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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lienen
Lienen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lienen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 9′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 73,44 km2
Einwohner: 8527 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49536
Vorwahlen: 05483, 05484, 05481, 05403
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 044
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 14
49536 Lienen
Website: www.lienen.de
Bürgermeister: Arne Strietelmeier (parteilos)
Lage der Gemeinde Lienen im Kreis Steinfurt
Nordrhein-WestfalenKreis BorkenKreis CoesfeldMünsterKreis WarendorfNiedersachsenGrevenSaerbeckLienenLengerichLaerAltenbergeHorstmarNordwaldeLadbergenMetelenHörstelWesterkappelnIbbenbürenSteinfurtWettringenNeuenkirchenMettingenLotteHopstenOchtrupRheineReckeTecklenburgEmsdettenKarte
Über dieses Bild

Lienen ist eine Gemeinde in der Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt), zwischen Münster und Osnabrück im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Aussicht von der Alex-Schotte-Schutzhütte auf dem Westerbecker Berg
 
Der Westerbecker Berg
 
Rapsblüte in Holperdorp

Nördlich von Lienen erstrecken sich der Großteil des Naturpark TERRA.vita sowie das Holperdorper Tal. Der Westerbecker Berg im Teutoburger Wald ist mit 236 m über NN die höchste Erhebung im Tecklenburger Land und die Höchste innerhalb der Münsterlandkreise. Nach Südwesten öffnet sich die Münsterländer Parklandschaft. Die Straße zur Bauerschaft Holperdorp verläuft mit einer Serpentine zwischen dem Aldruper und Lienener Berg in ca. 202 m Höhe über den Gebirgskamm des Teutoburger Waldes. Der 206 Meter hohe Langenberg liegt noch zu einem kleinen Teil in der Bauerschaft Holperdorp, zum größten Teil jedoch im benachbarten Niedersachsen im Gebiet von Bad Iburg.

NachbargemeindenBearbeiten

Ladbergen, Lengerich (beide Kreis Steinfurt), Hagen am Teutoburger Wald, Bad Iburg, Glandorf (Landkreis Osnabrück in Niedersachsen), Ostbevern (Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Lienen besteht aus den Ortsteilen Lienen und Kattenvenne sowie den außerhalb liegenden Bauerschaften Holperdorp im Norden des Teutoburger Waldes, Dorfbauer, Aldrup, Westerbeck, Höste, Holzhausen und Meckelwege im Süden.

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde wurde erstmals im Jahre 1088 urkundlich als Lina erwähnt. Lina bedeutet so viel wie Ort am Abhang des Berges oder Hügeldorf am Teutoburger Wald.

„Lienen: Lynon im 12. Jahrh. Von lina, die Berglehne.“

Im Jahr 1965 wurde „1000 Jahre Gemarkung Lienen“ gefeiert. Grundlage hierfür war eine „urkundliche Erwähnung“ der Gemeinde aus dem Jahr 965 in Bezug zur Grafentafel, einem markanten Felsen im Nordwesten des Holperdorper Tals.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Gemeinde durch die Landwirtschaft geprägt. In der Zeit vom 17. bis 19. Jahrhundert ergänzte die bäuerliche Hausleinen-Industrie das landwirtschaftliche Einkommen.

Ab 1832 setzte sich, ausgelöst durch den Zusammenbruch des Hausleinen-Gewerbes in der napoleonischen Zeit und die eingetretene Überbevölkerung, eine Auswanderungsbewegung nach Nordamerika in Gang. Diese endete erst mit dem Beginn der industriellen Revolution. In dieser Zeit lösten der Bau des Kalkwerkes in Höste und die verbesserte verkehrstechnische Erschließung durch eine Bahnlinie erste gewerblich-industrielle Impulse aus. Bis zur Kreisreform im Jahr 1975 gehörte Lienen zum Kreis Tecklenburg mit der Stadt Tecklenburg als Kreisstadt.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1975 wurden Gebietsteile der Stadt Lengerich mit damals mehr als 200 Einwohnern eingegliedert.[3]

