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Liste der Friedhöfe in Radebeul

Wikimedia-Liste

Die Liste der Friedhöfe in Radebeul gibt eine Übersicht über Friedhöfe und ehemalige Begräbnisstätten in der sächsischen Stadt Radebeul. Die Friedhöfe stehen heute unter Denkmalschutz.[1]

Denkmal Chronos und die Trauernde auf dem Kirchhof der Friedenskirche

Inhaltsverzeichnis

LegendeBearbeiten

Die in der Tabelle verwendeten Spalten listen die im Folgenden erläuterten Informationen auf:

  • Name, Bezeichnung: Bezeichnung des einzelnen Objekts.
  • Adresse, Koordinaten: Heutige Straßenadresse, Lagekoordinaten.
 
Übersicht über die Lage der Radebeuler Stadtteile mit Verlauf der Trasse der Lößnitzgrundbahn
  • Stadtteil: Heutiger Radebeuler Stadtteil, so wie in der hiesigen Karte dargestellt.
  • Datum: Besondere Baujahre, so weit bekannt oder ableitbar, teilweise auch Datum der Ersterwähnung der Liegenschaft.
  • Art des Kulturdenkmals, Bemerkung: Nähere Erläuterung über den Denkmalstatus, Umfang der Liegenschaft und ihre Besonderheiten. Auch Baumeister, Architekten und weitere Kunstschaffende.
Kürzelverzeichnis:[2]
  • Bild: Foto des Hauptobjekts.

Heutige FriedhöfeBearbeiten

Name, Bezeichnung Adresse,
Koordinaten
Stadt­teil Datum Art des Kulturdenkmals, Bemerkung Bild
Kirchhof der Kirche zu Kötzschenbroda,
heute Friedenskirche zu Radebeul
Altkötzschenbroda 40
(!513.6339835551.1039005Lage)
KOE 1273 Ersterwähnung ED DNA. Evangelische Pfarrkirche mit Kirchhof, Einfriedung und Grabmal von Richard Steche. Der Kirchhof der 1273 ersterwähnten Kirche zu Kötzschenbroda war ursprünglich alleiniger Begräbnisort der Parochie Kötzschenbroda. Er wurde 1723 letztmals erweitert und 1884/85 mit dem Umbau der Kirche offiziell geschlossen. Als außergewöhnliche Ausnahme fand 1893 dort das Begräbnis des Kunsthistorikers Richard Steche statt.  
Weitere Bilder
Gottesacker,
Diakonissen-Friedhof,
Alter Friedhof
Am Gottesacker (33),
(Kötzschenbrodaer Straße 166)
(!513.6390505551.1040975Lage)
KOE 1602 ED SG WLG. Alter Friedhof mit Diakonissengräbern. Der vor 1566 als Pestfriedhof angelegte zweite Friedhof auf Kötzschenbrodaer Flur blieb auch später in Benutzung. Er wurde 1602 erstmals urkundlich als Gottesacker der Parochie erwähnt und war ab dem Ende des 17. Jahrhunderts ihr Hauptbegräbnisort. Nach der Einweihung des Neuen Friedhofs (heute Hauptfriedhof Radebeul-West) diente der Alte Friedhof noch als Begräbnisort der Niederlößnitzer Diakonissenanstalt Bethesda. Obwohl der Friedhof 1911 geschlossen werden sollte, ist er bis heute in Benutzung.  
Weitere Bilder
Friedhof Naundorf-Zitzschewig,
Johannesfriedhof
Kapellenweg 14
(!513.6113895551.1166675Lage)
NAU 1907/08 ED DNA. Friedhof mit Einfriedungsmauer und evangelischer Kapelle der Friedenskirchgemeinde für Naundorf und Zitzschewig. Baumeister: Woldemar Kandler (Entwurf), Gebrüder Große (Bau)  
Weitere Bilder
Neuer Friedhof,
Friedhof Radebeul-West
Kötzschenbrodaer Straße 166,
Am Gottesacker (33)
(!513.6406945551.1036115Lage)
KOE 1873 (Friedhof),
1913 (Kapelle)
ED SG WLG. Friedhof mit Kapelle, Kapellenanbau, Grabanlagen und Einfriedungsmauer. Der östlich des Alten Friedhofs gelegene Neue Friedhof wurde errichtet, da Erweiterungen der alten Begräbnisstätte nicht mehr möglich waren. Baumeister: Gebrüder Kießling (Kapelle)  
Weitere Bilder
Friedhof Radebeul-Ost Serkowitzer Straße 33
(!513.6675005551.0974725Lage)
RAD 1890/91,
1920,
1928/29
ED SG WLG. Friedhof mit alter und neuer Feierhalle und Einfriedungsmauer, mit Grufthaus Karl Mays (1903), Jugendstilgruft, Grabmal Doerstling und Beckert sowie weiteren Grabanlagen, alte Feier-Halle um 1890, neue Feierhalle 1928/29. Die Ende des 19. Jahrhunderts neu geschaffene Parochie Radebeul erhielt zeitgleich mit dem Bau der Kirche zu Radebeul auch einen eigenen Friedhof. Bis dahin war der Friedhof der nahegelegenen Kaditzer Kirche der zugehörige Begräbnisort. Architekten: Schilling & Graebner (incl. Kapelle), Emil Högg (Erweiterung), Max Czopka (Neue Feierhalle)  
Weitere Bilder

