Liste berühmter Bergsteiger

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Diese Liste enthält die Namen, Lebensdaten und größten Leistungen von berühmten oder in besonderem Maße erfolgreichen (männlichen oder weiblichen) Bergsteigern.

Bei den Männern werden teils klassische Hochtouren-Bergsteiger aufgeführt, teils moderne Allround-Alpinisten, die im Fels-, Eis-, Wasserfall-, Bigwall- und Free-Solo-Klettern oder im Höhenbergsteigen aktiv sind, manchmal auch Personen, die nur durch eine einzige Erstbesteigung überhaupt aufgefallen sind. Die Grenze zwischen Bergsteigern und reinen Kletterern ist dabei oft schwer zu ziehen. Tritt ein Sportkletterer auch in der alpinen Szene nennenswert in Erscheinung, wird er hier aufgeführt; für reine Sportkletterer oder Boulderer siehe die Liste bekannter Sportkletterer.

Weiterhin enthält diese Liste alle im weitesten Sinne berühmten, bekannten oder erfolgreichen weiblichen Alpinisten. Da aus historisch-sozialen und kulturellen Gründen das Bergsteigen über Jahrzehnte und Jahrhunderte eine Männerdomäne war und großenteils immer noch ist, hält sich die Zahl berühmter Frauen im Bergsport sehr in Grenzen. Daher erübrigt sich auch eine strenge Selektierung oder eine Trennung zwischen alpinem Bergsteigen und reinem Klettern wie bei den oben stehenden männlichen Bergsteigern. Klassische Alpinistinnen werden hier somit ebenso aufgelistet wie Sportkletterinnen.

Die bedeutendsten BergsteigerBearbeiten

Es ist schwierig, objektive Aussagen darüber zu treffen, welche Bergsteiger die bedeutendsten waren, denn oftmals stehen bahnbrechende Einzelleistungen ganzen Laufbahnen gegenüber, die in ihrer Gesamtheit außergewöhnlich sind. Des Weiteren ist es schwer, die unterschiedlichen Voraussetzungen des Bergsteigens in den einzelnen Epochen sinnvoll gegeneinander abzuwägen. Sinnvoll ist es, von „besten Bergsteigern ihrer Zeit“ zu sprechen, die in ihrem je eigenen alpinhistorischen (und oft auch geographischen) Kontext ihrer Zeit voraus waren. Die Berühmtheit eines Bergsteigers hängt in entscheidendem Maße davon ab, wie sehr er sich vermarktet und sich beispielsweise mit Buchpublikationen einer breiteren Leserschaft präsentiert.

Reinhold Messner (* 1944), der als Erster alle vierzehn Achttausender – darunter den Mount Everest als Erster ohne zusätzlichen Sauerstoff – bestieg, ist wohl der bekannteste Bergsteiger unserer Zeit. Er gilt als kompletter Alpinist, der sowohl im Felsklettern, klassischen Bergsteigen und Höhenbergsteigen Pionierleistungen vollbrachte und sich mit zahllosen Veröffentlichungen und Vorträgen einen Namen machte.

Wollte man mehrere „beste Bergsteiger“ aufzählen, müssten auch die Namen Hermann Buhl (1924–1957), Walter Bonatti (1930–2011) und Jerzy Kukuczka (1948–1989) fallen, die vor allem im Felsklettern, aber auch im Höhenbergsteigen Außergewöhnliches leisteten. Alexander Huber (* 1968) befindet sich noch in seiner aktiven Zeit, ist aber schon heute zu den ganz Großen zu zählen.

In den erweiterten Kreis gehören auch Gaston Rébuffat (1921–1985), Kurt Diemberger (* 1932), Chris Bonington (* 1934), Doug Scott (1941–2020), Hans Kammerlander (* 1956) und Thomas Huber (* 1966). Gerade die letzten Jahrzehnte haben eine Fülle von Bergsteigern hervorgebracht, die in den höchsten Schwierigkeitsgraden klettern, weswegen es immer schwerer fällt, die „Besten“ ausfindig zu machen.

Zu den besten Bergsteigern oder Kletterern ihrer jeweiligen Zeit zählten Ludwig Purtscheller (1849–1900), Angelo Dibona (1879–1956), Paul Preuß (1886–1913), George Mallory (1886–1924), Emilio Comici (1901–1940), Anderl Heckmair (1906–2005), Heinrich Harrer (1912–2006), Peter Habeler (* 1942), Reinhard Karl (1946–1982) und Jean-Christophe Lafaille (1965–2006).

Chronologische AuflistungBearbeiten

MännerBearbeiten

Geboren bis 1800Bearbeiten

 
Francesco Petrarca, der erste Bergsteiger der Geschichte?

