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Liste der Stolpersteine in Aachen

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Die Aktion Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig stieß im Jahr 2008 in Aachen auf reges Interesse. Der Rat der Stadt Aachen beschloss, die Erinnerung an ehemalige Bürger, die im Dritten Reich deportiert, ermordet oder zur Flucht aus Deutschland gezwungen wurden, mit einem solchen Gedenkstein zu ehren. Diese kleinen Messingquader mit der Gravur des Namens, der Lebensdaten und des Schicksals befinden sich vor dem zuletzt frei bewohnten Haus der betreffenden Person und sind vom Künstler persönlich in den Bürgersteig eingesetzt worden.

An dieser Aktion, die es seit 2003 in mehr als 300 Ortschaften Deutschlands, Österreichs, Ungarns und den Niederlanden gibt, haben sich in Aachen unter der organisatorischen Gesamtleitung der Volkshochschule Aachen neben einigen Privatpersonen vor allem viele Aachener Schulen intensiv beteiligt. Im Rahmen ihres Unterrichtsplanes recherchierten sie die Lebensgeschichte der betroffenen Personen, knüpften Kontakte zu Überlebenden und spendeten nicht zuletzt die Kosten von derzeit 95.- Euro je Stein aus dem Erlös der so genannten „Friedensläufe“.

ÜbersichtBearbeiten

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google

Adresse Name und Details Bild
Adalbertstraße 33
(Standort)
Lina Levano, geb. Bauer (* 12. November 1887 in Weilburg an der Lahn), war das zehnte von zwölf Kinder eines Viehhändlers. Sie arbeitete als Schuhverkäuferin und übernahm nach ihrer Heirat mit Eduard Levano (1883–1933) im Jahr 1912 zusammen mit ihm und ihrer Schwester Clementine Katzenstein, geb. Bauer (* 1875), das Schuhgeschäft Louis Berg in Aachen, welches sie bis 1928 führten. Danach eröffnete die Familie Levano unter der Firmierung Bauer Schuh & Co. ein neues Schuhgeschäft. 1942 wurde Lina Levano nach Riga deportiert und dort ermordet[1]
Ihr Sohn Günter Levano (* 2. Mai 1927 in Aachen), wurde 1942 zunächst ebenfalls nach Riga deportiert, anschließend ins KZ Stutthof überführt und 1944 im Außenlager Magda des KZ Buchenwalds in Magdeburg ermordet[2].
Adalbertstraße 43
(Standort)
Clementine Katzenstein, geb. Bauer (* 25. Mai 1875 Weilburg an der Lahn), war die Schwester von Lina Levano und übernahm als Schuhverkäuferin zusammen mit ihrer Schwester und deren Mann Eduard Levano das Schuhgeschäft Louis Berg in Aachen, welches sie bis 1928 führten. Danach eröffnete die Familie Levano/Katzenstein unter der Firmierung Bauer Schuh & Co. ein neues Schuhgeschäft. 1939 flüchtete sie nach Belgien, wo sie verhaftet und in das Sammellager Mechelen interniert wurde. Am 10. Oktober 1942 wurde Katzenstein in das KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet[3].
Alt Haarener Straße 20
Aachen-Haaren(Standort)

(ursprünglich lt. Stadtbeschluss vorgesehen für die Weißenburgerstraße 40)

Hugo Hartog (* 30. Januar 1886 in Aachen), Sohn des Metzgers Abraham Hartog und seiner Gattin Sara geb. Kamp, wohnte in Aachen und arbeitete als Viehhändler. Am 12. Januar 1939 flüchtete er mit seiner Familie nach Rotterdam, wurde im Mai 1939 als Deutscher interniert und kam 1940 beim Bombenangriff auf Rotterdam ums Leben. Seine Ehefrau Emma Hartog, geb. Moses (* 1. März 1886 in Weilerswist), Tochter von Tobias Moses und Josephina, geb. Schweitzer, wohnte zunächst in Haaren. Sie emigrierte am 12. Januar 1939 mit ihrem Mann nach Rotterdam und wurde am 18. Januar 1944 ab Westerbork nach Theresienstadt deportiert, schließlich am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz verlegt und verstarb dort am 30. Oktober 1944. Ihre drei Kinder Fritz (1913–1985), Kurt († 2005) und Edith († 2009) überlebten, wobei Fritz in der Liste von Schindlerjuden aufgeführt war.[4]
Alt-Haarener-Straße 191,
Aachen-Haaren
(Standort)
Albert Levy (* 15. März 1885 in Aachen-Haaren), war der Sohn der Eheleute Jakob Levy und Sibylla Levy, geb. Breuer. und war als Handelsmann und Viehhändler tätig. Um 1940 wurde Albert in das Zwangsarbeiterlager Rhenaniastraße in Stolberg eingewiesen, welches am 15. Juni 1942 aufgelöst wurde. Levy wurde daraufhin wie alle Insassen nach Osten das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo er ermordet wurde.
