Liste deutscher Straßen und Plätze mit Namensgebern türkischer Herkunft oder Abstammung

Wikimedia-Liste

Deutsche Straßen und Plätze mit Namensgebern türkischer Herkunft oder Abstammung sind in Deutschland eine Rarität, doch bedingt durch die Einwanderung aus der Türkei gibt es sie. Die nachfolgende Liste führt sie nach Städten sortiert auf.

Benannte Straßen und PlätzeBearbeiten

DuisburgBearbeiten

  • Fakir-Baykurt-Platz, benannt nach dem deutsch-türkischen Schriftsteller Fakir Baykurt. Der Platz liegt im Stadtteil Homberg am südlichen Ende der Schillerstraße (Lage).

Frankfurt am MainBearbeiten

  • Hülya-Platz, benannt nach Hülya Genc, Opfer des Mordanschlags von Solingen. Der kleine Platz befindet sich im Stadtteil Bockenheim zwischen Friesengasse und Kleiner Seestraße (Lage). Es ist der erste Platz, der an ein Opfer von Neonazis erinnert, nämlich an die am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag in Solingen zusammen mit vier weiteren Opfern umgekommene 9-jährige Hülya Genc. Anlässlich einer Demonstration gegen Rechtsradikalismus wurde 1995 von einer Bürgerinitiative auf dem Platz eine mannsgroße Nachbildung der Skulptur Hammering Man aufgestellt und nach Diskussionen im Ortsbeirat vorerst dort belassen. Sie zeigte den Hammering Man, wie er mit dem Hammer auf ein Hakenkreuz einschlägt. Durch eine Kurbel konnte man die Bewegungen selbst ausführen. Dieser Mechanismus war immer wieder Opfer von Vandalismus. 2007 wurde das Denkmal von der Stadt Frankfurt entfernt.

HamburgBearbeiten

KasselBearbeiten

  • Kemal-Altun-Platz, benannt nach dem politischen Flüchtling Cemal Kemal Altun. Der Platz liegt in der Kasseler Nordstadt am Einmündungsbereich der Gottschalkstraße in die Mombachstraße und erhielt seinen Namen 1988. Er liegt direkt vor den als Kulturzentrum genutzten Gebäuden des ehemaligen Schlachthofes (Lage).
  • Der Halitplatz ist nach dem am 6. April 2006 von Neonazis ermordeten Kasseler Halit Yozgat benannt. Er liegt in der Nähe des Tatortes der Holländischen Straße 81 und wurde am 1. Oktober 2012 eingeweiht (Lage).

KielBearbeiten

  • Bahide-Arslan-Platz, benannt nach Bahide Arslan, Opfer des Brandanschlags von Mölln. Der Platz liegt im Stadtteil Gaarden-Ost etwa dort, wo die Wikingerstraße in die Kaiserstraße mündet, etwa 250 m südwestlich des Volksparks (Lage). Kiel-Gaarden ist ein stark durch Einwanderung geprägtes Stadtviertel der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und gilt als multikulturelles Zentrum, aber auch als sozialer Brennpunkt.

KölnBearbeiten

  • Bahide-Arslan-Straße, benannt nach Bahide Arslan (vgl. Kiel, Bahide-Arslan-Platz). Die Straße liegt im Westen von Köln im Stadtteil Ossendorf und mündet in den Ossendorfer Weg (Lage).

MöllnBearbeiten

  • Bahide-Arslan-Gang, benannt nach Bahide Arslan (vgl. Kiel, Bahide-Arslan-Platz). Der Fußweg verbindet die Innenstadt mit dem Kurpark (Lage).

HammBearbeiten

  • Afyonring, benannt nach der türkischen Stadt Afyonkarahisar. Seit 2007 zählt Afyonkarahisar zu einer von Hamms Partnerschaftsstädten. Der Afyonring verbindet die Heessener Straße mit dem Kreisverkehr Sachsenweg/Sachsenring (Lage).

DortmundBearbeiten

  • Platz von Trabzon, benannt nach der türkischen Partnerstadt (Lage).

PlanungsstadiumBearbeiten

Als in Planung tauchen in den deutschen Medien immer wieder auf:

BerlinBearbeiten

  • Atatürk-Straße, nach Mustafa Kemal Atatürk, Gründer der modernen Türkei und Asylgeber des Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter während der Zeit des „Dritten Reiches“.

HamburgBearbeiten

  • Kemal-Altun-Platz, nach Cemal Kemal Altun (vgl. Kassel, Kemal-Altun-Platz), mitten in Ottensen gelegen (Lage). Inoffiziell wird der Platz längst nach Altun genannt. Selbst die Hamburger Bürgerschaft benutzt den Namen in ihren Schreiben.

MünchenBearbeiten