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Liste von Päpsten, die auf das Amt verzichtet haben

Wikimedia-Liste

Die Päpste der römisch-katholischen Kirche werden auf Lebenszeit gewählt und können nicht abgewählt werden, aber auf das Amt des Papstes verzichten. Bisher haben folgende Päpste und Gegenpäpste freiwillig oder gezwungenermaßen ihren Amtsverzicht erklärt:

Name Amtszeit Umstände des Amtsverzichts, Anmerkungen Nachfolger
Bischof von Rom
Pontianus
230 –
28. September 235
Amtsverzicht während seiner Inhaftierung durch den römischen Kaiser Maximinus Thrax auf Sardinien Bischof von Rom
Anterus
Gegenbischof von Rom
Eulalius
418 –
422
War Gegenbischof zu Bonifatius I. und musste am 29. April 419 nach Antium flüchten. Nach dem Tod von Bonifatius I. verzichtete er 422 auf das Amt des Bischofs von Rom. Bischof von Rom
Coelestin I.
Bischof von Rom
Silverius
Juni 536 –
11. November 537
Verzichtete nach seiner Verbannung durch den byzantinischen General Belisar kurz vor seinem Tod auf Ponza oder Palmarola auf das Bischofsamt Bischof von Rom
Vigilius
Papst
Benedikt IX.
Oktober 1032 –
1. Mai 1045
Erklärte in Rom seinen Amtsverzicht zugunsten des von ihm selbst ausgewählten Nachfolgers.
Für kurze Zeit bekleidete er 1047/1048 nochmals das Papstamt und ist der einzige Amtsinhaber, der mehr als einmal als Papst amtierte.
Papst
Gregor VI.
Gegenpapst
Silvester IV.
1105 –
12. oder 13. April 1111
Von römischen Papstgegnern erhobener Gegenpapst ohne überregionale Gefolgschaft, erklärte nach Unruhen in Rom in aussichtsloser Lage seinen Amtsverzicht zugunsten des regierenden Papstes. Papst
Paschalis II.
Gegenpapst
Viktor IV.
29. Januar 1138 –
29. Mai 1138
Als Nachfolger Anaklets II. gewählt, verzichtete zugunsten des konkurrierenden Papstes, nachdem sich Bernhard von Clairvaux auf dessen Seite gestellt hatte. Papst
Innozenz II.
Gegenpapst
Calixt III.
1168 –
29. August 1178
Nachfolger des kaiserlichen Papstes Paschalis III., verzichtete nach Aussöhnung zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und dem regierenden Papst auf das Amt. Papst
Alexander III.
Papst
Coelestin V.
5. Juli 1294 –
13. Dezember 1294
Wohl freiwilliger Amtsverzicht begründet mit Krankheit, Unwissenheit und der Absicht, wieder als Einsiedler zu leben. Der Rückzug erfolgte aus persönlichen Gründen, aber wohl auch unter dem Einfluss seines mächtigen Kanzlers und Nachfolgers; Coelestin stand anschließend bis zu seinem Tod unter Hausarrest. 1313 heiliggesprochen. Papst
Bonifatius VIII.
Gegenpapst
Nikolaus V.
12. Mai 1328 –
25. August 1330
Auf Drängen Kaiser Ludwig des Bayern erhobener franziskanischer Gegenpapst in Rom, verzichtete zugunsten des legitimen avignonesischen Papstes, nachdem ihm die Schonung seines Lebens und eine Pension zugesichert worden waren. Blieb anschließend bis zu seinem Tod unter Hausarrest in Avignon. Papst
Johannes XXII.
Gegenpapst
Johannes XXIII.
24. Mai 1410 –
31. Mai 1415
Nachfolger des Bologneser Papstes Alexander V. Besuchte als einziger regierender Papst selbst das Konzil von Konstanz. Nach anfänglicher Flucht akzeptierte er in der Haft im Heidelberger Schloss die Absetzung durch das Konzil, um das Große Abendländische Schisma zu beenden. Kam nach vierjähriger Gefangenschaft frei, unterwarf sich dem Papst und wurde begnadigt. Papst
Martin V.
Papst
Gregor XII.
30. November 1406 –
4. Juli 1415
Papst der römischen Obödienz. Erklärte in Rom seinen Amtsverzicht, um das Große Abendländische Schisma zu beenden, ohne die Absetzung durch das Konzil von Konstanz formal anzunehmen.
Der dritte regierende Papst, Benedikt XIII. von der avignonesischen Obödienz, weigerte sich, auf das Amt zu verzichten. Das Konzil setzte ihn am 26. Juli 1417 ab, er regierte dennoch bis zu seinem Tod 1423 in Spanien.
Papst
Martin V.
Gegenpapst
Clemens VIII.
10. Juni 1423 –
26. Juli 1429
Nachfolger des avignonesischen Papstes Benedikt XIII. Verzichtete zugunsten des vom Konstanzer Konzil erhobenen Papstes Martin V., nachdem dieser zur Sicherstellung der apostolischen Sukzession nochmals gewählt worden war. Danach von Martin V. zum Bischof von Mallorca ernannt. Papst
Martin V.
Gegenpapst
Felix V.
5. November 1439 –
7. April 1449
Vom Konzil von Basel eingesetzter Gegenpapst. Wegen geringer Anerkennung erklärte er in der Schweiz seinen Amtsverzicht zugunsten des legitimen römischen Papstes, der ihn mit Privilegien entschädigte. Papst
Nikolaus V.
Papst
Benedikt XVI.
19. April 2005 –
28. Februar 2013
Erklärte am 11. Februar 2013 in der Vatikanstadt den freiwilligen Rücktritt aus Altersgründen.
Lebt in Rom im Ruhestand als erster emeritierter Papst der neueren Geschichte.
Papst
Franziskus

Die Einträge sind nach Datum des Verzichtes auf das Papstamt geordnet.

LiteraturBearbeiten

  • Christiane Laudage: Kampf um den Stuhl Petri. Die Geschichte der Gegenpäpste. Herder, Freiburg im Breisgau 2012, ISBN 978-3-451-30402-6.

Siehe auchBearbeiten