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Lippoldsberg ist der westliche Gemeindeteil von Wahlsburg im nordhessischen Landkreis Kassel (Deutschland).

Lippoldsberg
Gemeinde Wahlsburg
Koordinaten: 51° 37′ 23″ N, 9° 33′ 16″ O
Höhe: 111 (110–140) m ü. NHN
Einwohner: 1668 (1. Jul. 2006)
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 37194
Vorwahl: 05572

Mit 1658 Einwohnern (Stand 31. Juli 2006) ist Lippoldsberg vor Vernawahlshausen der größere der beiden Wahlsburger Gemeindeteile und deren Verwaltungssitz.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Lippoldsberg liegt im äußersten Norden von Nordhessen im Weserbergland zwischen Solling (im Norden), Kiffing (Höhenzug im Südosten), hinter dem sich der Bramwald (im Süd-Südosten) befindet, und Reinhardswald (im Südwesten). Es erstreckt sich direkt südlich der niedersächsischen Gemeinde Bodenfelde, 6,5 km südwestlich von Uslar, 7 km östlich von Bad Karlshafen und 34 km nördlich von Kassel.

Lippoldsberg befindet sich auf etwa 110 bis 140 m ü. NN am rechten Ufer der Oberweser, in die hiesig die von Osten kommende Schwülme mündet, die streckenweise die Grenze zu Niedersachsen bildet und von der oberhalb bzw. östlich von Lippoldsberg der künstlich geschaffene Mühlbach abzweigt.

In Lippoldsberg können die Kfz-Kennzeichen des Landkreises Kassel (KS, HOG und WOH) gewählt werden.

GeschichteBearbeiten

An der Mündung der Schwülme in die Weser bei Lippoldsberg befand sich schon in frühchristlicher Zeit eine Furt durch den Fluss. Es gab hiesig wohl auch eine kleine Siedlung, als zu Mitte des 11. Jahrhunderts der Mainzer Erzbischof Lippold von Mainz (von dem der Ort auch seinen Namen hat) hier eine kleine Kapelle errichten ließ, aus der das spätere Kloster Lippoldsberg hervorging.

In den 50er Jahren wurde die katholische Maria Goretti-Kirche erbaut.

Am 1. Februar 1971 schlossen sich die beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Lippoldsberg und Vernawahlshausen zur neu gegründeten Gemeinde Wahlsburg zusammen.[1]

Lippoldsberg ist seit 1980 ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

 
Lippoldsberger Fähre (2008)

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort verlaufen mehrere Kreisstraßen. Mit der am westlichen Weserufer verlaufenden Bundesstraße 80 ist Lippoldsberg durch eine Gierseilfähre und einige Kilometer südlich bei Gieselwerder durch eine Brücke über die Weser verbunden. Die nächsten Autobahnanschlussstellen gibt es bei Warburg und Breuna an der A 44 sowie bei Göttingen, Nörten-Hardenberg und Northeim an der A 7.

Regionalbahnhöfe befinden sich in Bodenfelde, Vernawahlshausen und Uslar, Bahnhöfe mit Halten von IC und/oder ICE-Zügen in Göttingen, Warburg und Kassel.

Die nächsten bedeutenden Flughäfen befinden sich bei Hannover und Paderborn und in Kassel-Calden. In Uslar gibt es einen kleinen Segelflugplatz.

WirtschaftBearbeiten

Die Landwirtschaft ist in Lippoldsberg kaum noch von Bedeutung. Der bedeutendste Arbeitgeber in der Gemeinde Wahlsburg ist mit über 300 Beschäftigten[2] heutzutage das im Höhenzug Kiffing auf 200 bis 220 m Höhe gelegene „Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg gGmbH“.

In dem Luftkurort ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Es gibt Gästebetten in Hotels, Gasthöfen und Pensionen.

KulturBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Klosterkirche Lippoldsberg

Die wichtigste Sehenswürdigkeit Lippoldsbergs ist die romanische Kirche des vormaligen Klosters Lippoldsberg.

In der Nähe der Kirche gibt es das Museum und Werkstätten im Schäferhaus.

In Lippoldsberg stehen zwei als Naturdenkmal geschützte Bäume.

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VeranstaltungenBearbeiten

In der Klosterkirche finden kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen statt. Der in Lippoldsberg beheimatete völkische Dichter Hans Grimm („Volk ohne Raum“) organisierte seit 1934 „Dichtertreffen“ im Ort. Nach 1945 kamen hier bis 1981 rechtskonservativ-nationalistische Kreise zusammen.[3]

BildungBearbeiten

SportBearbeiten

  • Die Märchenfähre verbindet Lippoldsberg mit dem Vorwerk. Dort gibt es kilometerlange Rad- und Wanderwege, inmitten von Wald, Feld und Flur des Weserberglandes.
  • Der Weserradweg führt direkt an Lippoldsberg vorbei.

EhrenbürgerBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Luitpold I. († 1059), Erzbischof von Mainz. Gründete das Kloster Lippoldsberg, das den Ursprung des Ortes Lippoldsberg bildete
  • Erich Storz (1927–2016), Musiker und Musikproduzent, der in Lippoldsberg lebte
  • Gustav Siemon (1918–2011), Mitbegründer des Bund Deutscher Offiziere, 1948/49 Abgeordneter der Volkskammer der DDR

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  2. Drei Monate Geld für 340 Mitarbeiter HNA-Artikel vom 22. März 2012
  3. polunbi.de: Hans Grimm, 1875-1959

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lippoldsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Lippoldsberg – Reiseführer