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 55,5 % (2009: 64,2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
35,7 %
41,2 %
5,5 %
17,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-1,7 %p
+4,0 %p
-7,7 %p
+5,7 %p

GemeinderatBearbeiten

Aufgrund des Ergebnisses der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • SPD: 9 Sitze (−1)
  • CDU: 11 Sitze (+1)
  • FDP: 1 Sitz (−2)
  • Bündnis für Ökologie und Demokratie: 5 Sitze (+2)

BürgermeisterBearbeiten

Gewählter hauptamtlicher Bürgermeister ist seit dem 21. Oktober 2015 Arne Strietelmeier (parteilos). Von 2009 bis 2015 bekleidete Martin Hellwig (SPD) das Amt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber über einem roten, mit einem silbernen Seerosenblatt belegten Dreiberg zwei rote, balkenweise gestellte Seerosenblätter.“

Das Wappen der Gemeinde Lienen entstand durch einen Vorschlag des preußischen Staatsarchivs, da keine historischen Siegel oder Wappen bekannt waren. Der Dreiberg symbolisieren die hügelige Landschaft um die Ortschaft und ist abgeleitet von Lienen für die Berglehne. Die drei Seerosenblätter weisen auf die historische Verbindung zur Grafschaft Tecklenburg hin, sie stammen aus dem Tecklenburger Grafschaftswappen.[5]

PartnerstädteBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Katholische Kirche, erbaut 1952/1953

ParksBearbeiten

In Lienen am Dorfteich ist im Frühjahr 2002 der Barfußpark entstanden. Er besteht aus einem Rundweg von 2,5 km Länge. Die Barfußparksaison in Lienen beginnt am 1. April und endet am 31. Oktober. In Vollmondnächten besteht die Möglichkeit, den Barfußpark bei einer geführten Fackelwanderung zu erkunden.

In den Jahren 2004/2005 wurde der Nordic Walking-Park Tecklenburger Land installiert, dessen Pfade durch das Tecklenburger Land führen. Je nach persönlicher Fitness können 4 Trails auf Lienener Gebiet erkundet werden. Der Nordic Walking-Park im Tecklenburger Land bietet Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auf insgesamt über 300 km Länge.

NaturdenkmälerBearbeiten

 
Duvensteine
 
Grafentafel
 
Felsenquelle bei Höste
  • Duvensteine in Holperdorp

Auf der Nordseite des Holperdorper Tals liegt ein Bergrücken, der aus Sandstein besteht. An einigen Stellen tritt dieser Sandstein an die Oberfläche und bildet aufragende Felsengebilde, darunter die Duvensteine. Laut Lienener Heimatforschung soll der Name der wahrscheinlich erst im Spätmittelalter entstandenen Steinformation auf einen früheren Kultplatz zur Götterverehrung hinweisen. Für diese Interpretation gibt es keine Anhaltspunkte, vor allem, weil der Ort bis zur Reformation als Station einer christlichen Flurprozession den Namen „St. Johanns Rasten“ getragen hatte und erst danach in Duvensteine umbenannt wurde. Zur Herkunft des Namens gibt es verschiedene Theorien.[6]

SportBearbeiten

VeranstaltungenBearbeiten

Jährlich finden „Lienen in Grün“, Schützenfest mit Dorffest sowie der Weihnachtsmarkt statt. Im jährlichen Wechsel findet der „Lienener Herbst“ sowie der „Sonnenblumenmarkt“ statt. In unregelmäßigen Abständen veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Lienen die „Bombeiros Show-Night“. Bereits 1950 fand die erste „Feuer-Wasser-Revue“ statt: Wasserspiele mit farbiger Beleuchtung, die sich im Takt bekannter Songs bewegen. Die viertägige Veranstaltung wird von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr organisiert und durchgeführt.

