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Liste der Singles in der Harlem Hit Parade 1942

Hinweise zur Nutzung der Liste
Diese Liste enthält Musiker, Titel und deren Komponist(en), Datum des Eintritts in die Charts, Verweildauer in den Charts und höchste Position (abgekürzt HP, jeweils bezogen auf das Kalenderjahr). Die Voreinstellung erfolgt nach Ersteinstieg der Interpreten/Titel in die Top 10 der Charts. Darüber hinaus kann sie nach dem Interpreten, Titel, Charteinstieg, Verweildauer, Position und Label sortiert werden.

Die Liste der Singles in der Harlem Hit Parade 1942 enthält alle Songs von Singles, die ab dem 24. Oktober 1942 in der entsprechenden Chart-Kategorie von Billboard gelistet wurden. Aus der Harlem Hit Parade ging die spätere Billboard Rhythm & Blues Chart hervor.[1]

HintergrundBearbeiten

Im Jahr 1939 begann die Zeitschrift Billboard informell zu protokollieren, welche Aufzeichnungen in den Vereinigten Staaten am erfolgversprechendsten und am beliebtesten waren; 1940 startete die erste Chart-Erhebung der Singles in den Billboard-Charts.

In den frühen 1940er Jahren war der Markt für sogenannte Race Records (also Platten afroamerikanischer Musiker für ein afroamerikanisches Publikum) so gewachsen, dass Billboard daran interessiert war, deren Umsatz zu messen.[2] „Race Music“ war ein Begriff, der bereits seit den 1920er-Jahren von der Plattenindustrie verwendet wurde. Zwischen 1945 und 1955 hatten sich viele Unternehmen auf Musik für dieses Zielpublikum spezialisiert. Diese Plattenlabel waren unabhängige (Indie) Labels und konnten das Vakuum der „Majors“, der etablierten Musikkonzerne ausnutzen, um den „schwarzen“ Markt zu bedienen. Dazu gehörten King Records in Cincinnati, Savoy Records in Newark, Apollo, Old-Time und Atlantic Records in New York, Chess und National in Chicago, Specialty, Aladdin und Modern in Los Angeles.[3]

In der Ausgabe vom 24. Oktober 1942 stellte Billboard erstmals eigene Charts für ein afroamerikanisches Zielpublikum vor. Diese erschienen unter dem Titel Harlem Hit Parade.[4] Die Charts wurden in einer nicht näher definierten Auswahl der „beliebtesten Plattenläden“ im New Yorker Stadtteil Harlem (der stark afroamerikanisch geprägt war) in einer informellen Umfrage aufgrund der wöchentlichen Plattenverkäufe erhoben.[5][6]

Im Juni 1949 wurde der Begriff Race auf Vorschlag des Billboard-Autors Jerry Wexler in den beiden Chartlisten ersetzt durch den Begriff „Rhythm and Blues“.[7] Neben Musik aus diesem (im Entstehen begriffenen) Genre wurden aber Songs aus dem Swing, Blues, Boogie, später auch aus dem Doo Wop, Folk usw. gelistet.[8]

In dieser ersten Top-Ten-Liste stammen acht Einträge von afroamerikanischen Künstlern. Auf erster Position waren Ella Mae Morse und Freddie Slack mit ihrem „Mr. Five by Five“, auf Position zwei folgte Billie Holiday (mit dem Orchester von Paul Whiteman) mit „Trav’lin Light“.[9] Im Jahr 1942 platzierten sich insgesamt 27 Songs.

