Limburg (hannoversches Patriziergeschlecht)

Limburg[1] oder Limborch war eine seit dem Mittelalter in Hannover bekannte Rats- und Kaufmanns-Familie.[2]

Von den im 15. Jahrhundert in der Stadt bekannten 25 Ratsfamilien zählten die Limburgs zugleich zu den neun im Handel tätigen Kaufmannsfamilien, die alle miteinander verwandt oder verschwägert waren. Dazu zählte das Patriziergeschlecht Volger, die Adelsfamilie von Anderten, Idensen, von Lude, Meiger, Schacht, vom Sode und Türke.[2]

Zu den bekannten Persönlichkeiten der Familie Limburg zählen zwei Bürgermeister von Hannover mit den Amtsperioden

  • 1465 – 1490: Cord Limburg
  • 1518–1524: Gerd Limburg[3]

Limburger ChorBearbeiten

In der Marktkirche von Hannover wurde der nördlich gelegene Nebenchor als „Türckenchor“ bezeichnet, weil dort die Erbbegräbnisse der Familie Türke lagen. Der südliche Nebenchor wurde als Limburgischer Chor bezeichnet, da dort die Erbbegräbnisse der Familie Limburg eingerichtet worden waren.[4]

LimburgstraßeBearbeiten

Die in der späten Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1897 im heutigen hannoverschen Stadtteil Mitte angelegte Limburgstraße erinnert seitdem an die hannoversche Ratsfamilie von Limburg.[1]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Helmut Zimmermann: Limburgstraße. In: Helmut Zimmermann: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 161.
  2. a b Siegfried Müller: Die Bürgerstadt. Von 1241 bis zur Residenznahme 1636. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Band 1: Von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover 1992, ISBN 3-87706-351-9, S. 71–135, hier: S. 74.
  3. Die Spitzen von Rat und Verwaltung seit 1390. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Band 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 802f.
  4. Arnold Nöldeke: Marktkirche. In: Arnold Nöldeke: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. hrsg. von der Provinzial-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler der Provinz Hannover, Teil 1: Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover. Band 1, H. 2, Teil 1, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, Hannover 1932, S. 76–114, hier: S. 84 (Neudruck im Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1) (Digitalisat von Teil 1 und 2 über archive.org)