Hauptmenü öffnen

Leumnitz ist seit dem 1. Januar 1919 ein Stadtteil von Gera.

Leumnitz
Stadt Gera
Koordinaten: 50° 52′ 45″ N, 12° 6′ 35″ O
Höhe: 270 m ü. NN
Einwohner: 1305 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1919
Postleitzahl: 07546
Vorwahl: 0365
Dorfkirche
Dorfkirche

LageBearbeiten

Leumnitz liegt östlich des Stadtzentrums und bildet den Ostrand der geschlossenen städtischen Bebauung Geras. Die alte Straße in Richtung Ronneburg und Altenburg (jetzt Bundesstraße 7) wird hier von der seit Anfang 2007 befahrbaren östlichen Umgehungsstraße Geras gekreuzt.

GeschichteBearbeiten

Leumnitz wird 1407 als Lewbenicz erstmals urkundlich erwähnt; der Ortsname wird von einem slawischen Personennamen abgeleitet.[1] Mit 1057 Einwohnern[2] wurde es zum 1. Januar 1919 in die Stadt Gera eingemeindet.

Rittergut LeumnitzBearbeiten

Das Rittergut Leumnitz war ein landtagsfähiges Rittergut. Mit dem Besitz des Rittergutes verbunden war die Patrimonialgerichtsbarkeit in Form der Erbgerichtsbarkeit über Leumnitz. Die niedere Gerichtsbarkeit wurde zum 1. Januar 1855 aufgehoben.

Das Rittergut Leumnitz war 1543 schon im Besitz der Jakob von Etzdorff († 1546), nachfolgend sein Sohn Friedrich von Etzdorff, Obrist und Amtshauptmann zu Jena, Eisenberg und Bürgel (1588),[3] und seit 1662 im Besitz der Familie von Creutz, gelangte 1692 an die Familie von Nauendorf, 1694 an die Familie von Raschau, 1771 an die Familie von Freiesleben und 1812 an die Familie Tilly.[4] 1821 erwarb Haubold von Einsiedel das Rittergut Leumnitz vom Kaufmann Christian Friedrich Tilly. Im Sommer 1856 kaufte Hermann Ampach das Rittergut.

PolitikBearbeiten

Leumnitz hat keine Ortsteilverfassung, somit auch keinen Ortsteilrat und keinen Ortsteilbürgermeister.

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

Jahr 1864 1919 2008
Einwohner[5] 354 1074 1332

VerkehrBearbeiten

Neben den Bundesstraße B2 und B92 und dem Stadtring liegt weit östlich von Leumnitz, an der Stadtgrenze zu Ronneburg, die Anschlussstelle Gera-Leumnitz der Bundesautobahn 4.

Leumnitz wird heute von den Buslinien 10, 17, 19 und 26 des Geraer Verkehrsbetriebes bedient; von 1939 bis 1977 verkehrte hier der Geraer Oberleitungsbus. Östlich des Stadtteils befindet sich der Flugplatz Gera-Leumnitz.

Von 1901 bis 1969 war Leumnitz Haltepunkt der meterspurigen Gera-Meuselwitz-Wuitzer Eisenbahn („Wuitz-Mumsdorfer“).

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hermann Ampach (* 1829; † 1903), Reichstags- und Landtagsabgeordneter
  • Helene Fleischer (* 11. Juni 1899 in Leumnitz; † 26. Juni 1941 in Stadtroda); KPD-Reichstagsabgeordnete und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
  • Helene Rosenhainer (* 12. Juni 1899 in Leumnitz; † 19. März 1983 in Gera); KPD-Landtagsabgeordnete.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Leumnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gera. Geschichte der Stadt in Wort und Bild. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1987, S. 29.
  2. Siegfried Mues: Die Straßennamen der Stadt Gera von A bis Z. Verlag Dr. Frank, Gera 2006, S. 183.
  3. Stammtafel derer v. Etzdorff von Fritz Fischer
  4. Eintrag „Patrimonialgericht Leumnitz“ beim Archivportal Thüringen
  5. Stadtarchiv Gera