Albert Levys Ehefrau Selma Levy, geb. Simon (* 19. Jahrhundert) kam mit ihren Kindern Helga Levy (* 23. Februar 1930 in Haaren) und Else Levy (* 28. März 1931 in Haaren), die zuvor die Städtische Israelitische Volksschule in Aachen besucht hatten, und mit Alberts Schwester Henriette Levy (* 11. Oktober 1888 in Haaren), die bei ihnen im Haus wohnte, zunächst in das Lager Hergelsmühle in Haaren. Von dort aus wurden sie am 25. Juli 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert und dort ermordet.
An den Frauenbrüdern 4
(Standort)
Sibylla (Bella) Levy, geb. Rubens (* 22. November 1876 in Pannesheide), war die Ehefrau von Wilhelm Sigismund Levy (* 14. Februar 1871), von dem nur bekannt ist, dass er 1938 Invalide war. Sibylla wurde am 25. Juli 1942 ab Düsseldorf in das KZ Theresienstadt deportiert und am 21. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka verlegt. Das Amtsgericht Aachen erklärte sie am 19. November 1957 für tot und legte den Zeitpunkt des Todes auf den 31. Dezember 1945 fest. Nur ihre jüngste Tochter Else (* 1915) entkam nach England während die beiden anderen Töchter Cläre (* 1910) und Erna (* 1911) Opfer der Shoa wurden.
Augustastraße 37
(Standort)
Helene Hornberg, geb. Levi (* 1. November 1878 in Ratingen) und ihr Ehemann Siegmund Hornberg (* 4. August 1864 in Aachen), Metzger und Fleischgroßhändler, wurden beide am 25. Juli 1942 ins KZ Theresienstadt und am 26. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie umgekommen sind.
Bismarckstraße 153
(Standort)
Julius Berg (* 13. August 1879 in Grevenberg), Sohn des Metzgers Joseph Berg (* 1846) und der Katharina Voß (1851–1915), war Maler- und Anstreichermeister in Aachen. Er war verheiratet mit Josephine Schmitz (* 1879) aus Bonn, die wenige Jahre nach der Heirat starb. Julius Berg wurde am 22. März 1942 über Koblenz in das Ghetto Izbica deportiert, wo er ums Leben kam.
Brabantstraße 46
(Standort)
Hugo Cahn (* 23. April 1881 in Aachen), Handelsvertreter, und seine Frau Frieda Cahn, geb. Philipp (* 15. Oktober 1889 in Aachen) wurden zunächst in das Sammellager Grüner Weg in Aachen eingewiesen und 1942 in den Osten Deutschlands deportiert, wo sie verstarben. Ihren Kindern Ruth und Werner gelang die Flucht nach England bzw. Palästina.
Freunder Landstraße 60, Aachen-Brand
(Standort)
Netta Heumann, geb. Kaufmann (* 11. Oktober 1877 in Aachen-Brand), wuchs auf dem elterlichen Viehhof in Brand auf und wurde zusammen mit ihrer Tochter Hilde Borkowski, geb. Heumann (* 3. Februar 1908 in Aachen-Brand) und ihrer Enkelin Ingeborg Lisette Borkowski (* 15. November 1935 in Aachen-Brand) zunächst ins Lager Hergelsmühle in Aachen-Haaren einquartiert. Anschließend wurden sie gemeinsam am 15. Juni 1942 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und am 8. Mai 1945 für tot erklärt.
Der Ehemann von Hilde, Simon Borkowski (* 20. Dezember 1903 in Baku), kaufmännischer Angestellter, wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf aus, wo er während der Woche arbeitete und wohnte, ins polnische Ghetto Litzmannstadt deportiert und am 8. Mai 1945 für tot erklärt[5].
