Liste der Gutsherren von Wandsbek

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Das Holsteinische Gut Wandsbek wurde nach unterschiedlichen Angaben 1472 bzw. 1496 gegründet. Eine Liste der ersten Gutsherren ist nicht nur unvollständig, sie widerspricht auch diesen Angaben, indem schon Besitzer ab 1460 genannt werden. Möglicherweise hat ihnen die Landesherrschaft jedoch nur das gleichnamige Dorf verpfändet.

Das (Erste) GutBearbeiten

Zeitraum Gutsbesitzer Erwerb durch
1460–1465 Johann tom Berge, Hamburger Ratsherr Verpfändung
1465 Clawes de Sware und Hoyger Tzerneholt, Hamburger Bürger Verpfändung
? Hinrick Murme(i)ster, Hamburger Bürgermeister Verpfändung
1505 Kord von Winthem, auch: Cort von Wenshen / Winthern, Hamburger Bürger Pacht
? Matthias Rantzau Verpfändung
1520 Jacob Rantzau, sein Bruder Verpfändung
? Detlev Reventlow, Hamburger Domherr und Propst des Klosters Reinbek Verpfändung

Das Adlige GutBearbeiten

1524 wurde Wandsbek adliges Gut, über das der Besitzer frei verfügen konnte.

Zeitraum Gutsbesitzer Erwerb durch
1525–1534 Dr. Hinrich Salsborg [Salßborch], Hamburger Bürgermeister Schenkung
1534–1553 Anna Salsborg geb. v. Mehre († 1553) [Salßborch, Salzburger] seine Witwe Erbschaft
1554–1557 Heinrich von Zesterfleth, zweiter Gatte der Witwe Salsborg Erbschaft
1554–1557 Streit um das Gut zwischen den Erben Anna Salsborgs,
den Familien von Spreckelsen und von Zeven, sowie Heinrich von Zesterfleth
1557–1564 Adam Traziger, Hamburger Ratssyndikus
und seit 1558 Kanzler Herzog Adolfs am Gottorfer Hof
Lehen
1564–1598 Heinrich Rantzau, Statthalter (produx cimbricus) des dänischen Königs
für den königlichen Anteil von Schleswig-Holstein
Kauf
1599–1614 Breido [Breide] Rantzau, sein Sohn, dänischer Reichsrat Erbschaft/Kauf
1614 König Christian IV. von Dänemark Kauf
1614–1627 Adam Basilier Pacht
1627–1628 Abondio Somigliano, kaiserlicher Postmeister von Hamburg als Kriegsbeute
1630–1639 Berend von Hagen, dänischer Oberst Pacht
1640–1645 Christian Graf von Pentz, Schwiegersohn König Christians IV.,
Gouverneur von Glückstadt und Amtmann von Steinburg
Kauf/Tausch
1645–1652 Albert Balthasar Berns [Behrens], Kaufmann und Finanzier König Christians IV.
(erwirbt 1646 auch Tonndorf und Hinschenfelde)
Kauf
1652–1664 Elisabeth Berns, seine Witwe Erbschaft
1664–1670 Albert Balthasar Berns jun., beider Sohn Erbschaft
1670–1678 Gabriel Berns jun., sein Bruder Erbschaft
1678 Anna van der Whiele, seine Schwester Erbschaft
1678–1679 Paul von Klingenberg zu Hanerau, ihr Schwager, Staatsrat Kauf
1679–1705 Friedrich Christian Freiherr von Kielmansegg(e) Kauf
1705–1739 Joachim von Ahlefeld auf Westensee, sein Schwiegersohn Kauf
1739–1743 König Christian VI. von Dänemark Kauf
1743–1762 Markgraf Friedrich Ernst zu Brandenburg-Culmbach, sein Schwager zum Nießbrauch überlassen
1762–1782 Geh. Rat Heinrich Carl Graf von Schimmelmann zu Ahrensburg Kauf
1782–1842 Christian Carl Graf von Schimmelmann, sein Sohn
(veräußert 1805 den Flecken Wandsbek sowie Tonndorf und Hinschenfelde
an die Landesherrschaft)
Erbschaft
1842–1857 Ernst Graf von Schimmelmann zu Ahrensburg Erbschaft
1857 Johann Anton Wilhelm von Carstenn zu Neverstaven, Kaufmann
(das Gutsareal wird parzelliert und stückweise veräußert,
das Gehölz an den Flecken Wandsbek verkauft,
das intakte Schloss 1861 abgerissen)
Kauf

Das verbliebene Gutsareal wurde 1861 in Marienthal umbenannt und 1878 in die Stadt Wandsbek eingemeindet. Mit dieser gelangte es durch das Groß-Hamburg-Gesetz 1937 an (das Land) Hamburg, wurde 1938 (in die Stadt Hamburg) eingemeindet.

QuellenBearbeiten

  • Paul Eickhoff: Geschichte Wandsbecks bis 1564. Beilage zum Jahres-Bericht des Matthias-Claudius-Gymnasiums Ostern 1904, Druck von Fr. Puvogel, Wandsbeck 1904, Digitalisat
  • Georg Wilhelm Röpke: Zwischen Alster und Wandse. Stadtteil-Lexikon des Bezirks Wandsbek. Verlag Otto Heinevetter, Hamburg 1985, ISBN 3-87474-961-4.