Geboren 1801–1850Bearbeiten

 
Edward Whymper, der Erstbesteiger des Matterhorns
 
Hermann von Barth, der große Erschließer der Nördlichen Kalkalpen

Geboren 1851–1880Bearbeiten

 
Georg Winkler, Erstbesteiger des Winklerturms
  • Albert Mummery (1855–1895) – „Führerloser“ Bergsteiger, dem schwierige Touren in den Alpen gelangen; versuchte als einer der Ersten überhaupt eine Achttausender-Besteigung durchzuführen und kam dabei 1895 am Nanga Parbat ums Leben.
  • Matthias Zurbriggen (1856–1917) – Bergführer, zwischenzeitlicher Höhenrekord mit 6890 m im Karakorum, Erstbesteiger des Aconcagua (1897).
  • Karl Blodig (1859–1956) – Erster Bergsteiger, der nach seiner Zählart alle Viertausender bzw. 68 Viertausender der Alpen bestieg[3].

Geboren 1881–1890Bearbeiten

Geboren 1891–1900Bearbeiten

Geboren 1901–1910Bearbeiten

Geboren 1911–1920Bearbeiten

 
Edmund Hillary, der Erstbesteiger des Mount Everest

Geboren 1921–1930Bearbeiten

 
Cesare Maestri konnte in den 1950er Jahren den VI. Grad abklettern

Geboren 1931–1940Bearbeiten

  • Albert Hirschbichler (1931–1959) – deutsch-österreichischer Bergsteiger. Durchkletterte die Eiger-Nordwand 1953, die 12. Begehung dieser Wand. Durchstieg u. a. die Bischofsmütze-Nordwand, die Große Zinne-Nordwand, die Civetta-Nordwestwand und die Piz-Badile-Nordostwand.
  • Ray Genet (1931–1979) – Bergsteiger aus Alaska. Leitete erfolgreich um die 25 Besteigungen des Mount McKinley und war Teilnehmer der ersten Winterbesteigung im Jahre 1967. Beim Rückweg vom Gipfel des Mount Everest am 2. Oktober 1979 am Südostgrat erfroren.
  • Toni Kinshofer (1934–1964) – Erste Winterüberschreitung des Karwendel-Hauptkamms, erste Winterbegehung der Eiger-Nordwand (1961), zweite Besteigung des Nanga Parbat und gleichzeitig erste Besteigung über die Diamirflanke (1962).
  • Barry Bishop (1932–1994) – Unter der Leitung von Edmund Hillary zusammen mit Wally Romanes, Michael Gill (Neuseeland) sowie dem Briten Michael Ward Erstbesteigung der Ama Dablam (1961). Besteigung des Mount Everest mit der amerikanischen Everest-Expedition (1963).
 
Kurt Diemberger, Erstbesteiger von zwei Achttausendern

Geboren 1941–1950Bearbeiten

 
Reinhold Messner, der bekannteste Bergsteiger der Welt

Geboren 1951–1960Bearbeiten

Geboren 1961–1970Bearbeiten

Geboren 1971–1980Bearbeiten

  • Walter Nones (1971–2010) – Expeditionsbergsteiger der 1995 den Island Peak und den Lobuche-Ostgipfel bestieg; es folgten Mount McKinley (1999) und den Aconcagua (2003); 2004 hatte er Erfolg am K2.
  • Dean Potter (1972–2015) – Extremer Slackliner, Free-Solo- und Speedkletterer. Schaffte unter anderem die 3. Free-Solo-Begehung von Separate Reality.
  • Stephan Siegrist (* 1972) – Zusammen mit Ueli Steck Erstbegeher der extremen Eiger-Nordwand-Route „La vida es silbar“ (bis 7b+, 2003); führte mit diesem auch die Nordwand-Trilogie (Eiger, Mönch, Jungfrau) in 25 Std. durch (2004).
  • Denis Urubko (* 1973) – 15. Bergsteiger, dem die Besteigung aller 14 Achttausender gelang. Zudem schaffte er zusammen mit Simone Moro die erste Winterbesteigung des Makalu.
  • Tormod Granheim (* 1974) – Bestieg 2002 den Aconcagua und fuhr per Ski über den Polengletscher ab, bestieg in einer Woche den Muztagh Ata und den Kuksay Tagh (7184 m) und fuhr auch diese mit Ski wieder ab; 2006 folgte die Besteigung des Mount Everest mit erstmaliger Skiabfahrt über das Norton-Couloir.
  • Much Mayr (* 1975) – Extremkletterer, hat mehrere Bigwalls am El Capitan frei geklettert, kletterte die Franzosenführe in der Nordwand der Westlichen Zinne frei (8a+).
  • Aron Ralston (* 1975) – Wurde bekannt durch eine selbst ausgeführte Handamputation, seine unglaubliche Geschichte wird im Spielfilm 127 Hours mit Hauptdarsteller James Franco erzählt. Nach seinem Unfall vollendete er noch die Besteigung aller 59 Viertausender in Colorado im Alleingang.
  • Ueli Steck (1976–2017) – Solo-Kletterer, Sportkletterrouten bis 8b, Eiskletterrouten bis Schwierigkeitsgrad 11, extreme Speed-Begehungen in großen Wänden (Eiger-Nordwand[9] bis Achttausender in Asien).- Am 30. April 2017 starb er durch Absturz bei einem Rekordversuch am Berg Nuptse beim Mount Everest.
  • Robert Steiner (* 1976) – Schriftsteller und Extremkletterer; überlebte 1997 einen spektakulären Bergunfall an den Grandes Jorasses, der zu seinem ersten Buch führte.
  • Roger Schäli (* 1978) – Diverse Erstbegehungen, unter anderem die Magic Mushroom an der Eiger-Nordwand, Taku Tower in Alaska.
  • Pemba Dorjee Sherpa (* 1978?) – Schnellste Besteigung des Mount Everest über die Südroute in 8:10 Std. (2004).