Friedenstraße 8,
Aachen-Haaren
(Standort)
Albert Levy (* 24. Dezember 1883 in Aachen-Haaren), war Bankbeamter und Offizier im Ersten Weltkrieg. 1938 emigrierte er zunächst in die Niederlande, wurde in Belgien verhaftet und nach Frankreich ins Sammellager Drancy deportiert. Von dort aus wurde er am 4. September 1942 zunächst in das Camp de Gurs und am 9. Oktober 1942 weiter nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Sein Bruder Bernhard Levy (* 9. November 1886 in Aachen-Haaren), Kaufmann, war schwerkriegsbeschädigter Soldat im Ersten Weltkrieg und befand sich von 1915 bis 1920 in Kriegsgefangenschaft. Er kam 1941 ins Haarener Lager Hergelsmühle und wurde 18. August 1941 am Bahnübergang Friedenstraße erschlagen aufgefunden. Ihm zu Ehren wurde in Haaren eine Straße in Benno-Levy-Weg umbenannt
Deren jüngster Bruder Emil Levy (* 22. Dezember 1895 in Aachen-Haaren), ebenfalls Kaufmann und Soldat im Ersten Weltkrieg, wurde 1936 zunächst in Aachen inhaftiert und anschließend in das alte Kölner Gefängnis Klingelpütz überführt. Von dort wurde Levy 1938 ins KZ Oranienburg deportiert. Dabei gelang ihm die Flucht und er konnte nach Mexiko emigrieren, wo er in Saltillo ein Lederwarengeschäft eröffnete. Er verstarb am 9. März 1951 in Mexiko-Stadt. Die Brüder Hermann (* 1885) und Heinrich Levy (* 1888) wurde ebenfalls Opfer der Shoa.
Gottfriedstraße 4
(Standort)
Fritz Felsenthal (* 4. August 1869 in Aachen), Kaufmann, kam am 20. März 1941 zwangsweise ins jüdische Altersheim Kalverbenden in Burtscheid, wurde von dort aus ins KZ Buchenwald deportiert, wo er am 28. Mai 1942 angeblich an Herzversagen verstarb. Seine Urne konnte nach Aachen überführt und auf dem jüdischen Friedhof Lütticher Straße beigesetzt werden. Im Jahr 1952 wurde er endgültig für tot erklärt.
Heinrichsallee 59
(Standort)
Heinrich Levy (* 3. April 1888 in Aachen-Haaren), Kaufmann und Bruder der Geschwister aus der Friedenstraße 8, und seine Ehefrau Selma Levy, geb. Baum (* 3. Januar 1887 in Gindorf) wurden zusammen mit ihrer Tochter Ruth Levy (* 18. Mai 1924 in Aachen-Haaren), Schülerin des St.-Ursula-Gymnasiums in Aachen, das sie im November 1938 auf Grund staatlicher Anordnung verlassen musste, im Jahr 1942 ins KZ-Theresienstadt deportiert und dort ermordet.
Jülicher Straße 2
(Standort)
Josef Müller (* 1876), Ratspolitiker und engagierter Gewerkschafter, wurde im August 1944 wegen Widerstand als politischer Staatsfeind inhaftiert und in das KZ Sachsenhausen deportiert. Von dort wurde er Anfang 1945 ins KZ Bergen-Belsen überführt, wo er im März des gleichen Jahres an Unterernährung starb.
Krefelder Straße 16
(Standort)
Werner Josef Walbaum (* 31. Januar 1899 in Aachen), Kaufmann und Tuchgroßhändler, seine Ehefrau Anna Walbaum geb. Kaufmann (* 15. Februar 1906 in Aachen), sowie ihre Kinder Gisela Walbaum (* 14. November 1928 in Aachen) und Klaus Sigmund Walbaum (* 14. August 1933 in Aachen) emigrierten um 1938 in die Gegend um Vaals in den Niederlanden. Dort wurden sie verhaftet und zunächst in das Durchgangslager Westerbork verlegt und später nach Auschwitz deportiert. Die Angaben killed 28. Februar 1945 in Midden-Europa bei Werner Josef und Gisela Walbaum lassen darauf schließen, dass sie auf der Fahrt ins Konzentrationslager umgekommen sind. Anne Walbaum und ihr Sohn Klaus Sigmund verstarben bereits zuvor am 6. Oktober 1944 in Auschwitz.