ListeBearbeiten

Interpret Titel
Autor(en)
Charteinstieg Wochen HP Labelnummer Bemerkungen
Charlie Barnet Things Ain't That What They Used to Be
Duke Ellington
07.11.1942 1 10 Decca 18507 18 572 B-Seite der Decca-Single war The Victory Walk von Lew Porter und Teepee Mitchell.[10]
Barney Bigard "C" Blues
Duke Ellington
21.11.1942 4 7 Bluebird 11581 Mit Musikern des Duke Ellington Orchestra (An Ellington Unit) nahm Bigard unter eigenem Namen die Ellington-Komposition auf, die später als C Jam Blues bekannt wurde.
Bea Booze See See Rider Blues
Ma Rainey
14.11.1942 2 9 Decca 8633 Ein Song, der inzwischen als C. C. Rider bekannt, zu den Blues- und Jazzstandards gehört und sich zu einem der am häufigsten aufgenommenen Bluessongs entwickelte.
Bing Crosby White Christmas
Irving Berlin
14.11.1942 8 1 Decca 18 429 Ein Nummer-eins-Hit in den Billboard-Charts, war Crosbys Weihnachtslied auch in der Harlem Hit Parade vertreten.
Tommy Dorsey There Are Such Things (Vocal Refrain by Frank Sinatra and The Pied Pipers)
Adams-Baer-Meyer
07.11.1942 12 8 Victor 27974 Auch Dinah Shore, Dennis Day, Billy Eckstine, Joe Marsala (mit Adele Girard) und The Modernaires nahmen den Song 1942 auf.[11]
Duke Ellington and his Famous Orchestra Hayfoot, Strawfoot (Vocal Refrain by Ivie Anderson)
Ervin Drake, Harry Lenk, Paul McGrane
21.11.1942 1 10 Victor 20-1505 Hayfoot, Strawfoot war eine Nummer im Repertoire von Fletcher Henderson aus den 1920er-Jahren; Ellingtons Bandvokalistin bei der Aufnahme von 28. Juli 1942 war Ivie Anderson.
Lil Green Let's Be Friends
Big Bill Broonzy
24.10.1942 1 8 Bluebird 8895 Der von Big Bill Broonzy stammende Blues-Song war die B-Seite von Lil Greens Single I'm Going to Start a Racket.[12]
Erskine Hawkins Bicycle Bounce
Sammy Lowe
21.11.1942 3 9 Bluebird 11432 Der Song war die B-Seite von Jumpin' in a Julep Joint.
Earl Hines and His Orchestra (Vocal Refrain by Billy Eckstine) Stormy Monday Blues
Eckstein-Crowder-Hines
24.10.1942 14 1 Bluebird 11567 Der Song war ein Hit für Earl Hines and His Orchestra und erreichte #1 in der Harlem Hit Parade, was ihn zu Hines’ einzigem Auftritt in den Charts machte.[13]
Billie Holiday with Paul Whiteman and His Orchestra Trav’lin Light
Trummy Young, Johnny Mercer
24.10.1942 22 1 Capitol 116 (I'm a) Trav'lin Light basierte auf einer Instrumentalnummer von Trummy Young aus den 1930er-Jahren, zu dieser Zeit bei Earl Hines and His Orchestra; Johnny Mercer schrieb später einen Songtext, dessen Titel von Mercers Frau stammte.[14]
The Ink Spots Don’t Get Around Much Anymore
Duke Ellington, Bob Russell
24.10.1942 29 5 Decca 18503 Der Ellington-Song, auf der Decca-Schellackplatte die B-Seite von Street of Dreams (von Sam M. Lewis, Victor Young),[15] entwickelte sich bis weit ins Jahr 1943 zu einem der langlebigsten Hits in der Harlem Hit Parade.
The Ink Spots Ev’ry Night About This Time
James V. Monaco, Ted Koehler
24.10.1942 4 7 Decca 18 461 B-Seite der Single war I'm Not The Same Old Me von Al Law, Ned Brisbane und Tom Johnstone.[16]
The Ink Spots Just As Though You Were Here
Edgar De Lange, John Benson Brooks
24.10.1942 1 1 Decca 18465 Auch Tommy Dorsey (mit den Bandvokalisten Frank Sinatra & Pied Pipers) war 1942 mit dem Song erfolgreich.[17]
