Liste der Nationalstrassen der Schweiz

Wikimedia-Liste

Die Liste der Nationalstrassen der Schweiz führt alle Nationalstrassen der Schweiz auf. Nationalstrassen sind all jene Strassen, bei denen der Bund für Finanzierung, Betrieb, Unterhalt und Ausbau aufkommt. Zuständig ist das Bundesamt für Strassen («Astra»). Je nach Ausbaustand gehören dazu nationale Autobahnen, nationale Autostrassen und nationale Hauptstrassen. Aufnahmegrund in die Liste der Nationalstrassen ist die gesamtschweizerische Bedeutung einer Strassenverbindung.

Ende 2017 mass das Schweizer Nationalstrassennetz insgesamt 1 854,7 Kilometer. Der Netzbeschluss des Bundesrates von 1960 sieht 1 892,5 Kilometer vor. Somit fehlen bis zur sogenannten Netzvollendung noch 37,8 Kilometer. 2017 wurden 14,3 Kilometer eröffnet, und zwar auf der Transjurane, welche damit vollendet wurde, sowie im Raum Biel.

Im Strassensystem der Schweiz bilden die Nationalstrassen eine besondere Eigentumsklasse neben Kantons-, Gemeinde- und privaten Strassen. Per 2020 führt die Schweiz 26 Nationalstrassenlinien, die mit N-Signaturen gekennzeichnet sind (N1-N29). Diese Signaturen treten im alltäglichen Strassenbild jedoch nicht in Erscheinung, da die Signalisation der Schweizer Strassen überhaupt anhand des Ausbaustandes stattfindet. Der Ausbaustand bewirkt die Klassifikation aller Strassen in Autobahnen, Autostrassen, Hauptstrassen und Nebenstrassen. Anhand der reinen Nummer der Nationalstrassen (N-Nummer) lässt sich daher auch nicht erkennen, welchen Ausbaustand die Nationalstrasse hat, also ob es sich um eine Autobahn, Autostrasse oder Hauptstrasse handelt.

Liste der NationalstrassenBearbeiten

Stand 1960Bearbeiten

Stand per 21. Juni 1960:[1]

Signatur Überregionale Bedeutung Genauer Verlauf Bemerkungen
N1 Haupt-Ost-West-Verbindung (Frankreich -) PerlyGenfLausanneBernZürich Platzspitz/Milchbucktunnel – Winterthur – Wil – St. GallenSt. Margrethen (- Österreich) Inklusive Anschluss Flughafen Cointrin (von   aus) sowie Flughafen Kloten (von N1 aus)
N2 Haupt-Nord-Süd-Achse (Deutschland -) BaselEgerkingen N1

N1 RothristLuzernGotthardpassLuganoChiasso (- Italien)

Inkl. Anschluss an die französische Autobahn bei Lysbüchel-Hagnau
N3 Achse Nordwestschweiz – Südostschweiz N2 AugstBirmenstorf N1

N1 Zürich Platzspitz – Zürich Brunau – Sargans N13

Ziegelbrücke–Walenstadt als Nationalstrasse 3. Klasse
N4 Zentral gelegene Nord-Süd-Verbindung (Deutschland -) BargenSchaffhausenWinterthur N1

N3 Zürich Brunau – ChamSchwyzAxenstrasseAltdorf N2

Inkl. Abzweigung Cham nach Holzhäusern
N5 Jura-Südfuss N1 bei SolothurnBiel/BienneNeuenburgYverdon-les-Bains N1
N6 Bern-Wallis N1 BernThunRawiltunnelSitten/Siders N9 Plan einer Nationalstrasse durch das Simmental und Rawil 1986 verworfen.
N7 Verbindung nach Konstanz N1 AttikonKreuzlingen (- Deutschland)
N8 Voralpen-Verbindung InnerschweizBerner Oberland N2 Acheregg – SarnenInterlakenSpiez – Thun (Gwatt) N6
N9 West-Süd-Verbindung (Frankreich -) VallorbeChavornay N1

