Linienstraße (Berlin)

Straße in Berlin-Mitte

Die Linienstraße ist eine knapp zwei Kilometer lange Straße im Berliner Ortsteil Mitte und verläuft parallel zur Torstraße.

Linienstraße
Wappen
Straße in Berlin
Linienstraße
Blick von der Tucholskystraße in die Linienstraße Richtung Osten
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt Um 1705
Hist. Namen Linie
Anschluss­straßen
Oranienburger Straße (westlich)
Karl-Liebknecht-Straße (östlich)
Querstraßen (von West nach Ost)
Tucholskystraße,
Gartenstraße,
Koppenplatz,
Ackerstraße,
Rosenthaler Straße,
Kleine Rosenthaler Straße,
Gormannstraße,
Rückerstraße,
Alte Schönhauser Straße,
Rosa-Luxemburg-Straße,
Weydingerstraße
Bauwerke siehe Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Spandauer Vorstadt
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Fahrradverkehr, Autoverkehr (nur Anlieger)
Technische Daten
Straßenlänge rund 2 km

StraßengeschichteBearbeiten

Sie entstand um 1705, als eine Circumvallationslinie von der Oranienburger Straße bis zur Großen Frankfurter Straße angelegt wurde, entlang der später die Berliner Zollmauer errichtet wurde. Die zunächst kaum bebaute Straße, die dieser Linie folgte, hieß zunächst nur Linie, später dann – die offizielle Benennung erfolgte erst 1821 – Linienstraße. Bekannte Anwohner waren der Schriftsteller Julius von Voß und die Widerstandskämpferin Margarete Kaufmann. Ende des 19. Jahrhunderts richtete die Sozialreformerin Lina Morgenstern hier ihre Suppenküche ein.

In Theodor Fontanes Roman Der Stechlin erwähnt Frau von Gundermann, die gleich bei ihrem ersten Auftreten als „Berlinerin aus einem nordöstlichen Vorstadtgebiet“, die einen Parvenü zum Mann hat, charakterisiert wird, dass sie in dieser Gegend einmal gewohnt hat.

In Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz wohnt Protagonist Franz Biberkopf zeitweilig in der Linienstraße.

Heute stehen große Teile der Bebauung unter Denkmalschutz, so zum Beispiel das Israelitische Krankenheim, die katholische Pfarrkirche St. Adalbert von 1932, das Königliche Leihamt von 1847, die Feuerwache „Stettin“, älteste Feuerwache Berlins und benannt nach dem nahegelegenen Stettiner Bahnhof,[1] der Gewerbehof in der Nr. 155 mit Kesselhaus und Schornstein und die Volkshochschule Berlin-Mitte (heute u. a. die Heimat des Kleinen Theaters Berlin-Mitte). Unter Denkmalschutz steht auch der 1706 gegründete Alte Garnisonfriedhof, der zu den ältesten noch erhaltenen Begräbnisstätten Berlins zählt.

RadverkehrBearbeiten

Seit August 2008 ist die für 3,5 Millionen Euro umgebaute Linienstraße als Fahrradstraße freigegeben.[2] Polizeiliche Kontrollen zur Einhaltung der dort geltenden Verkehrsregeln wurden dreimal im Jahr 2016, viermal im Jahr 2017 und dreimal im Jahr 2018 durchgeführt.[3] Bei den Kontrollen im Jahr 2018 wurde ein Verstoß durch unerlaubtes Halten festgestellt.[4]

WeblinksBearbeiten

Commons: Linienstraße (Berlin-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kathrin Chod, Herbert Schwenk, Hainer Weisspflug: Feuerwache Stettin. In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Mitte. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2003, ISBN 3-89542-111-1 (luise-berlin.de – Stand 7. Oktober 2009).
    Falko Hennig: Berlins älteste Feuerwache. In: Berliner Zeitung, 3. Januar 2020, S. 21.
  2. Linienstraße als Fahrradstraße vorgestellt. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 7. August 2008
  3. pardok.parlament-berlin.de (PDF)
  4. Informationsfreiheitsanfragen. (PDF) FragDenStaat, abgerufen am 28. November 2019.

Koordinaten: 52° 31′ 43″ N, 13° 23′ 51″ O