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Rheinwesterwälder Vulkanrücken

(Weitergeleitet von Linzer Höhe)

Der Rheinwesterwälder Vulkanrücken (seltener: Asberg-Hochfläche[1]) ist ein etwa 13 km langer und 3 bis 4 km breiter Höhenzug und Naturraum im rechtsrheinischen Norden von Rheinland-Pfalz und Süden von Nordrhein-Westfalen, der sich südlich an das Siebengebirge anschließt. Der Begriff „Rheinwesterwälder Vulkanrücken“ wurde Ende der 1950er-Jahre gemeinsam mit der naturräumlichen Haupteinheit Niederwesterwald eingeführt.

Der Höhenzug bzw. die oberhalb gelegene Hochfläche tragen südlich des Asbergs auch die landschaftliche Bezeichnung Linzer Höhe (auch: Linzerhöhe). Mit diesem Namen wurden spätestens ab dem 17. Jahrhundert die außerhalb der Stadtmauern gelegenen, bergseitigen Ortschaften des Kirchspiels Linz bezeichnet. Sie gehörten als „auswendiger“ Teil zur Stadt Linz am Rhein, die Bürger waren „auswendige Bürger“ der Stadt. Dazu zählten die Ortschaften (von Nord nach Süd) Notscheid, Hilkerscheid, Noll, Hargarten und Ginsterhahn, der Hof Grendel sowie später auch der rund um das Kloster St. Katharinen entstandene Ort.[2] 1670 umfasste die Linzer Höhe 30 Häuser.[3] Sie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf die neugebildeten Gemeinden Notscheid und Hargarten aufgeteilt.

Inhaltsverzeichnis

AbgrenzungBearbeiten

Anders als das im Ganzen kuppige, der naturräumlichen Großregion (Unteres) Mittelrheingebiet zugerechnete Siebengebirge stellt der Vulkanrücken eine Hochfläche mit aufgesetzten, kleineren Kuppen dar, die der Großregion (Nieder-)Westerwald zugerechnet wird. Die Absoluthöhen der Kuppen sind mit im Durchschnitt 350 m ü. NHN denen des Siebengebirges vergleichbar.[4] Geologisch wird der Vulkanrücken wie das Siebengebirge zum „Mittelrheinischen Vulkangebiet“ gezählt, unterscheidet sich aber von diesem durch eine geringere Anzahl vulkanischer Gesteinsarten (vorwiegend Alkalibasalt).[5] Die Grenze zwischen beiden Naturräumen verläuft am Nordrand des Schmelztals.

Im Osten geht der Landschaftsraum in die Asbacher Hochfläche, im Südosten in den Rhein-Wied-Rücken und im Westen in die Linzer Terrassen über. Mit der vereinzelt als Honnefer Terrassenhügel bezeichneten, von der Entstehung her nördlichen Fortsetzung der Linzer Terrassen grenzt der Naturraum des Rheinwesterwälder Vulkanrückens bei Bad Honnef direkt an das Rheintal (Honnefer Talweitung) an.[6] Dort gilt die Grenzziehung zwischen den Naturräumen Siebengebirge, Honnefer Talweitung und Rheinwesterwälder Vulkanrücken als nicht linienhaft festlegbar.

LandschaftscharakteristikBearbeiten

Der Rheinwesterwälder Vulkanrücken befindet sich auf einem devonischen Faltensockel und bildet die Wasserscheide zwischen Rhein und Wied bzw. am nördlichen Rand zwischen Rhein und Sieg. Die vulkanischen Kuppen wurden im 19. und 20. Jahrhundert schrittweise in zahlreichen Basalt-, am nördlichen Rand des Höhenzugs auch Latitsteinbrüchen abgebaut. Als Folge wird die Landschaft durch neu entstandene Abgrabungsgewässer („Basaltseen“) geprägt. Der Rheinwesterwälder Vulkanrücken ist zu etwa gleichen Teilen von Nadelholz- und Laubholzgewächsen bewaldet, insgesamt beträgt der Waldanteil drei Viertel. Einige naturnahe Fließgewässer säumen in den Randbereichen des Naturraums die zum Teil steilen Täler.

BergeBearbeiten

 
Asberg, höchste Erhebung des Vulkanrückens

Zu den Bergen und Anhöhen des Landschaftsraums gehören der Asberg (441 m ü. NHN), der Meerberg (431 m ü. NHN), der Minderberg (417 m ü. NHN), der Hummelsberg (411 m ü. NHN), der Römerich (386 m ü. NHN), der Willscheider Berg (360 m ü. NHN) und der Himberg (335 m ü. NHN). Auf nordrhein-westfälischer Seite werden im Naturpark Siebengebirge auch noch der Leyberg (359 m ü. NHN), der Himmerich (366 m ü. NHN), der Broderkonsberg (378 m ü. NHN) und die Zickelburg (182 m ü. NHN) dazugezählt (siehe auch vollständige Liste). Ein Großteil des Gebiets entfällt auf den Erpeler Kirchspielwald, den Dattenberger Wald und den Leubsdorfer Wald.

OrteBearbeiten

Die in dem Naturraum liegenden Ortschaften sind Ginsterhahn, Grendel, Hargarten, Kaimig (Ortsgemeinde St. Katharinen), Kretzhaus (Stadt Linz am Rhein), Ober- und Untererl (Ortsgemeinde Kasbach-Ohlenberg), (südwestlicher Teil von) Vettelschoß, Oberkalenborn (Ortsgemeinde Vettelschoß), Ronigerhof (Stadt Linz am Rhein) sowie Rothe Kreuz (Ortsgemeinde Leubsdorf).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. siehe Kremer 2007, umfasst nicht den Hummelsberg und die südlicher liegenden Gebiete
  2. Heiner Strauß, Karl-Josef Rings: 750 Jahre Kirche St. Katharinen – Fest und Heimatbuch, 1988, Seite 166 ff
  3. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 70.
  4. Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten
    • Blatt 122/123: Köln/Aachen (Ewald Glässer 1978; 52 S.); Einheit 324.9 im Südosten → Karte (PDF, 8,9 MB)
    • Blatt 124: Siegen (Heinz Fischer 1972; 36 S.); Einheit 324.9 im Südwesten → Karte (PDF, 4,3 MB)
  5. Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.); Gangolf Knapp, Klaus Vieten: Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000. Erläuterungen zu Blatt 5309 Königswinter. 3., überarbeitete Auflage, Krefeld 1995, S. 20
  6. Institut für Landeskunde: Berichte zur deutschen Landeskunde. Band 21, Verlag Anton Hain, 1958, S. 241

LiteraturBearbeiten

  • Bruno P. Kremer: Landschaften und Landschaftsformen im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 2007, S. 305–310.

WeblinksBearbeiten