N1 Lausanne – SittenBrigSimplonpassGondo (- Italien)

N12 Verbindung BernFreiburg – in Richtung Wallis N1 BernFreiburgVevey N9
N13 Östlich gelegene Nord-Süd-Verbindung N1 St. MargrethenChurSan-Bernardino-TunnelCastione N2
N14 N2 LuzernCham N4

Stand 2020Bearbeiten

Stand per 1. Januar 2020:[2]

Signatur Strasse/n Überregionale Bedeutung Genauer Verlauf Bemerkungen
N1   Haupt-Ost-West-Verbindung (Frankreich -) GenfLausanneBernZürich Nord – Winterthur – Wil – St. Gallen – N13 bei St. Margrethen Zentrale Ost-West-Achse; die N1 geht bei St. Margarethen (Nordostecke der Schweiz) übergangslos in die N13 über.
Folgende Zubringer gehören auch zur N1: Perly, Genève (Lac), Lausanne (Maladière), Bern (Insel), Bern (Tiefenaustrasse), H5 Aarau (Ost)–Rohr–Aarau, Limmattalerkreuz–Platzspitz (N3), St. Gallen (Kreuzbleiche).
N2     Haupt-Nord-Süd-Achse (Deutschland -) BaselLuzernGotthard-Strassentunnel bzw. GotthardpassLuganoChiasso (- Italien) Folgende Zubringer gehören auch zur N2: Gundelfingen/Basel-Bahnhof-SBB, Luzern-Kasernenplatz. Bypass Luzern per 2019 beschlossen.[3]
N3   Achse Nordwestschweiz – Südostschweiz (Frankreich -) BaselZürich West – Zürich Süd – Sargans Folgender Zubringer in Zürich gehört auch zur N3: Platzspitz (N1)–Wiedikon–Zürich-Süd
N4     Zentral gelegene Nord-Süd-Verbindung (Deutschland -) ThayngenSchaffhausenWinterthurZürichChamSchwyzAxenstrasse – N2 bei Altdorf Endet in Altdorf (Fortsetzung nach Süden via N2). Neue Axenstrasse in Planung.
N5     Jura-Südfuss N1 bei SolothurnBiel/BienneNeuenburgYverdon-les-Bains – N1
N6     223 509 Biel/Bienne (N5) – BernThun – Verzweigung Lattigen – FrutigenKandersteg / GoppensteinGampel (N9) Ursprünglich als Autobahn durch Simmental und Rawil ins Wallis geplant, 1986 wurden diese Pläne verworfen.
N7   Verbindung nach Konstanz N1 bei WinterthurKreuzlingen (- Deutschland)
N8     Voralpen-Verbindung InnerschweizBerner Oberland N2 bei Lopper – SarnenInterlakenSpiez – Verzweigung Lattigen N6
N9     West-Süd-Verbindung (Frankreich -) Vallorbe – N1 bei LausanneSittenBrigSimplonpassGondo (- Italien) Abschnitt Sierre bis Brig im Ausbau zur Autobahn befindlich.
N11   Flughafenautobahn Zürich Zürich Nord – Kloten-Süd
N12   Verbindung BernFreiburg – in Richtung Wallis N1 bei BernFreiburg – N9 bei Vevey
N13     406 Östlich gelegene Nord-Süd-Verbindung N1 bei St. MargrethenChurThusisSan-Bernardino-Tunnel – N2 bei BellinzonaLocarnoAscona Die N13 geht bei St. Margarethen (Nordostecke der Schweiz) übergangslos in die N1 über.
N14   338 Querverbindung Innerschweiz – Zürichsee N2 bei LuzernA4 bei ChamSihlbruggWädenswil N3
N15   340 Verbindung Zürich-Oberland – Linthgebiet Brüttisellen N1 – Uster Süd – Hinwil Betzholz – Rapperswil – Uznach – Reichenburg N3 Zwischen Uster Süd und Hinwil als Hauptstrasse 340
N16   Transjurane BoncourtDelsbergBiel/Bienne N5 Anschluss Tavannes-Route de Tramelan gehört auch zur N16
N17     Glarnerland-Zubringer Niederurnen N3 – Glarus
N18     Verbindung Basel-Delsberg (Birstal) N2 (Basel-Hagnau) – ReinachAeschDelsberg N16
N20       Neuenburger Verbindung vom untern in den oberen Kantonsteil mit Fortsetzung zur Franche-Comté Murten N1 – Thielle N5 sowie Neuenburg N5 – Le LocleCol des Roches Umfahrung Le Locle und La Chaux-de-Fonds per 2019 beschlossen.[3]
N21    Zufahrt zum Grosser-St.-Bernhard-Tunnel Martigny – Bourg St-Bernard Die Nationalstrasse reicht bis zum Tunnel, der Tunnel selbst und der Pass sind keine Nationalstrasse.
N22   Verbindung des oberen mit dem unteren Baselbiet PrattelnSissach
N23 23   474 Bodensee-Thurtalstrasse Grüneck N7 – WeinfeldenArbon – Meggenhus N1
N24     Entlastung Grenzübergang Chiasso Mendrisio N2 – Stabio – Gaggiolo
N25   459 463 Autobahnzubringer Appenzellerland St. Gallen-Winkeln N1 – HerisauHundwilAppenzell Zwischen Gossau SG Ost und Waldstatt projektiert als A25 ( )[4]
N28   Verbindung Rheintal – Unterengadin N13 bei LandquartKlosters-Serneus/Verladestation Vereinatunnel
N29   417 Engadin-Zubringer Thusis N13 – TiefencastelJulierpassSilvaplana