Krefelder Straße 33
(Standort)
Wally Hirtz, geb. Edenfeld (* 17. November 1878 in Würzburg), Tochter von Leopold Edenfeld und Anna Neuberger aus Würzburg, war die Ehefrau des Tuchfabrikanten Otto Hirtz (1868–1939), Inhaber der Firma Gebr. Hirtz, Aachen, Wilhelmstraße 87. Als Witwe wurde sie zwangsweise in das israelitische Altersheim Kalverbenden in Burtscheid verbracht, von wo aus sie am 15. Juni 1942 über Koblenz, Köln, Düsseldorf in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurde.
Leydelstraße 7
(Standort)
Selma Meyer, geb. Wolf (* 15. April 1882 in Aachen), Tochter eines Kaufmanns, wurde 1942 ins Ghetto Izbica deportiert und dort ermordet.[6]
Lothringer Straße 107
(Standort)
Hermann Levy (* 1. Juni 1885 in Aachen-Haaren), Bruder der Geschwister aus der Haarener Friedenstraße 8, Kaufmann und Handelsvertreter, war Handelskaufmann und Soldat im Ersten Weltkrieg und saß von 1915 bis 1920 in Kriegsgefangenschaft. Er flüchtete 1938 über Belgien nach Frankreich, wo er aufgegriffen und in verschiedenen Lagern, darunter Drancy und Camp de Concentration de Saint-Cyprien einquartiert wurde. Am 4. Juni 1943 wurde er nach Sobibor deportiert und dort ermordet.
Moltkestraße 15
(Standort)
Elly Ortmanns (* 12. Februar 1939 in Aachen), Tochter von Leo und Rosa Ortmanns, kam 1943 als spastisch behindertes Mädchen zunächst in das Heim der Schwestern vom armen Kinde Jesus in Eupen. Von dort wurde sie am 11. November 1943 in die Rheinische Landesklinik für Jugendpsychiatrie in Bonn und schließlich am 24. März 1944 in die NS Heilerziehungsanstalt Kalmenhof in Idstein überführt, wo sie am 7. April 1944 vergiftet wurde.
Mozartstraße 21
(Standort)
Trude Lenneberg, geb. Löwenstein (* 1900) und ihr Ehemann Karl Lenneberg (* 1894), Subdirektor der Victoria-Versicherungen, flüchteten 1934 mit ihrer Familie nach Brüssel. Dort wurden sie 1944 in ihrem Versteck denunziert und anschließend gefangen genommen und ins Sammellager Mechelen verschickt. Im gleichen Jahr wurden beide nach Auschwitz deportiert, wo Trude Lenneberg ermordet wurde. Karl Lenneberg selbst wurde über das KZ Buchenwald nach Bergen-Belsen verlegt und ermordet. Die Kinder der Familie Lenneberg überlebten die Verfolgung.
Ottostraße 77
(Standort)
Gustav Hartog (* 23. Dezember 1887 in Aachen) war der Sohn von Albert und Eva Hartog, geborene Holländer. Er war kaufmännischer Angestellter und mit dem EK 1 ausgezeichneter Teilnehmer des Ersten Weltkriegs. Später schloss er sich dem kommunistischen Widerstand an und wurde deswegen nach der Machtergreifung der Nazis in den Jahren 1933/1934 für 17 Monate zunächst in Stettin später im KZ Esterwegen inhaftiert. Dort wurde er am 19. März 1934 entlassen und konnte zunächst nach Holland und später illegal in die Schweiz flüchten. Von dort wurde er wegen illegaler Einreise nach Spanien ausgewiesen, wo er mit den Internationalen Brigaden am spanischen Bürgerkrieg teilnahm. 1939 wurde Hartog mit all den anderen Spanienkämpfern in Frankreich interniert und anschließend an die deutschen Faschisten ausgeliefert, die ihn in das Sammellager Drancy eingewiesen. Von dort aus wurde Hartog am 12. August 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde.
Pastorplatz 1
(Standort)
Edith Frank, geb. Holländer (* 16. Januar 1900 in Aachen) ging 1933 ins niederländische Exil nach Amsterdam, wo bereits ihr Mann Otto Heinrich Frank sich beruflich niedergelassen hatte. Dort wurde Edith Frank am 4. August 1944 verraten und verhaftet und über das Durchgangslager Westerbork ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie am 6. Januar 1945 an Hunger und Erschöpfung starb.
Ihre Töchter Margot Frank (* 16. Februar 1926 in Frankfurt am Main) und Anne Frank (* 12. Juni 1929) folgten ihrer Mutter Weihnachten 1933 bzw. Februar 1934 nach Amsterdam, und fielen dort ebenfalls dem Verrat zum Opfer und wurden zusammen mit ihrer Mutter nach Auschwitz deportiert. Dort wurden sie von ihr getrennt und nach Bergen-Belsen verlegt, wo Margot Anfang März 1945 und wenige Tage später Anne Frank jeweils an Typhus und Erschöpfung starben.
