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Lersner’sches Schloss

Schloss in Deutschland

Das Lersner'sche Schloss (auch Charlottenburg) ist ein neuzeitliches Hofgut mit schlossartigem, barockem Herrenhaus in Nieder-Erlenbach, einem Stadtteil von Frankfurt am Main in Hessen. Die Anlage befindet sich in Nachbarschaft einer älteren Wasserburg, von der fast nichts mehr erhalten ist.

Hofseite des barocken Herrenhauses
Seitenansicht mit Lersner'schem Wappen

Inhaltsverzeichnis

BurganlageBearbeiten

Der erstmals 779 im Lorscher Codex genannte[1] Ort Nieder-Erlenbach kam im Mittelalter unter die Kontrolle der Reichsstadt Frankfurt. 1376 erhielt die Stadt von Kaiser Karl IV. das Recht, in Nieder-Erlenbach Schultheiße und Schöffen einzusetzen. Bald darauf kam es zur Errichtung einer Burg, möglicherweise anstelle einer älteren Anlage. Sie wird 1403 erstmals genannt, als der Ort mit einem Graben umgeben wurde.[2]

Frankfurt besetzte die Burg mit Amtsleuten aus dem niederen Adel. Im Laufe der Jahrhunderte sind die Familien von Falkenstein, Eppstein, von Elkershausen, von Günderrode, von Hattstein, von Hundheim, von Lersner, von Schönborn und von Limpurg als weltliche Grundherren anzutreffen. Möglicherweise wurde die Anlage im Dreißigjährigen Krieg ruinös oder baufällig. 1698 wurde sie an Johann Hieronymus von Glauburg aus einer alten Frankfurter Patrizierfamilie verkauft. Er ließ ab 1700 ein Herrenhaus errichten, in dem sich heute die private Anna-Schmidt-Schule befindet.

Neuzeitliches SchlossBearbeiten

Südlich dieser älteren Anlage ließ Heinrich Ludwig von Lersner 1768 das heutige barocke Herrenhaus errichten. Es diente lange Zeit der Familie als Wohnsitz. 1840 oder 1845 wurde die Anlage um das Gut Charlottenhof mit Ställen um einen rechteckigen Hof sowie einer Mühle am Erlenbach erweitert. Hinzu kam ein Park nach englischen Geschmack. Die Familie Lersner betrieb im 19. Jahrhundert hier eine Pferdezucht.

1893 wurden am Herrenhaus einige Veränderungen vorgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut verkauft und verfiel. Eine fachgerechte Sanierung fand vor wenigen Jahren ihren Abschluss, heute befindet sich darin eine Wohnanlage.

LiteraturBearbeiten

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 332.
  • Heinz Schomann, Volker Rödel, Heike Kaiser: Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Frankfurt am Main. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Stadt Frankfurt am Main, 2. Auflage 1994, ISBN 3-7973-0576-1, S. 638 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland; Materialien zum Denkmalschutz in Frankfurt am Main 1).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lersner’sches Schloss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Codex Laureshamensis III Nr. 3017
  2. Knappe

Koordinaten: 50° 12′ 5,2″ N, 8° 42′ 41,7″ O