Geboren 1981–1990Bearbeiten

  • Peter Ortner (* 1983) – Erste freie Begehung der „Kompressor Route“ am Cerro Torre mit David Lama. Bezwinger des Trango Tower (6251 m) über die schwierige Route Eternal Flame (IX+/X-). Erste erfolgreiche Begehung der Chogolisa (7668 m) seit 1986 mit David Lama.
  • Dani Arnold (* 1984) – Zweitschnellste Solo-Besteigung der Eiger-Nordwand in 2:28 Std. (2011) sowie schnellste Begehung des Salbitschijen-Westgrats in 1:35 Std.
  • David Lama (1990–2019) – Erste freie Begehung der „Kompressor Route“ am Cerro Torre mit Peter Ortner (2012). Erstbegehung der zentralen Headwall an der 1500 Meter hohen Ostwand des Moose’s Tooth in Alaska mit Dani Arnold (2013).

FrauenBearbeiten

 
Margaret Claudia Brevoort in prominenter Gesellschaft (links außen Christian Almer, rechts William Coolidge)

Alphabetische Auflistung (Männer und Frauen)Bearbeiten

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BBearbeiten

CBearbeiten

DBearbeiten

EBearbeiten

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ZBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

Bergsport, Bergsteigen / Alpinismus, Klettern, Liste bekannter Sportkletterer

Quellen und WeblinksBearbeiten

Die Daten dieser Liste wurden vielen verschiedenen Internetseiten, oft den Homepages der jeweiligen Alpinisten, und zum Teil auch Bergbüchern entnommen. Wertvolle Informationen liefern auch folgende Seiten:

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Antoine de Ville. geneanet.org, abgerufen am 25. April 2012.
  2. Zumtaugwald, Johann – Personenmappe. (PDF; 520 kB) In: Historisches Alpenarchiv der Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol. Deutscher Alpenverein e.V., 3. Januar 1985, S. 2, abgerufen am 20. März 2013.
  3. Christian Imboden: Berge: Beruf, Berufung, Schicksal. Rotten Verlag, Visp 2013, ISBN 3-907624-48-3. S. 146.
  4. Christian Imboden: Berge: Beruf, Berufung, Schicksal. Rotten Verlag, Visp 2013, ISBN 3-907624-48-3. S. 92: Skiführer.
  5. Christine Schemmann: Das zweite Leben des Otto Hahn – Der Nobelpreisträger war ein exzellenter Bergsteiger. In: Der Bergsteiger, 46. Jg., Nr. 8, 1979. S. 472–473.
  6. „Osttirol Süd: Lienz, Drautal, Pustertal, Villgraten, Lesachtal. 50 ausgewählte Tal- und Bergwanderungen“. In: Google Books. Seite: 41. Abgerufen am 29. April 2012.
  7. Nicho Mailänder: Wieder am Fluss – Das Leben des Rudl Peters. In: DAV-Panorama. Nr. 4, 2009, S. 48 ff. (online [PDF; abgerufen am 1. Februar 2013]).
  8. Nordwand mein Leben mit dem Eiger, Delius Kasing Verlag, ISBN 978-3-667-10295-9
  9. Ueli Rekord: Steck schafft Eiger-Nordwand in zwei Stunden 22 Minuten Spiegel Online, 23. November 2015.
  10. Elizabeth Le Blond. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Oxford Dictionary of National Biography. Archiviert vom Original am 4. Oktober 2012; abgerufen am 12. Februar 2013 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oxforddnb.com
  11. Le Blond, Elizabeth Alice Frances. In: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 12. Februar 2013.
  12. Nordwand mein Leben mit dem Eiger, Delius Klasing Verlag, 2015, ISBN 978-3-667-10295-9