Ehemalige PestfriedhöfeBearbeiten

Name, Bezeichnung Adresse,
Koordinaten
Stadt­teil Datum Bemerkung Bild
Pestfriedhof von Kötzschenbroda,
Gottesacker,
Diakonissen-Friedhof,
Alter Friedhof
Am Gottesacker (33)
(!513.6390505551.1040975Lage)
KOE vor 1566 ED SG WLG. Alter Friedhof mit Diakonissengräbern. Der vor 1566 als Pestfriedhof angelegte zweite Friedhof auf Kötzschenbrodaer Flur blieb auch später in Benutzung. Während des Dreißigjährigen Kriegs erfolgten mehrere Pestausbrüche, so 1637 und 1640. Ob die Ausbrüche im Dresdner Raum von 1626 und 1632/33 auch die Lößnitz erreichten, ist mangels Unterlagen nicht bekannt. Bei der großen Pestepidemie von 1680 waren 279 Tote (von um die 700 Einwohner) zu beklagen. Obwohl der Friedhof 1911 geschlossen werden sollte, ist er bis heute in Benutzung.  
Weitere Bilder
Pestfriedhof von Zitzschewig hinter Gerhart-Hauptmann-Straße 17
(!513.6031945551.1203695Lage)
ZIT  um 1637 Der Pestfriedhof lag am östlichen Rand der Lachenstücke. Allein 1637 wurden dort 40 Pesttote begraben, die letzte Beerdigung war 1813 die eines am Lazarettfieber verstorbenen französischen Soldaten.  
Pestfriedhof von Naundorf,
Gottesackerstück
zwischen Großstückenweg und Horkenweg
(!513.6022225551.1130565Lage)
NAU  um 1637[3] Der Pestfriedhof trug im ältesten Flurbuch (von 1801) die Bezeichnung Gottesackerstück, die letzte Bestattung fand dort 1689 statt. Bei Erdarbeiten 1926 wurden einige der Gräber angeschnitten.  
Pestfriedhof von Lindenau Steinbergweg
 
LIN um 1680 Bei der großen Pestepidemie im Kirchspiel Kötzschenbroda war auch erstmals Lindenau mit 19 Pestopfern betroffen. Bei Erdarbeiten wurde der Pestfriedhof auf einem Grundstück gegenüber von Mieth′s Weinstuben[4] (Altlindenau 35) wiederentdeckt.[5]  

GräberfelderBearbeiten

Name, Bezeichnung Adresse,
Koordinaten
Stadt­teil Datum Bemerkung Bild
Brandgräberfeld Weststraße
 
SER 1800 v. Chr.–
1600 v. Chr.
Das 1935 entdeckte Brandgräberfeld der Frühen Bronzezeit nahe der ehemaligen Eisoldschen Sandgrube enthielt zahlreiche Grabbeigaben.  
Urnenfeld Wasastraße / Straße des Friedens SER 1600 v. Chr.–
1200 v. Chr.
Urnenfeld der Mittleren Bronzezeit (Lausitzer Typ)  
Urnenfeld  
 
NAU 1200 v. Chr.–
800 v. Chr.
Urnenfeld der Späten Bronzezeit  
Urnenfeld  
 
KOE 1200 v. Chr.–
800 v. Chr.
Urnenfeld der Späten Bronzezeit  
Skelettgräberfeld Fabrikstraße / Kötitzer Straße KOE 600–1100 Das Gräberfeld der slawischen Besiedlung wurde 1925 erstmals angeschnitten, die Grabbeigaben zeigen frühe christliche Einflüsse.  

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  • Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath u. a. (Bearb.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen I, Regierungsbezirk Dresden. Deutscher Kunstverlag, München 1996, ISBN 3-422-03043-3, S. 730–739.
  • Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3.
  • Gudrun Täubert; Hans-Georg Staudte: Kunst im Öffentlichen Raum II. Grabmale. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2005.
  • Stefan Koch, Michael Strobel, Thomas Gerlach (Zusammenst.): Radebeul archäologisch. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2009.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Radebeul 24. Mai 2012, S. 1–40 (Letzte von der Stadt Radebeul veröffentlichte Denkmalliste. Die seit 2012 beim Landkreis Meißen angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde hat noch keine Denkmalliste für Radebeul veröffentlicht).
  2. Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3 (Siehe beiliegende Karte).
  3. Lössnitz und Moritzburger Teichlandschaft (= Werte unserer Heimat. Band 22). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973, S. 152.
  4. Mieth´s Weinstuben. (Memento vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive)
  5. Manfred Richter: Gemeinde Lindenau. In: Niederlößnitz von anno dazumal. Abgerufen am 30. Oktober 2010.