Flughafen Jeddah. Alle elf Insassen überlebten die ungeplante Wasserung; das Flugzeug wurde jedoch zum Totalschaden.[62]
  • Am 17. Oktober 1982 setzte eine Boeing 707-366C der Egypt Air (SU-APE) nach Genf im Landeanflug 50 Meter vor der Landebahn auf, wurde wieder hochgeschleudert und kam seitlich von der Landebahn ab. Bei dem Unfall wurde die Flugzeugfront schwer beschädigt, außerdem brach der rechte Flügel ab. Die Maschine musste als Totalverlust abgeschrieben werden. Alle 182 Insassen, darunter 172 Passagiere, überlebten den Unfall.[63]
  • Am 14. März 1983 stürzte eine Boeing 707-338C der libyschen Jamahiriya Air Transport auf einem Positionierungsflug 30 Kilometer nördlich von Sabha ab und ging in Flammen auf. Die fünf Besatzungsmitglieder an Bord starben.[64]
  • Am Morgen des 14. Dezember 1983 kam es beim Triebwerk Nr. 4 einer Boeing 707-373C HK-2401X der TAMPA Colombia bei einem Start vom Flughafen Medellín zu einer Beschädigung durch Fremdkörper. Die Maschine kehrte daraufhin zum Flughafen zurück. Nach einer Begutachtung des Schadens beschloss man, das Flugzeug für eine Reparatur nach Miami zu überführen. Nachmittags startete die Maschine erneut, das beschädigte Triebwerk befand sich im Leerlauf. Während des Starts versagte auch Triebwerk Nr. 3, das Flugzeug neigte sich, streifte Hochspannungsleitungen und stürzte in einen Fabrikkomplex. Alle drei Besatzungsmitglieder sowie 22 Personen am Boden starben (siehe auch Absturz einer Boeing 707 der TAMPA Colombia in Medellín).[65]
  • Am 3. Januar 1987 kehrte die Flugbesatzung einer Boeing 707-379C (PP-VJK) der VARIG auf dem Weg nach Rio de Janeiro zwanzig Minuten nach dem Start vom Flughafen Abidjan aufgrund einer Feuerwarnung an einem Triebwerk zurück und stellte das Triebwerk ab. Im Anflug auf den Flughafen kam es in der mondlosen Nacht zu räumlicher Desorientierung, Strömungsabriss und Kontrollverlust. Das Flugzeug stürzte 18 Kilometer nordöstlich des Platzes ab und ging in Flammen auf. Von den 12 Besatzungsmitgliedern und 39 Passagieren überlebte nur ein Passagier.[66]
  • Am 13. April 1987 unterschritt eine Boeing 707-351C auf einem Frachtflug der Burlington Air Express von Wichita nach Kansas City im Landeanflug die Mindestflughöhe. Das Ground Proximity Warning System wurde aus ungeklärter Ursache nicht aktiviert, die Besatzung reagierte außerdem zu spät auf die Warnung der Luftaufsicht. Die Maschine streifte fünf Kilometer vor der Landebahn mehrere Baumwipfel und stürzte zu Boden. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.[67]
  • Am 17. Oktober 1988 führte die Besatzung einer Boeing 707-338C der Uganda Airlines einen unsachgemäßen Landeanflug auf den Flughafen Rom-Fiumicino durch. In Unkenntnis ihrer genauen Flugposition ließen die Piloten ihre Maschine im Landeanflug absinken, bis diese 1300 Meter vor der Landebahn ein Hausdach streifte und zu Boden stürzte. Bei dem Absturz starben alle 7 Besatzungsmitglieder sowie 26 der 45 Passagiere.[70]
  • Am 21. März 1989 stürzte eine Boeing 707-300C der Transbrasil (PT-TCS) etwa zwei Kilometer vor der Landebahnschwelle des Flughafens São Paulo-Congonhas in ein Wohngebiet. Die dreiköpfige Besatzung der Frachtmaschine sowie 22 Personen am Boden wurden getötet.[73]