Richardstraße 7
(Standort)
Fredy Hirsch (* 11. Februar 1916 in Aachen), Sohn tschechischer Juden, war Funktionär des Jüdischen Pfadfinderbundes. Er flüchtete 1935 in die Tschechoslowakei, wurde gefangen genommen und am 6. September 1943 nach Auschwitz deportiert, wo er als Lehrer wirkte. Bei einem missglückten Fluchtversuch wurde er am 8. März 1944 ermordet.[7]
Salierallee 7
(Standort)
Anna Amberg, geb. Philip (* 9. September 1886 in Aachen), war verheiratet mit dem Elektrochemiker Richard Amberg, mit dem sie vier Kinder hatte. 1913 konvertierte die Familie zum evangelischen Glauben und lebte bis zum Tod von Richard Amberg im Jahr 1928 überwiegend in Nürnberg. Danach kehrte die Familie nach Aachen zurück, und Anna Amberg wurde als Hauseigentümerin der Salierallee 7 geführt. Im Jahr 1939 emigrierten die vier Kinder und am 30. März 1941 musste Anna Amberg ihr Haus aufgeben. Kurzzeitig konnte sie noch beim Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Aachens unterkommen, bevor sie am 15. Juni 1942 nach Sobibor deportiert und ermordet wurde.
Stephanstraße 55
(Standort)
Karola Weil (* 8. August 1924 in Aachen) besuchte das St.-Ursula-Gymnasium in Aachen, das sie im November 1938 auf Grund staatlicher Anordnung verlassen musste. Sie wurde zusammen mit ihren Eltern Josef Weil (* 27. Juli 1878 in Köln), Textilhändler, und Henriette Weil, geb. Hartog (* 23. Januar 1889 in Aachen), Tochter von Emanuel Hartog und Eva Wolff, am 12. April 1942 zunächst in das Ghetto Grüner Weg eingewiesen und am 15. Juni 1942 nach Sobibor deportiert, wo alle ermordet wurden.[8]
Triebelstraße 2
(Standort)
Lili Frankenstein (* 9. November 1889 in Aachen), war promovierte Archäologin und Kunsthistorikerin. Als Gymnasiallehrerin war sie unter anderen an der Viktoriaschule in Aachen, in Berlin, an der Odenwaldschule in Ober-Hambach, in Krefeld, in Rheydt, in Essen und zuletzt als Studienrätin an der damaligen Auguste-Viktoria-Schule in Düsseldorf tätig. Im Jahr 1933 wurde sie auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. Sie kehrte daraufhin nach Aachen zurück, wo sie im Haus ihrer Eltern unterkam. Nachdem ihr Vater 1938 und ihre Mutter 1941 verstorben waren, wurde sie am 19. September 1941 zunächst in das jüdische Altersheim Kalverbenden einquartiert, von wo aus sie am 22. April 1942 über Düsseldorf ins Ghetto Isbica deportiert wurde und dort verstarb. 1948 wurde sie vom Amtsgericht Aachen offiziell für tot erklärt.[9]
Trierer Straße 723, Aachen-Brand
(Standort)
Joseph Mathes (* 30. August 1881 in Aachen), Bäckermeister, und seine Ehefrau Tina Mathes, geb. Daniel (* 21. Juni 1882 in Drove) kamen zusammen mit ihrem Sohn Erich Mathes (* 10. April 1926 in Aachen-Brand)[10] zunächst in das Sammellager Hergelsmühle in Haaren, von wo aus sie am 15. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert wurde. Am 8. Mai 1945 wurden alle drei für tot erklärt.
Deren Tochter Else Elkan, geb. Mathes (* 8. März 1913 in Aachen-Brand)[11], Schneiderin, und ihr Ehemann Ernst Elkan (* 15. April 1908 in Setterich), Schneider, flüchteten nach Sint-Joost-ten-Node, in Belgien, wo sie gefangen genommen und in das Sammellager Mechelen gesteckt wurden. Von dort aus wurden Else Elkan am 25. August 1942 und Ernst Elkan am 31. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert, wo Else am 14. September 1942 ermordet und Ernst Elkan am 8. Mai 1945 für tot erklärt wurde.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten