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Linzer Klangwolke

Ein seit 1979 stattfindendes Open-Air-Festival
Lautsprecher vor dem Brucknerhaus (2005)

Die Linzer Klangwolke ist ein Open-Air-Musikfestival, das seit 1979 jedes Jahr Anfang September im Donaupark der österreichischen Stadt Linz stattfindet. Dazu werden im Donaupark vor dem Brucknerhaus, zwischen der Nibelungen- und Eisenbahnbrücke, Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von 250.000 Watt etwa auf Kränen montiert.

InhaltBearbeiten

Die Klangwolke besteht aus drei Veranstaltungen von Freiluftkonzerten moderner Musik, die teilweise durch Visualisierungen ergänzt sind:

  • Den Auftakt bildet die visualisierte Klangwolke im Dunkel des Abends: Moderne Musik, meist Auftragswerke, wird mit Feuerwerk, Laser, Videoprojektionen, Schiffen, Kränen, Ballons etc. begleitet. Die visualisierte Klangwolke ist mit ca. 100.000 Zusehern und -hörern der größte Publikumsmagnet. Während dieses Format anfänglich die Begleitung von Musik durch visuelle Elemente in den Vordergrund stellte wurden später theatralische Elemente eingeführt, die in jüngerer Zeit zugunsten der Darbietung eines Feuerwerks in den Hintergrund rückten.
  • Die klassische Klangwolke, gleichzeitig das Eröffnungskonzert des Brucknerfests, findet ohne Visualisierung statt.
  • Die Kinderklangwolke als Nachmittagsveranstaltung bei Tageslicht erzählt seit 1998 musikalische Geschichten für die jüngeren Zuhörer.

Am 18. September 1979 wurde erstmals mit Anton Bruckners Achter Symphonie eine Klangwolke über Linz gelegt und damit die Ars Electronica, das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft, eröffnet. Künstlerische Konzeption und Leitung lag bei dem Münchner Komponisten Walter Haupt. Damals kam die Musik noch von einem zuvor produzierten Studioband, während sie seit 1980 live aus dem Brucknerhaus übertragen wird. Im Gegensatz zu später wurde nicht nur der Donaupark beschallt, sondern mehrere Standorte im Stadtgebiet von Linz (Pöstlingberg, Freinberg, Auhof und Hummelhof).[1]

Die Linzer Klangwolken werden vom ORF Oberösterreich und dem Brucknerhaus Linz veranstaltet. Der Eintritt ist frei.
In Weiterentwicklung des Programms wurde das Silvester-Feuerwerk 2008 zur Eröffnung des Kulturhauptstadt-Jahres Linz09 mit der eigens komponierten Raketensinfonie inszeniert.

2013–2015 war die voestalpine der Hauptsponsor und sie trugen daher den Namen voestalpine Klangwolken.[2] Seit 2016 ist die Sparkasse OÖ Hauptsponsor – Sparkasse OÖ Klangwolke.

 
Brucknerhaus

Bisherige KlangwolkenBearbeiten

Klassische KlangwolkeBearbeiten

In den Jahren vor 2001 wurden unter anderem folgende Werke aufgeführt:

Visualisierte KlangwolkeBearbeiten

  • Walter Haupt – The Best of Pink Floyd mit Laser Show (1985)
  • Walter Haupt – Eine Vision aus Feuer, Wasser, Licht und Laser (1988)
  • Walter Haupt – Klangwolkensymphonie (Kepler-Klangwolke) (1990)
  • Walter Haupt – Klangwolken-Symphonie für 5 große Orchestergruppen und solistisches Schlagzeugensemble
  • Joe Zawinul – Stories of the Danube (1993)
  • Otto M. Zykan – Odyssee (1994)
  • Roland Baumgartner – Missa Pacis (1995)
  • Roland Baumgartner – Symphonia Globalis (1996)
  • Friedrich Gulda – Mozartiana (1997)
  • Klaus Obermaier & Robert Spour – jobOpera (1998)
  • Peter Wolf – Progression (1999)
  • Klaus Obermaier & Robert Spour – actOpera (2000)

2001Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Von der Harmonie der Welt - Harmonices Mundi“ von Christian Muthspiel und Hans Hoffer, angesetzt für dem 1. September 2001 musste "am Vortag wegen irreparabler Schäden an der Projektionswand abgesagt werden" und wird 2002 nachgeholt.[3]
  • Telekom Austria Kinderklangwolke „Der Regenbogendrache“ Idee/Text: Christa Koinig
  • Klassische Linzer Klangwolke Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4 („Romantische“)

2002Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Von der Harmonie der Welt - Harmonices Mundi“ von Christian Muthspiel und Hans Hoffer wird von 2001 nachgeholt. Angelehnt an Johannes Kepler, der 1618 die ersten 5 Planeten entdeckte. Musik mit "5 Stimmen as weit entfernten Kulturkreisen."[4] 90.000 Besucher.
  • Telekom Austria Kinderklangwolke „Fata Morgana - Traumklänge auf Lapislazuli“ von Christian Brandauer
  • Klassische Linzer Klangwolke Philip Glass: Symphonie Nr. 6 („Plutonian Ode“, Allen Ginsberg)

2003Bearbeiten

2004Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „sense-ation“, Eine Symphonie von Peter Wolf. Geschichte, Lyrics, Konzept: Michelle Wolf. Mit: Michelle Wolf, Johnny Sutherland, Jeff Beal, Vinnie Colaiuta, Brad Warnaar, Angelina Wolf, Karl Merkatz
  • Telekom Austria Kinderklangwolke „Die begeisterten Trommeln“, ein musikalisches Märchen von Timna Brauer
  • Klassische Linzer Klangwolke Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8 Es-Dur „Sinfonie der Tausend“

2005Bearbeiten

 
klassische Klangwolke 2005
  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Teilung am Fluss“ vom Künstlernetzwerk lawine torrèn. Erzählt die fiktive Geschichte eines nach 1955 geteilt gebliebenen Österreichs. Konzept, Regie: Hubert Lepka, Musik: Peter Valentin, Text: Birgit Müller-Wieland, Video: Stefan Aglassinger, Lichtdesign: Frank Lischka
  • Kinderklangwolke „Ätsch! - ein fröhliches Maskenspiel“, Idee und Drehbuch: Christa Koinig, Musik: Norbert Suchy, Mimografie und Regie: Christian Suchy
  • Klassische Linzer Klangwolke: Arvo Pärt: „Fratres“ und Anton Bruckner: Symphonie Nr. 9 d-Moll (1. Fassung). Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Dennis Russell Davies

2006Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Ente gut, Alles gut“ Frei nach „Lachen verboten“ von Herman van Veen; Geschichte/Erzählung: Tom Schenk, Herman van Veen; Liedtexte: Eva Schuurman, Herman van Veen; Musik: Erik van der Wurff, Edith Leerkes, Herman van Veen, Richard Strauss, Antonio Vivaldi, Anton Bruckner, Jean Baptiste Lully, Catharine Lara, Ludwig van Beethoven
  • Kinderklangwolke „Park ma's an“, Konzept: Theater des Kindes, Musik: Peter Androsch und Magistratskapelle Linz, Darsteller: Theater Irrwisch
  • Klassische Linzer Klangwolke: Igor Strawinsky: „Petruschka“ – Burleske Szenen in vier Bildern (1. Fassung), und „Le Sacre du Printemps“ – Bilder aus dem heidnischen Russland, Inszenierung und Visualisierung von „Le Sacre du Printemps“: Klaus Obermaier und Ars Electronica Futurelab