The Ink Spots This Is Worth Fighting For
Edgar De Lange, Sam H. Stept
31.10.1942 1 9 Decca 18466 Ein den im Zweiten Weltkrieg kämpfenden Soldaten gewidmeter Song. Auch Jane Froman und die Orchester von Vaughn Monroe (Victor 27921) und Jimmy Dorsey (Decca 18376) nahmen den Titel 1942 auf.
Louis Jordan & His Tympany Five I'm Gonna Leave You at the Outskirts of Town
Jordan, Weldon
24.10.1942 3 3 Decca 8638 I'm Gonna Leave You at the Outskirts of Town war Jordans erster Charterfolg, dem Titel wie G.I. Jive, Caldonia, Buzz Me oder Is You Is OR Is You Ain't My Baby# folgen sollten.[18]
Louis Jordan What's the Use of Getting Sober (When You Gonna Get Drunk Again) Novelty Blues Vocal Chorus by Louis Jordan
Bubsy Meyers
14.11.1942 14 2 Decca 8645 Mit dem Novelty Song war Jordan bis weit in das Jahr 1943 in der Harlem Hit Parade vertreten. The Beatles coverten den Song 1969 während ihrer Get Back Session.[19]
Andy Kirk and His Twelve Clouds of Joy Take It and Git
M & W. Chapman-Green-Marshall
24.10.1942 5 1 Decca 4366 B-Seite der 78er Hip Hip Hooray.[20]
Jimmie Lunceford It Had to Be You
Isham Jones, Gus Kahn
12.12.1942 1 3 Decca 18 504 Tadd Dameron lieferte die Arrangements für Jimmie Luncefords Hits I'm Losing My Mind Because of You, It Had to Be You und I Dream a Lot about You.[21]
Lucky Millinder (Vocal Chorus by Trevor Bacon) When the Lights Go On Again (All Over the World)
Bennie Benjemen, Eddie Seiler, Sol Marcus
24.10.1942 18 1 Decca 18496 Trevor Bacon war Bandvokalist bei zwei großen Hitsongs von Lucky Millinder, I Want a Big Fat Mama und When the Lights Go on Again All Over the World.[22]
Nat King Cole Trio That Ain't Right
Cole
21.11.1942 7 6 Bluebird 8630 B-Seite war die Nummer Hit That Jive Jack.[23]
Tampa Red Let Me Play with Your Poodle
Hudson Whittaker
19.12.1942 4 9 Bluebird 34 0700 Blues singer with guitar, piano and drums, hieß es auf dem Etikett der Brunswick-78er. Die R&B-Nummer wurde 1947 von Hank Penny (King 614-A) gecovert.
Royal Harmony Quartet Praise the Lord
Frank Loesser
14.11.1942 1 10 Keynote D101 Mit Praise the Lord (and pass the Ammunition) waren zur Jahreswende 1942/43 sowohl das Gospel-Vokalemsemble The Southern Sons (Quartet) als auch das Royal Harmony Quartet erfolgreich.
Artie Shaw Just Kiddin’ Around
Ray Conniff
31.10.1942 1 8 Victor 27806 Der Songautor und spätere Bandleader Ray Conniff war auch Arrangeur dieser Nummer.[24]
Freddie Slack Mr. Five by Five (From Universal's Film Behind the Eight Ball)
Don Raye, Gene De Paul
24.10.1942 14 1 Capitol 116 Bandsängerin war Ella Mae Morse. Ein Song aus dem Universal-Film Behind the Eight Ball (1942, Regie Edward F. Cline).[25]
Freddie Slack Cow Cow Boogie
Don Raye, Gene De Paul
31.10.1942 9 2 Capitol 102 Eigentlich die B-Seite der Slacks Capitol-Single Here You Are (von Leo Robin & Ralph Rainger), entwickelte sich Cow-Cow Boogie mit der Bandvokalistin Ella Mae Morse zu einem der größten Hits in der Harlem Hit Parade 1942/43.
The Southern Sons Praise the Lord (and pass the Ammunition)
Frank Loesser
21.11.1942 7 7 Bluebird 30-0806 Mit Praise the Lord (and pass the Ammunition) waren zur Jahreswende 1942/43 sowohl das Gospel-Vokalemsemble The Southern Sons (Quartet) als auch das Royal Harmony Quartet erfolgreich.
Fats Waller Jitterbug Waltz
