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Lina Abarbanell

deutsche Sopranistin und Schauspielerin
Lina Abarbanell

Lina Abarbanell (vollständiger Name: Caroline Lina Abarbanell, nach Heirat Caroline Lina Goldbeck[1];* 3. Januar 1879 in Berlin, Deutsches Reich; † 6. Januar 1963 in New York City, New York, Vereinigte Staaten) war eine deutsche Opernsängerin (Sopran) und Theaterschauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

1879 bis 1897 Kindheit und Ausbildung in BerlinBearbeiten

Abarbanell wurde als Tochter des Kapellmeisters Paul Abarbanell (1851–1919) und seiner Frau Marie Abarbanell (geb. Abrahamsohn; * 1853) geboren.[2] Abarbanell stammte aus einer bedeutenden sephardischen Familie. Das erste Mal sang sie im Alter von sieben Jahren vor Publikum.[3] Am Berliner Residenztheater ließ sie sich zur Schauspielerin ausbilden und nahm bei den Lehrern Plohn und Steinmann in Berlin Gesangsunterricht.[4] Mit fünfzehn Jahren sang sie an der Berliner Hofoper die Adele in Die Fledermaus.[3]

1897 bis 1905 Engagements in EuropaBearbeiten

Von 1897 an war Abarbanell am Stadttheater in Posen als Schauspielerin und Sängerin engagiert, kehrte aber 1900 an die Hofoper nach Berlin zurück. Sie heiratete am 25. Oktober 1900 den politischen Journalisten und Schriftsteller Eduard Goldbeck (1866–1934) in Berlin.[1] 1901 gebar sie eine Tochter, Eva Goldbeck (1901–1936). 1902 folgte sie einem Angebot an das Theater an der Wien.[4] Ihr schauspielerisches Können und ihre ausdrucksvolle Stimme machten sie zu einer beliebten Soubrette und Operettendiva.[3][4] So schrieben Operettenkomponisten wie Oscar Straus, Franz Lehár und Edmund Eysler Rollen für sie.[3] Sie wirkte am 11. Oktober 1902 bei der Uraufführung der Operette Der Fremdenführer von Carl Michael Ziehrer und am 20. Februar 1903 bei der von Edmund Eyslers Bruder Straubinger mit. In den Jahren 1902 bis 1904 machte sie ungefähr zwanzig Tonaufnahmen.[3][4] Sie gastierte 1904 am Deutschen Theater Prag und in Amsterdam. Nach Auftritten in London ging Abarbanell in der Spielzeit 1904/05 an das Thalia Theater Berlin.[4]

1905 bis 1934 Karriere als Sängerin in den Vereinigten StaatenBearbeiten

Danach ging Abarbanell mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten.[4] Heinrich Conried engagierte sie zunächst am deutschsprachigen Irving Place Theatre. Er engagierte sie aber danach als Hänsel in Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel an der Metropolitan Opera in New York.[3][4] Neben der US-amerikanischen Erstaufführung am 25. November 1905 sang sie diese Rolle bis zum 4. April 1906 fünfzehnmal. Darunter waren Gastspiele des Ensembles in Philadelphia, Pittsburgh, Washington, D.C. und Chicago.[3][5] 1907 sang sie in Chicago und später in Boston die Hanna in Die lustige Witwe.[4] Dies wurde auch ihre erfolgreichste Rolle.[3] 1910 eroberte sie als Star des Musicals Madame Sherry den Broadway im Sturm. Sie bereiste als Sängerin in den nächsten Jahren die Vereinigten Staaten und trat vor allem in Operetten und Musicals wie in The Geisha, The Red Canary, The Silver Swan, Flora Bella, The Grand Duke, Enter Madame und The Student Prince auf.[3] 1913 trat sie als Die lustige Witwe in der 47. Ausgabe der Wochenschau Animated Weekly auf.[6] 1933 heiratete ihre Tochter Eva, jetzt Schriftstellerin, den Komponisten Marc Blitzstein. Nach dem Tod ihres Mannes Eduard Goldbeck 1934 beendete Abarbanell 1934 ihre Sängerkarriere.

1934 bis 1963 Zeit nach ihrer BühnenkarriereBearbeiten

Nach ihrem Bühnenabschied blieb sie in den USA. Sie war als Casting Director und als Produktionsassistentin des Musicalproduzenten Dwight Deere Wiman (1895–1951) am Broadway aktiv.[3] Gemeinsame Produktionen waren I Married an Angel, Stars in your eyes, The Big Knife, Dance me a song und The Country Girl.[3][7] Sie ebnete unter anderem den Schauspielerinnen Vera Ellen und June Allyson den Weg zum Durchbruch. Leonard Bernstein, der mit Blitzstein befreundet war und mit ihm zusammenarbeitete, setze ihr 1952 mit der Verwendung des Namens Abarbanell in einem Scatchorus in seiner Oper Trouble in Tahiti ein Denkmal.[3][8] Bei der Produktion des Films Carmen Jones war sie Beraterin beim Casting.[3][9] Nach Evas Tod 1936 verband sie mit Marc Blitzstein eine lebenslange Freundschaft. Bei seiner Oper Regina 1949 und seinem Musical Juno 1959 betreute sie auch im hohen Alter noch das Casting.[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lina Abarbanell – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Juden im Deutschen Reich: Caroline Lina ABARBANELL *1879 +1963. Abgerufen am 4. November 2017.
  2. Juden im Deutschen Reich: Paul ABARBANELL *1851 +1919. Abgerufen am 4. November 2017.
  3. a b c d e f g h i j k l m n Eric A. Gordon: Lina Abarbanell. Jewish Women's Archive, abgerufen am 4. November 2017 (englisch).
  4. a b c d e f g h Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Walter de Gruyter, 2004, ISBN 978-3-598-44088-5 (google.de [abgerufen am 4. November 2017]).
  5. Inmagic, Inc.: Metropolitan Opera Association. Abgerufen am 4. November 2017 (englisch, Linda Abarbanell als Suchbegriff eingeben).
  6. Animated Weekly, No. 47 (1913). Abgerufen am 4. November 2017 (englisch).
  7. The Broadway League: I Married an Angel – Broadway Musical – Original | IBDB. Abgerufen am 4. November 2017.
  8. Eric A. Gordon: Mark the Music: The Life and Work of Marc Blitzstein. iUniverse, San Jose / New York / Lincoln /Shanghai 2000, ISBN 978-0-595-09248-2, S. 358 (englisch, google.de [abgerufen am 4. November 2017]).
  9. Carmen Jones (1954). Abgerufen am 4. November 2017 (englisch).