2007Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Six Tales of Time“; Idee: Markus Beyr & Folke Tegetthoff; Konzept, Buch u. Sprache: Folke Tegetthoff; Musik: Thomas Zbornik & Timo Spekkens; Visuelle Medien: Klaus Krobath
  • Kinderklangwolke „Rabenmutter und Kuckuckskind“, Konzept, Idee und Text: Christa Koinig Musik: Konstantin Wecker
  • Klassische Linzer Klangwolke: Anton Bruckner: Symphonie Nr. 2 c-Moll WAB 102 (1. Fassung 1872) dirigiert von Riccardo Chailly

2008Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „HERZFLUSS“; Konzept, Visualisierung, Regie: Werner Pfeffer; Komposition: Johannes Berauer; Musikproduktion: Andreas Fabianek; Text: Sonja Holm; Komposition und Gesang: Philipp Sageder
  • Kinderklangwolke „Florinda und Pankratius oder die Musik der Sterne“, Autor: Franz Schwabeneder; Bühnenbild, Kostüme, Regie: Renate Schuler; Musik: Wolfgang Fadi Dorninger
  • Klassische Linzer Klangwolke: Hans Rott: Symphonie Nr. 1 E-Dur; Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Dennis Russell Davies

2009Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „FLUT“; Konzept, Regie: Airan Berg; Komposition: Dick van der Harst; Creature Design, Bewegungsregie: Roger Titley; Text, Regie, Visuals: Martina Winkel; Mitwirkende: Andrea Eckert, Wolfram Berger und Simone Vierlinger
  • Kinderklangwolke „Die Kinder im Spiegel“, Komposition: Konstantin Wecker; Drehbuch, Regie und Gesang: Christa Koinig;
  • Klassische Linzer Klangwolke: Joseph Haydn: Die Schöpfung; Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Dennis Russell Davies

2010Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „BABY JET“ vom Künstlernetzwerk lawine torrèn. Idee und Regie: Hubert Lepka, Musik: Peter Valentin, Text: Joey Wimplinger, Lichtdesign: Frank Lischka, Video: Stefan Aglassinger
  • Kinderklangwolke „Stadt der Stimmen - die swingende Talenteshow“, Idee, Konzept, Projektleitung: Jörg-D. Hanzhanz; Musik: Thomas Mandel; Texte: Ernst Aigner, Günther Lainer
  • Klassische Linzer Klangwolke: Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7 E-Dur; Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Dennis Russell Davies

2011Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Feuerwelt 2011 - Eine Science-Fiction“; Konzept und Regie: Beda Percht; Musik: Thierry Zaboitzeff; Pyrotechnik: Christian Czech
  • Kinderklangwolke „Der Supermarkt der Gefühle - Neueröffnung im Donaupark“; Idee und Konzept: Jörg-D. Hanzhanz; Musik: David Wagner; Texte: Bernd Schützeneder
  • Klassische Linzer Klangwolke: Filarmonica della ScalaAntonín Dvořák 9. Sinfonie – Aus der Neuen Welt und Ouvertüre aus Leonard Bernsteins Candide; Bruckner Orchester Linz; Dirigent: Daniel Harding

2012Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „DIE WOLKE IM NETZ“; Konzept und Regie: Gerfried Stocker, Gerhard Kürner, Wolfgang Winkler, Kurt Rammerstorfer und Horst Hörtner
  • Kinderklangwolke „1 2 3 4 JUMP!“; Idee, Konzept und Projektleitung: Jörg-D. Hanzhanz; Musik: Komposition, Arrangements: Florian Wöss, Wiff Enzenhofer, Marco Palewicz; Texte: Jörg-D. Hanzhanz, Barbara Hell, Julia Frisch
  • Klassische Linzer Klangwolke: Gustav Mahler 3. Sinfonie; Bruckner Orchester Linz; Dirigent: Dennis Russell Davies

2013Bearbeiten

2014Bearbeiten

  • Visualisierte Linzer Klangwolke „Die Donau lebt“; Idee, Inszenierung, Regie: Tom Roeder; Arrangements und musikalische Leitung: Michael Kaden; Text: Markus Honerla, Maria Krusche
  • Kinderklangwolke „Herr Kuddels Traumzirkus“; Inszenierung: Norbert Trawöger und Jörg-D. Hanzhanz; Projektleiter: Jörg-D. Hanzhanz; Regisseurin: Heidelinde Leutgöb
  • Klassische Linzer Klangwolke: Anton Bruckner: Symphonie Nr. 1 c-Moll 2. Fassung; Bruckner Orchester Linz; Dirigent: Dennis Russell Davies

2015Bearbeiten

  • Visualisierte Klangwolke (05.09.) Hochwald – Tanz der Bäume. Hauptsponsor zum letzten Mal voestalpine.