Anschlüsse an das Strassennetz der NachbarstaatenBearbeiten

Anschlüsse von Schweizer Nationalstrassen, Autobahnen und Autostrassen an das Autobahnnetz der Nachbarstaaten (Signatur – Grenzort CH – Nationalstrasse CH – Strassen-Nr. Ausland):

DeutschlandBearbeiten

ÖsterreichBearbeiten

Es besteht auch nach jahrzehntelanger Planungsarbeit noch keine direkte Autobahnverbindung von der Schweizer A1/A13 zur österreichischen A14. Der Grenzverkehr fliesst je nach Zieldestination durch die österreichischen Dörfer Höchst, Fußach, Hard, Bregenz und Lustenau oder dem schweizerischen Diepoldsau. Nach mehreren gescheiterten Projekten soll 2020 in Österreich der Trassenentscheid für den Bau der S18 Bodensee Schnellstrasse gefällt werden. Die ca. 8 Kilometer lange Strasse wird ca. EUR 600 Mio. kosten und vom bereits seit über 50 Jahren bestehenden Stummel[5] bei der A1 Ausfahrt St. Margrethen Nr. 86 via Höchst und Dornbirn zur A14 führen. Das Zollamt wird auf Schweizer Gebiet gebaut.

Fürstentum LiechtensteinBearbeiten

Das Fürstentum Liechtenstein besitzt keine eigenen Autobahnen oder Autostrassen. Von mehreren Anschlüssen der schweizerischen A13 führen Brücken über den Alpenrhein ins Fürstentum.

ItalienBearbeiten

FrankreichBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LinkBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. AS 1960 872
  2. Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz (Netzbeschluss) vom 10. Dezember 2012, geändert am 14. September 2016. Vgl. auch Astra: Die neuen Nationalstrassen, abgerufen am 7. Januar 2020.
  3. a b Bundesbeschluss über den Ausbauschritt 2019 für die Nationalstrassen (BBl 2019 4559)
  4. http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/stadtstgallen/tb-ag/Herisaus-Plan-nuetzt-auch-Gossau;art197,1375251
  5. www.wanderland.ch: Ausfahrt Nr. 86