AusflugsgaststätteBearbeiten

Am südlichen Hang des Teutoburger Waldes auf 225 m ü. NHN befindet sich die Ausflugsgaststätte Malepartus. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war das kleine Plateau mit Blick in die münsterländische Parklandschaft ein Platz zur Ausrichtung des Lienener Schützenfestes. Bereits 1910 war eine Blockhütte als Rast für Wanderer vorhanden. In den 1920er Jahren wird der Name Malepartus erwähnt. Malepartus ist der Tierfabel Reineke Fuchs von Johann Wolfgang von Goethe entlehnt, in der Reineke Fuchs sein Schloss Malepartus nennt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Lienen ist an folgende Fernradwege angeschlossen: die 100-Schlösser-Route, die Friedensroute, die Sagenroute, den Radweg Historische Stadtkerne und die Grenzgängerroute Teuto-Ems.[7]

Lienen hat im Ortsteil Kattenvenne einen Bahnhof an der Bahnstrecke Münster-Osnabrück, der von Regionalbahnen angefahren wird. Die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) Ibbenbüren-Lengerich-Gütersloh-Hövelhof führt durch Lienen. Die Strecke der TWE wurde von 1901 bis 1968 auch zur Personenbeförderung eingesetzt. Heute besteht mit dem Teuto-Express ein Museumsbahn- und Tourismusverkehr Richtung Tecklenburg und Bad Iburg.


PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hermann Kriege (1820–1850), Revolutionär aus reichem Elternhaus, unter anderem bekannt mit Karl Marx.
  • Rudolf Stapenhorst (1864–1944), Politiker, Bürgermeister von Bielefeld
  • Friedrich Ernst Hunsche (1905–1994), geb. in Lienen-Meckelwege, Schriftsteller, Dichter, Heimatforscher, Plattdeutsche Sprache und Geschichten, Archivar, Ahnenforscher, Forschung zur Auswanderung.

LiteraturBearbeiten

  • Adolf Hagedorn: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Lienen und des Kreises Tecklenburg 1700–1815. In: Heimatjahrbuch des Kreises Tecklenburg, 1925, S. 7–76.
  • Friedrich Ernst Hunsche: Lienen am Teutoburger Wald. 1000 Jahre Gemarkung Lienen, hrsg. v. d. Gemeinde Lienen, Lienen 1965.
  • Friedrich Ernst Hunsche: Auswanderer-Chronik der Gemeinde Lienen. Hrsg. v. d. Gemeinde Lienen, Lienen 1990.
  • Friedrich Schmedt: Lienen in alten Ansichten. Bd. 1, Zaltbommel/NL 1978.
  • Hanna Schmedt: Lienen in alten Ansichten. Bd. 2, Zaltbommel/NL 1998.
  • Christof Spannhoff (Bearb.): Quellen und Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens, Bd. I, Norderstedt 2007.
  • Christof Spannhoff: 1609–2009. 400 Jahre Grenze zwischen Ostenfelde und Lienen. Norderstedt 2008.
  • Christof Spannhoff (Bearb.): Quellen und Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens, Bd. 2: Streifzüge durch die Geschichte Lienens. Ein historisches Lesebuch, Norderstedt 2011.
  • Wilhelm Wilkens: Lienen. Die Geschichte seiner Häuser. Lienen 1993.
  • Wilhelm Wilkens: Lienen. Das Dorf und seine Bauerschaften von der Sachsenzeit bis zur Gegenwart. Norderstedt 2004.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lienen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. Dr. Hermann Jelinghaus: Dorfnamen um Osnabrück, Osnabrück 1922, S. 31
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  4. Wahlergebnisse der Kommunalwahl 2014. Abgerufen am 20. September 2017.
  5. Heraldry of the World: Beschreibung des Wappens der Gemeinde Lienen, abgerufen am 6. November 2013
  6. Christof Spannhoff: Keine überzeugenden Anhaltspunkte. Das Rätsel der Duvensteine. In: Westfälische Nachrichten. 11. September 2016, abgerufen am 3. April 2019.
  7. Münsterland e.V.: Radfahren in Lienen | Münsterland e.V. Tourismus. Abgerufen am 18. Juni 2017.