Fats Waller
24.11.1942 1 2 Bluebird 11518 Dies war die einzige Originalaufnahme des Titels von Fats Waller & his Rhythm, entstanden am 16. März 1942.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Joel Whitburn: Joel Whitburn’s Billboard Top R&B Singles: 1942–2016. Record Research, 2017
  2. Michael Campbell Popular Music in America: The Beat Goes on. Wadsworth/Thomson Learning, 2005
  3. Rebecca Kobrin (Hrsg.) Chosen Capital: The Jewish Encounter with American Capitalism. New Brunswick (NJ): Rutgers University Press, 2012.
  4. Billboard 26. Februar 2000
  5. Zunächst waren folgende Geschäfte in die (nicht-repräsentative) Erhebung einbezogen: Rainbow Music Shop, Harvard Radio Shop, Lehman Music Company, Harlem De Luxe Music Store, Ray's Music Shop und Frank's Melody Music Shop, New York. Vgl. Philip H. Ennis: The Seventh Stream: The Emergence of Rock’n’Roll in American Popular Music. Wesleyan University Press 1992
  6. Michael Campbell: Popular Music in America: The Beat Goes On. Cengage Learning 2012, S. 160.
  7. Nelson George. Black Music Charts: What's in a Name?. Billboard. Bd. 94 H. 25., 26. Juni 1982, S. 10; Deena Weinstein Rock'n America: A Social and Cultural History. Toronto: University of Toronto Press, S. 29
  8. Philip M. Gentry What Will I Be: American Music and Cold War Identity, New York City: Oxford University Press 2018, S. 32
  9. Steven Dillon: Wolf-Women and Phantom Ladies: Female Desire in 1940s US Culture, SUNY Press 2015, S. 279.
  10. harlie Barnet And His Orchestra – Things Ain't What They Used To Be / The Victory Walk bei Discogs
  11. Tom Lord: Jazz discography (online)
  12. Lil Green – I'm Going To Start A Racket / Let's Be Friends bei Discogs
  13. Das Lied wurde manchmal mit T-Bone Walkers Lied Call It Stormy Monday (But Tuesday Is Just as Bad) (1945) verwechselt, wenn es häufig zu Stormy Monday oder Stormy Monday Blues abgekürzt wird.
  14. Vgl. Billie Holiday von John Szwed, 2015; Lady Day's Diary: The Life of Billie Holiday, 1937–1959 von Ken Vail, Castle Communications, 1996
  15. Ink Spots – Street Of Dreams / Don't Get Around Much Anymore bei Discogs
  16. Ink Spots – Ev'ry Night About This Time / I'm Not The Same Old Me bei Discogs
  17. Vgl. Breaking Records: 100 Years of Hits von William Ruhlmann. , S. 89
  18. James M. Salem: The Late, Great Johnny Ace and the Transition from R & B to Rock 'n' Roll'. Urbana & Chicago: University of Illinois Press 2001; vgl. auch Reiland Rabaka: The Hip Hop Movement: From R&B and the Civil Rights Movement to Rap and the Hip Hop Generation. Lexington Books 2013
  19. The Beatles Encyclopedia: Everything Fab Four [2 volumes]: Everything Fab Four von Kenneth Womack, 2014
  20. Andy Kirk And His Clouds Of Joy – Hip Hip Hooray / Take It And Git bei Discogs
  21. Vgl. Dameronia von Paul Combs. 2012, S. 29.
  22. Preston Love: A Thousand Honey Creeks Later: My Life in Music from Basie to Motown—and Beyond. Middletown (CT): Wesleyan University Press 1997
  23. The Nat King Cole Trio – That Ain't Right / Hit That Jive Jack bei Discogs
  24. Todd Bryant Weeks: Luck's In My Corner: The Life and Music of Hot Lips Page. New York: Routledge 2004
  25. Behind the Eight Ball in der Internet Movie Database (englisch)