1990er-JahreBearbeiten

 
Trümmer der auf Avianca-Flug 052 abgestürzten Maschine
  • Am 25. Januar 1990 stürzte eine Boeing 707-321B der Avianca (HK-2016) in der Nähe von New York City infolge von Treibstoffmangel ab, nachdem die Maschine von der Flugsicherung wegen schlechten Wetters mehr als eine Stunde in Warteschleifen verwiesen worden war. Von den 158 Menschen an Bord starben 73 (siehe auch Avianca-Flug 052).
  • Am 20. September 1990 verunglückte eine Boeing 707-321B beim Start vom Pinal Airpark. Die ausgesonderte Passagiermaschine war von der Omega Air Inc. gekauft worden und sollte zur Davis-Monthan Air Force Base geflogen werden, um dort durch die 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group zerlegt zu werden, um die Triebwerke für Maschinen der United States Air Force zu verwenden. Kurz nach dem Start ging die Maschine zu Boden, wobei eines der drei Besatzungsmitglieder ums Leben kam. Die Unfalluntersuchung kam zu dem Schluss, dass der Kapitän die Checkliste vermutlich aus dem Stegreif abgearbeitet und dabei eine falsche Höhenrudertrimmung übersehen hatte. Zudem war das Cockpit der Maschine bereits teilzerlegt: Etwa 50 Anzeigen und Schalter, die vertraglich anderen Verwertungsunternehmen zustanden, waren bereits ausgebaut worden (siehe auch Flugunfall einer Boeing 707 der Omega Air 1990).[74]
  • Am 2. Oktober 1990 kollidierte auf dem Flughafen Guangzhou-Baiyun (alt) eine entführte Boeing 737-247 der Xiamen Airlines (B-2510) mit zwei anderen Flugzeugen. Als der Kapitän wegen Treibstoffmangels notlanden wollte, kam es in der Landephase zu einem Handgemenge mit dem Entführer, worauf die Maschine hart aufsetzte und von der Landebahn abkam. Sie kollidierte mit einer geparkten Boeing 707 der China Southwest Airlines (B-2402) und einer Boeing 757-21B der China Southern Airlines (B-2812), deren Piloten auf die Startfreigabe warteten. In der außer Kontrolle geratenen Boeing 737 wurden 82 der 102 Menschen an Bord getötet, in der Boeing 757 kamen 46 von 122 Insassen ums Leben. In der Boeing 707 überlebte das einzige an Bord befindliche Besatzungsmitglied. Alle drei Maschinen wurden zerstört (siehe auch Xiamen-Airlines-Flug 8301).[75][76][77]
  • Am 4. Dezember 1990 streifte eine aus Khartum kommende Boeing 707-321C der Sudania fünf Kilometer vor der Landebahn des Zielflughafens Jomo-Kenyatta im Nebel einen Strommast, stürzte ab und ging in Flammen auf. Alle 10 Insassen der Maschine kamen ums Leben.[78]
  • Am 29. Oktober 1991 stürzte eine Boeing 707-368C der Royal Australian Air Force (A20-103) nach einem missglückten Kunstflugmanöver in den Pazifischen Ozean. Die fünfköpfige Besatzung kam dabei ums Leben. Der Kapitän hatte versucht, einen asymmetrischen Flug zu simulieren und verlor daraufhin die Kontrolle über die Maschine.[79]
  • Am 19. Dezember 1994 stürzte eine Boeing 707-3F9C (5N-ABK) auf einem Frachtflug der Nigeria Airways von Dschidda nach Kano in ein Sumpfgebiet bei Kiri Kasana. Während des Fluges war es im Bereich einer Frachtpalette zu starker Rauch- und Geruchsentwicklung gekommen. Nach einer Feuerwarnung und dem Eindringen von Rauch in das Cockpit stürzte das Flugzeug 40 Minuten vor der geplanten Landung ab. Drei der fünf Personen an Bord kamen ums Leben. Es konnte ermittelt werden, dass das Flugzeug leichtentzündliches Gefahrgut geladen hatte (siehe auch Nigeria-Airways-Flug 9805).[81]
  • Am 30. November 1995 stürzte eine Boeing 707-300C der Azerbaijan Airlines infolge eines unplanmäßigen Bodenkontakts nach einem Tiefflug ab, wobei zwei der sechs Insassen starben.[84]
  • Am 14. Juli 1996 rollte eine Boeing E-3A Sentry (LX-N90457) der NATO über die Landebahn der Preveza Air Base (Griechenland) hinaus und rutschte mit dem Bug in das angrenzende Meer. Obwohl die Maschine dabei irreparabel beschädigt wurde, konnten sich alle 16 Besatzungsmitglieder retten. Als Ursache für den Unfall wurde Vogelschlag vermutet, was aber nie bewiesen werden konnte.[85]
  • Am 22. Oktober 1996 streifte eine Boeing 707-323C der Millon Air kurz nach dem Start vom Flughafen Manta Hausdächer und stürzte auf ein Restaurant. Bei dem Unfall starben alle vier Insassen der Maschine sowie 23 Personen am Boden.[86]
  • Am 23. Oktober 1996 stürzte eine von der Líneas Aéreas del Estado betriebene Boeing 707-372C der Argentinischen Luftstreitkräfte (LV-LGP) 750 Meter vor der Landebahn am Flughafen Buenos Aires-Ezeiza ab. Sie befand sich auf einem Frachtflug von Santiago de Chile nach Buenos Aires. Die Besatzung versäumte es, den Sinkflug frühzeitig einzuleiten. Als der Kapitän seinen Fehler bemerkte, ließ er abrupt die Störklappen ausfahren, wodurch die Flugzeugnase nach unten gedrückt wurde. Da die Maschine sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Höhe von 900 bis 1000 Metern befand, blieb nicht mehr genug Zeit, um die abnorme Fluglage zu korrigieren. Die Maschine schlug 750 Meter vor der Landebahn hart auf dem Boden auf und ging in Flammen auf. Zwei der acht Besatzungsmitglieder kamen ums Leben (siehe auch LADE-Flug 5025).[87]
  • Am 10. März 1998 verunglückte eine Boeing 707-300C der Air Memphis beim Start in Mombasa. Das Frachtflugzeug streifte nach dem Abheben Aufbauten der Befeuerung, schlug zurück auf den Boden auf, zerbrach und fing Feuer. Alle sechs Insassen kamen ums Leben.[88]

Ab 2000Bearbeiten

  • Am 4. Juli 2002 wurde mit einer Boeing 707-123B der ruandischen New Gomair ein gemischter Fracht- und Passagierflug im Auftrag der Prestige Airlines von N'Djamena nach Brazzaville durchgeführt. Aufgrund von technischen Problemen – das Fahrwerk ließ sich nicht einfahren – kehrte die Besatzung nach Bangui zurück, um dort eine Notlandung durchzuführen. Nach einem Flammabriss an den Triebwerken stürzte die Maschine schließlich zwei Kilometer abseits des Flughafens ab. Von den 21 Passagieren und 9 Besatzungsmitgliedern überlebten nur der Flugingenieur und eine Passagierin (siehe auch Flugunfall einer Boeing 707 der Prestige Airlines).[89]
  • Am 20. April 2005 verunglückte eine Boeing 707-320C (EP-SHE) auf dem Saha-Airlines-Flug 171. Beim Aufsetzen der Boeing auf der Landebahn 29L des Flughafens Teheran-Mehrabad führten Probleme mit dem Fahrgestell dazu, dass die Maschine über die Landebahn hinaus und in den Kan-Fluss rollte. Bei der anschließenden Evakuierung verloren 3 der 157 Passagiere ihr Leben, da sie in den Fluss fielen und dort ertranken.[90]
  • Am 26. Oktober 2008 feierte die Boeing 707 der Saha Air im Iran als erster Jet der Luftfahrtgeschichte ihren 50-jährigen Einsatz als Passagierflugzeug mit einem Linienflug von Teheran-Mehrabad nach Mashhad. Der Jubiläumsflug mit der Flugnummer IRZ 160 endete allerdings nach knapp 20 Minuten Flugzeit aufgrund technischer Probleme an der Hydraulik des Flugzeuges mit einer geglückten Notlandung wieder in Teheran-Mehrabad.[91]
  • Am 21. Oktober 2009 stürzte eine Frachtmaschine des Typs Boeing 707 nach dem Start vom Flughafen Schardscha aus ungeklärten Gründen ab. Alle 6 Besatzungsmitglieder kamen bei dem Absturz ums Leben. Die Maschine mit dem Kennzeichen ST-AKW flog im Auftrag der Sudan Airways. Augenzeugen berichteten von einer starken Rechtskurve und Teileverlust an der Maschine. Eine Überwachungskamera zeichnete den Unfall auf. Die 707 war bereits für die Lufthansa, Condor, Emirates und Sudan Airways sowie Ibis Air Transport geflogen.[93][94]
 
Trümmer der 2019 im Iran verunglückten Maschine
  • Am 18. Mai 2011 verunglückte eine Boeing 707 der Omega Aerial Refueling Services (N707AR) beim Start von der Naval Air Station Point Mugu. Der Tanker sollte Maschinen des Typs McDonnell Douglas F/A-18 der US Navy vor der Küste betanken. Nachdem das Flugzeug auf der 11.000 Fuß langen Piste nach rund 7.000 Fuß abhob und gut 20 Fuß über der Piste war, löste sich das Triebwerk Nummer 2 von der Tragfläche und traf dabei das Triebwerk Nummer 1. Durch den einseitigen Schub setzte die Boeing abseits der Landebahn wieder auf und kam in einem Sumpfgebiet zum Stehen. Die dreiköpfige Besatzung konnte sich unverletzt retten, obwohl ein Feuer ausbrach und das Flugzeug größtenteils zerstörte. Als mögliche Ursache wurde ein Ermüdungsriss eines Beschlagteils des Flügelmittelholms ermittelt, das hätte ersetzt werden müssen. Der Vorbesitzer hatte den Austausch fälschlicherweise dokumentiert.[95]
  • Am 14. Januar 2019 landete eine Boeing 707-3J9C (EP-CPP) auf einem Frachtflug der Iranischen Luftwaffe für Saha Air von Bischkek nach Karadsch um 8:30 morgens auf dem in der Nähe gelegenen, kleineren Flugfeld Fath, auf dessen Landebahn von lediglich ca. 1260 m Länge die Maschine nicht zum Stillstand gebracht werden konnte. Das Flugzeug überrollte das Landebahnende, durchbrach den Flughafenzaun und ging letztlich in einer Reihe Häuser in Flammen auf. Von der an Bord befindlichen Besatzung von 16 Personen wurde einzig der Flugingenieur lebend aus dem Wrack gerettet. Das Flugzeug war von der iranischen Luftwaffe geleast worden.[96][97]

Boeing 720Bearbeiten

Vom Erstflug 1959 bis zum Betriebsende 2012 kam es mit Boeing 720 zu 22 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 7 davon kamen 257 Menschen ums Leben.[98] In den Totalschäden sind 10 Verluste von geparkten Maschinen der Middle East Airlines inbegriffen, die alle durch Raketenbeschuss zerstört wurden, nicht jedoch der Crash-Test („Controlled Impact Demonstration“) auf der Edwards Air Force Base am 1. Dezember 1984.

Beispiele für Zwischenfälle mit Totalverlusten (Liste erst begonnen):

1960er-JahreBearbeiten

  • Am 12. Februar 1963 verlor eine Boeing 720-051B der Northwest Airlines (N724US) nach dem Start vom Flughafen Miami und einem steilen Steigflug an Geschwindigkeit und ging in einen Sturzflug über, bei welchem sie in etwa 3000 Meter Höhe auseinanderbrach und in ein Nationalparkgebiet der Everglades-Sümpfe stürzte. Alle 43 Insassen kamen ums Leben. Als Ursache wurde ein Kontrollverlust durch extreme Turbulenzen in Gewitternähe festgestellt (siehe auch Northwest-Airlines-Flug 705).[100][101]
  • Am 15. Juli 1964 verunglückte eine weitere 720-030B der Lufthansa auf einem Trainingsflug. Die Besatzung der Maschine mit dem Kennzeichen D-ABOP versuchte, nach einer ersten gelungenen Fassrolle eine weitere zu fliegen. Bei diesem unerlaubten Kunstflug­manöver brach das Flugzeug zwischen den Ortschaften Forst und Petersdorf im Landkreis Ansbach wegen struktureller Überlastung auseinander. Alle drei Insassen kamen ums Leben (siehe auch Absturz einer Boeing 720 der Lufthansa 1964).[102]
  • Am 9. Januar 1968 kam es mit einer Boeing 720 der Ethiopian Airlines (ET-AAG), die von Middle East Airlines geleast war, auf dem Flughafen Beirut zu einer harten Landung auf dem Bugfahrwerk. Es herrschte starker Regen und Windböen mit bis zu 45 Knoten. Das Bugfahrwerk brach zusammen; es entstand ein Feuer, welches letztlich die Maschine zerstörte. Alle 49 Insassen blieben unversehrt.[104]

1970er-JahreBearbeiten

  • Am 8. Dezember 1972 versuchten kurz nach dem Start einer Boeing 720-060B der Ethiopian Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen unbekannt) vom Flughafen Addis Abeba sieben Entführer aus Eritrea, die Maschine unter ihre Gewalt zu bringen. Es kam zu einem Schusswechsel mit den sechs anwesenden Flugsicherheitsbegleitern an Bord der Maschine, woraufhin einer der Entführer eine Handgranate in die Passagierkabine warf, die in 29.000 Fuß (8839 Meter) Höhe explodierte. Die schwer beschädigte Maschine konnte sicher nach Addis Abeba zurückgeflogen werden, außer den sieben durch den Schusswechsel getöteten Entführern gab es keine Toten an Bord (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 708).
  • Am 1. Januar 1976 explodierte im vorderen Gepäckraum einer Boeing 720 der Middle East Airlines (MEA) (OD-AFT) auf dem Flug von Beirut nach Dubai eine Bombe. Das Flugzeug stürzte 37 Kilometer nordwestlich von Qaisumah (Saudi-Arabien) in die Wüste, wobei alle 81 Insassen ums Leben kamen.[105]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unfallstatistik Boeing 707, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Januar 2019.
  2. Statistical Summary of Commercial Jet Airplanes Accidents (pdf; 153 kB) (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  3. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19590203-0
  4. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19590815-0
  5. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19591019-0
  6. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19610128-1
  7. Unfallbericht B-707 F-BHSA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Januar 2019.
  8. Unfallbericht B-707-120B N7506A, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. Dezember 2018.
  9. Unfallbericht B-707-120 N70775, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. Januar 2019.
  10. Unfallbericht B-707 F-BHSM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. Dezember 2018.
  11. Unfallbericht B-707 F-BHST, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Januar 2019.
  12. Unfallbericht B-707-400 PP-VJB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Januar 2019.
  13. Unfallbericht B-707-120 N709PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  14. ICAO Aircraft Accident Digest 16 Volume I, Circular 82-AN/69 (englisch), S. 143–149.
  15. Unfallbericht B-707-100 N779PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  16. Unfallbericht B-707 N769TW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  17. Unfallbericht B-707-120B N708PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  18. Unfallbericht B-707 VT-DMN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2017.
  19. Unfallbericht B-707-400 G-APFE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  20. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19671106-0
  21. Unfallbericht B-707-100B, N791SA Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. April 2019.
  22. Unfallbericht B-707 F-BLCJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Januar 2019.
  23. ICAO Aircraft Accident Digest 18-II
  24. Unfallbericht B-707 G-ARWE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2017.
  25. Unfallbericht B-707 ZS-EUW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. Januar 2019.
  26. Unfallbericht B-707 N798PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  27. Unfallbericht B-707 OO-SJK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. September 2016.
  28. Unfallbericht B-707 N494PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  29. Unfallbericht B-707 N799PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  30. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19690726-1
  31. Unfallbericht B-707 F-BHSZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Januar 2019.
  32. Unfallbericht Kollision TLV: B-707 N790TW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Februar 2019.
  33. Unfallbericht Kollision TLV: C-97K 4X-FPS/037, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Februar 2019.
  34. Unfallbericht B-707 N461PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  35. Unfallbericht B-707 SU-AOW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. Januar 2019.
  36. Unfallbericht B-707-321C, CF-PWZ Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. März 2019.
  37. Unfallbericht B-707 JY-ADO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2018.
  38. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19730609-0
  39. Unfallbericht B-707 PP-VJZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  40. Unfallbericht B-707 N417PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  41. Unfallbericht B-707 N458PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  42. Unfallbericht B-707 N407PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  43. Unfallbericht B-707 N454PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  44. Unfallbericht B-707 N446PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2019.
  45. Flugunfalldaten und -bericht TWA, Boeing 707, 8. September 1974 im Aviation Safety Network
  46. Unfallbericht B-707 JY-AEE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Dezember 2018.
  47. Unfallbericht B-707 HL7412, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  48. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19761013-0
  49. Unfallbericht B-707 SU-AXA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. August 2017.
  50. Unfallbericht B-707 G-BEBP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
  51. Unfallbericht B-707 ET-ACD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 31. Januar 2019.
  52. 707 Flight International, 25. Februar 1978, S. 484, (englisch), abgerufen am 13. September 2016.
  53. Unfallbericht B-707 OO-SJE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. September 2016
  54. Unfallbericht B-707 PP-VLU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Januar 2019.
  55. Unfallbericht B-707 OD-AFX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2018.
  56. Unfallbericht B-707 D-ABUY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Januar 2019.
  57. Unfallbericht B-707-120B 5B-DAM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2018.
  58. Unfallbericht B-707 B-1834, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Dezember 2017.
  59. Unfallbericht B-707 AP-AWZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Juni 2017.
  60. Unfallbericht B-707 B-1826, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Dezember 2017.
  61. Unfallbericht VT-DJJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Januar 2016.
  62. Unfallbericht B-707 ST-AIM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Juni 2016.
  63. Unfallbericht B-707 SU-APE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2019.
  64. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19830314-0
  65. Unfallbericht B-707 HK-2401X, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Oktober 2019.
  66. Unfallbericht B-707 PP-VJK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. November 2017.
  67. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19870413-0
  68. Der SpiegelSÜDKOREA: Einsames Jahr, Ausgabe 16/1988
  69. Unfallbericht D2-TOV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. August 2016.
  70. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19881017-0
  71. Unfallbericht B-707 5N-AYJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Oktober 2019.
  72. Flugunfalldaten und -bericht des Independent-Air-Unfalls vom 8. Februar 1989 im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. Januar 2018.
  73. Flugunfalldaten und -bericht des Unfalls vom 21. März 1989 im Aviation Safety Network
  74. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19900920-1
  75. Unfallbericht der Kollision von Guangzhou: B-707 B-2402, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2019.
  76. Unfallbericht der Kollision von Guangzhou: B-737-200 B-2510, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2019.
  77. Unfallbericht der Kollision von Guangzhou: B-757 B-2812, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2019.
  78. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19901204-0
  79. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19911029-0
  80. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19920324-0
  81. Unfallbericht B-707 5N-ABK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. September 2019.
  82. yukla27.org.
  83. ‘Elmendorf tower, Yukla 27 Heavy has an emergency‛. Newseintrag auf der Website der Elmendorf Air Force Base, 28. September 2007.
  84. Flugunfalldaten und -bericht des Unfalls vom 30. November 1995 im Aviation Safety Network
  85. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19960714-0
  86. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19961022-0&lang=de
  87. Unfallbericht B-707 LV-LGP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. September 2019.
  88. Flugunfalldaten und -bericht des Unfalls vom 10. März 1998 im Aviation Safety Network
  89. Unfallbericht B-707 9XR-IS, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. September 2019.
  90. Unfallbericht B-707 EP-SHE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Februar 2016.
  91. http://www.airliners.net/aviation-articles/read.main?id=139
  92. https://aviation-safety.net/database/record.php?id=20090828-0
  93. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  94. http://www.austrianwings.info/aw/?tag=azza-transport-company
  95. Flugunfalldaten und -bericht ASN Aircraft accident Boeing 707-321B N707AR Port Hueneme-Point Mugu NAS, CA (NTD) im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Dezember 2018.
  96. http://avherald.com/h?article=4c2d9613&opt=0
  97. Unfallbericht B-707 EP-CPP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Januar 2019.
  98. Liste von Unfällen mit Boeing 720, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 27. Januar 2019.
  99. Unfallbericht B-720 D-ABOK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2018.
  100. ICAO Aircraft Accident Digest No. 15 Volume II, Circular 78-AN/66 (englisch), S. 99–120.
  101. Unfallbericht B-720 N724US, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Februar 2019.
  102. Unfallbericht B-720 D-ABOP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2018.
  103. Unfallbericht B-720 AP-AMH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. August 2017.
  104. Unfallbericht B-720 ET-AAG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. November 2018.
  105. Unfallbericht B-720 OD-AFT, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. November 2018.