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Lipperswil
Wappen von Lipperswil
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
Politische Gemeinde: Wäldii2w1
Postleitzahl: 8564
Koordinaten: 721664 / 275291Koordinaten: 47° 37′ 1″ N, 9° 3′ 25″ O; CH1903: 721664 / 275291
Höhe: 491 m ü. M.
Kirche von Lipperswil

Kirche von Lipperswil

Karte
Lipperswil (Schweiz)
Lipperswil
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1995
Luftaufnahme vom 21. Mai 2010

Lipperswil ist eine Ortschaft innerhalb der Schweizer Gemeinde Wäldi im Kanton Thurgau und liegt am Südhang des Seerückens nahe dem Bodensee.

BevölkerungBearbeiten

Die Gemeinde Wäldi zählt rund 1000 Einwohner, davon ca. 200 in Lipperswil.

VerkehrBearbeiten

Im Dezember 2005 wurden auf Grund des Fahrplanwechsels der SBB in Lipperswil zwei neue Postautohaltestellen erbaut.

GeschichteBearbeiten

PolitikBearbeiten

Die Ortsgemeinde Lipperswil, früher Lüperzwil oder Lippersweilen, bestand aus zwei Teilen, die fast ein ganzes Jahrtausend ihre eigenen Wege gingen. Lipperswil gehörte den Freiherren von Bürglen bis es 1284 an das Stift St. Johann in Konstanz verkauft wurde. Dieses bestimmte auch während über 500 Jahren die Pfarrer in Lipperswil. Die helvetische Einheitsverfassung machte aber 1798 diesem Feudalwesen ein Ende. Am 1. Januar 1995 schloss sich die Ortsgemeinde Lipperswil mit den Ortsgemeinden Wäldi, Sonterswil und Engwilen zusammen zur Politischen Gemeinde Wäldi.

ReligionBearbeiten

Die evangelische Kirche in Lipperswil wurde auf Grund des langen Fussweges in das nächstgelegene Dorf erbaut. Als Erbauungsjahr ist 1209 bekannt.

Der „Wigoltingerhandel“Bearbeiten

Am 1. Juni 1664 zogen ca. 50 Rekruten von Konstanz nach Frauenfeld. Sie waren angetrunken und trieben allerlei Unfug. Vor der Kirche in Lipperswil provozierten sie Kirchgänger und es kam zu einer Schlägerei. Eine Frau namens Anna Gilg aus Illhart flüchtete nach Wigoltingen und rief in die versammelte Kirche: „Fremde Soldaten sind in unsere Kirche eingedrungen und haben alle erschlagen.“ Die Wigoltinger bewaffneten sich sofort und trafen bald auf die angebliche „fremden Soldaten“. Es kam zu einem Kampf, wobei sechs der Rekruten getötet und elf schwer verletzt wurden. Die restlichen Unruhestifter flüchteten. Erst am Abend wurde der Irrtum bekannt. Die beteiligten Wigoltinger wurden vom Landvogt festgenommen und verhört. Zwei von ihnen wurden enthauptet, die restlichen zu einer erheblichen Geldstrafe verurteilt. Der ganze Vorfall hätte beinahe zu einem Wiederaufflammen des ersten Villmergerkrieges geführt, und Zürich hatte bereits die Generalstaaten, Kurpfalz, Hessen-Kassel und Württemberg darüber informiert und um Hilfe ersucht.[1] Zur Erinnerung an dieses traurige Ereignis, wird noch heute in Wigoltingen am Pfingstsonntag auf das Ausläuten nach dem Gottesdienst verzichtet.[2]

BildungBearbeiten

Die Primarschule befindet sich im benachbarten Sonterswil, den Kindergarten in Illhart besuchen die Kinder mit dem Schulbus. In die Oberstufe gehen die Kinder nach Wigoltingen. Mittelschulen befinden sich in Kreuzlingen und Frauenfeld.

FreizeitBearbeiten

Durch den Familienpark Conny-Land ist Lipperswil schweizweit bekannt. Zudem befindet sich direkt neben dem Conny-Land eine 27-Loch-Golfanlage mit Clubrestaurant. Die Driving Range ist ganzjährig in Betrieb und für jedermann zugänglich. Auf dem angrenzenden Guggenbühl entstand 2010 ein Wellness Hotel, auf der Fläche eines früheren Schweinemastbetriebes, das am Golfplatz von Lipperswil gelegen ist.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ludwig Meyer von Knonau: Handbuch der Geschichte der Schweizerischen Eidsgenosseschaft. 2.Bd. Zürich 1829, S. 50 f.
  2. Rudolph Hanhart: Erzählungen aus der Schweizergeschichte nach den Chroniken. 4.Teil, Basel 1838. S. 281 ff. Der Wigoldinger-Handel (vom Dekan Lavater in Rickenbach beschrieben)