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Liste von Burgen, Schlössern und Festungen in der Republik Moldau

Wikimedia-Liste
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Diese Liste führt Burgen, Schlösser und Festungen in der Republik Moldau auf, auch Anlagen auf dem Gebiet des abtrünnigen Transnistrien (Pridnestrowien) sind mit aufgeführt. Die Anlagen sind meist mehrfach überformt und wurden teils stark erweitert bzw. verändert. Über einen Status als geschütztes Kulturgut ist nur wenig bekannt.

Viele moldauische Burgen aus dem Mittelalter (historische Gebiete waren z. B. Fürstentum Moldau, Bessarabien) liegen heute auf den Territorien Rumäniens und der Ukraine und sind hier nicht aufgeführt. Viele kulturhistorisch wertvolle Gebäude befinden sich in der Hauptstadt Chișinău. Einige davon könnten als Stadtpalais angesehen werden.[1] Die moldauische Denkmalschutzbehörde AIRM weist 853 Baudenkmäler aus, darunter 49 Herrenhäuser von Bojaren, aber ohne Burgen, Schlösser, Festungen oder Stadtpalais gesondert aufzulisten.[2] Mehrere Kloster bzw. Kirchen könnten wegen ihrer Wehrhaftigkeit und Lage als Kirchenburgen angesehen werden.

Inhaltsverzeichnis

ListeBearbeiten

Name Ort Typ Entstehungszeit/
Nutzung
Erhaltungszustand/
heutige Nutzung
Bild
Manuc Bey Palast[A 1] Hîncești Neuzeitlicher Schloss-Komplex Ab 1817 im Auftrag des armenischen, und in Bukarest lebenden Diplomaten Emanuel Mârzayan (romanisiert Manuc Bey oder Manuc Bei) (* 1767 in Russe, † Chişinău 1817) erbaut, aber erst von seinem Sohn Murat und Enkel Gregory fertiggestellt Gebäudekomplex bestehend aus Palast, dem Jagdschloss der Gräfin Çadır, dem Gerichtsvollzieher Haus, einem Wartturm und weiterer Gebäude; mehrfach stark beschädigt (u. a. Erdbeben 1986), 2013–15 umfangreiche Sanierung, Schloss ist Kulturdenkmal der Republik Moldau   
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Castel Mimi[3][A 2] Bulboaca Neuzeitliches Schloss 1901 (nach anderen Angaben schon 1893[4] oder 1900) auf dem Land seiner Familie im Auftrag des späteren Diplomaten und Weinbauers Constantin A. Mimi[5] erbaut; Formen des Klassizismus und Historismus, wohl erstes moldauisches Gebäude in Stahlbeton; war gleichzeitig Weingut 2011–2016 saniert, Hotel- und Restaurantkomplex, Weingut, Museum und Kunstgalerie; gelistet als nationales Kulturdenkmal

 [6]

Festung Schehr al-Jadid[A 3]
(Festung Orhei)
Orheiul Vechi Festung, Zitadelle, Stadtburg um 1360 als tatarische Stadtburg und Zitadelle erbaut, nach Abzug der Goldenen Horde 1369 unter Kontrolle des moldauischen Fürsten, 2. Hälfte des 15. Jh. Bojaren-Sitz, 1510 durch Krimtataren zerstört Mauerzüge und Umfassungsmauern mit Ruinen der Ecktürme restauriert[7]   
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Festung Soroca[A 4]
(Burg Soroca,
Burg Olihonia)
Soroca Kastellburg Ab 1545 zur Zeit der zweiten Herrschaft von Petru Rareș an Stelle einer älteren Motte aus Holz[8] Erhalten, renoviert, 5 Zinnentürme[9] jetzt durch Kegeldächer geschützt  
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Festung Tighina[A 5]
(Festung Bender,
Burg Bender)
Bender Niederungsburg zur Festung ausgebaut 1408 urkundlich, ausgebaut Anfang des 16. Jh. unter Fürst Ștefan cel Mare, nach osmanischer Eroberung 1538: Mitte des 16. Jh. unter Süleyman I. und Nachfolger zur Festung ausgebaut Erhalten, Museum, mit Münchhausen-Kugel[10]  
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Festung Tiraspol[A 6] Tiraspol Festung 1792 unter dem russischen Feldherrn Alexander Suworow als Festung erbaut, daraus Stadt Tiraspol entwickelt nur kleine Reste als Ruine erhalten, Reste überbaut   
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Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Frieder Monzer, Timo Ulrichs: Moldova: Mit Chisinau, ganz Bessarabien und Transdnestrien, Verlag Trescher, Berlin 2016, ISBN 978-3-8979-4339-1. 316 Seiten
  • Bernhard Mayer: Moldawien für Unorthodoxe: Eine Bedienungsanleitung, BoD 2016, ISBN 978-3-7392-2711-5. 68 Seiten

WeblinksBearbeiten

  • Denkmäler Webseite der moldauischen Denkmalschutzbehörde Agentia de Inspectare si Restaurare a Monumentelor (AIRM)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Monumentele de arhitectură în Centrul Istoric al Chişinăului, abgerufen am 21. Dezember 2016
  2. Denkmäler Webseite der Agentia de Inspectare si Restaurare a Monumentelor (AIRM), abgerufen am 21. Dezember 2016
  3. Castel Mimi: Geschichte (in rumänisch), abgerufen am 15. Dezember 2016
  4. Istoria vinului „mimi“ (Memento des Originals vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nunta.md, Webseite www.nunta.md (moldauisch), Online: 15. Oktober 2014, abgerufen: 21. Dezember 2016
  5. Constantin A. Mimi, die Familie griechisch-albanischen Ursprungs: *1868/1869 (unterschiedliche Angaben), † 17. April 1935, ab 1903 Verwaltungschef des Kreises Bender, am 28. Juni 1914 geadelt, 1913-1917 letzter Gouverneur Bessarabiens, 1926 Direktor der rumänischen Zentralbank
  6. Bilder zum sanierten Palastkomplex Website des Betreibers, abgerufen am 19. Dezember 2016
  7. Tripadvisor: Old Orhei Archeological Complex
  8. Moldawien für Unorthodoxe: Eine Bedienungsanleitung von Bernhard Mayer, BoD, keine Seitenangabe
  9. Die Burg Soroca weist vier Rundtürme und einen quadratischen Turm (Bergfried) auf, die in einem Pentagramm zueinander stehen und in einer kreisrunden Burgmauer eingebunden sind
  10. Tripadvisor: Festung Tighina

Verweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Conacul lui Manuc Bei in der rumänischen Wikipedia
  2. Conacul familiei Mimi in der rumänischen Wikipedia
  3. Cetatea Orhei (Festung Orhei) in der rumänischen Wikipedia
  4. Cetatea Soroca (Festung Soroca) in der rumänischen Wikipedia
  5. Cetatea Tighina (Festung Tighina) in der rumänischen Wikipedia
  6. Tiralskaja krepost (Festung Tiraspol) in der russischen Wikipedia