2016Bearbeiten

  • Visualisierte Klangwolke (10.09.) Fluss des Wissens. Regie: Salvatore Vanasco. In Kooperation mit der Johannes Kepler Universität, die 50 Jahre feierte. 7 Minuten fliegen 100 Drohnen als LED-Lichtquellen in 30 m Höhe; Sam Auinger. Feuerwerk teilweise von Drohnen aus gestartet. 8er-Ruderbootrennen, Reckturner. Vorbeifahrt von BMW-Pkw. Flyboard-Männer mit beleuchtetem Rückstoß-Wasserstrahl. Gaudeamus igitur. Hauptsponsor ab nun Allgemeine Sparkasse OÖ. Rund 100.000 Besucher.[5][6][7]
  • Kinderklangwolke (16.09.)
  • Klassische Klangwolke (17.09.)

2017Bearbeiten

  • Visualisierte Klangwolke (09.09.) Moby Dick. Inszeniert von Linzer Künstlergruppe Helix. Rund 90.000 Besucher.[8]

2018Bearbeiten

  • Visualisierte Klangwolke (08.09.) PAX tradition=revolution. Theaterkollektiv La Fura dels Baus.

„Navigare necesse est, vivere non est necesse.“ (Seemannsspruch „Es ist wichtig, zur See zu fahren, es ist nicht wichtig, zu leben.“) Brieftaube aus 12 m langen Leuchtröhren, Pferde, Menschen klettern auf einem Netz. Kalliópê App – Publikum interagiert via Smartphone.[9]

  • Kinderklangwolke (09.09.)

2019Bearbeiten

  • Visualisierte Klangwolke (07.09.) „Solar“ Sonne auf kreisförmiger Projektionswand mit 20 m Durchmesser abgebildet, Flug des Ikarus mit Absturz, Riesenrad mit dem Vitruvianischen Menschen, Feuerwerk. Abgeschnittene Sonnenblumen fürs Publikum. Anspielung auf Klimakrise. Regie: David Pountney, Robert Innes Hopkins. 100.000 Besucher. Wetter blieb kühl aber trocken.[10]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Linzer Klangwolke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vor 40 Jahren: Die Klangwolke zieht über Linz auf www.nachrichten.at, 7. September 2019, abgerufen 9. September 2019.
  2. Website von VoestAlpine (Memento des Originals vom 27. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.voestalpine.com
  3. „Harmonices Mundi Von der Harmonie der Welt“ - 2001 klangwolke.at, abgerufen 9. September 2019.
  4. Harmonices Mundi christianmuthspiel.com, abgerufen 9. September 2019.
  5. So spektakulär war die Linzer Klangwolke 2016 orf.at, 11. September 2016, abgerufen 9. September 2019.
  6. Darüber staunte man bei der Linzer Klangwolke 2016! nachrichten.at, etwa 10. September 2019, abgerufen 9. September 2019. – Video.
  7. Klangwolke 2016 im Zeichen der JKU: „Fluss des Wissens“ tips.at, 31. Mai 2016, abgerufen 9. September 2019.
  8. https://www.linzwiki.at/wiki/Visualisierte_Klangwolke/
  9. http://www.klangwolke.at/index.php/121-visualisierte-klangwolke/130-linzag-visualisierte-klangwolke-2018
  10. Kultur : 100.000 Besucher bei der Klangwolke orf.at, 8. September 2019, abgerufen 8. September 2019.